Didymos Indio Vergangenheit?

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Jia
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Re: Didymos Indio Vergangenheit?

Beitrag von Jia »

Missy hat geschrieben:Das war eher eine Ergänzung zum allgemeinen Thema und dem was Pupu gesagt hat.
Minderheiten kann man auf viele Arten ausschliessen. Sie zu ignorieren ist ein Weg davon.
Genau das ist aber doch der Knackpunkt. Ignorieren ist keine Lösung, aber bei nahezu jeder anderen Herangehensweise macht man sich höchstwahrscheinlich angreifbar, denn irgendwas kommt immer jemandem in den falschen Hals. Klar, Dialog ist die beste Lösung, aber dafür brauche ich einen Ansprechpartner. Aus naheliegenden Gründen sind diese hierzulande aber rar. Und wenn beispielsweise ein Kind nicht mehr Indianer spielen darf, weil das politisch inkorrekt ist, verschwindet das Thema noch mehr. Vielleicht wird es ev. mal trockener Schulstoff, interessiert aber kaum mehr jemanden. Ist das denn besser?
Mit Maikäfer (2014) und Junikäferchen (2016)
Lösche Benutzer 7240

Re: Didymos Indio Vergangenheit?

Beitrag von Lösche Benutzer 7240 »

romina hat geschrieben:Oder wirst du aufgrund seiner Hautfarbe und seines Aussehens als Europäer diskriminiert ? Verstehst du nun was ich damit meine? Nein und keine Angst ich glaub nicht daran, dass man aufgrund seiner Hautfarbe etwas nicht kann. [emoji849]
Neenee, ich hatte tatsächlich einfach Deinen Satz nicht verstanden und glaub ein "in" dazugelesen, was da gar nicht stand. Und ich glaube durchaus, dass man als weiss und privilegiert natürlich einen ganz anderen, ich weiss nicht, Erfahrungshintergrund? im Leben hat.

Hmm, technisch gesehen kann ich ja nicht aufgrund meiner Hautfarbe diskriminiert werden, da es ja die Hautfarbe der "herrschenden Klasse" ist. Genau wie auch cultural appropriation nur in eine Richtung geht laut Konzept. Ich konnte tatsächlich in einem nicht-europäischen Land in gewisse Lokale nicht rein aufgrund einer falschen Nationalität (sichtbar an meinem zu hellen Phänotyp). Und ich war da mit Freunden der richtigen Nationalität unterwegs. Und wie oft ich schon aufgrund meiner deutschen Herkunft mit Hitlergruss begrüsst wurde oder Eva Braun genannte wurde (weil haha, deutsche Frau und so ...). Rassismus und kulturelle Stereotype sind wirklich kein weiss-westliches Monopol. Auch Kolonialismus, Ausbeutung und Unterdrückung nicht - typisch menschlich, würde ich sagen.


Aber zurück zur cultural appropriation. Ich finde, man kann einen besseren Zugang zu dem Konzept finden, wenn man sich die Verhältnisse in den USA und auch Canada vor Augen hält. Da wird es auch einfacher, das Problem mit den Indianerkostümen zu verstehen. Wobei ich das so verstanden hatte, dass es v.a. zwei Kritikpunkte gibt, nämlich das Tragen des Hauptschmucks und allgemein von Federn sowie die Kostümierung als Pocahontas / sexy Squaw.
Ich finde es nicht schlecht, sich Gedanken darüber zu machen, was ich da anziehe / mir auf die Haut stechen lasse / in die Wohnung stelle, wo kommt das her, was hat es damit auf sich. Mehr Wissen ist immer gut, um geschichtliche Zusammenhänge sowieso. Dann kann man eine informierte Entscheidung treffen. Und selbst dann, es gibt tausend Möglichkeiten, ins Fettnäpfchen zu treten.
Ab einem gewissen Punkt geht es mir aber zu weit bzw. in die falsche Richtung. Ich persönlich will gar nicht mit dem Anspruch durch's Leben gehen, nienienie die Gefühle von auch nur einer einzigen Person dort draussen in der grossen weiten Welt zu verletzten. Ich müsste mich schweigend zuhause einschliessen und auch so könnte man mir einen Strick draus drehen.

Was meiner Meinung nach gar nicht geht, ist dieses Niederschreien mit der moralischen Totschlagkeule. Ein falsches Wort, eine unglückliche Formulierung, einmal etwas nicht gewusst und bamm.

Ich bin zu müde, um weiterzuschreiben. Ich hoffe, es macht Sinn.
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