Diskussionsthema vegan
Moderator: britje
- Lotti
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Re: Diskussionsthema vegan
Ach, irgendwie dreht sich doch die Diskussion ewig im Kreis. Man kann sich sowohl als Veganer als auch als Omni in vielerlei Hinsicht "schlecht" ernähren, sei es nun mit exotischen Früchten, billigstem Gemüse aus Almeria, Sojaschnitzel mit Soja aus Südamerika oder Hähnchen vom "Wiesenhof". Sich das gegenseitig immer wieder vorzuhalten, bringt es doch echt nicht. Man hat in sämtlichen Ernährungsformen einen weiten Spielraum als Verbraucher genauer hinzuschauen und Entscheidungen zu treffen. Daher mein Mantra, es geht auch anders. Klar, wenn nur noch Fleisch von artgerecht gehaltenen, stressfrei am Hof geschlachteten Tieren verzehrt werden dürfte, dann müsste sich die Landwirtschaft grundlegend ändern. Eine Utopie, vielleicht. Aber warum nicht davon träumen? Ich sehe jedenfalls viele gute Ansätze in die richtige Richtung. Ich kann hier wo ich wohne Rind, Lamm, Ziege, Wild, Schwein und Eier kaufen aus solchen Produktionsbedingungen. Hähnchen ist etwas schwieriger, aber da sind wir dran. Die Schweine bei dem einen Hof werden auf der Weide per Bolzenschuss getötet, beim anderen Hof im Nachbardorf beim Familienbetrieb. Da gibt es keine Schlachthof-Fabrik.
Und so Argumente wie Trinkwasserverbrauch zur Fleischproduktion sind einfach hinten und vorne nicht stichhaltig, wenn man mal genau hinschaut. Und die Mühe machen sich dann wiederum viele Veganer nicht, die Fleischkonsum als Solchen verteufeln, ohnen jede Differenzierung.
Und so Argumente wie Trinkwasserverbrauch zur Fleischproduktion sind einfach hinten und vorne nicht stichhaltig, wenn man mal genau hinschaut. Und die Mühe machen sich dann wiederum viele Veganer nicht, die Fleischkonsum als Solchen verteufeln, ohnen jede Differenzierung.
S. mit Töchtern (März 2012 und Dezember 2015)
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Elena
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Re: Diskussionsthema vegan
Es ist wahnsinnig schwer, Ökobilanzen zu errechnen. Aber es gibt sehr gute, erprobte Modelle dafür. Das einfach mit "hinten und vorne nicht stichhaltig" abzutun, halte ich für unüberlegt - da steckt jahrzehntelange Forschung drin. Natürlich hat nicht alles Hand und Fuß, was man in der Tageszeitung drüber liest. Aber wenn man mal nach Ökobilanzen googelt, findet man seriöse Quellen. Das ist nicht schwer! Und dann kann man wirklich mal auseinanderfieseln, an welcher Stelle man das nicht stichhaltig findet, und da nochbohren.
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- Lotti
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Re: Diskussionsthema vegan
ich habe mich dabei explizit auf die Behauptung bezogen, es würde massenhaft Trinkwasser verbraucht. Das stimmt einfach nicht, denn Weiden und Maisfelder werden nicht mit Trinkwasser bewässert, sondern mit Regen, der vom Himmel fällt. Das dann in den Wasserverbrauch einzurechnen, ist unseriös.
S. mit Töchtern (März 2012 und Dezember 2015)
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Elena
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Re: Diskussionsthema vegan
Gilt das auch für Argentinien? Ich kenne mich ehrlich gesagt nicht aus, aber ein ganz, ganz großer Teil der Fleischproduktion findet eben nicht bei uns statt.LottiBerlin hat geschrieben:ich habe mich dabei explizit auf die Behauptung bezogen, es würde massenhaft Trinkwasser verbraucht. Das stimmt einfach nicht, denn Weiden und Maisfelder werden nicht mit Trinkwasser bewässert, sondern mit Regen, der vom Himmel fällt. Das dann in den Wasserverbrauch einzurechnen, ist unseriös.
