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Re: Baby meckert und trinkt Hintermilch nicht

Verfasst: 07.08.2015, 22:45
von Kekks
So ein ähnliches Verhalten hatte ich praktisch von Anfang an beim zweiten Kind.
Meines war einfach nur nuckelbedürftig und war mit einem Brustersatz (zb Nuckel) eher unzufrieden. Sie wollte ständig die Brust wechseln und macht es bis heute noch (wird bald 2 Jahre alt). Mit dem Alter wurde das Nuckelbedürfniss dann deutlich seltener. Ich musste mir von der Kinderärztin anhören, dass mein Baby eine Stillstörung hätte und meine Hebamme fand das Verhalten anscheinend auch änderungswürdig :?
Sie war aber ein sehr zufriedenes Baby, wenn es an der Brust war. Ich trug sie tagsüber zu Hause oft in der Tragehilfe mit den nackten Brüsten, um beide Hände frei zu haben und so war die Welt in Ordnung für uns beide.
Ich hatte auch schon frühzeitig das Gefühl, dass sie begriffen hat, dass es leichter ist, die Vordermilch zu trinken. Hintermilch trank sie so gut wie nie.
Mein Zwerg war auch seeehr geduldig. Abgewöhnen hätte ich es ihr sicher nicht ohne Gewalt und viel Druck. Ich dachte die ersten 2 Monate, sie hätte Schmerzen in der Tragehilfe, wenn wir raus gingen, trug sie daher nicht ganz so oft, versuchte den Kinderwagen usw. Sie schrie überall mit viiiel Geduld. Erst nach diesen 2 Monaten begriff ich, dass sie einfach nur an die Brust wollte, wenn sie in der Tragehilfe war. Als sie bekam, was sie wollte, war sie wie ein kleiner Engel. Und es musste ständig die andere Brust sein, bis sie richtig müde wurde.
Ich fand, das einzig schlimme an meiner Situation waren nur die anderen Leute, die ein Problem damit hatten. Es war manchmal sehr belastend für mich, anzuhören, dass ich ein Baby hab, dass mich voll unter Kontrolle hätte, dass ich in der Öffentlichkeit stille und ähnliches.
Jedes Kind ist einzigartig und hat seine speziellen Bedürfnisse.

Falls du so ein Kind haben solltest, kann ich dir nur empfehlen, geh auf seine Bedürfnisse ein und ihr werdet sehr glücklich bzw versuch ein Kompromiss zu finden wie zb eine Tragehilfe auch zu Hause zu verwenden, bei der auch du noch eine gewisse Freiheit behalten kannst.

