4-Std-Rhythmus wie kam man drauf? - link-Tipps für Oma?

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stjaerna
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Re: 4-Std-Rhythmus wie kam man drauf? - link-Tipps für Oma?

Beitrag von stjaerna »

Das sind ja interessante Links. Dankeschön! *beim Stillen schmökert*
Kinder müssen mit Erwachsenen sehr viel Nachsicht haben. (A. d. Saint-Exupéry)
Stjaerna mit Räubertochter 2009 und zwei Sternchen im Herzen.
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Muschelsucherin
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Re: 4-Std-Rhythmus wie kam man drauf? - link-Tipps für Oma?

Beitrag von Muschelsucherin »

alequito hat geschrieben:was ich weiß: dass es aus der zeit des nationalsozialismus stammt.

kinder sollten von anfang an gehorsam gemacht werden..... und das hat sich gehalten

damals gab es ein buch, die deutsche frau oder so, wurde bis in die achziger noch verkauft, nur mit verändertem titel
Das Buch ist von Johanna Haarer und hieß: Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind.
Später hieß es dann: Die Mutter und ihr erstes Kind.
Liebe Grüße von B. mit Bär (März 2008), Maus (März 2010) und

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SamSon
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Re: 4-Std-Rhythmus wie kam man drauf? - link-Tipps für Oma?

Beitrag von SamSon »

Da sind ja echt interessante links dabei... kann ich unserer Oma auch gleich mal weiterleiten... :wink:
Liebe Grüße,
SamSon mit den drei Räubern (03/09, 11/10 und 06/13)
inmediasres
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Re: 4-Std-Rhythmus wie kam man drauf? - link-Tipps für Oma?

Beitrag von inmediasres »

Hallo,

ich hab keine Ahnung, wo der Ursprung des 4-Std-Rhythmus liegt. Er kam aber nicht erst bei den N*zis auf.
Nach Verlauf des ersten Monats aber kann das Kind allerdings nach und nach an eine gewisse Ordnung im Trinken gewöhnt werden. Es leidet darunter gar nicht, sondern Ueberladung des Magens wird dadurch eher verhütet, und die Verdauung erleichtert und gestärkt. Trinkt das Kind etwa fünfmal den Tag über, nach Zwischenräumen von ohngefähr drei Stunden, und allenfalls noch in der Nacht, so ist das vollkommen hinlänglich für sein Bedürfniß.
Späterhin, im, oder nach dem dritten Monat, darf die Mutter schon nach längeren Zwischenräumen dem Kind nur vier, bis fünfmal die Brust in vier und zwanzig Stunden reichen. Besonders ist es dann für die Bequemlichkeit der Mutter, wie für die Gesundheit des Kindes gleich vorteilhaft, dem Kinde das Trinken bei Nacht, wo möglich, ganz abzugewöhnen.
aus: Taschenbuch für Mütter über die physische Erziehung der Kinder in den ersten Lebensjahren und über die Verhütung, Erkenntniß und Behandlung der gewöhnlichen Kinderkrankheiten von Adolph Menke, K. Bayer. Hofrath u. Professor der Medicin in Erlangen, 1832

Hier steht also die Gesundheit im Vordergrund. Bei den N*zis war es die Erziehung.
27. Wann soll die Erziehung des Säuglings einsetzen?
A.: Sofort mit dem ersten Lebenstage.

28. Womit beginnt die Erziehung?
A.: Mit der Gewöhnung an die Zeitordnung. Innehalten der Nähr- und Pflegeordnung erziehut zur Beherrschung des Willens. Innehalten der Nahrungsmengen erzieht zur Mäßigkeit.
(...)
45. In welchen Zeitabständen soll angelegt werden?
A.: Das erste Anlegen erfolgt meist 24 Stunden nach der Geburt, wenn Mutter und Kind sich von den Anstrengungen der Geburt erholt haben.
In der folgenden Zeit kann man dann in 24 Stunden sechsmal mit dreistündigen Pausen anlegen, also etwa um 6 - 9 - 12 1/2 - 4 - 7 - 10 Uhr oder fünfmal mit vierstündigen Pausen, also etwa um 6 - 10 - 2 - 6 - 10 Uhr.
aus: Der gesunde Säugling, Kinderarzt Dr. Philipp Niemes, 1933

Viele Grüße
Karin
inmediasres
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Re: 4-Std-Rhythmus wie kam man drauf? - link-Tipps für Oma?