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- Lotti
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Re: Diskussionsthema vegan
Gute Frage, weiß ich auch nicht. Aber weißt Du, das ist wieder genau die Argumentation, die ich meine wenn ich sage wir drehen uns im Kreis. Ja, ein großer Teil der Fleischproduktion findet nicht bei uns statt. Ich als Verbraucher kann mich aber entscheiden, nur heimisches Fleisch bzw. für mich viel wichtiger Fleisch aus Weidehaltung zu kaufen. Das Gleiche gilt für Soja: Ich kann als Veganer gedankenlos haufenweise Supermarkt-Sojaprodukte mit Soja aus China oder Argentinien kaufen oder ich entscheide mich bewusst dazu, nur europäisches Soja zu kaufen. Dass es das gibt, wurde ja hier im Thread erwähnt (ich kenne mich da gar nicht aus, kaufe kein Soja). In beiden Fällen beteilige ich mich nicht an den skandalösen Zuständen in Brasilien oder Argentienien. Das hat nichts damit zu tun, ob ich nun Veganer oder Omni bin.Elena hat geschrieben:Gilt das auch für Argentinien? Ich kenne mich ehrlich gesagt nicht aus, aber ein ganz, ganz großer Teil der Fleischproduktion findet eben nicht bei uns statt.LottiBerlin hat geschrieben:ich habe mich dabei explizit auf die Behauptung bezogen, es würde massenhaft Trinkwasser verbraucht. Das stimmt einfach nicht, denn Weiden und Maisfelder werden nicht mit Trinkwasser bewässert, sondern mit Regen, der vom Himmel fällt. Das dann in den Wasserverbrauch einzurechnen, ist unseriös.
Mir ist jeder Verbraucher recht, der sein Hirn anschaltet und sich Gedanken macht. Ob er dann am Ende den Veganismus oder eine andere Ernährungsform wählt, ist dabei erst einmal zweitrangig. Und immer wieder mit "ja, aber..." zu kommen, kann ganz schön demotivierend sein.
Mir fält einfach nur immer wieder auf, dass in vielen Argumenten pro Veganismus einfach Denkfehler drinstecken, also gerade was Flächenverbrauch, Wasserverschwendung etc. angeht, und das ärgert mich
S. mit Töchtern (März 2012 und Dezember 2015)
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Lösche Benutzer 1828
Re: Diskussionsthema vegan
Das stimmt natürlich.Julena hat geschrieben: Was bei diesem Argument nur immer gerne vergessen wird, Omnis essen ja normalerweise auch nicht nur Fleisch, sondern auch exotische Früchte, Gemüse aus z.B. Spanien etc
Aber ich sehe immer wieder viele Postings, wo dann die neuen veganen Produkte aus den Discountern umjubelt werden oder eben, wie günstig doch gerade das Gemüse sei aus dem Lidl....Mit Vegan allein rettet man eben nicht die Welt.
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Lösche Benutzer 1828
Re: Diskussionsthema vegan
Ich bin nicht sehr mobil, wir wohnen recht weit weg von vernünftigen Supermärkten (nur Edeka).LottiBerlin hat geschrieben:Ach, irgendwie dreht sich doch die Diskussion ewig im Kreis. Man kann sich sowohl als Veganer als auch als Omni in vielerlei Hinsicht "schlecht" ernähren, sei es nun mit exotischen Früchten, billigstem Gemüse aus Almeria, Sojaschnitzel mit Soja aus Südamerika oder Hähnchen vom "Wiesenhof". Sich das gegenseitig immer wieder vorzuhalten, bringt es doch echt nicht. Man hat in sämtlichen Ernährungsformen einen weiten Spielraum als Verbraucher genauer hinzuschauen und Entscheidungen zu treffen. Daher mein Mantra, es geht auch anders. Klar, wenn nur noch Fleisch von artgerecht gehaltenen, stressfrei am Hof geschlachteten Tieren verzehrt werden dürfte, dann müsste sich die Landwirtschaft grundlegend ändern. Eine Utopie, vielleicht. Aber warum nicht davon träumen? Ich sehe jedenfalls viele gute Ansätze in die richtige Richtung. Ich kann hier wo ich wohne Rind, Lamm, Ziege, Wild, Schwein und Eier kaufen aus solchen Produktionsbedingungen. Hähnchen ist etwas schwieriger, aber da sind wir dran. Die Schweine bei dem einen Hof werden auf der Weide per Bolzenschuss getötet, beim anderen Hof im Nachbardorf beim Familienbetrieb. Da gibt es keine Schlachthof-Fabrik.
Und so Argumente wie Trinkwasserverbrauch zur Fleischproduktion sind einfach hinten und vorne nicht stichhaltig, wenn man mal genau hinschaut. Und die Mühe machen sich dann wiederum viele Veganer nicht, die Fleischkonsum als Solchen verteufeln, ohnen jede Differenzierung.