Re: Baby meckert und trinkt Hintermilch nicht

Verfasst: 08.08.2015, 04:53
von Teazer
Hallo Madrugada!
Madrugada hat geschrieben:Mein kleiner Mann ist jetzt vier Monate und hatte in den letzten vier Wochen immer häufiger Phasen, wo er am Anfang der Stillmahlzeit gut trank und dann, wenn die Brust nicht mehr so voll war, gemeckert hat. Gut, war die Brust wohl "leer", habe ich ihn eben an die andere Seite angelegt. Da trank er ne Weile, aber dann ging auch da das Gemeckere los. Früher hat ihm eine Brust oft gereicht und er ist dann irgendwann glücklich wie eine Zecke abgefallen. Wenn er meckerte, war das für mich ein Zeichen, die Seite zu wechseln und mit der zweiten wurde er dann auch immer satt. Aber seit ein paar Wochen eben nicht mehr. Wie gesagt, er meckert dann auch bei der zweiten Brust und will dann noch eine dritte :shock: Meist halte ich ihm die Brust zum Schluss im C-Griff hin (auf beiden Seiten), damit er noch ein wenig länger saugt, aber das reicht ihm trotzdem nicht. Er wird dann so wütend, dass er losbrüllt, wenn man ihm nicht ganz schnell den Schnuller reinstöpselt, den er dann traurig nuckelt.
Für mich liest es sich, als wolle er gerne noch trocken nuckeln, kann das aber nicht. Es kann gut sein, dass er das durch den Schnuller noch nicht gerlernt hat. Ohne Übung packen das Babys nämlich nicht.
Ich weiß nicht, ob es echter Hunger ist, zunehmen tut er nämlich und sieht gesund aus. Und spuckt auch ab und an, auch nach so einer "Mecker-Mahlzeit".
Ich hatte versucht, ihn öfter anzulegen (nach 2-3 anstatt 3-4 Stunden), aber das ging nicht gerade gut aus, zu dem Zeitpunkt war natürlich noch nicht so viel Milch angestaut wie nach 4 Stunden, und da war das Drama folglich noch schlimmer.
Es ist nicht relevant, wieviel Milch in Deiner Brust ist. Milch wird rund um die Uhr produziert und wenn er mehr Milch bräuchte, würde er einfach häufiger stillen. Er gedeiht ja gut, schreibst Du. Dann ist Deine Milchmenge auch nicht das Problem.
Meist kommt nach so einer Phase, die ein paar Tage dauert, eine Phase, wo die Milch wieder besser reicht (wird wohl die Produktion angeregt), aber dann kommt wieder so eine Meckerphase, und das geschieht in letzter Zeit immer häufiger, und stresst sowohl Sohnemann als auch mich.
Das kann ich verstehen. ((())) Hast Du schon versucht, ihn dann anders zu beruhigen? Du könntest ihn z.B. an Deinem kleinen Finger nuckeln lassen oder ins Tragetuch nehmen. Vielleicht "muss" er auch mal und kann in der Stillhaltung nicht loslassen. Vielen Babys hilft es bei Unruhe abzuhalten, also den Babyrücken an den eigenen Bauch lehen und die Beine in eine Hockhaltung bringen. Das geht mit und ohne Windel und erleichtert den Babys das Urinieren und den Stuhlgang.
Nachts klappt es meistens, so dass er sogar nach einer Brust schon satt ist, aber tagsüber eben nicht. Vielleicht spielt sich der Hunger nur in seinem Kopf ab? Einmal war es so arg, dass wir abgepumpte Milch aufgetaut haben und sie ihm im Fläschchen gegeben haben. Danach war er dann satt. Aber das kann ja keine Lösung sein, zumal der Milchvorrat in der Gefriertruhe nur klein ist...
Nein, dass ist keine sinnvolle Lösung. Zumal Ihr ihn wahrscheinlich auch nur in ein "Fresskoma" gebracht habt. :lol: Dein Sohn hat nicht Hunger, nur weil er an der Brust unzufrieden ist. Vielleicht plagt ihn die durch das Stillen angeregte Verdauung o.ä. Bitte sei mir nicht böse, aber ich denke, der Hunger spielt sich in Deinem Kopf ab. Ein gut gedeihendes Baby hat keinen Hunger, wenn es nach Bedarf gestillt wird. Und wenn Du zwischen den Brüsten hin und her gewechselt hast und er ist unzufrieden, dann beende das Stillen und beruhige ihn anders. An mangelnder Milch o.ä. liegt es dann nämlich nicht.
Meine Diagnose ist, dass er zu faul ist, die anstrengende Hintermilch zu trinken - eigentlich müsste die Milch ja reichen, da ja angeblich automatisch nachproduziert wird, während er trinkt. Aber irgendwann ist halt die leicht zugängliche Milch weg und er müsste richtig arbeiten...
Ich gehen eher davon aus, dass Dein Sohn ein sehr effektiver Trinker ist und recht schnell die Milch fettreicher wird. Das Bild von Vor- und Hintermilch ist falsch. Es gibt nur eine weniger fettreiche Milch am Anfang und eine fettreichere Milch am Ende einer Mahlzeit. Da ist keine Anstrengung für notwendig, das passiert automatisch beim Stillen. Faul ist Dein Kind mit Sicherheit nicht. Warum sollte er auch? Er hat noch kein Konzept von "ich hab da keinen Bock drauf". Das kommt erst in der Pubertät. ;)
kann ich ihm das irgendwie beibringen? Hab ihn dann manchmal sanft gegen die Brust gedrückt, damit er dran bleibt, aber er lässt dann trotzdem immer wieder los, ist unruhig und meckert immer ärger... Früher lief ihm die Milch halt wie von selber in den Mund, und bei seinem jetzigen gesteigerten Bedarf reicht ihm die Vordermilch alleine wahrscheinlich nicht mehr...
Wie gesagt, er trinkt nicht nur Vordermilch. Und Unruhe bedeutete nicht automatisch Hunger.
Was kann man denn da machen? Wir leiden beide darunter. Immer wenn ich dachte, jetzt ist die schwierige Phase überwunden, kam die nächste. So ging das jetzt schon mehrfach.
Ich glaube Dir sofort, dass das anstrengend ist. Ich hatte solche Phasen bei allen meinen drei Kindern. Sie können ihren Unmut einfach noch nicht anders zeigen. Es ist nicht leicht, nicht zu wissen, was los ist. Aber so lange Dein Baby gut zunimmt, er 4-6 nasse Windeln in 24h hat, ist alles okay.
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen: Ab und an abgepumpte (zuvor eingefrorene) Milch
Es kann sein, dass Dein Sohn eine Saugverwirrung hat. Das kann auch schon bei seltenen Flaschen oder Schnuller-Gebrauch auftreten. Dafür spricht, dass das Stillen nachts gut funktioniert. Das ist bei Saugverwirrung meist der Fall.

