Hallo scherbatsky,
schön, dass du den Weg hierher gefunden hast. Gemeinsam finden wir sicherlich einen Weg, dass du bald schmerzfrei und möglichst voll stillen kannst.
scherbatsky hat geschrieben:
Meine Tochter ist nun genau 5 Wochen und 3 Tage alt. Wir hatten schon einen schwierigen Stillstart, da ich im Krankenhaus nicht so viel Unterstützung hatte. Zum Glück gab es eine Stillberaterin, die mir zumindest einen Fingerfeeder organisiert hatte, so dass ich die paar mühsam raus gequetschten ml darüber füttern konnte.
Wie du in der Linksammlung Stillwissen ja sicherlich gesehen hast, gibt es geeignetere stillfreundliche Zufüttermethoden. Wenn du dich für den Becher entschieden hast (Softcup ist vom Prinzip her genau das Gleiche), dann ist das gut. Fingerfeeding ist zum dauerhaften Zufüttern nicht geeignet.
Kannst du in der Gewichtsliste noch anfügen - soweit du es noch weißt - wieviel du an dem Tag zugefüttert hast? Die Information wäre für mich sehr wichtig.
Um dich hier gut beraten zu können, ist es wichtig, dass du täglich auf einer (möglichst geeichten) und auf mindestens 10 g genauen Babywaage täglich unter gleichen Bedingungen wiegst. Wie das geht steht in
Grundinfo Gewichtsentwicklung
Liegen bei dir oder deinem Baby irgendwelche das Stillen beeinflussende Dinge vor (Übergewicht, PCOS, Rauchen,...)?
Wir haben 8-9 Mal in 24 Stunden gestillt und sie dazu auch nachts geweckt. Als die Zunahme ganz gut aussah, meinte die Hebamme, wir könnten auf das Wecken verzichten. Sie hat sich trotzdem regelmäßig gemeldet. Stuhlgang und Pipi waren regelmäßig und genug.
...
Ab der zweiten Woche voll stillen kamen wir dann nur noch auf ca. 7-8 Mal in 24 Stunden
...
Ab der vierten Woche waren wir nur noch bei 6-7 Mal
Die Verringerung der Stillhäufigkeit war sehr wahrscheinlich die Ursache für den Rückgang deiner Milch (wenn es einer war).
Bei wunden Brustwarzen ist es sinnvoller häufig zu stillen, da die Babys dann nicht so hungrig sind und damit schonender saugen.
Wichtig ist, die Ursache der Risse zu beseitigen und deine Brustwarzen zu pflegen. Das Desinfektionsmittel solltest du auf jeden Fall weglassen, wenn die Wunden nicht entzündet sind, da es die Haut austrocknet. In die Risse trägst du am besten eine Wund- und Heilsalbe (Bepanthen eignet sich sehr gut) auf. Die Salbe sollte in die Wunde eingebracht werden, so dass die Wundränder nicht zusammenkleben (und damit beim nächsten Stillen aufreißen), sondern die Wunde von innen heraus heilen kann. Überschüssige Salbenreste kannst du vor dem nächsten Stillen vorsichtig abwischen. Zur Schonung deiner Brustwarzen kannst du zwischen den Stillmahlzeiten
Brustdonuts tragen.
Achte beim Anlegen darauf, dass dein Baby seinen Mund weit auf hat und genug Gewebe vom Vorhof mit in den Mund nimmt. Dein Baby sollte unverdreht Bauch an Bauch dicht an dir dran liegen. Du solltest beim Stillen entspannt sein und das Gewicht des Babys sollte nicht nur auf deinen Armen lasten,sondern durch Kissen aufgefangen werden. Vielen Frauen hilft auch gut die
asymmetrische Anlegetechnik
Gegen die Schmerzen kannst du Ibuprofen oder Paracetamol laut Beipackzettel nehmen. Diese Schmerzmittel sind stillverträglich und helfen dir eventuell über sie schlimmsten Schmerzen hinweg.
Wenn deine Brustwarzen nach dem Stillen weiß verfärbt sind, empfehle ich dir, Magnesium einzunehmen. Starte mit 200 mg täglich und steigere die Menge, bis die Vasospasmen weg sind. Bekommst du davon Durchfall, dann war die Dosis zu hoch. Dann kann man zusätzlich noch mit anderen Mitteln den Vasospasmus bekämpfen. Wichtig ist, die Brustwarzen warm zu halten. Vasospasmen verringern die Durchblutung, weswegen Wunden schlechter heilen.
Zum Vorgehen mit der Zufütterung schreibe ich morgen etwas (ich bin müde). Wichtig wäre hier, dass du mir noch die Zufüttermengen in der Gewichtsliste ergänzt.
Kurz zu den Daten:
10.03. 2805 gr Geburt KH
12.03. 2620 gr Entlassung KH
15.03. 2700 gr Hebamme
18.03. 2810 gr Hebamme
21.03. 2850 gr Vertretungshebamme mit anderer Waage
24.03. 2800 gr - " -
26.03. 3050 gr - " -
31.03. 2950 gr Hebamme
05.04. 3040 gr Hebamme
13.04. 3260 gr Hebamme
Die Zunahme lag mit durchschnittlich 140g pro Woche in den letzten vier Wochen unterhalb der normalen durchschnittlichen Zunahme von 170-330 g pro Woche laut WHO. Da die Zunahme in der letzten Woche deutlich höher ausfällt, war die Entscheidung zum Zufüttern sinnvoll. Wir schauen dann gemeinsam, wie du wieder zum Vollstillen unter normaler Zunahme zurück kommst. Dazu dann morgen mehr.
Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung