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Re: Ärzte und Stillen- was hättet ihr euch gewünscht?
Verfasst: 14.10.2017, 20:56
von Glöckchen
1. Wirklich nur die wichtigsten Punkte und wissen, an welche Adressen man bei Problemen und Fragen verweisen kann (Stillberaterinnen und Embryotox z.B.), als sehr wichtig erachte den richtigen Umgang mit Mastitis.
2. Kann ich nicht beantworten.
3. Nicht irgendetwas daherreden, sondern Nichtwissen eingestehen und an entsprechende Adressen verweisen können. Respektvoller Umgang mit den Patientinnen, nicht "Sie müssen dies und das tun", sondern "Ich rate Ihnen auf Grund dessen hier und da zu, Sie sollten in Erwägung ziehen langsam diesen und diesen Weg einzuschlagen, vielleicht lassen Sie sich dazu hier und dort beraten" ect. Das wünsche ich mir nicht nur von Gyns, sondern auch von Hebammen, Kias, Physios, eigentlich von jedem Menschen. Das ist für mich der wichtigste Punkt.
Re: Ärzte und Stillen- was hättet ihr euch gewünscht?
Verfasst: 14.10.2017, 21:01
von Misle
Ich hab mit meiner Gyn nie ein Wort über das Stillen verloren (ich war aber auch nicht oft dort, weil die meisten Vorsorgen bei Hebammen waren), aber hilfreich wäre die Info, dass es (ehrenamtliche) Stillberaterinnen gibt (habe ich erst nach der Geburt herausgefunden).
Die Frauen sollen sich nicht darauf verlassen, dass das Personal im Krankenhaus viel Zeit hat um ihnen ausführlich das Stillen zu zeigen (zu viele Frauen gehen mit Stillhütchen nach Hause, es wird zu früh und nicht stillfreundlich zugefüttert - was ist überhaupt stillfreundliches Zufüttern?).
Wenn es im Krankenhaus Schwierigkeiten gibt ggf. selbst Hilfe/Stillberaterin suchen, die noch ins Krankenhaus kommt.
Wenn die Möglichkeit besteht, sollen die Schwangeren nicht nur einen Geburtsvorbereitungskurs machen, sondern auch einen Stillvorbereitungskurs bzw. Stillgruppen schon in der Schwangerschaft besuchen (ich wusste z.B. nicht, dass man das auch ohne Kind schon darf

