Jesper Juul über Smartphones

Moderatoren: Toony, Momolina

Benutzeravatar
anirahtaK
Dipl.-SuT
Beiträge: 4132
Registriert: 05.02.2013, 17:39
Wohnort: GT
Kontaktdaten:

Re: Jesper Juul über Smartphones

Beitrag von anirahtaK »

FuFu hat geschrieben: Wobei ich eben oft "daneben" sitze, während Klein-Fufu sich beschäftigt und spielt. Sei es auf dem Spielplatz, sei es in ihrem Zimmer oder im Wohnzimmer. Sie spielt ungern alleine in einem Raum.

Ist da am Smartphone daddeln wirklich so anders als nebenbei zu stricken?! Was ich auch oft tue.

In beiden Fällen bin ich ansprechbar.
Mach ich oft genauso. Bekam letztens aber auch den Kommentar: jetzt leg endlich das doofe Ding weg :shock:
Manchmal nehm ich auch bewußt nur den Kindle mit, und manchmal auch nichts. Ich muss da echt noch mal in mich gehen.
Imeerhin habe ich, seitdem dies Thema vor Monaten hier schon mal aufkam, beibehalten, nach dem Abendessen bis zum ins Bett bringen das Teil nicht anzufassen.

Moppetüte *12.12
- eines Tages fällt dir auf, dass du 99% gar nicht brauchst -
EhMibima

Re: Jesper Juul über Smartphones

Beitrag von EhMibima »

Auweia, ich dachte es gibt jetzt Juul über Smartphone, also als Juul-App. :oops:

Ich hab zwar eines aber nutze es nicht so oft wie viele andere. Ab und zu Sut, telefonieren...nicht übermäßig.
Elena
Miss SuTiversum
Beiträge: 14177
Registriert: 05.08.2009, 17:08

Re: Jesper Juul über Smartphones

Beitrag von Elena »

FuFu hat geschrieben:
Wobei ich eben oft "daneben" sitze, während Klein-Fufu sich beschäftigt und spielt. Sei es auf dem Spielplatz, sei es in ihrem Zimmer oder im Wohnzimmer. Sie spielt ungern alleine in einem Raum.

Ist da am Smartphone daddeln wirklich so anders als nebenbei zu stricken?! Was ich auch oft tue.
Ich denke, das kann man nicht allgemein sagen, aber ich persönlich nehme da einen Riesenunterschied wahr. Wenn ich mir vorstelle, jemand sitzt neben mir und strickt, ist das etwas völlig anderes, als wenn er mit Tablet neben mir sitzt. Wie ist das, wenn du dir das bei einer fremden Person, z.B. einer Freundin vorstellst?

Ich kann aber total nachvollziehen, dass in den beschriebenen Situationen zum Handy gegriffen wird. Macht mein Mann auch oft. Ich selten, weil mein Handy oft unauffindbar oder der Akku leer ist, dafür klappe ich eben mal den Laptop auf - allerdings typischerweise nicht neben dem Kind. Mich nerven diese kleinen Online-Auszeiten aber eher, als dass sie Vergnügen bringen. Aber es stellt sich natürlich die Frage, was die Alternative ist. Manchmal sitze ich tatsächlich nur da und schaue in die Luft. Manchmal ist das langweilig, manchmal auch richtig erholsam. Manchmal lese ich Zeitung/Zeitschrift/Buch. Auch da kann man sich fragen, was der Unterschied zum Surfen ist - für mich gibts da einen großen Unterschied, auch wenn ich ihn schwer benennen kann. Wahrscheinlich liegt er darin, dass ich am Handy wirklich nur daddeln würde und die Zeitung eben "sinnvoll" lesen würde. Und ich denke, das kommt auch irgendwie für die Umwelt rüber. Stricken finde ich eine geniale Beschäftigung neben dem Kind. Ich sortiere schon mal Wäsche neben dem Kind, koche eine Suppe vor, backe Kekse oder räume irgendwas auf - tatsächlich auch gezielt, um mich neben dem Kind zu beschäftigen.
Hier gehts zu meinen Bewertungen:
viewtopic.php?f=352&t=216642
jente
alter SuT-Hase
Beiträge: 2257
Registriert: 27.07.2013, 19:07

Re: Jesper Juul über Smartphones

Beitrag von jente »

Ich finde die Grenzen da schon schwierig - ist ein Buch auf dem Kindle oder die Zeitung auf dem Handy lesen besser als SuTen oder sonstwie daddeln? Ist es schlechter als ein "echtes" Buch lesen? Das ist einer der Gründe, warum ich mich nicht zu einem ereader durchringen kann.