Versuch doch mal, beides weg zu lassen. Zum Nuckeln nur Brust oder Finger anbieten. Wann gebt Ihr die Flasche? Sollte Fütterung, z.B. während Deiner Abwesenheit, nötig sein, kann die abgepumpte Milch auch mit einem Löffel oder Becher gefüttert werden (siehe Grundinfo Stillfreundliche Zufüttermethoden).
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen? Normalerweise alle 3-4 Stunden (tags und nachts), Mahlzeit dauert ca. 10-15 Minuten
Auf wieviele Stillmahlzeiten kommt Ihr in 24h?
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang? Regelmäßig nasse Windeln. Stuhlgang nur ganz selten (1-2 die Woche, so ist das erst seit kurzem, kann das was damit zu tun haben?)
Nein. Nach 6 Wochen ist seltener Stuhlgang bei voll gestillten Babys vollkommen unproblematisch.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller? Ja, Schnuller, schon seit er ganz klein ist. War bisher kein Problem
Eine Saugverwirrung kann zu jeder Zeit auftreten, selbst noch nach Monaten. Ich würde ihn eine Weile weglassen um zu sehen, ob sich die Problematik dadurch verbessert.
Kekks hat geschrieben:Ich hatte auch schon frühzeitig das Gefühl, dass sie begriffen hat, dass es leichter ist, die Vordermilch zu trinken. Hintermilch trank sie so gut wie nie.
Wie schon gesagt: Es ist nicht schwieriger für Babys an die Hintermilch zu kommen. Manche Babys müssen einfach nur häufiger stillen als andere. Mehr zu dem Thema Vor- und Hintermilch, findet Ihr in diesem englisch-sprachigen Artikel (schön mit Bildern illustriert): http://thefunnyshapedwoman.blogspot.de/ ... st-of.html

Hilft Dir das weiter?

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)

Re: Baby meckert und trinkt Hintermilch nicht

Verfasst: 08.08.2015, 09:43
von Madrugada
Ja, ich zähl seit dem Aufstehen, was also tatsächlich etwa zehn Uhr sein dürfte :) Keine Sorge, er kriegt alle 3-4 Stunden was. Immer wenn sich der Durst meldet.

Re: Baby meckert und trinkt Hintermilch nicht

Verfasst: 08.08.2015, 09:50
von Madrugada
Ah, da sind ja noch mehr Antworten! (Irgendwie überseh ich immer die 2. Seite)
Danke für die Antworten, jetzt vormittags fehlt mir leider die Zeit, sie ganz ausführlich zu lesen, aber ich werde sie abends durchrackern und anwenden :P

Re: Baby meckert und trinkt Hintermilch nicht

Verfasst: 08.08.2015, 10:44
von Lösche Benutzer 7240
Hach ja, das wären Zeiten - hier ist ja zwischen 6h30 und 7h30 Aufstehen angesagt, da fühlt man sich um drei, als wäre es bald Zeit zum Abendessen ...

Re: Baby meckert und trinkt Hintermilch nicht

Verfasst: 10.08.2015, 14:51
von Madrugada
Also ihr Lieben,

erstmal vorweg vielen Dank für eure Antworten. Das Problem existiert tatsächlich noch. Ich dachte, dass jetzt wieder ne Phase kommt, wo es besser läuft (weil die Milchmenge sich angepasst hat), aber es sind doch immer wieder Mahlzeiten dazwischen, wo er jammert.

Hochnehmen zum Bäucherchen - das mache ich ab und zu, allerdings kommt da nichts und er brüllt bloß, weil er meint, das ist das Ende der Stillmahlzeit. Mann, kann der eine faltige Schnute ziehen.

Ihr habt geraten, den Schnuller seltener reinzustecken, aber wie entwöhne ich ihn vom Schnuller? Die Hau-ruck-Methode (einfach brüllen lassen - gestern hatten wir im Tragetuch 20 Minuten Gebrüll, mit dem Schnuller wäre er sofort still gewesen) oder eine sanftere Methode? Manchmal hat er sein Schnuffeltuch im Mund, das ist doch dann ok?
Er mag seine Schnuller schon sehr gern. Bin noch hin und her gerissen, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Schnuller nach dem Brüll-Still-Attacken rein hilft auch ganz schnell.
Sein nächster Hunger meldet sich übrigens nach so einer unzufriedenen Mahlzeit nicht früher als nach einer zufriedenen Mahlzeit. Er scheint also satt zu werden bei den Brüll-Still-Attacken.

