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Re: der vernachlässigte tragling

Verfasst: 31.05.2012, 10:17
von Campanula
LeMiss hat geschrieben:vielen dank schonmal für eure meinungen.

man setzt sich zuwenig mit dem tragling auseinaner .... genau das war glaub ich die kernaussage.

[...]

so ähnlich ist es bei dem kleinsten jetzt auch. er wird gewickelt, gestillt, gekuschelt und bestaunt, aber halt auch sehr sehr viel getragen - mehrere stunden täglich. aber er hat im prinzip keine wahl, er schläft vor sich hin und gut ist.
resignation und zufriedenheit wären da ja nicht zu unterscheiden, meinte meine gesprächspartnerin heute. "permanent" im tuch vermittle man das gefühl, dass das kind beiläufig wäre - keine wahl hätte, nicht wahrgenommen würde.
ich bin eher auf dem standpunkt das sehr junge baby braucht liebe, geborgenheit, schutz, schlaf und milch und nicht großartig mehr :oops:

ich freu mich echt über die konstruktive diskussion hier :)
Ach Du Arme - womit man sich als junge Mutter doch immer so alles auseinander setzen muss... *drück*

Ich hab jetzt (bewusst) nicht alles gelesen hier, nachdem ich grad Posys letzten Beitrag gelesen habe (da geht es wohl dann noch um andere Dinge in der Diskussion, das heb ich mir für später auf ;-) ), sondern ich wollte Dir nur eben schnell zu Deiner Eingangsfrage noch ein paar aufmunternde Worte da lassen.

Eine sehr liebe Hausgeburts-Hebamme hier aus Hamburg schreibt auf ihrer Website zum Thema "Spielzeug" für Babys:

"Sobald Ihr Baby geboren ist, möchten Sie es auch in der Entwicklung unterstützen. Wir finden das wunderbar! Nur wieviel Unterstützung ist sinnvoll? Bitte geben Sie Ihrem Baby Zeit, die vielen Sinneseindrücke außerhalb des Mutterleibes zu verarbeiten und die Sinne zu trainieren. Wir erleben so häufig, dass dem Baby Spielangebote gemacht werden, die es überfordern und überreizen. [...] Wieviel Ruhe und Zeit wir meinen, sehen Sie am Tragetuch, es ist neben Ihren Armen der erste Spielplatz!"*

Ich finde diese Aussage sehr klar, verständlich und genau auf Deine Situation zutreffend. Du hast ein kleines Baby.
Alles, was es braucht, bist momentan DU. Soviel von DIR, wie es nur bekommen kann.
Dein Baby möchte Dich fühlen, riechen, schmecken, hören, sehen und dann ganz langsam von dort aus die Welt erkunden.
Du bietest ihm meiner Ansicht nach gerade alles, was Dein Kind benötigt, um in den ersten Wochen und Monaten langsam in unserer Welt anzukommen.
Weiter so! :lol:


*Ich würde dieses Zitat selbstverständlich gerne mit der entsprechenden Quellenangabe verlinken, habe aber das Problem, das der Text in einem Shop-Angebot steht.
Den ich vermutlich nicht verlinken darf hier durch die Werberegeln.
Daher gebe ich einach mal grundsätzlich die Quelle an: Gabriele Langer-Grandt, Larimar, Grundtext zum Thema "Spielzeug". ;-)

Re: der vernachlässigte tragling

Verfasst: 31.05.2012, 10:24
von Steff
Sorry OT:

Hab jetzt nur den Link zum Buch beim Online-Shop mit A.

Elternkrankheiten

Macht sich auch gut als Geschenk

Re: der vernachlässigte tragling

Verfasst: 31.05.2012, 11:44
von Jeanny
bienenmeister hat geschrieben:Ein Baby das ohne Einschlafbegleitung einschläft - herzlichen Glückwunsch.

Wie ich schon schrieb, geht das mit meinem Kind nicht. Du bist ja recht neu hier im Forum. Les dich doch erstmal ein und schau dich um, du findest ETLICHE Berichte, die an meinem näher dran sind als an deinem.

Naja, nicht EIN Baby, sondern inzwischen 4 Babies. Ich bin zwar neu hier im Forum, aber nicht erst seit gestern Mutter und unterhalte mich natürlich auch mit Bekannten, Freunden und Verwandten über solche Themen. Ich habe mich schon ganz gut eingelesen und bin echt verwundert über die "Einschlafprobleme" und "Einschlafhilfen".

