sens hat geschrieben: 08.11.2017, 23:25
Daß es eine erbliche, unbehandelbare Akne gibt, wusste ich übrigens nicht. Wahr-scheinlich Ballengänger auch nicht?!
Ist es nicht umso wichtiger, dann einfach mal die Finger still zu halten und den Missionstrieb zu unterdrücken? Statt platt, plump und pauschal Dinge in den Raum zu stellen, die dem eigenen Weltbild zwar entsprechen mögen, aber eben nicht der Realität?
Zumal Ballengänger ja im Threadverlauf vorher bereits darauf hingewiesen wurde, dass dieses Vorgehen der Mehrzahl der Userinnen unpassend/ verletzend erscheint? Denn selbst, wenn man so in seiner eigenen Realität leben sollte, dass man nicht merkt, wie man andere vor den Kopf stößt, wie talismama schrieb, gab es ja deutliche Hinweise darauf, dass hier gerade kommunikationstechnisch etwas gewaltig schiefläuft. Und statt mit einem Wort darauf einzugehen, einfach die große Bühne zu verlassen- spricht das denn für den Wunsch nach offenem Austausch? Oder nicht doch viel mehr davon, eben doch nur eigene Wahrheiten verbreiten zu wollen?
sens hat geschrieben: 08.11.2017, 22:49
Krebs heilbar durch Rohkost: grad einiges darüber gelesen(Rohark- Rohkostrevolution, der kannte 4Fälle persönlich und zitierte auch einen gewissen Breuss(?) der mehrere hundert Krebspatienten geheilt habe mit einer Säftekur.)
Ich möchte hier nochmal um absolute Vorsicht mit solchen 'Fakten' bitten. Selbst aus dem Brosius- Artikel ging schon hervor, dass Fakten und eigene Wahrnehmung keine gemeinsame Schnittstelle haben müssen. Brosius glaubt, Krebs im Endstadium durch Wildkräuter geheilt zu haben. Seine Ärzte (mehrere! unabhängig voneinander!) teilen mit, dass er niemals Krebs im Endstadium hatte und die OP zur Tumorentfernung die beste Grundlage für sein Überleben war. Ob zudem seine Wildkräuter geholfen haben, das wissen wir nicht. Er glaubt aber fest daran und das darf er ja auch. Aber daraus abzuleiten, dass andere Menschen in ähnlichen Situationen punktgenau das tun müssen, was er (oder Breuss/ oder andere 'Wunderheiler') vorschlagen, um ebenfalls zu überleben, dass ist überheblich und selbstgerecht. Weil dabei außer acht gelassen wird, wie verschieden Menschen und Krankheitsverläufe sind und wie wenig wir noch über Krebs, seine Entstehung und Behandlung wissen.
Verzweifelte, kranke Menschen und ihre Angehörige klammern sich gerne an Wunderheilungen und sind bereit, viel Geld zu geben (oder 42 Tage von Gemüsesaft - nach Breuss! Natürlich! Alle anderen Gemüsesäfte heilen selbstverständlich nicht!- zu leben, in Kombination mit, teils übel schmeckenden, Kräutertees), um damit die Gesundheit zurückzugewinnen. Während der Breuss- Kur dürfen laut ihm keine Medikamente gegeben werden, keine Chemotherapie oder Bestrahlungen stattfinden. Verstrahlte Schlafplätze schließen eine Heilung ebenfalls aus. Breuss' Ansatz wird mehrheitlich als gesundheitsschädlich eingestuft.
Breuss wurde 1899 geboren und starb 1990. Seine Ansätze sind weit über 30 Jahre alt. Auch er hatte schon das Ziel vor Augen, den Krebs aushungern zu wollen, Ansätze, die bis heute weiterverfolgt werden, aber bisher zu keinem durchschlagenden Erfolg führen konnten, aufgrund der Komplexität der Krankheit und ihrer Umstände. Breuss sagte u.a.:
„Der Krebs lebt nur von festen Speisen, die der Mensch zu sich nimmt. Wenn man also 42 Tage nur Gemüsesaft undTee trinkt, so stirbt die Krebsgeschwulst ab, der Mensch hingegen kann dabei noch gut leben.“
Und da ist wieder der Anspruch auf die einzig wahre Wahrheit, genau das, was die kritischen Stimmen hier angemerkt haben. Wer nach 42 Tagen nicht geheilt ist, hat was falsch gemacht. Das ist die Kernaussage. Und sie wird nicht wahrer dadurch, dass es Menschen gibt, die den Krebs
und Breuss' Saftkur überlebt haben.
Und dann Sven Rohark, der 4 Fälle persönlich kannte. 4 Fälle von was denn? Hatten die 4 die gleichen Ausgangsbedingungen? Den gleichen Krebs? Ähnliche Lebensbedingungen? Welche Schnittstellen konnte Rohark ausmachen, an denen er belegen konnte, dass seine Ernährung geholfen hat? AUßER, dass die 4 noch leben? Gibts da Fakten? Informationen? Irgendeine Basis? Gibt das Buch dazu mehr her als das Netz? Ich habe gesucht, aber bisher nichts gefunden und es würde mich sehr interessieren. Und: Wer ist Sven Rohark? Außer der Autor des Buches Rohkostrevolution? Er soll auch Leichtgepäck- Wanderexperte sein, verrät mir das Netz, aber ansonsten gibt es auch nach längerer Suche keine fundierten Infos über seinen Hintergrund. Immerhin, sehr beeindruckend, fand er die Antwort auf die Frage nach der Ursache aller (!) Krankheiten. (
http://www.gesundheitlicheaufklaerung.d ... revolution) Dafür muss man aber selbstverständlich sein Buch kaufen und lesen.
Verstehst du, worauf ich hinaus will? Das ist null sachlich und ebensowenig valide und kompetent. Solchen Theorien vertrauen aber Menschen in Todesangst u.U. ihr Leben an.
EllenRipley hat geschrieben: 08.11.2017, 22:11
Was mich rasend macht ist der Umkehrschluss, dass man bestimmte Dinge durch die geeignete Ernährung komplett vermeiden kann und damit dem Betroffenen suggeriert, er sei nur zu inkonsequent und bequem und bekommt quasi nur die Quittung für seine Versäumnisse. Das ist für mich einfach nur absolut mangelndes Einfühlungsvermögen in betroffene Menschen.
Und das ist der Punkt, um den es hier geht. Nicht um Rohkost- Veganer- Alternativ- Brennnessel- Bashing, sondern um die Art und Weise, wie die eigene Wahrheit so schnell zur allgemeingültigen werden kann, dass der Blick nach links und rechts eingestellt wird und/ oder denen, die nicht davon geheilt wurden unterstellt wird, dass sie eben Fehler gemacht haben.
Für uns ist es wichtig, dass die Meinung des jeweilig anderen respektiert wird, was aber nicht bedeutet, dass alles kommentarlos stehen bleiben kann. Wenn, das steht auch in den Forenregeln, unwahre Inhalte veröffentlicht werden oder Beiträge, die allgemein menschenverachtendes, aber auch rechts- oder linksradikales Gedankengut beinhalten, z.B., dann besteht Handlungsbedarf. Das schrieb ich weiter vorn schon mal. Und manche Aussagen hier schrammten hart am Kriterium 'menschenverachtend'. Viele UserInnen sind direkt oder indirekt von Krankheiten betroffen, über die hier so pauschal gewertet wurde. Ist doch klar, dass da schnell das Fass überläuft.