Ich antworte einfach hier. Ich glaube nicht, dass ich was "Verleumderisches" schreibe, sondern nur eine Momentaufnahme, meine Eindrücke halt.
Mit dem Verlauf der Geburt war ich ganz zufrieden. Ich hätte mir aber gewünscht, dass ich über die Abläufe im Krankenhaus informiert werde, als ich aufs Zimmer gebracht wurde. Das ist wohl irgendwie im Stress untergegangen. Also das Wiegekärtchen, wo ich die Stillmahlzeiten und die vollen Windeln protokollieren soll, hat mir keiner erklärt. Am nächsten Tag dann erst. Auf das Kärtchen hätten aber auch nie alle Stillmahlzeiten gepasst... Dass man sich das Essen holen muss, wusste ich auch nicht, aber ich bin trotzdem nicht verhungert

. So Kleinigkeiten halt. Ich hatte ne lokale Betäubung vom "Nachgeburtresteentfernen" und Nähen, sodass ich am Anfang halt nicht mobil war. Auf dem Tisch in unserem Dreibettzimmer lag aber eine Broschüre, wo alles zum Krankenhausalltag aufgeführt war. Die hab ich dann am zweiten Tag gefunden.
Ich hatte Schwierigkeiten, Hebammen, Stillberaterinnen und Pfleger/innen auseinander zu halten, habe unheimlich viele Gesichter gesehn und mir niemanden gemerkt. Ich habe von etwa 5 Personen das Anlegen gezeigt bekommen. Das war alles ein wenig anstrengend und teilweise übergriffig, aber das ist wohl auch einfach nötig. Super wohl gefühlt hab ich mich dabei aber nicht. Ich habe den Zwerg nachts für etwa drei Stunden abgegeben

. Am ersten Tag haben sie ihn einfach nach dieser "Lichttherapie" (wegen Neugeborenengelbsucht) dabehalten, mit dem Kommentar: "Dann konnten sie mal für ein paar Stunden schlafen." Ich war lediglich dankbar. Mit meinem jetzigen Wissen hätte ich den Zwerg bei mir im Bett behalten und geschlafen. Damals hab ich es mir nicht getraut, weil es "nicht erlaubt" war.
Sie haben mich dann informiert, dass sie ihm Wasser zugefüttert haben, weil er Fieber hatte. Hab ich auch hingenommen. Ich kann die Situation auch heute noch nicht einschätzen.
Was mir aber wirklich negativ aufgefallen ist war der Umgang mit meiner Zimmergenossin: Sie war mit ihrem Freund aus Berlin in Dresden im Urlaub und hat dann hier ca. vierzehn Tage vor ET ihr Kind bekommen. Erst lange Wehen, dann Kaiserschnitt. Sie war sehr mitgenommen. Sie konnte fast nichts alleine machen. Und sie konnte kaum deutsch, Verständigung funktionierte mit englisch, polnisch war ihre Muttersprache.
Ihr Freund hat wohl viel organisieren müssen - Hotelzimmerverlängerung und so Sachen - darum war er nicht immer da. Ein Familienzimmer haben sie angeboten bekommen, aber dafür hatten sie zu wenig Geld. Es war sicher nicht leicht für die Beiden. In der Zeit, wo ihr Freund nicht da war, war ihr Baby auch häufig bei den Schwestern. Sie haben es meistens mitgenommen. Die Mama hatte Schmerzen und war sehr erschöpft.
Sie hat immer mal wieder nach ihrem Kind gefragt, aber häufig wurde sie auf später vertröstet. Sie hat auch nach dem Stillen gefragt. Sie müsse doch stillen. Sie wurde vertröstet.
Auch hier kann ich die Situation natürlich nicht richtig einschätzen. Ich fands nur traurig, vielleicht war es aber auch nicht anders möglich. Nicht schön fand ich, dass eine Schwester mit ihr immer auf Deutsch geredet hat und zwar laut und deutlich, aber nicht um einfache Vokabeln bemüht. Wahrscheinlich konnte sie kein Englisch. Es war aber für die Mama wirklich schwierig, die Schwester zu verstehen. Als es dann doch geklappt hat, sagte die Schwester: "Sehen sie, es geht doch. Sie müssen sich halt nur anstrengen, dann verstehen sie auch deutsch."
Ich hab ihr dann viele Sachen englisch übersetzt. Ich fürchte halt, für diese Mama gab es keinen guten Stillstart. Und das, wo sich das Krankenhaus um das Zertifikat "Babyfreundliches Krankenhaus" bemüht. Allerdings kann es ja wirklich sein, dass es im Fall dieser Mutter einfach kaum möglich war. Selbst bei mir hat es ja häufig länger gedauert, wenn ich nach Hilfe beim Anlegen gefragt habe. Wenn alle beschäftigt sind, kann nun mal niemand kommen.
Ich bin trotzdem im Großen und Ganzen zufrieden mit dem Verlauf. Es gab sehr hilfreiche Schwestern, Hebammen und Stillbegleiterinnen dort. Nochmal möchte ich aber dort nicht unbedingt. Ich würde mir lieber vorher den St. Josephsstift oder Geburtshäuser ansehen. Ich glaube aber, dass ich mit einer Notfallverlegung ins Diako klarkommen würde.
So, das reicht erstmal.
Liebe Grüße,
Heidisdottir