Seit wann gibt es "moderne" Stoffies?

Alles rund um die Stoffwindel, egal ob Strick- oder Pocketwindel, gekauft oder selbstgemacht...
Jasmin&3Jungs
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Re: Seit wann gibt es "moderne" Stoffies?

Beitrag von Jasmin&3Jungs »

Vielleicht gab es die Wollhosen auch nur in "Öko-Kreisen"? Hmm, keine ahnung...
Liebe Grüße, Jasmin mit 4 Jungs (*Juli 2002, *Juli 2005, *November 2008, *Oktober 2011)
rolle
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Re: Seit wann gibt es "moderne" Stoffies?

Beitrag von rolle »

LillySonnenschein hat geschrieben:
Jasmin&3Jungs hat geschrieben:Gibt es die Wollüh eigentlich auch schon lange? Oder benutzte man "früher" nur diese Gummifolien?
Ich frag mich das auch immer. Grade ältere Damen sind regelrecht entsetzt, wenn sie von mir hören, dass wir keine Plastikfolie um die Windel machen und das Baby nicht immer nur nass ist.
Was war zuerst da, Plastik oder das Schaf???? Und warum scheint diese Idee für so viele so wahnwitzig zu sein, dass Wolle dichthalten soll? Das ist und bleibt ein Rätsel...
Also so ungewöhnlich ist es ja nicht, denn dass man mit Stoffwindeln in der heutigen Zeit der www überhaupt noch wickelt erntet doch schon teilweise entsetzen.
Gerade die etwas ältere Generation verbindet Stoffwindeln mit einer Gummihose bzw. Plastikhose als Schutz darüber. Wobei ja die Gummihose selbst auch mit aufkommen des PVC eben durch Plastikwindelhöschen ersetzt wurden. Soweit ich noch weiss hiessen die Mölny und war das schon ein Hightech Artikel weil es nicht so Pflegeintensiv wie eine Gummihose war oder ist.
Ob es früher schon Wollüberhosen gab, ist nichts zu finden. Denn nur die Hose nutzt ja nichts ohne das man sie fettet und darauf mußte man doch auch erst einmal kommen.
Ja ich gebe zu, für mich waren auch Stoffwindeln als ich anfing diese zu benutzen mit Plastikwindelhosen verbunden. War für mich logisch weil sonst ja die Windel nicht viel nutzt. Erst durch das Befassen mit den Möglichkeiten sah ich was es alles gibt und möglich ist.
Will man tausendprozentig sicher gehen das nichts passiert , gestehe ich das immer noch welche in Benutzung sind :oops: :oops: . Bitte nicht hauen :wink:

Wollüberhose, das war für mich undenkbar. Das dass überhaupt funktionieren würde konnte ich mir nie vorstellen. Denn für mich war logisch wird sie nass dann überall und alles. Jetzt hoffe ich das ich dies auch probieren kann, aber gebe schon zu das restzweifel bestehen :oops: :oops:

Also ist es doch nicht ungewöhnlich das gerade Generationen die noch mit stoff und plaste gewickelt wurde oder gewickelt haben und sich später nicht mehr damit auseinandersetzten über die heutigen Möglichkeiten überrascht sind wenn sie aufgeklärt werden oder sich aufklären lassen darüber.

Jetzt würde mich einfach interessieren, wie seid ihr darauf gekommen Stoffis zu nutzen. Habt ihr nicht auch anfangs zweifel an der Wolli gehabt, hat hier überhaupt noch jemand mit Plastikwindelhosen als schutz gewindelt oder besitzt diese noch jemand? Wobei ich glaube das dies hier niemand mehr genutzt hat oder nutzt.

lg rolle
NicoleB.
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Re: Seit wann gibt es "moderne" Stoffies?

Beitrag von NicoleB. »

gute frage,
mein kia erzählte seine kinder hatten die schafwolldinger :mrgreen:
also die gibt es wohl schon ewig.
der rest keine ahnung.
die ersten pockets kamen so vor 5 jahren zu uns. fuzzies waren die ersten die ich mitbekam bei meiner großen.

lg
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rolle
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Re: Seit wann gibt es "moderne" Stoffies?

Beitrag von rolle »

Jetzt habe ich mal gegoogelt, aber nicht wirklich was aussagekräftiges bezüglich der modernen Stoffies gefunden.
Aber hier mal ein Interessanter Abschnitt wie auch mal gewindelt wurde.


und noch ein Artikel der mal für die Stoffies spricht:
rolle
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Re: Seit wann gibt es "moderne" Stoffies?

Beitrag von rolle »

Sorry die Texte sind wohl nicht zu sehen. :oops: :oops:
Dann hier die beiden links dazu
http://www.babynet.at/hygiene/soziales_geschichte.shtml
und
http://www.tipps-vom-experten.de/index. ... alt&nr=125
Jasmin&3Jungs
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Re: Seit wann gibt es "moderne" Stoffies?

Beitrag von Jasmin&3Jungs »

Liebe Grüße, Jasmin mit 4 Jungs (*Juli 2002, *Juli 2005, *November 2008, *Oktober 2011)
murkeline
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Re: Seit wann gibt es "moderne" Stoffies?

Beitrag von murkeline »

Hallo

Also vor 20 jahren hab auch ich meinen kleinen bruder noch mit mull und gummihöschen gewickelt. Jetzt wo ich schwanger bin und wir uns für Stoffis entschieden haben, hab ich auch nur an diese Methode gedacht. Bis ich mich schlau machte und völlig begeistert von den heutigen Möglichkeiten erfuhr. Hab aber von vielen nen vogel gezeigt bekommen dafür, bis ich erklärt habe wie das heute funktioniert. Leider gibt es in meinem Umkreis nicht mal annähernd ein geschäft wo man die "modernen stoffis" kaufen kann. Es gibt maximal das gummihosensystem, wenn überhaupt. aber dank SuT und ebay konnte ich mir schon bevor das baby kommt einen großen vorrat an den verschiedenen möglichkeiten anlegen und bin eigentlich schon süchtig bevor ich es an unserer murkeline ausprobieren konnte.