Linda81, du hattest vom trockenen Nuckeln an der Brust geschrieben, um sein Saugbedürfnis zu stillen, aber das hat er die letzten Tage schon häufiger gemacht und allzu angenehm für die Brust fand ich das nicht... Mir wäre es eigentlich schon lieb, wenn er die Brust hauptsächlich zum Trinken benutzt, ich hoffe ihr versteht das. Oder kann man ihm Trocken-Nuckeln beibringen, ohne dass es der Mama wehtut?

Ja, Teazer, Fresskoma hat der kleine Mann häufig, ich stille ihn gerne in den Schlaf... Ist das schlimm?
Weil du was von "effektiver Trinker" geschrieben hast: Er war immer schon recht schnell beim Stillen. So 10-20 Minuten waren schon als Neugeborenes normal. Zwischendurch war es dann mal länger, aber jetzt ist die Mahlzeit meist recht schnell abgewickelt (also die Mahlzeiten, die er zufrieden beendet). Falls das was hilft.
Meinst du nicht, es ist anstrengender für ihn, zum Schluss der Mahlzeit kraftvoll saugen zu müssen (im Vergleich zum Beginn der Stillmahlzeit, wo die Milch vermutlich noch recht leicht, fast von selbst, fließt)?
Ich denke, er wird schon seine 8 Stillmahlzeiten/24 H haben.

Mir ist das übrigens dann auch in der Öffentlichkeit unangenehm, wennn ich stille und wir haben so einen Kampf dabei. Mit dem Stillen in der Öffentlichkeit ist man eh schon so ein Exot, und wenn er dann noch so ein Theater macht, fühle ich ich dabei schon unwohl. Will ja auch nicht jedem meine Brust hinhalten im verzweifelten Versuch, Sohnemann zum Trinken zu bewegen. Und auf blöde Kommentare habe ich auch keine Lust (kommen bestimmt bald, schließlich ist mein Sohn schon 4 Monate :mrgreen: )

OT: Ja, Carolina, der Kleine döst morgens zum Glück ganz gerne mal bis halb zehn, dafür ist er um sieben, kaum dass sein Papa aus dem Haus ist, hellwach :lol:

Re: Baby meckert und trinkt Hintermilch nicht

Verfasst: 10.08.2015, 18:02
von Teazer
Madrugada hat geschrieben:Ihr habt geraten, den Schnuller seltener reinzustecken
Bei einer Saugverwirrung hilft nur ganz abgewöhnen. Sonst kann schon eine einzelne Nutzung alle Bemühungen zunichte machen.
aber wie entwöhne ich ihn vom Schnuller? Die Hau-ruck-Methode (einfach brüllen lassen - gestern hatten wir im Tragetuch 20 Minuten Gebrüll, mit dem Schnuller wäre er sofort still gewesen) oder eine sanftere Methode?
Natürlich sollst Du ihn nicht nur im Tuch parken. Biete ihm Deinen kleinen Finger zum Nuckeln an, sprich ruhig mit ihm, streichel ihn, tanze, geht stramm spazieren, wippe auf einem Gymnastikball, etc. Der Schnuller "stöpselt" verschiedene Erregungen zu. Ihr müsst herausfinden, welche Methoden beruhigen, ohne Eure Stillbeziehung zu torpedieren.
Manchmal hat er sein Schnuffeltuch im Mund, das ist doch dann ok?
Wenn er es sich selbst hinein steckt: ja.
Er mag seine Schnuller schon sehr gern. Bin noch hin und her gerissen, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Schnuller nach dem Brüll-Still-Attacken rein hilft auch ganz schnell.
Schnuller gehören nicht zur Naturausstattung von Babys. Ihr habt ihn Eurem Sohn gegeben, weil er praktisch und effektiv ist. Er macht aber Probleme. Ihr könnt nicht erwarten, dass Euer Baby ihn ohne Protest hergibt. Aber sieh es nicht als Verlust, sondern als Gewinn: Du wirst mit Deinem Sohn andere Wege finden zu beruhigen und noch besser kommunizieren.
Linda81, du hattest vom trockenen Nuckeln an der Brust geschrieben, um sein Saugbedürfnis zu stillen, aber das hat er die letzten Tage schon häufiger gemacht und allzu angenehm für die Brust fand ich das nicht...
Dann stimmt etwas mit seiner Technik nicht. Vermutlich nuckelt er an der Brust wie am Schnuller: ziemlich weit vorne. Korrektrs Trocken-Nuckeln ist nicht unangenehm, höchstens mal nervig, wenn es lange dauert und man selbst auf Toilette muss. [emoji38]
Mir wäre es eigentlich schon lieb, wenn er die Brust hauptsächlich zum Trinken benutzt, ich hoffe ihr versteht das.
Säuglinge brauchen das Stillen nicht nur zur Nahrungsaufnahme, sondern auch zur Selbstregulierung. Ohne Nuckeln außerhalb des Trinkens kommen die wenigsten Babys klar. Das siehst Du ja an der "magischen" Wirkung des Schnullers auf Deinen Sohn. Biete in akuten Fällen den Finger an und hilf ihm bei der Selbstregulierung durch tragen, wiegen, kuscheln, streicheln, usw. Du wirst lernen was ihm gut tut. Und wenn es ohne Schnuller wieder rund läuft, dann macht Dir das Nuckeln vielleicht auch nichts mehr aus. :)
Oder kann man ihm Trocken-Nuckeln beibringen, ohne dass es der Mama wehtut?
Achte darauf, dass beim Stillen ...

