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Re: Stillen und Arbeiten

Verfasst: 09.01.2016, 13:33
von Kirschquark
Ach das ist ja toll. Da steht ja deutlich, dass nicht das Alter des Kindes sondern die Tatsache dass noch gestillt wird, maßgeblich ist.

Re: Stillen und Arbeiten

Verfasst: 09.01.2016, 14:04
von RonjaR
Ich hatte dazu auch in Gesetzeskommentaren gewühlt und aus einem ging hervor, dass der Arbeitgeber die Forderung nach Gewährung einer Stillzeit als rechtsmissbräuchlich zurückweisen kann, wenn das Kind nicht mehr gestillt zu werden braucht. "Nach heutigen Erkenntnissen sei das stillen über das Erste Lebensjahr hinaus weder erforderlich noch zweckmäßig"

Re: Stillen und Arbeiten

Verfasst: 09.01.2016, 14:20
von jiu21
RonjaR hat geschrieben:Ich hatte dazu auch in Gesetzeskommentaren gewühlt und aus einem ging hervor, dass der Arbeitgeber die Forderung nach Gewährung einer Stillzeit als rechtsmissbräuchlich zurückweisen kann, wenn das Kind nicht mehr gestillt zu werden braucht. "Nach heutigen Erkenntnissen sei das stillen über das Erste Lebensjahr hinaus weder erforderlich noch zweckmäßig"
Und warum empfiehlt dann die WHO bis zum 2. Geburtstag zu stillen? Mir ist schon auch klar dass ein Ü1 Kind die MuMi ernährungstechnisch nicht mehr braucht aber einen positiven Effekt auf die Gesundheit (auch der Mutter) gibt es ja schon noch. Der ist demnach dann "weder erforderlich noch zweckmäßig"?

Re: Stillen und Arbeiten

Verfasst: 09.01.2016, 14:48
von 7erendipity
RonjaR hat geschrieben:Ich hatte dazu auch in Gesetzeskommentaren gewühlt und aus einem ging hervor, dass der Arbeitgeber die Forderung nach Gewährung einer Stillzeit als rechtsmissbräuchlich zurückweisen kann, wenn das Kind nicht mehr gestillt zu werden braucht. "Nach heutigen Erkenntnissen sei das stillen über das Erste Lebensjahr hinaus weder erforderlich noch zweckmäßig"
Dazu habe ich auch ähnliches gefunden und mich damals deshalb dagegen entschieden Stillzeiten einzufordern:
http://komnet.nrw.de/ccnxtg/frame/ccnxt ... E&did=6059
Wobei das mutterschutzgesetz bewusst anders formuliert wurde, also ohne zeitliche Begrenzung und es eigentlich eine absolute Frechheit ist, dass das vor Gericht anders gesehen wird.

Re: Stillen und Arbeiten

Verfasst: 09.01.2016, 20:31
von RonjaR
Aber das ist wohl grade das besondere an dem oben verlinkten neuen Urteil. Es scheint sich darüber hinweg zu setzen. Es ist allerdings nur das Eilverfahren. Kann sein, dass es in der Hauptsache anders entschieden wird. Und ich kenne den Volltext den Entscheidung nicht

Re: Stillen und Arbeiten

Verfasst: 09.01.2016, 21:18
von DocMotte
Ich arbeite voll seit mein Spatz 9,5 Monate als ist. Er hat zu dem Zeitpunkt schon recht gut gegessen. Nachmittag hat ihm mein Mann dann immer ine Flasche gegeben, Pre, da beim Pumpen bei mir die viel kam. Der Zwerg hat das recht gut weg gesteckt, dass die Mama tagsüber nicht da ist und manchmal auch nachts. Nachts bekommt er 1-3 Flaschen, je nachdem.
Ich hab mir da wirklich auch viele Gedanken gemacht, weil er sonst immer nur mit Stillen eingeschlafen ist und auch sonst tagsüber viel gestillt hat.
Aber es war wirklich kein Problem, er hat das gut gemacht bzw macht das auch immer noch gut. Wenn ich da bin, wird gestillt, sonst eben nicht :)

Re: Stillen und Arbeiten

Verfasst: 09.01.2016, 21:26
von klimaforscherin
Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: Wenn das Kind über ein Jahr alt ist, und frau arbeitet, dann wird das Kind ja anderweitig betreut. Und dann gehts auch ohne Orginalverpackung.
Da ja Muttermilch in dem Alter nicht lebensnotwendig ist, gehts doch auch ohne abgepumpte Mumi aus dem Becher oder der Flasche. Kind könnte beispielsweise einfach in der Abwesenheit der Mutter essen.
Und wozu pumpt man dann ab? Ich könnte verstehen: zur Entlastung der Brust. Aber das wäre ja nach 1- 2 Wochen erledigt?
Und zum Argument WHO und bis zum 2. Geburtstag stillen: frau arbeitet ja nicht rund um die Uhr? (Ich nehme mal Ärztinnen mit 24-Stunden-Schichten aus) Dann kann man ja auch zuhause Stillen?

Re: Stillen und Arbeiten

Verfasst: 10.01.2016, 09:26
von ixcacienfuegos
Ich muss vielleicht bald wieder Vollzeit arbeiten. Momentan arbeite ich einen nachmittag und es ist schon hart an der Grenze (komme mit Betonbrüsten nach Hause). Sollte ein zweiter nachmittag dazu kommen, fürchte ich, dass es auf Dauer Milchstau-Probleme gibt. Wenn ich aber Stillpausen hätte, könnte man mir das Kind bringen. Oder ich könnte den nachmittag vermeiden.

Re: Stillen und Arbeiten

Verfasst: 10.01.2016, 11:25
von beccarei
Ich bin bei Dir, @klimaforscherin.

@ixcacienfuegos - die Produktion stellt sich wirklich um, wahrscheinlich dauert es bei nur einem Nachmittag länger. Bei "jeden Tag x Stunden" ist es mit den Betonbrüsten in wenigen Wochen vorbei.

Re: Stillen und Arbeiten

Verfasst: 10.01.2016, 11:59
von Carlotta
Ich schließe mich becca und klimaforscjerin an.
Und ich mag zu bedenken geben: ich halte bei einjährigen das Thema "bringen lassen" für sehr kritisch. Der Abschied von Mama ist schwer. Dann hat sich das Kind gut eingefunden. Es sieht Mama wieder - und dann muss das Kind wieder ohne Mama weggehen? Bei uns wäre das total nach hinten losgegangen.
Als ich bei der Eingewöhnung war, gab es folgende Szene. Kind, augenscheinlich sehr gerne in der Krippe, nie Tränen beim abschied. Einmal hatte der Papa was vergessen und kam so nach net Stunde nochmal - natürlich ohne Kind mitzunehmen. Das Kind War außer sich. Es hat sich ewig nicht beruhigt und fing immer wieder mit :der papa" an.