Lg anja
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Julia
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Re: Seit wann gibt es "moderne" Stoffies?

Beitrag von Julia »

Sorry, aber der Artikel von babynet.at ist ja nichts Anderes als Pampers-Werbung. Klebt doch sogar ein Ad daneben. :roll: Vor allem die Aussage, dass Babys immer nur von oben bis unten gepuckt wurden - aber sicher! Über mehrere tausend Jahre lang wurden alle Babys immer nur komplett eingewickelt. Da finde ich die Aussagen auf der GIO-Seite schon logischer, auch wenn diese Anti-WWW-Aussagen sicher den Gegenpol darstellen. Aber das gefettete Zwischentuch macht Sinn.

Und wenn die Menschen früher Naturwolle hatten, dann war da doch auch, zumindest am Anfang ein hoher Restfettanteil drin, genau wie in der Windelwolle, die es heute zu kaufen gibt. Und doof waren die sicher auch nicht - ich meine, die Technik, wertvolle Gegenstände in gefettete Tücher zu packen, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen, ist sehr alt, da wird schon irgendwer den Umkehrschluss gezogen haben.

Wir haben mal unterwegs ein älteres Paar getroffen (Ronja war noch sehr klein) und mussten sie dann abhalten und neu wickeln. Wir waren halt im Gespräch, und wie das mit Menschen der älteren Generation so ist, kam dann irgendwann der Spruch: "Ach, die jungen Mütter heutzutage haben es so gut mit den Wegwerfwindeln, das war ja so eine Arbeit!" Ich grinste: "Das hier ist eine Stoffwindel!" (Thirsties FabFitted plus passende MF-ÜH) "Wie, das sah bei uns ganz anders aus! Wir hatten die Mulltücher, und da waren die Einlagen drin, die hat mein Mann immer in den Kachelofen geworfen, das satnk bestialisch!" Die Einlagen waren wohl diese Flockenwindeln, die frau für den Wochenfluss heutzutage kaufen kann. Die gab es auch im Endlospack. (Iiih, muss das gefusselt haben! ) Es waren also in den 50ern und 60ern schon teilweise Wegwerfwindeln. Zumindest konnte ma das große Geschäft mit den Flockenwindeln entsorgen wie mit dem Windelvlies.

Ich habe außerdem eine Ausgabe von "Leben mit einem Neugeborenen" von 1981. Dort beschreibt die Autorin das Wickeln mit so genannten "T-Folien", die man anstelle der Gummihosen nehmen konnte.

Dazu habe ich hier was gefunden:

http://www.kurzefrage.de/history/17747/ ... ey1642498/

Und hier steht (bisschen runterscrollen), wie man damit wickelt:

http://www.chefkoch.de/forum/2,45,37619 ... Hilfe.html


Ich habe ja deshalb mal lachen müssen, als ich "Der Ruf der Trommel" von Diana Gabaldon gelesen habe. Die ersten paar Male hatte ich mich noch nicht so mit Stoffis beschäftigt, später aber schon, Und da rennt Claire mit ihrem Enkel über den feuchtkalten Berg und hat gerade ihren Unterrock zerschnippelt, weil sie drei Wickelkinder und eine menstruierende Frau und zuwenig trockene Tücher haben. Dann macht sie die vollgekäckerte Windel ihres Enkels sauber (ihm ist das Zeug schön an den Beinen runtergelaufen) und wünscht sich einfach nur wasserdichte Gummihosen - sie hat ihr Baby ja schließlich in den 1940ern bekommen. Da stellten sich mir ein paar Fragen:

1. Das älteste Wickelkind ist schon über zwei. Ich wage zu behaupten, dass in den Vierzigern Kindern noch nicht erlaubt wurde, den Zeitpunkt ihres Trockenwerdens selber zu bestimmen. Und im 18. Jahrhundert noch weniger, vor allem, wenn man noch nicht mal einen Waschkessel, sondern nur einen kalten Bach zur Verfügung hat.

2. Ähnliches gilt für das vollgekäckerte Baby. Mir kann niemand erzählen, dass das Abhalten und Auf-Signale-von-Babys-Achten neumodischer Hippiekram ist. Ich glaube einfach nicht, dass eine Frau, die solche Windeln von vorne bis hinten per Hand waschen muss (und dann noch unterwegs ist und nicht so viele Tücher dabeihat) ihr Baby nicht abhält, so gut es geht. Ganz ohne Windel, klar, das ist Luxus, den wir uns heutzutage leisten können mit Heizung etc. pp. Aber Abhalten ist doch echt eine Sache, die jede Mutter mit gesundem Menschenverstand eigentlich hätte praktizieren sollen. ;)

3. Der geopferte Unterrock ist aus Wolle und wird zum Aufsaugen benutzt. Außerdem hat Brianna Sicherheitsnadeln für die Windeln gebastelt. :) Ich glaube, die gute Frau Gabaldon hat nicht wirklich viel Ahnung vom Stoffwickeln. Ich meine, dreimal googeln, und irgendwoher bekommt man so eine Quelle, die einem das mit den Öltüchern oder zumindest mit Wollhöschen sagt. Aber da werden die Babys einfach in saugende Tücher gepackt und gut ist. :lol:
Kinder brauchen Liebe - besonders, wenn sie sie nicht verdient haben.
(Henry David Thoreau)
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