Beitrag von inmediasres »

Habe nochwas gefunden:

Die ersten Mutterpflichten und die erste Kindespflege
Friedrich August von Ammon
1854
(...) schlafend erhält es [das Kind] die nöthige Kraft zur Verrichtung der Verdauungsorgane, die jetzt noch klein und ungeübt sind. Daher bringen neugeborne Kinder in den ersten Wochen ihres Lebens den größten Theil desselben eben im Schlafe hin. Erwachen sie aus demselben, so treibt sie gewöhnlich das Bedürfniß zur Mutterbrust; es ist dann gut, das Kind alle drei bis vier Stunden, ja nicht öfter, in einzelnen Fällen noch seltener an dieselbe zu legen. Bereits in den ersten Tagen und Wochen nach der Entbindung, in der Zeit also, während welcher der Säugling sich nach und nach an das selbständige Leben gewöhnt, während dessen Organe, namentlich die der Verdauung sich vergrößern und ausdehnen, ist es von großer Wichtigkeit, eine bestimmte Ordnung, von der nicht abgewichen werden darf, in der Darreichung der Brust einzuführen. Reicht die Mutter ohne Regel und Ordnung ihrem Säuglinge die Brust, so entstehen für sie nicht minder Nachtheile, als für das Kind. Die Brüste gewöhnen sich nämlich daran, die kaum abgesonderte Milch auch sogleich wieder auszusondern; dadurch verlieren sie die Elasticität, ihre Frische und ihre Wölbung, und werden nur gar zu leicht weich und schlaff. Die Milch selbst aber, die nur kurze Zeit in der Brust verweilte, hat nicht die gehörigen gesunden Eigenschaften; es reicht für dieselbe nicht blos hin, in den Brüsten ausgeschieden worden zu sein, sie muß daselbst auch eine Zeitlang verweilen, um die gehörige Consistenz zu erhalten. Physiologisch genau können Aerzte aber es nicht bestimmen, wie lange die Milch in der Mutterbrust bleiben soll, um nicht zu viel Butter und die gehörige Menge Käsestoff mit seinen Kalksalzen zu besitzen, wir wissen nur durch die Erfahrung, daß es gut ist, wenn die Mutter oder Amme in den oben angegebenen Zeiträumen immer nur eine Brust reicht, damit die andere Brust ausruhe, und damit in ihr die Milch zu rechter Beschaffenheit gelange. Was kann ferner anders geschehen, als daß in dem durch zu öfteres Anlegen und Trinken überladenen Magen des Säuglings ein von der gleichsam nicht reifen Milch fortdauernder Reiz der Schleimhäute unterhalten wird, der sich auf die gesammten Verdauungsorgane fortpflanzt und Brechen, Säure, Kolikschmerzen, Diarrhöen zur natürlichen Folge hat. Was ist die weitere Folge? Das von den geschilderten Schmerzen geplagte Kind schreit, die Mutter wähnt, Durst und Hunger entpresse ihm sein Geschrei, sie legt es von neuem an die Brust; das Kind nimmt sie, trinkt wenige Augenblicke, ist während dieser kurzen Zeit ruhig, allein plötzlich kehren die Schmerzen zurück, und nervös vermehrtes Geschrei entpressen sie dem Säuglinge, dessen Bedürfnisse die Mutter verkennt.
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Blümchen
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Re: 4-Std-Rhythmus wie kam man drauf? - link-Tipps für Oma?

Beitrag von Blümchen »

Ich kann das Buch " Drei in einem Bett" von Deborah Jackson empfehlen. Es geht zwar hauptsächlich ums Famileinbett, aber Stillen nach Bedarf wird auch erwähnt.
Blümchen mit der Frühlingsmaus '07, dem Sommermäuschen '14 und **
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alequito
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Re: 4-Std-Rhythmus wie kam man drauf? - link-Tipps für Oma?

Beitrag von alequito »

ist schon verrückt, sobald der mensch zivilisierter wird, und sich mit einer sache beschäftigt wird das ganze denaturiert ( sag ich mal), dabei hat es doch so viele tausend jahre geklappt....
alequito mit
A.L.C. 1/03
A.J.T. 1/05
J.M. 3/11 mit wiedergeburt am 10.5.11, Flieg kleiner Falke! 13.8.2011

„… Du kannst nämlich nicht verloren gehen.
Du bist Liebe.
Und Liebe ist Energie.
Und Energie kann nicht verloren gehen.
Das weiß sogar die Wissenschaft…“


Wenn wir einfach schon ganz früh erfahren dürfen, dass wir sind, und dass wir, weil wir sind, gut sind, ich glaube, das kann eine Gesellschaft wirklich grundlegend verändern. Alexandra 2011

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