Weiterführende Schule

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DolphinFFM
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von DolphinFFM »

Elena hat geschrieben: 16.11.2020, 17:10
Alohomora hat geschrieben: 16.11.2020, 11:37.

Ich sehe unseren Sohn momentan auch vor Ort in der Schule. Wenn er dann so weit ist und vllt. selbst merkt, dass er mehr möchte, kann er ja immer noch aufs Gymnasium wechseln. Ich selbst habe auch einen Realschulabschluss und dann trotzdem mein Diplom gemacht. Ohne Abi.
Ich finde das total interessant, dass du das so schreibst. Ich wette, Akademikereltern würden dein Kind ganz klar auf dem Gymnasium sehen. Die tendieren oft eher dazu, zu früh zuviel zu wollen, während Eltern ohne Abi/Uniabschluss meiner persönlichen Erfahrung nach zu vorsichtig sind. Damit will ich nicht sagen, dass du das falsch einschätzt. Es ist einfach eine Beobachtung in meinem Umfeld, dass de Bildungshintergrund der Eltern die Entscheidung für die weiterführende Schule stark beeinflusst. Freunde von uns leben in Bayern auf dem Land. Die Hälfte der Kinder in der Klasse ihrer Tochter hatten eine Gymnasialempfehlung. Aber die Tochter meiner Freunde ist die einzige, die aufs Gymnasium geht! Und ihre Eltern sind die einzige Akademikereltern gewesen. Das steht schon im krassen Gegensatz zu vielen städtischen Regionen, wo das "Scheitern" an der Gymnasialempfehlung totale Familienkrisen auslöst...
Ich glaube da spielt auch stark hinein, das der Mensch lieber mir Bekanntem umgeht. Mein Mann war Realschüler und die Gymnasiasten waren die „Schlauen“, da musste man viel lernen, extra Arbeiten machen, etc. Seine Vorstellung vom Gymnasium ist ganz anders als mein Erleben auf dem echten Gymnasium. Ich fand nicht, das wir nun so viel mehr und extra machen mussten. Gerade nicht in den unteren Klassen.

Vielleicht kannst du dir deinen Sohn auch mal dahingehend anschauen - wie schlimm ist scheitern für ihn? Vor allem wenn es die meisten anderen um ihn herum schaffen?

Und ebenso überlegen, beißt er sich durch, wenn er sich was vornimmt und es ist dann erstmal schwierig, weil er doch noch einiges nachholen muss?

Vielleicht hilft es dir auch dir zu sagen, das es viele Wege nach Rom gibt.
Ich habe Abi, aber dann ‚nur‘ ne Ausbildung gemacht, aus Angst weit von zu Hause wegzuziehen. Mein ‚Fach‘ hätte es nur am anderen Ende von D als Studium gegeben. Soäter habe ich noch ein Fernstudium begonnen, das aber durch die Kids nicht fertig bekommen.
Mein Mann hat Realschulabschluss. Dann ne Ausbildung gemacht, später noch nen Bachelor in BWL im Abendstudium neben dem Beruf gemacht. Er hat nun also nen höheren Abschluss als ich.

Im Abi hatten wir einen Mitschüler, der einen Realschulabschluss und eine abgeschlossene Ausbildung hatte. Er hat dann noch das Abi draufgesetzt, weil er in der Ausbildung herausgefunden hat, das er studieren will.

Wie gesagt, es gibt viele Möglichkeiten. Daher würde ich wohl eher nach Dingen wie Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen schauen in der Entscheidung welche weiterführende Schule es sein soll. Langeweile durch Unterforderung ist doof, ebenso Frust durch Überforderung. Aber Mancher kann mit Ersterem besser umgehen, Andere mit Letzterem.
... mit den 3 Tigermädchen (02/2014 & 12/2016 & 01/2020)
Lösche Benutzer 1828

Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

K1 und K2 hatten Gymnasialempfehlungen. K1 hat sich selbst ein Gymnasium ausgesucht und war dort unglücklich und ist dann auf eine Sekundarschule gewechselt.

K2 war ganz klar: das gleiche Gymnasium wie die besten Freundinnen. Da ist sie jetzt in Klasse 11 und zufrieden.