Meine Kinder schlafen natürlich auch nicht ausschließlich in ihrem Bett. Heute nacht lag unsere Tochter zum Beispiel die halbe Nacht in der Besucherritze;) Nach der Geburt- während mein Mann zu Hause war- hatte ich unsere Kinder gefühlte 24 Studen bei mir; natürlich auch weil ich selsbt die Nähe zu meinem baby genieße.
Und auch sonst gab/gibt es Tage/ Abende wo unsere Kinder aus den verschiedensten Gründen meine Nähe brauchten zum Einschlafen. Nicht das hier der Eindruck ensteht, das unsere Kinder stoisch jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett müssen und da bleiben egal ob müde, traurg, weinerlich oder nicht. Ich finde es nur extrem zu sagen, das ein Kind grundsätzlich eine Einschlafhilfe braucht und man fast als Rabenmutter gilt, wenn man sein Kind auch mal alleine schlafen läßt. Wir haben uns einfach bemüht, von Anfang an aufzupassen das einschlafen nicht zwangsläufig mit stillen oder getragen werden einhergeht- meistens gewöhnt man sien Kind nämlich unbewußt selsbt daran udn dann KANN es auch nicht mehr ohne.

Die älteren Kinder haben auch ein Recht auf ihre Mutter und bekommen jeder abends ihre Geschichte und mit jedem wird noch gekuschelt. Außer mit dem Großen...da wird abends noch gequatscht oder zusammen Fernsehen geguckt. und da die Kleine natürlich tagsüber alterbedingt oft die erste geige spielt, sind die drei echt froh, wenn ich mich abends nur um die Jungs kümmer- ohne die Kleine, weil sie dann schon schläft. Ältere Geschwister finden es auch fruchtbar ungerecht, wenn das kleineste Kind länger aufbleiben darf als sie selbst. Im Säuglingalter ist das okay, aber jetzt mit 18 Monaten würden die Jungs streiken. Das ist halt kindliche Logik...

Beim ersten Kind hat man vielleicht noch mehr Zeit, sein Kind abends stundenlang zu schleppen. Aber wenn da noch 3 andere Kinder sind, die Bedrürfnisse haben, dann muß es auch anders gehen.

Aber irgendwie ist das völlig ab vom Thema.....SORRY!

Re: AW: der vernachlässigte tragling

Verfasst: 31.05.2012, 11:45
von Jeanny
WiLada hat geschrieben:Jeanny hat dein Kind denn einen Schnuller? Uns ist das auch schon paar mal "aus Versehen* passiert aber nur wenn sie richtig müde war und vorher auf dem arm sehr lange getragen wurde.

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Was meinst du, ist euch aus Versehen passiert? Nein, mein Kind hat keinen Schnuller.

Re: der vernachlässigte tragling

Verfasst: 31.05.2012, 12:10
von bienenmeister
Jeanny hat geschrieben: Ich finde es nur extrem zu sagen, das ein Kind grundsätzlich eine Einschlafhilfe braucht und man fast als Rabenmutter gilt, wenn man sein Kind auch mal alleine schlafen läßt.
Wo hast du denn jetzt die Rabenmutter her?

Nicht EIN Kind braucht grundsätzlich eine Einschlafhilfe. Aber MEIN Kind braucht in den meisten Fällen Begleitung. Welche Mutter freut sich nicht, wenn Baby einfach so ohne ihr zutun schläft? Das finde ich auch schön.

Ich finde es toll, dass du so pflegeleichte Kinder hast! Davon würde ich mir bestimmt zehn anschaffen.


Von "Gewöhnung" im Säuglingsalter halte ich nichts. Dazu gibts aber auch schon viele Freds, dass müssen wir hier nicht ausführen.

Re: der vernachlässigte tragling

Verfasst: 31.05.2012, 12:13
von Sibi
Wir haben unser Kind mit 2 Monaten auch allein einschlafen lassen - sie plapperte ein bisschen und schlief einfach ein. Kurz danach war aber Schluss damit und sie forderte vehement Stillen und Einschlafbegleitung ein. Daher bin ich auch vorsichtig mit dem "Gewöhn-Argument":

AW: der vernachlässigte tragling

Verfasst: 31.05.2012, 12:24
von WiLada
Mein Mann trug sie rum während ich weg war oder beschäftigt und irgendwann musste er sie kurz ablegen und dann schlief sie einfach ein.
Ansonsten ist sowas garnicht möglich gewesen außer in der Anfangszeit. Aber das ist garkein Problem!
Sir ist nichtmein erstes Kind nein. Ich habe dennoch viel Zeit für ihren Bruder auch wenn sie nicht einfach so einschlafen kann. Stille sie in den schlaf und stehe dann auf und habe exklusivzeit. Einmal vormittags einmal abends..Und mittags bleiben wir gleich alle zusammen liegen.

