samsara hat geschrieben: Es ist aber einfach lebensfremd zu glauben, dass alle Eltern nun ganz ohne diese auskommen werden. Wenn dann jedes Mal der Strafrechtsapparat mobilisiert wird, zerstört das in meinen Augen mehr Familien, als dass es sie befriedet, und zwar zu Lasten der Kinder (zumal man die verfassungsrechtliche Seite mit Art. 6 II GG nicht außer Acht lassen kann, welche Erziehung ist denn "richtig", welche "falsch"? Ist der Staat verantwortlich hierfür?).
Auch, wenn der erste Satz rein rational stimmen mag, so stößt er mir doch sehr bitter auf.
Einerseits könnte ich ihn auslegen wie: 'Lohnt sich eh nichts zu machen, du kannst die Welt nicht ändern.' Wie frustrierend, traurig und schrecklich.
Gewalt ist so oft eine Wiedergabe eigener gewaltvoller Erfahrungen, eine unreflektierte, automatisierte Weitergabe eigener erfahrener Härte. Und irgendwo muss diese Kette unterbrochen werden, wenn es nicht in alle Ewigkeit so weitergehen soll.
Und wenn es eine so hohe Dunkelziffer an Gewalt gibt, die rechtlich nicht mal greifbar ist, dann ist es umso wichtiger, genau das transparent zu machen und immer wieder darauf hinzuweisen.
Denn es mag sein, dass der Strafrechtsapparat (vordergründig) Familien zerstören würde (die aber hintergründig ohnehin nicht heil sind- und mit heil meine ich nicht Ponyhof, sondern einfach in einem gesunden Verhältnis zueinander, was Wahrnehmung und Annahme der einzelnen Familienmitglieder betrifft), vor allem wird hier aber doch eins zerstört: Eine Kinderseele, die als Erwachener Gefahr läuft, wiederum die erfahrene Gewalt weiterzugeben.
Und der Kreis schließt sich erneut.
Sternchen, ich finde es gut, dass du das Jugendamt informieren willst.
Deine Hilflosigkeit und Angst und dein Mitgefühl für das Kind sind für mich aus deinen Worten deutlich lesbar.
Und ich wünsche dir sehr, dass du auf jemanden triffst, der nicht selber so abgestumpft und verletzt ist, dass er nicht ernst nimmt, was du sagst, sondern der weiß, wie wichtig es ist, hier helfend einzugreifen.