K3 hatte keine Gymnasialempfehlung bzw es wäre knapp geworden. Und ich sah ihn da auch nicht. Ich habe das dann entschieden, der Ex wollte eine andere Schule. Sekundarschule, Montessori-angelehnt, da ist er sehr glücklich und mein Bauchgefühl stimmt auch.
Ach, hier ist Grundschule bis Klasse 6 und alle drei waren auf der gleichen Montessori-Grundschule
Lösche Benutzer 9022

Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Lösche Benutzer 9022 »

Bei uns steht nächstes Jahr auch der Übertritt auf die weiterführende Schule an. Wir sind in Niedersachsen in unserer Entscheidung vollkommen frei. Und wir machen es uns nicht leicht, unterhalten uns viel mit dem Stadtkind und hatten jetzt ein Gespräch mit dem Klassenlehrer (unterrichtet Mathe, Englisch und alle Nebenfächer außer Religion).

Aktuell ist sie in Deutsch auf einer guten 3. Das hat die Deutschlehrerin ausrichten lassen. Ihr letzter Deutschtest war sogar eine 1 (an schriftlichen Klassenarbeiten bisher eine 3+ und eben die 1, bei der Leseprobe im Sommer eine 4). Bei den anderen Fächern steht sie zwischen 1 und 2. Ihr Lehrer meinte zu mir, wenn er jetzt nur anhand der Noten schaut, wäre die Empfehlung für das Gymnasium kein Problem. Bei ihm ist die Mitarbeit und die Organisation im Unterricht auch gut, mathematisches Grundverständnis ist gut ausgebildet, kreative Fächer liegen wir wirklich sehr gut. Er unterstütz das auch und findet es gut, dass Mira ein Musikinstrument lernen will. Und dass sie halt gerne eine künstlerische Förderung hätte, wie sie an der Oberschule bei uns im Ort jetzt halt nicht angeboten würde.

Aber er hat immer wieder betont, dass ihm Deutsch Bauchschmerzen macht. Ihr Haupt-Manko ist das Lesen. Und natürlich auch ihre AVWS (auditive Verarbeitungswahrnehmungsstörung) - sie bekommt halt manchmal nicht alles mit im Unterricht (also Arbeitsanweisungen, wenn die Geräuschkulisse schon wieder lauter wird). Inzwischen hat sie einen Nachteilsausgleich und sie organisiert und motiviert sich selbst inzwischen recht gut (natürlich hat sie auch Tage, wo sie keine Bock mehr hat - vor allem wenn etwas nicht klappt und anstrengend ist).

Der Lehrer meinte zu mir, an der Oberschule wird sie viel schneller und einfacher Erfolgserlebnisse haben, da sind die Klassen kleiner und das Lernpensum ist nicht so hoch und komplex (besonders was die zu lesenden Texte angeht). Und sie muss sich da nicht so anstrengen, kann einfach "mitlaufen". Bei uns im Ort hört die Oberschule nach Klasse 10 auf. Ganz wenige wechseln dann noch aufs Gymnasium.

Tja, und jetzt überlegen wir. Das Stadtkind hat ganz klar gesagt, wenn die Noten reichen will sie aufs Gymnasium. Wir haben schon ein wenig abgebremst und gesagt, dass es da nicht nur um die reinen Noten geht. Aber irgendwie ist es schon schwer.
Lösche Benutzer 9022

Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Lösche Benutzer 9022 »

Hallo zusammen,

wir leben hier ja auf dem Dorf, aber haben direkt vor Ort eine Oberschule bis Klasse 10. In der Nachbarstadt gibt es zwei Gymnasien und einer weitere Oberschule. Meine Tochter favorisiert ein bestimmtes Gymnasium wegen der musikalischen Ausbildung dort. Aber es erfordert halt eine Anfahrt morgens mit ÖPNV. Meine Schwiegermutter hat jetzt aber Weihnachten mal wieder die IGS als Schulform ins Spiel gebracht. Es gäbe eine in Achim. Die wäre halt weiter weg. Aber dafür mit Inklusionsklassen, Fördermöglichkeiten und die Oberstufe soll 2023 eingeführt werden. Wie wichtig findet ihr einen kurzen Schulweg?
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Bönthi »

Wir definierst du in dem Fall "weit"? Ich musste ab der 5. Klasse um 7:10 Uhr den Bus nehmen, um um 8:00 Uhr in der Schule zu sein. Das fand ich definitiv nicht weit und bei anderen aus der Klasse war es auf jeden Fall weiter.
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Serafin
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Serafin »

Du schreibst doch so oft, dass sich deine Große nicht so leicht tut. Ich würde die wohl kauf ein Gymnasium geben. Es ist furchtbar frustrierend, wenn man jeden Tag mehr lernt als die anderen und trotzdem schlechtere Noten hat. Ich denke, dass sie auf einer anderen Schulformen deutlich mehr Erfolgserlebnisse hat.