So geht es schneller als 30 mal ins Zimmer und wieder raus nur weil das Kind bloß nicht mit Mami einschlafen soll(auf niemanden hier bezogen!).

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AW: der vernachlässigte tragling

Verfasst: 31.05.2012, 12:26
von WiLada
Und das einschlafstillen ist die exklusivzeit für meine kleine Tochter.ich genieße es doch auch. So haben beide mal Mama nur für sich.

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Re: der vernachlässigte tragling

Verfasst: 31.05.2012, 13:07
von SlingingMama
Ich finde auch, du machst das ganz richtig, aber ich verstehe auch, dass einen solche Kommentare aus der Bahn werfen können. Man will dem kleinen Wesen das Beste geben und allein der kleinste Zweifel, dass man etwas falsch machen könnte, nagt ;-) Finde ich völlig normal. Die Hormone helfen da auch nicht gerade...
Also kurz und knapp: Ich kann dich voll in denen Bemühungen bestätigen. Dein Kind merkt doch nicht, ob du dir den Arm abfallen lässt, wenn du es herumträgst, oder ob du es beqem im TT hast - hauptsache es ist bei dir! (und ehrlich gesagt glaube ich, dass wenn dein Kind zwischen Armtragling und Tuchtragling wählen könnte, es sich aktiv fürs Tuch entscheiden würde :D).Mehr braucht es nicht.
Und "vernachlässigt" sind die "armen" Kinderwagengeschwisterkinder auch, wenn sie auf dem Spielplatz abgestellt werden und Mama hinter dem/den Großen herhetzt. Tja. Das ist halt das Schicksal des Zweit, Dritt, oder Viertgeborenen (und wird es bleiben, bis wir uns klonen können...).

Also mein Rat - such dir mal noch 1-2 Leute, die dir vorwerfen, dass du dein Kind verwöhnst, und schon ist das natürliche Gleichgewicht wieder hergestellt :undweg:

Re: der vernachlässigte tragling

Verfasst: 31.05.2012, 16:20
von Leyket
Jeanny hat geschrieben:
bienenmeister hat geschrieben:Wir haben uns einfach bemüht, von Anfang an aufzupassen das einschlafen nicht zwangsläufig mit stillen oder getragen werden einhergeht- meistens gewöhnt man sien Kind nämlich unbewußt selsbt daran udn dann KANN es auch nicht mehr ohne.
Sorry, dass ich mich hier einmische. Ich möchte gleich klarstellen, dass ich mich in keiner Weise angegriffen fühle von deinem Post. Nur grundsätzlich zu dieser Aussage finde ich, dass es eben solche sind, die Mütter von 24-Stunden Babys immer wieder aus der Bahn werfen können. Uns ging es so.

Ich muss dazu sagen, dass ich verwöhnt war von 2 wunderbaren Schläferinnen. Sie schliefen alleine ein (ja, auch ich glaubte früher mal, DAS sei normal und alles andere angewöhnt/anerzogen). Und dann kam Baby Nr 3, schrie wie am Spieß, sobald der Körperkontakt abriss. Mir kam überhaupt nicht in den Sinn, das Einschlafen ans Stillen zu koppeln. Das muss auch anders gehen. Nach zu vielen schlaflosen Nächten und verschrieenen Tagen habe ich mich in mein Schicksal ergeben und bin nun Einschlafstill- und Tragemami mit Problemschlafkind. Ich hab mich lange geweigert, denn eben solche Kommentare (blabla Gewöhnung... blabla verwöhnen... blabla nie wieder aus dem Bett... blabla nie wieder von der Brust) haben mich sehr verunsichert und ich dachte, ich sei eine schlechtere Mutter, wenn ich es nicht ohne solche "Tricks" schaffe.

Also Gewöhnungssache ist das nicht (vielleicht bei manchen? Das kann ich nicht wissen). Bei meinem Baby war der enge Körperkontakt Tag und Nacht ein Grundbedürfnis... und zum Glück ist er jetzt, wo er wirklich "ge(ver)wöhnt" ist, nur noch halb so problematisch wie zuvor :)