Wo kaufst Du das denn in Berlin? Bei Fleisch fällt mir halt nur Neuland ein. Und da kenne ich nur einen einzigen Metzger.
- Lotti
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Re: Diskussionsthema vegan
Ich wohne nicht mehr in Berlin, sondern 50 Kilometer außerhalb. Rind und Schwein habe ich allerdings schon lange von einem Hof hier in der Nähe gekauft, die liefern nämlich auch nach Berlin rein. Wenn du Interesse hast, schick ich dir den Link bzw. die Preisliste per PN. Bestellen geht nur per Fax oder Telefon [emoji1]
Es gibt auch noch viele andere Anbieter, die nach Berlin liefern (soweit ich weiß). Guck mal hier http://www.direktvermarkter-brandenburg.de/index.html
Es gibt auch noch viele andere Anbieter, die nach Berlin liefern (soweit ich weiß). Guck mal hier http://www.direktvermarkter-brandenburg.de/index.html
S. mit Töchtern (März 2012 und Dezember 2015)
- Seerose
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Re: Diskussionsthema vegan
Früher hättest Du Herrmannsdorfer Fleisch bei Basic kaufen können. Aber ich glaub die sind ausgestiegen seitdem Basic mit Lidl verhandelt hat.Sandküste hat geschrieben: Wo kaufst Du das denn in Berlin? Bei Fleisch fällt mir halt nur Neuland ein. Und da kenne ich nur einen einzigen Metzger.
Du könntest schauen von wem jetzt Basic sein Fleisch bekommt.
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Liebe Grüße,
Seerose
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EhMibima
Re: Diskussionsthema vegan
Kühe auf der Weide haben fast immer ein Trinkfass stehen(außer sie haben durch Zufall einen Bach auf der Weide).LottiBerlin hat geschrieben:ich habe mich dabei explizit auf die Behauptung bezogen, es würde massenhaft Trinkwasser verbraucht. Das stimmt einfach nicht, denn Weiden und Maisfelder werden nicht mit Trinkwasser bewässert, sondern mit Regen, der vom Himmel fällt. Das dann in den Wasserverbrauch einzurechnen, ist unseriös.
LottiBerlin hat geschrieben:Versteh ich nicht. Das Getreide, das Soja und der Mais für Veganer werden doch auch per Traktor geerntet.
Veganer ersetzen nicht zwingend Fleisch 1:1 durch Soja. Vegan-"ethisch" wäre wahrscheinlich besser als rein vegan(mit fleischersatz).
Wer muss sich bitte den ganzen Tag um eine Herde Kühe auf der Weide kümmern?
Kühe brauchen keine Betreuung beim Grasen und widerkäuen, klar. Aber: Wer treibt die Kühe rein und raus, wer kümmert sich um Erkrankungen(zb Euterentzündungen-nicht wunderlich, bei 2xsmelken/stillen am tag(und dann gleich solche Mengen) würden wir Mütter wohl alle eine Mastitis bekommen)-also Tierarzt, Klinik, Pharmafirmen, Forschung-AB-resistenzen...) Medikmente geben, kalbende Kühe betreuen, Zäune instand setzen, ausgebrochene Tiere einfangen, Klauenpflege, Stall säubern im Winter, Füttern im Winter.....
Landverbrauch durch Wiesen??? Wiesen als Ökosystem sind verdammt wichtig, die Verbrauchen doch nicht einfach unnütz wertvolle Flächen...
Wiesen sind nützlich!!! Aber nicht zwingend mit KUhdung überdüngte Weiden. Es gibt keine mageren Wiesen mehr, hier (wo ich wohne) gibt es viele Weiden, aber keinen Mohn, keine Kamille, keine Kornblumen mehr weil die Weiden einfach zu fett sind.
Dir ist schon klar, dass auf einem Großteilder Böden - auch in Deutschland! - kein für den menschlichen Verzehr geeignetes Getreide angebaut werden kann?
Gib mir mal ein Beispiel.Wo genau? (Beispiel: Permakultur ist eine Bebauungsmethode die in Kreisläufen arbeitet, damit kann man-zb wie ein Sepp Holzer- in über 1000m Höhenlage durch gechickten Landschaftsbau Land gewinnen und mehr als nur "Almwiese" ernten.
Undnoch eine Frage: warum muss überall Getreide angebaut werden? Es gibt wesentlich mehr pflanz. Lebensmittel als Getreide.