).
Re: Ärzte und Stillen- was hättet ihr euch gewünscht?
Verfasst: 14.10.2017, 21:08
von Erdnuss
- Eine Stillberatung erwarte auch ich nicht, aber dass er die WHO-Standards zu Stillbedeutung und Stilldauer kennt und im Praxisbetrieb anerkennt.
- Ganz wichtig - das hätte ich mir gewünscht: VOR der Entbindung - idealerweise schriftliche - Informationen an jede Frau weitergeben, dass es die Möglichkeit der professionellen Stillberatung gibt (toll wären hier Kontaktmöglichkeiten). Ich war da komplett ahnungslos/naiv und das hat uns viele Tränen gebracht und Nerven gekostet. Das sollte auch wirklich jedem mit ein paar Worten ausgehändigt werden und nicht nur als Flyer herumliegen.
- Wissen und Anerkennen von Embryotox wäre mir noch wichtig.
Danke für die Möglichkeit, uns hier einzubringen!
Re: Ärzte und Stillen- was hättet ihr euch gewünscht?
Verfasst: 14.10.2017, 21:15
von februarkind16
Ich habe aus Zeitgründen nicht die anderen Antworten gelesen.
Ich hätte es schön gefunden, wenn auch Langzeitstillen akzeptiert wird - und überhaupt bekannt ist, dass die WHO empfiehlt, bis zum Ende des zweiten Lebensjahres zu stillen. Ich wurde ab 1+ immer komisch angeschaut, wenn ich erwähnt habe, dass ich noch stille.
Und ich fände es schön, wenn jeder Gyn die Seite embryotox.de kennt.
Re: Ärzte und Stillen- was hättet ihr euch gewünscht?
Verfasst: 14.10.2017, 21:18
von koalina
Wissen rund um vasospasmen und deren Behandlung wäre auch toll.
Re: Ärzte und Stillen- was hättet ihr euch gewünscht?
Verfasst: 14.10.2017, 21:18
von klecksauge
Spannend Mondenkind! Dein Vorhaben ist toll!
Embryotox, Embryotox, Embryotox. Da kann ich als PTA ein Lied von singen, auch in anderen Fachbereichen. Und dieser Zusatz, es ist aber schon besser abzustillen, geht gar nicht!
WHO-Codex!
Also einfaches Grundwissen, keine Verbreitung von Ammenmärchen.
Ein Arzt muss und kann nicht alles wissen. Daher Netzwerk: Stillberaterin, Listen mitgeben. Im Wartezimmer entsprechende Literatur finde ich auch super.
Brustkrebsvorsorge, hat die Gyn bei meinen ersten Sohn nicht gemacht .
Mein jetziger Gyn macht das selbstverständlich.
Re: Ärzte und Stillen- was hättet ihr euch gewünscht?
Verfasst: 14.10.2017, 21:36
von chennai
Elena hat geschrieben:Mein Gyn war männlich und kurz vor dem Ruhestand und vom "alten Schlag", da hatte ich keine wirklichen Erwartungen an ihn bzw. hätte mich im Fall der Fälle der an meine Hebamme oder eine Stillberatung gewendet. Was ich aber wichtig finde:
- das Minimalgrundwissen, also die WHO-Empfehlung fürs Stillen, Stillen nach Bedarf, stillfreundliches Zufüttern, Wissen um die Gefahr der Saugverwirrung; einfach sensibilisiert dafür sein, dass es Stillprobleme gibt, sie aber meistens verhindert bzw. gelöst werden können
- Wenn der/die Gyn selbst kein Fachwissen hat, was das Stillen angeht, wäre ich heilfroh darum, wenn er/sie das bei Stillproblemen offen zugibt UND Adressen parat hat, an die man sich wenden kann. Meiner Meinung nach muss es nicht Aufgabe des Gyn sein, z.B. Stillprobleme zu lösen. Wenn er es kann, umso besser. Wenn er da keine Erfahrung/Wissen hat, soll er es aber auch lieber nicht mit Halbwissen oder veralteten Wissen versuchen, sondern an kompetente Hilfe verweisen. Vielleicht sogar an eine ihm persönlich bekannte Stillberaterin.
Ich unterschreibe vollumfänglich bei Elena.
Re: Ärzte und Stillen- was hättet ihr euch gewünscht?
Verfasst: 14.10.2017, 22:51
von Brianna
Mir fällt noch etwas zusätzliches ein: Wissen, dass es Brusthauben für elektrische Milchpumpen in verschiedenen Größen gibt und diese optimalerweise bestimmen können und dann auch passend verschreiben.
Mir hat das fehlende Wissen in zwei Level 1 Entbindungskliniken zweimal blutige Brustwarzen eingebracht. Beim zweiten Mal wusste ich zwar, dass es verschiedene Größen gibt, größer als L war aber nicht da.
Re: Ärzte und Stillen- was hättet ihr euch gewünscht?
Verfasst: 14.10.2017, 22:56
von Baummaedchen
1. Was an Mindest-Stillwissen wünscht ihr euch bei euren Gynäkologen*innen?
- Anlegen nach Bedarf, Embryotox, Schwanger und Stillen ist mögl. (und das die Milch weniger werden kann)
2. Was wäre für euch ggf. hilfreich gewesen, wenn eure Gyn/euer Gyn etwas Bestimmtes gewusst hätte?
Mir wurde tatsächlich von meinem Gyn geraten bei Milchstau mit Fieber nicht zu stillen (angeblich gefährlich fürs Baby), da man bei Fieber nicht stillen darf. Stattdessen solle ich mit meiner Handpumpe abpumpen.
Also was man bei einem Milchstau machen soll, das sollte der Gyn schon wissen und das die Handpumpe nicht so effektiv ist bei nem Stau wie das Baby.
Ach und ganz grob wie das ist mit Schwanger und Stillen (nebenbei war er auch noch überrascht, dass ich schwanger geworden bin, trotz stillen).
3. Hättet ihr euch sonst noch irgendwas diesbzgl. von euren Ärzten gewünscht?
Empfehlungen welche Beratungsmögl. es in der Gegend gibt.
Re: Ärzte und Stillen- was hättet ihr euch gewünscht?
Verfasst: 14.10.2017, 23:11
von RedsMama
Liebe Mondenkind,
Danke!

Das ist sehr cool, was du da machst!
Minimum Wissen: Embryotox, who richtlinien, keine Ammenmärchen erzählen; kompetente!! Stillberaterinnen-Liste und da bei Fragen verweisen, oder selber mit einer arbeiten, wenn was ist (z. B. Mastitis); gute Literatur/Poster im Wartezimmer und CTG-Raum.
Weiter: Aktualisiert bzgl. Vasospasmus, Milchstau/Mastitis, Krebsvorsorge, wunden BW... , auch von einer Stillbersterin-sicht.
Ich habe viel Glück mit meinem Ärzte (oder ich kann sie gut auswählen

) aber sehr wichtig ist: immer sachlich und wertfrei bleiben! Auch wenn es manchmal nicht sehr einfach ist!