Ich habe eine Zeitlang beim Einschlafbegleiten Bücher gelesen und fand das gut. Jetzt ist es zu dunkel und ich lese z.B. Zeitung auf dem Handy, was sich irgendwie nicht so "gutes Vorbild" anfühlt. Dabei weiss ich gar nicht, ob es für die Kinder einen Unterschied macht oder ob das in meinem Kopf stattfindet.
jente mit K1 (2013) und K2 (2016)

"There are times in life when people must know when not to let go. Balloons are designed to teach small children this."
Terry Pratchett
Elena
Miss SuTiversum
Beiträge: 14177
Registriert: 05.08.2009, 17:08

Re: Jesper Juul über Smartphones

Beitrag von Elena »

jente hat geschrieben:Ich finde die Grenzen da schon schwierig - ist ein Buch auf dem Kindle oder die Zeitung auf dem Handy lesen besser als SuTen oder sonstwie daddeln? Ist es schlechter als ein "echtes" Buch lesen? Das ist einer der Gründe, warum ich mich nicht zu einem ereader durchringen kann.

Ich habe eine Zeitlang beim Einschlafbegleiten Bücher gelesen und fand das gut. Jetzt ist es zu dunkel und ich lese z.B. Zeitung auf dem Handy, was sich irgendwie nicht so "gutes Vorbild" anfühlt. Dabei weiss ich gar nicht, ob es für die Kinder einen Unterschied macht oder ob das in meinem Kopf stattfindet.
Genauso gehts mir auch. Ich weiß es auch nicht. Aber ich denke, wenn es sich für mich anders anfühlt - kriegt das Kind das nicht vielleicht mit? Ich lese auch Zeitung online anders als Zeitung auf Papier. Weniger konzentriert, würde ich sagen.
Hier gehts zu meinen Bewertungen:
viewtopic.php?f=352&t=216642
luna24
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1195
Registriert: 03.02.2010, 22:42

Re: Jesper Juul über Smartphones

Beitrag von luna24 »

Als mein Sohn noch kleiner war, da war ganz klar: Smartphone hat ihn nie sonderlich gestört, ein Buch lesen oder am Compi sitzen wäre dagegen unmöglich gewesen.

Smartphone ist für ihn glaube ich immer mehr in die Kategorie Häkeln, Stricken, Wäsche falten gefallen, weil ich grundsätzlich verfügbar geblieben bin und mit meiner Aufmerksamkeit nicht so sehr woanders wie beim Lesen/Compi.

So ist das Smartphone überhaupt erst zur Gewohnheit geworden. Wenn man meinen Sohn jetzt mit 7 fragen würde, fände er am Smartphone daddeln wahrscheinlich sogar besser als Stricken (da muss er immer warten bis die Reihe zu Ende ist) und in jedem Fall besser als wenn ich ein Buch lesen würde...

Problematischer finde ich die Vorbildfunktion. Diese Gewohnheit, gerade wenn man müde/gestresst ist, sofort zum Smartphone zu greifen anstatt andere Mlglichkeiten zu finden, sich zu entspannen. Oder halt auch die Borschaft, das Smartphone ist wichtiger als das Kind - z.B. wenn man ständig wichtige berufliche Mails beantwortet, die keine Sekunde warten dürfen.

Ich glaube, wichtig ist für das Kind verfügbar zu bleiben, aber ich glaube nicht, dass es einen Unterschied macht, ob die Tageszeitun, der neueste Roman immer wichtiger ist als das Kind oder das Smartphone.
Benutzeravatar
Mirimama
Dipl.-SuT
Beiträge: 4538
Registriert: 22.12.2011, 06:50

Re: Jesper Juul über Smartphones

Beitrag von Mirimama »

