Plueschtier hat geschrieben: 21.07.2024, 12:45
Siduri hat geschrieben: 21.07.2024, 11:45
feuerdrache schreibt ja gleich im ersten Satz seine Diagnose. Mit Kindern mit special effects ist man als Eltern einfach anders/mehr/länger/... gefragt/gefordert.
Und wie soll das dann weitergehen?
Das frage ich nämlich für meinen 13 jährigen, Negativbeispiel ist sein Onkel Mitte 50, der allein immer noch nicht in Urlaub fahren kann, weil er die Hälfte vergisst. Auch alles andere übrigens.
Und in meiner Vorstellung würde ich mit meinem Sohn lieber Wege entwickeln mit solchen Situationen umzugehen als ihm die Shirts hinterher zu tragen.
Wenn du da eine Lösung findest- lass es uns wissen. Damit kannst du dann echt viel geld machen.
Nein im Ernst, ich hab selbst ADHS. Weiß also wie es ihm im Prinzip geht, nur bin ich mittlerweile einigermassen strukturiert.
Habe Strategien entwickelt für viele Situationen, sozusagen Checklisten im Kopf. Das versuche ich ihm zu vermitteln.
Denk den Urlaubstag durch, du stehst auf in der Früh, was brauchst du? Ah ja Pyjama, Zahnputzzeug, Hausschuhe, Unterwäsche, Shirts, Shorts. Du gehst zum Frühstück, brauchst du was? Du gehst an den sTrand, was brauchst du mit- Sonnencreme, Sonnenbrille, Sonnenschutz, Badezeug, Badetuch, Wasserflasche, Rucksack....
Im Moment ist das Problem - er versinkt grad wieder in einer Spielewelt. Und überdreht dann. Kennen wir, es dauert da immer ein wenig ihn wieder raus zu holen und auf Normalspur zu bringen. War früher weniger ein Problem, als das Internet noch nicht existiert hat, ich bin dann aber tief in der Bücherwelt versunken, viele Stunden unauffindbar versteckt am Dachboden. Lesend.
Er wird seinen Weg machen, noch sehe ich die Pubertät noch nicht als beendet an bei ihm. Es wird schon noch dauern.
Und ich kenne natürlich auch leute mit seiner Diagnose, manchmal noch ein wenig Asperger dazu. Der eine hat sogar ein eigenes Uniinstitut. Und lebt ganz gut- solange seine Frau ihn strukturiert.
Wenn ich hier manchmal von Partnern lese- denke ich mir- ja könnte mein Großer sein in 15 Jahren. Liebenswert, etwas verpeilt, etwas zerstreut, sogar sehr emphatisch aber sozial sehr tollpatschig.
Einfach so vor Ort zu kaufen ist schwierig wenn der Kerl 2m groß ist und eine Statur hat wie ein Möbelpacker. Ein paar Dinge näh ich ihm noch und Dienstag wenn ich zur Rheumatologin fahr, besorg ich noch den Rest.
Er hat bisher keine Shorts getragen, auch bei größter Hitze verweigert. Hat sich mit Händen und Füssen gegen Kurzarm Shirts gewehrt. Das ist ihm unangenehm. Aber das braucht er jetzt, wenn es nach Kreta geht. Das ist ihm jetzt sogar klar. Nur glücklich macht ihn das nicht. Er versteht die Notwendigkeit, den Körper der Aussentemperatur entsprechend zu kleiden. Zum Glück mögen ihn seine Freunde so wie er ist und werden mit seiner Verpeiltheit nicht überrascht sein. Die kennen das.Aber daür bäckt er guten Kuchen und macht traumhaften Braten.