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Re: "Ab 6 Monaten muss nachts nicht mehr gestillt werden"&Co

Verfasst: 31.10.2015, 22:57
von Sikafi
Abend!

Ich finde du selbst und auch die anderen haben viele Argumente gegen das nachts abstillen mit sechs Monaten aufgeschrieben.

Wenn ich dich aber richtig verstehe möchtest du eine Idee wie du deine Meinung gegen die der Hebamme stellen kannst, ohne sie zu brüskieren?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das nur geht indem in der Ich- Form bleibt und von sich selbst oder anderen, die man kennt, berichtet. Oder erzählt, was man wo gehört oder gelesen hat (WHO, Stillberaterinnen etc.).

Letztendlich kann man ihre Meinung nicht ändern, und scheinbar geht es ihr ja um das Wohl der Mütter. Da würde ich auch bemerken, dass es viel unkomplizierter ist weiterzustillen aus schon genannten Gründen, dass das Stillen im Liegen im Familienbett bspweise den Nachtschlaf kaum beeinträchtigt, das Stillhormone gute Laune bzw ausgleichend machen und das es für Frau körperlich gesund ist.
Und das Argument des Kräftezehrens und Abnehmen, naja, das mag auf einzelne zutreffen, bei mir jedenfalls nicht :wink: .

Grundsätzlich ist meine Erfahrung mit drei Kindern, jedem das seine und ich nehme das für mich passende mit, missionieren, vor allem bei anderen Mütter klappt nicht.

Viel Spaß bei der Rückbildung!

Re: "Ab 6 Monaten muss nachts nicht mehr gestillt werden"&Co

Verfasst: 01.11.2015, 09:16
von Missy
Ich nutze da gerne ähnliche "doofe" Totschlagargumente, wenn Leute Kinder in so ein zeitliches Schema pressen wollen.

"Bekommen alle Mädchen mit dem 13. Geburstag ihre Regel? - Kommen alle Jungs mit 13 in den Stimmbruch?" usw (Geht auch mit den Wechseljahren, trocken werden, laufen, usw. ) Meistens kann man so die Idiotie eines festen Zeitpunktes für bestimmte Entwicklungsschritte aufdecken. Das wandelt nämlich von mehreren Monaten bis zu mehreren Jahren.
Ansonsten sage ich dann gerne, dass ich auch ab und zu nachts noch Hunger oder Durst habe obwohl ich weder im Wachstum bin (und meine Größe und Gewicht in den nächsten Monaten verdoppeln soll), noch aufregende Entwicklungsschritte vor mir habe.

Und ehrlich gesagt kenne ich wenige Flaschenkinder, die nachts ab 6 Monaten keine Flasche mehr bekommen.

Es mag Kinder geben, die nachts in dem Alter nicht mehr stillen oder Flasche bekommen, das hat dann aber nichts mit einem fest von aussen bestimmten Zeitpunkt zu tun.

Re: "Ab 6 Monaten muss nachts nicht mehr gestillt werden"&Co

Verfasst: 01.11.2015, 09:49
von Vasilissa
Danke euch allen zusammen nochmal für eure ganzen Anregungen!! Mal sehen, ob ich was draus machen kann...

Sollte es tatsächlich auf "Schlaftraining" aus sein, werde ich als Alternative zu auch nur einer Sekunde schreien lassen (und wenn auch mit "Eltern neben dem Bett = Nähe" oder so ein Humbug) "Schafen statt schreien" als genauso klassisch verhaltenstherapeutische Alternative anbieten. Dabei sagen, dass sich der Schlaf aber eh früher oder später regulieren wird und Veränderung IMMER enormer Kraftaufwand sind - und zwar mehr, als das Kind einfach wie gewohnt schnellst möglich zu beruhigen (für mich: Brust in den Mund und Ruhe ist!!).
Ich komme ja vom Fach und kann da eigentlich auch aus klassischer VT-Sicht genau gegen JKKSL argumentieren, falls da was aufkommen sollte. Dass ich mich z.B. nicht vorstellen kann, dass ein Baby das alleine schreit keine Angst hat. Dass ich NIE mit irgendjemandem, ob Kind oder Erwachsener Angst-Exposition ohne gezieltes Einverständnis und Erklärung der Hintergründe machen würde. Wenn der Mensch zu jung ist, das Konzept nachzuvollziehen, dann darf ich mit ihm sowas auch nicht machen. Dass zu jeder vehaltenstherapeutischen Maßnahme eine altersentsprechende kognitive Bearbeitung gehört, die eben bei Babys noch nicht möglich ist. Dass man auch von Expositionstherapie bei Erwachsenen weiß, dass sie nur mit entsprechender Vorbereitung und Einwilligung funktionieren kann, sonst geht der Schuss eher nach hinten los (und führt zu Steigerung der Angst oder "bestenfalls" Schockstarre). Ich kann ja mal fragen, wer gerne ohne Vorbereitung und Einwilligung eine Vogelspinne auf die Hand gesetzt bekommen will und wie die Reaktion wäre ;-)

Aber das führt nun von dem eigentlichen Ausgangspunkt weg. Ich hab das eben im Hinterkopf, weil ich auch nicht recht weiß, wie man es wirklich ohne "Schlaftraining" hinkriegen soll, dass das Kind nicht mehr stillen will. Oder Fläschchen will. Oder überhaupt auf die Idee kommt, dann ohne Fläschchen oder Stillen einfach durchzuschlafen.

