Herzenssache hat geschrieben:Darf ich ein wenig offtopic mal fragen, wie ihr zu dem Gedanken kommt, dass jeder nur ausreichend wissen haben muss, um vegan zu leben? Dann müssten ja alle Landwirte vegan werden. Ich kann mit dem veganismus wenig anfangen. Bin auf dem Dorf aufgewachsen und habe auch Tiere zum essen getötet. Ich entscheide mich total bewusst dafür. Es ist keineswegs so, dass ich nicht verzichten könnte. Ich war sogar lange Vegetarierin und bin nach längerer Überlegung eher wieder in Richtung Fleisch gekommen. Für mich passt das unabhängig vom Geschmack eher in mein Weltbild. Ähnlich wie ich Atheist bin. Ich finde extreme immer verkehrt aber ich finde es auch schwierig zu sagen, was extrem ist. Das hängt ja vom eigenen Standpunkt ab. Ich vergleiche es bewusst mit der Religion. Ich bin Atheist. Mein Kind darf seine Religion wählen. Es darf auch von aussen Informationen bekommen. Ich würde es aber nicht auf eine katholische schule geben oder in eine koranschule. Das ist in Deutschland auch total normal. In muslimischen Ländern ist das extrem.
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Das ist genau das was ich meine! Ich kenne viele Gleichaltrige deren Eltern es so gemacht haben wie du: Freiheit, Informationen, später selbst entscheiden. Und weißt du was passierte: alle können nichts mit dem Konzept Glaube und Religion anfangen. Warum? Weil sie es nie kennen gelernt haben.
Versteh mich nicht falsch - ich meine das weder als Kritik, noch sage ich, dass das ein falscher Weg ist.
Ich meine lediglich: um sich später frei entscheiden zu können, muss man es als Kind kennen lernen. Aktiv! Und da es utopisch ist alle Religionen als Kind aktiv kennen zu lernen, deshalb muss man exemplarisch EINE kennen lernen. Damit man mit dem Konzept Religion etwas anfangen kann. Welche das ist, ist im Prinzip total egal. Und man muss auch nicht jeden Sonntag zur Kirche oder in eine Koranschule. Es geht darum mitzubekommen wie Glauben gelebt wird. DANN hat man später eine Entscheidungsbasis. Was soll man ohne diese Basis entscheiden?
Also dein Weg ist absolut ok und gerechtfertigt, aber es passt nicht mit dem später frei entscheiden zusammen. Es kann sich sowieso jeder später frei entscheiden, egal ob atheistisch oder religiös aufgezogen. Nur für Bezugspunkte sind andere. Ein atheistisch aufgezogenes Kind wird meist (!!! Ausnahmen bestätigen die Regel) auch als Erwachsener mit Religion nicht wirklich was anfangen können.
Ein (Basis)religiös erzogenes Kind hat mMn mehr Auswahl: es kann dich gegen das Konzept Religion entscheiden oder dafür, es kann sich für die Religion entscheiden, die es als Kind kennen gelernt hat, oder auf Basis seines Wissens worum es bei Religion geht, für eine andere. DAS ist mMn freie Wahl.
Oh und zum vegan... wir sind nicht vegan. Was ich geschrieben habe, gilt allgemein für jede Art der Ernährung. Mir ging's auch hier lediglich um den Punkt: ich kann nur frei entscheiden wenn ich etwas kennenlerne. Auf Basis dessen kann ich dann später hinterfragen und experimentieren und DANN frei entscheiden.