Guten Morgen, liebe Julia und liebe Mitleserinnen!
Erstmal vielen Dank für die Erklärungen, Julia. Sie haben mich mal wieder beruhigt. Denn obwohl ich versuche, gelassen zu bleiben und mich nicht beeindrucken zu lassen von der Waage, ist es manchmal hart. Ich habe ein quietschfiedeles Neugeborenes hier, das saugt und trinkt, wächst und sich gut entwickelt (z.B. kann er den Kopf laut Kinderärztin wohl schon außergewöhnlich lange halten), sich lautstark meldet, wenn er was braucht usw. Ich habe auch Milch, die ausläuft und Brüste, die sogar 2 Tage Clusterstillen überstehen, ohne wund zu werden. Eigentlich bin ich gesegnet. Aber ich habe auch noch immer ein Kind, das nicht zunimmt - und egal, wie sehr ich dagegen anarbeite, das vage Gefühl, etwas falsch zu machen oder zu übersehen, bleibt doch zurück. Aber wie gesagt, ich lasse mich davon möglichst wenig beeindrucken.
Eigentlich habe ich auch nur positives zu berichten. Wir hatten gestern einen Tag, an dem er noch immer sehr oft an die Brust wollte, aber deutlich ruhiger war. Er stillt relativ kurz zur Zeit, aber sehr heftig. Eine Bekannte war hier und war recht beeindruckt von dem "Power-Saugen". Sie meinte allerdings, das hörte sich eher so an, als bekäme er in dem Moment zu viel Milch raus. Tatsächlich ist er danach oft erschöpft.
Schön ist, dass ich jetzt "Stillen & XY" tun kann und nicht mehr auf das Leben auf der Couch reduziert bin. Gestern haben wir schon ausprobiert: Abend essen am Tisch zu dritt -

(Eine Wohltat!) und Fachzeitschriften lesen - ebenso eine Wohltat und die Milch fließt auch, wenn ich mir über Didaktik und Unterrichtskonzepte Gedanken mache

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Außerdem konnte ich relativ gut schlafen in der Nacht - natürlich nicht durchgehend, aber doch immer wieder zwischen dem Stillen. Zwischen 3 und 5.20 war der Papa auch mit ihm durch den Regen bummeln. Wir machen Fortschritte. Deutliche!
Der MiniBummler will jetzt auch aktiv bespaßt werden, das ist neu und ich werte auch das als Fortschritt.
Aber hier erstmal die Tabelle - alles beim alten. Wir haben in den letzten 24 Stunden nicht mehr ganz so penibel alle 1-2 Stunden in die Windel geschaut, sondern nach Bedarf (d.h. wenn er sich meldete) gewechselt. Voll war es dann immer alles.
24.8. 3440 g (Hängewaage, Pampers abgezogen)
29.8. 3030 g (Hängewaage, Pampers abgezogen)
29.8. 3130 g (Pampers, Body) 9 Stillen, 10 Stuhl, 12 Urin, 150 ml Mumi
30.8. 3120 g (Pampers, Body) 8 Stillen, 8 Stuhl, 10 Urin, 190 ml Mumi, 190 ml Pre
31.8. 3140 g (Pampers, Body) 7 Stillen, 5 Stuhl, 7 Urin, 190 ml Mumi, 240 ml Pre (davon 80 ml gegen unseren Willen)
01.9. 3160 g (Hängewaage, Pampers) 8 Stillen, 10 Stuhl, 11 Urin, 140 ml Mumi, 20 ml Pre
02.9. 3150 g (nackt) 11 Stillen, 8 Stuhl, 10 Urin, 60 ml Mumi
03.9. 3110 g (nackt) 11 Stillen, 9 Stuhl, 11 Urin, 40 ml Mumi
04.9. 3110 g (nackt) 10 Stillen, 10 Stuhl, 8 Urin, 60 ml Mumi
05.9. 3120 g (nackt) 7 Stillen, 6 Stuhl, 5 Urin (17.00 - 7.00)
06.9. 3130 g (nackt) 16 Stillen, 8 Stuhl, 10 Urin
07.09. 3120g (nackt) 14 Stillen, 8 Stuhl, 8 Urin
07.09. 3120g (nackt)
Ansonsten denke ich darüber nach, bald für einige Tage zu meiner Oma und der ganzen Großfamilie zu fahren. Mein Mann wird ja ab Dienstag arbeiten gehen und ich vermisse meine Familie. Durch die Liegeschwangerschaft habe ich sie seit Januar nicht mehr gesehen. Eigentlich wollten wir warten, bis er das Geburtsgewicht wieder erreicht hat. Es ist halt doch eine halbe Weltreise, einmal durch die Bundesrepublik und wir müssten ohne den Papa fahren. Aber der Mini scheint Umgebungswechsel bisher sehr gut wegzustecken und ich habe Angst, dass ich dem ganzen hier völlig alleine inkl. Haushalt machen noch nicht gewachsen bin. Andererseits will ich ihn aber auch nicht überfordern und mit einem Umgebungswechsel aus dem Konzept bringen. Aber wir können das ja langsam testen.. erstmal geht es zur Nicht-Schwieger-Pflegefamilie. Da fühle ich mich zwar nicht besonders wohl, aber es sind nur 1,5 Stunden Fahrt und keine 7 und wir können abends wieder heim.
So viel zu meinen Morgengedanken - sorry, dass es wieder so lang geworden ist! Aber die Hilfe, die ich hier bekomme, ist mitunter der Rettungsanker, der mich den ganzen Tag stark sein lässt. Vielen Dank, Julia und alle anderen, die still mitlesen oder doch mal einen Kommentar da lassen.