Re: "Ab 6 Monaten muss nachts nicht mehr gestillt werden"&Co

Verfasst: 01.11.2015, 09:50
von Vasilissa
Ah und gerade bei den Rabeneltern kurz und knapp gefunden: http://www.rabeneltern.org/index.php/am ... -der-nacht
Da werde ich auch noch nach weiteren Infos gucken.

Re: "Ab 6 Monaten muss nachts nicht mehr gestillt werden"&Co

Verfasst: 02.11.2015, 00:37
von blueberry
Ich mag zum Thema "welches Schlafverhalten ist normal" ja auch den hier verlinkten Artikel "Schlafprobleme aus Sicht der Evolution" immer recht gern: http://www.kinder-verstehen.de/artikel.html

LG, blueberry

Re: "Ab 6 Monaten muss nachts nicht mehr gestillt werden"&Co

Verfasst: 02.11.2015, 16:01
von Lösche Benutzer 17774
Nochmal kurz bezüglich:
Vasilissa hat geschrieben: Ich hab das eben im Hinterkopf, weil ich auch nicht recht weiß, wie man es wirklich ohne "Schlaftraining" hinkriegen soll, dass das Kind nicht mehr stillen will.
Das ist für mich einer der Grundgedanken, wenn ich das Gefühl habe, da läuft was schief hinsichtlich stillen, schlafen,...
Soviele Mamas, die sich nicht wirklich damit beschäftigen werden verunsichert oder andere, deren Meinung eben ist, dass sich so ein Kind wie ein Roboter an irgendeinen programmierten Zeitplan hält...
Man muss nix gegen das nächtliche Stillen oder Aufwachen tun. Oder gegen das nicht alleine einschlafen können. Oder gegen das einschlafstillen oder nur tragend in den Schlaf finden. Nix gegen Körperkontakt oder sonstwas, was das natürliche Bedürfniss des Kindes darstellt.
Dazu passt ja auch der Link von Kinder-verstehen...
Es ist normal, es soll so, das macht Sinn! (Auch wenn es manchmal anstrengend ist... Manchmal auch sehr oder bis zum Umfallen...)
Ich finde es furchtbar, dass immernoch diese in meinen Augen falschen Erwartungshaltungen weiter gegeben werden und als Mama steht man dann da, hat das Gefühl, das Kind ist nicht normal und man muss was tun und nix gelingt und allen geht's immer schlechter damit.
Mir hat geholfen: annehmen, verstehen, was da los ist und nix tun, außer vielleicht bei mir was ändern, um mit der Situation besser umgehen zu können.
Mein 2,5jähriger hat wohl schon mal durch geschlafen, seit Wochen nicht mehr. Is mir echt egal, das soll so und wird schon alles werden. Ich hab auch nie mitbekommen in den letzten 1,5 Jahren, wie er nun genau pennt. Wozu auch? Alles gut.
Das würde ich mir mehr wünschen, dieses Bewusstsein, dass es gar nix zu ändern gibt, dass man auf gar nix warten muss, das passiert schon von alleine, dass es so wie es ist richtig und normal ist...
War mir grad nochmal ein Bedürfniss, das so zu formulieren ... Auch wenn ihr das alle ja irgendwie sowieso ähnlich sehr ;-)
LG,
jellicle. :-)



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Re: "Ab 6 Monaten muss nachts nicht mehr gestillt werden"&Co

Verfasst: 03.11.2015, 07:02
von tetris
Also ich kann das Argument auszehrend schon nachvollziehen. Ich habe ab Schneckes viertem Monat wieder gearbeitet und hätte liebend gerne Nachts abgestillt. Allerdings schien mir das auf keinen Fall vor 12 Monaten möglich.
Da habe ich es mal versucht, mit viel herumtragen. Aber letztendlich hat bei uns erst volles Abstillen mit ca. 18 Monaten geklappt und innerhalb von 1 Woche schlief das Kind im Familienbett durch.

Also ich kann den Wunsch nachvollziehen glaube aber nicht das es im Einverständnis mit dem Kind vor dem zweiten Jahr klappt. Zumal Fläschchen nachts eine viel schlimmere Alternative sind.