Ich finde auch, dass es ein Riesenunterschied ist. Zum einen sehr ich die schon angesprochene Vorbildwirkung als großes Problem: dieses immer verfügbar sein, sich ständig mit Nonsens ablenken, ganz viel Zeit verlieren (lange auf Klo sitzen, langsamer die Treppe hochgehen, nichts im Haushalt schaffen, einfach weniger echte Lebens- und Bewegungszeit haben). Zum anderen ist es z.B. in Punkto Leseförderung ein Unterschied, ob ich ein papierbuch oder eine Zeitung lese anstelle des Handys. Das Handy ist für die Kinder erstmal nicht greifbar, sie können nicht sehen, was wir da tun. Wenn wir unseren Kindern den Spaß am Lesen naherbringen wollen, ist es aber maßgeblich wichtig, dass auch im Elternhaus viel gelesen wird und Bücher / Zeitungen präsent sind. Und da Lesen eine Schlüsselkompetenz für jegliches weiteres Lernen ist und auch das Wohlbefinden steigern kann, finde ich das wichtig.
Ähnlich verhält es sich auch mit "hauswirtschaftlichen " Tätigkeiten, inkl. Nähen, Stricken, Häkeln, etc. (Tätiges Tun): Kinder leben ja erstmal ganz stark im Nachahmen und wollen häufig gerne mitmachen oder suchen sich parallel eigene Beschäftigungen, so dass ein kreatives Tätigsein entsteht, das einfach glücklich macht. Ich beobachte, wie sehr die Kinder ins Handeln kommen, wenn ich selbst aktiv bin und wie sehr demgegenüber Konflikte auftreten, wenn wir nur "rumhängen". Und auch für mich selbst: Wie glücklich bin ich nach einer Stunde hin- und hersurfen, onlineshoppen, etc. und wie glücklich nach einer Stunde sinnvollem Tätigsein und echte Welt erleben?
Ich und my little lovers of life (07/11, 07/14, 07/17 und 02/22)
EhMibima

Re: Jesper Juul über Smartphones

Beitrag von EhMibima »

jente hat geschrieben:Ich finde die Grenzen da schon schwierig - ist ein Buch auf dem Kindle oder die Zeitung auf dem Handy lesen besser als SuTen oder sonstwie daddeln? Ist es schlechter als ein "echtes" Buch lesen? Das ist einer der Gründe, warum ich mich nicht zu einem ereader durchringen kann.

Ich habe eine Zeitlang beim Einschlafbegleiten Bücher gelesen und fand das gut. Jetzt ist es zu dunkel und ich lese z.B. Zeitung auf dem Handy, was sich irgendwie nicht so "gutes Vorbild" anfühlt. Dabei weiss ich gar nicht, ob es für die Kinder einen Unterschied macht oder ob das in meinem Kopf stattfindet.
Bei einem Bch ist es eine einseitige Sache, im SuT bist du in Kommunikation. Es fühlt sich fürmich anders an. Buch weglegen und (Internet)Smartphone weglegen.
Batinka
Profi-SuTler
Beiträge: 3586
Registriert: 21.08.2013, 21:31

Re: Jesper Juul über Smartphones

Beitrag von Batinka »

Ich merke an meinen Kindern, dass es ein riesiger Unterschied ist ob ich Smartphone/Tolino nutze oder in einem Buch lese, bastele oder nähe.
Sie spielen viel besser und finden etwas für sich zu tun wenn ich daneben wirklich beschäftigt bin als wenn ich auf einen Bildschirm schaue. Dann sind sie (zu recht) viel nörgeliger und fordernder, schließlich sind sie ja wichtiger als irgendwelche Daddeleien im Netz.
Die Große akzeptiert manchmal auch das eBook, sie weiß eben schon, dass es dort nur Buchstaben und keine Bildchen und Filme gibt, und lesen ist für sie offenbar eine akzeptable Beschäftigung.
Die Arbeit läuft Dir nicht davon, wenn Du Deinem Kind den Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis Du mit der Arbeit fertig bist.

12-10-7
Lavinia
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 938
Registriert: 15.04.2011, 10:43
Wohnort: Bayern

Re: Jesper Juul über Smartphones

Beitrag von Lavinia »

Danke für den Beitrag als Erinnerung. Ich bemühe mich schon nicht immer und überall das Handy dabei zu haben, z.B. wenn wir auf den Spielplatz gehen oder so. Doch leider nutze ich es daheim zu häufig, schaue öfters in Whattsapp. Was bei mir hilft, ab dem frühen Abend das Ding komplett lautlos zu stellen. So höre ich eingehende Nachrichten nicht und hab keinen Grund drauf zu gucken. Wer was ganz dringendes braucht, kann ja am Festnetz anrufen. Da muss ich (und vor allem mein Mann!) wieder mehr an uns arbeiten.
Mama von großem Frosch (2007) und kleiner Maus (2009)
Antworten

Zurück zu „Unsere Kinder“