Ich bin ab Klasse 5 Jeden Tag über 45 Minuten einfach mit dem Bus gefahren. Von Klasse 10 bis 13 noch länger. Ich habe das die vier Jahre fern gemacht, weil es die einzige Möglichkeit war Abitur zu machen. Ab dem siebten Semester habe ich in Uninähe gewohnt (5 Minuten wefpg). Es war so eine Erleichterung.
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Serafin
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Serafin »

Maan. Autokorrektur. Ich würde sie wohl nicht auf ein Gymnasium geben.
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blauelagune
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von blauelagune »

anitramk hat geschrieben: 30.12.2020, 06:20 Hallo zusammen,

wir leben hier ja auf dem Dorf, aber haben direkt vor Ort eine Oberschule bis Klasse 10. In der Nachbarstadt gibt es zwei Gymnasien und einer weitere Oberschule. Meine Tochter favorisiert ein bestimmtes Gymnasium wegen der musikalischen Ausbildung dort. Aber es erfordert halt eine Anfahrt morgens mit ÖPNV. Meine Schwiegermutter hat jetzt aber Weihnachten mal wieder die IGS als Schulform ins Spiel gebracht. Es gäbe eine in Achim. Die wäre halt weiter weg. Aber dafür mit Inklusionsklassen, Fördermöglichkeiten und die Oberstufe soll 2023 eingeführt werden. Wie wichtig findet ihr einen kurzen Schulweg?
Was ist denn das für eine musikalische Ausbildung? Und was wird da erwartet?
mit den drei Jungs (08/09) und (06/12) und (06/16)
Lösche Benutzer 9022

Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Lösche Benutzer 9022 »

blauelagune hat geschrieben: 30.12.2020, 07:20 Was ist denn das für eine musikalische Ausbildung? Und was wird da erwartet?
Von den reinen Schulnoten her, würde sie ja aktuell eine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen. Am favorisierten Gymnasium gibt es Streicher-Klassen (an anderen Schulen "nur" Bläserklassen) und differenzierten Musikunterricht. Und allgemein vielfältige musisch/künstlerische/sportliche Angebote. Selbst ihr Klassenlehrer meinte, dass er beim Stadtkind dort einen Schwerpunkt sieht und das sei tatsächlich für ihn ein gutes Argument für diese Schule. Die Schule ist im Nachbarort. Sie würde so 5 Minuten mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren, keine 5 Minuten mit dem Zug zur nächsten Stadt und dann noch gut 5 Minuten laufen (also wirklich nicht die Welt).

Die Oberschule hier vor Ort (neben der Grundschule, also keine 10 Minuten Fußweg) ist mehr kaufmännisch und technisch von den beruflichen Schwerpunkten / Wahlfächern ab Klasse 7 ausgelegt aber auch von den ganzen Zusatz- und Ganztagsangeboten ab Klasse 5/6. Um dann noch zusätzlich eigene Interessen in der Freizeit zu verfolgen fehlt dann befürchte ich die Zeit, weil dafür müsste sie dann halt wieder in die Nachbarstadt.

Die IGS ist eine 17 minütige Fahrt mit dem Zug, und dann noch knapp 20 Minuten Fußweg. (wobei sie da natürlich auch ihr Fahrrad im Zug evtl. mitnehmen könnte).
Lösche Benutzer 7240

Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Lösche Benutzer 7240 »

Ich würde sagen, ein kurzer Schulweg bringt überhaupt nichts, wenn die Schule für das Kind nicht geeignet ist und das Kind dort unglücklich ist. Klar ist ein kurzer Schulweg schöner als ein langer, entscheidend ist aber die Schule. Mein Kind hat überglücklich 5min mit dem Fahrrad gegen eine Stunde mit Bus und Bahn eingetauscht damals.
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