VG
Jennifer

Re: AW: "Ab 6 Monaten muss nachts nicht mehr gestillt werden

Verfasst: 03.11.2015, 07:17
von dulles
tetris hat geschrieben:Also ich kann das Argument auszehrend schon nachvollziehen. Ich habe ab Schneckes viertem Monat wieder gearbeitet und hätte liebend gerne Nachts abgestillt. Allerdings schien mir das auf keinen Fall vor 12 Monaten möglich.
Da habe ich es mal versucht, mit viel herumtragen. Aber letztendlich hat bei uns erst volles Abstillen mit ca. 18 Monaten geklappt und innerhalb von 1 Woche schlief das Kind im Familienbett durch.

Also ich kann den Wunsch nachvollziehen glaube aber nicht das es im Einverständnis mit dem Kind vor dem zweiten Jahr klappt. Zumal Fläschchen nachts eine viel schlimmere Alternative sind.

VG
Jennifer
Das lag dann aber doch mehr am Arbeiten als am Stillen, oder? Ich finde es schwierig, das Stillen als auszehrend zu bezeichnen, wenn es eigentlich die Begleitumstände sind!

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Re: "Ab 6 Monaten muss nachts nicht mehr gestillt werden"&Co

Verfasst: 03.11.2015, 10:08
von Vasilissa
Ihr habt alle Recht :wink:
Das Argmuent "aber es sind doch Umstand xyz, nicht das Stillen" kann man aber auch relativ leicht beiseite wischen. Klar sind es Arbeit, ältere Geschwister und weiß Gott was noch, wofür man tagsüber neben dem Baby noch da sein muss. Aber die kann man eben auch nicht so leicht abschaffen, und irgendwie "muss man sich ja arrangieren".
Natürlich ist es unfair, das dann am schwächsten Glied, dem Baby, auszulassen. Am besten unter dem Vorwand "es muss sich in unser Leben einfügen und lernen, wie die Welt funktioniert, es wurde eben in unsere Welt geboren und nicht andersrum" oder irgend sowas :roll:
Nein, ich finde die Argumente nicht überzeugend, aber finden kann man auch von der anderen Seite her genügend...

Ich denke auch, man merkt sehr gut, ob ein Kind dazu bereit ist oder nicht. Ich habe die Große in der Schwangerschaft nachts abgestillt (Augustkind, im Oktober wurde ich wieder schwanger, dann irgendwann im Laufe der ersten Monate). Sie ist problemlos auf Wasserflasche umgestiegen. Hat zwar nachts mal gejammert, sich aber mit kuscheln beruhigen lassen. Wäre sie nicht bereit gewesen, hätte es mir DIESES Kind definitiv nicht so leicht gemacht!
Meiner Meinung nach ändert sich am Schlaf bei den ganz Kleinen noch so oft etwas, dass es echt vergebene Liebesmüh ist etwas daran zu ändern. Und im Endeffekt gibt sich das "Problem" ja auch ganz von alleine.
Klar gibt es so Fälle, wenn das Baby jede Stunde nur kurz nuckeln will und wieder einschläft - da würde ich, wenn es die Mutter stört (was da schon relativ wahrscheinlich ist) auch draufschauen und fände einen sanften Versuch der Veränderung in Ordnung. Im Sinne von "sanftes Ablösen". Aber das sind eben alles Dinge, wo man im Einzelfall genau drauf schauen muss, was die Umstände sind und was für eine Veränderung möglich ist. Und nicht pauschal sagen "ab 6 Monaten muss es nachts nicht trinken und dann schläft es auch durch". Nein, durchschlafen ist meist erst mit 3-4 Jahren zuverlässig möglich, im natürlichen Abstillalter. Unabhängig vom Stillen oder nicht Stillen.

Man könnte nun auch noch ausholen und mit anführen, dass auch Erwachsene keine Durchschläfer sind :mrgreen: Früher schlief man in zwei 4-Stunden-Etappen mit einer Wachphase dazwischen, in der man Dinge erledigte, mit Nachbarn plauderte - und sich, wenn man es sich leisten konnte(und nicht aufs Feld musste) wieder hingelegt hat. Dazu wachen wir nachts unglaublich oft auf und bekommen erst Wachphasen ab ca. 5 Minuten überhaupt mit.
Durchschlafen ist sowas von ein Konstrukt...

Re: "Ab 6 Monaten muss nachts nicht mehr gestillt werden"&Co

Verfasst: 03.11.2015, 14:15
von Mutterhenne
Vasilissa hat geschrieben:Ihr habt alle Recht :wink:
Früher schlief man in zwei 4-Stunden-Etappen mit einer Wachphase dazwischen, in der man Dinge erledigte, mit Nachbarn plauderte - und sich, wenn man es sich leisten konnte(und nicht aufs Feld musste) wieder hingelegt hat.
Das ist ja total spannend - hast Du (historische) Quellen?