... seine Lippen nach außen gesülpt sind
... seine Zunge über der Kauleiste liegt
... er viel Brust im Mund hat
... beim trockenen Nuckeln diese Postionierung der Brust nur leicht verrutscht, sonst reibt es an der Brustwarze. Und löse das Vakuum, wenn es unangenehm ist. Sonst werden die Brustwarzen wund.
Ja, Teazer, Fresskoma hat der kleine Mann häufig, ich stille ihn gerne in den Schlaf... Ist das schlimm?
Nein, absolut nicht. Damit meinte ich den Zustand nach Stillmahlzeit PLUS Flasche. Ein seelig schlafendes Baby nach dem Stillen hat such nicht überfressen, sondern ist einfach satt eingeschlafen.
Weil du was von "effektiver Trinker" geschrieben hast: Er war immer schon recht schnell beim Stillen. So 10-20 Minuten waren schon als Neugeborenes normal. Zwischendurch war es dann mal länger, aber jetzt ist die Mahlzeit meist recht schnell abgewickelt (also die Mahlzeiten, die er zufrieden beendet). Falls das was hilft.
Das klingt völlig normal.
Meinst du nicht, es ist anstrengender für ihn, zum Schluss der Mahlzeit kraftvoll saugen zu müssen (im Vergleich zum Beginn der Stillmahlzeit, wo die Milch vermutlich noch recht leicht, fast von selbst, fließt)?
Ein Stillkind findet das nicht anstrengend. Ein Baby, das durch Flasche oder Schnuller saugverwirrt ist, erwartet jedoch den durchgehenden Milchfluss und die starke Stimulation des Saugers. Für diese Babys ist das Stillen auch nicht anstrengend, sie vergessen bloß, dass sie mehr saugen müssten um den Milchfluss aufrecht zu erhalten. Oft haben sie auch nicht genügen Brust im Mund um die Brust genügen zu stimulieren und MSRe auszulösen.
Ich denke, er wird schon seine 8 Stillmahlzeiten/24 H haben.
8-12x stillen brauchen die meisten Stillpaare.
Mir ist das übrigens dann auch in der Öffentlichkeit unangenehm, wennn ich stille und wir haben so einen Kampf dabei. Mit dem Stillen in der Öffentlichkeit ist man eh schon so ein Exot, und wenn er dann noch so ein Theater macht, fühle ich ich dabei schon unwohl. Will ja auch nicht jedem meine Brust hinhalten im verzweifelten Versuch, Sohnemann zum Trinken zu bewegen.
Das kann ich absolut verstehen. Dann stille ihn so lange es ruhig geht und nimm ihn dann ins Tuch. Zu Hause kannst Du ihn dann wieder in Ruhe stillen.

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)

Re: Baby meckert und trinkt Hintermilch nicht

Verfasst: 10.08.2015, 20:38
von Traeumi
Wir sind jetzt seit über vier Tagen komplett schnullerfrei. Seitdem keine Probleme mehr beim Trinken. Wenn er mal nicht trinken mag, wird nicht mehr geschimpft sondern 'liebevoll' mit der Brust erzählt, ein tolles Gefühl nach so vielen Phasen wie bei dir! Gerade das in der Öffentlichkeit war auch mein Problem. Wir sind viel unterwegs und es war jedes Mal ein Drama mit schnell Schnuller reinstecken und Brust bedecken, wenn er mal wieder Theater macht.

Schnuller abgewöhnen ging bei uns folgendermaßen: erstmal im Auto, Tragetuch/Frl. Hübsch, KiWa, nonomo schauen, dass er ohne einschläft und zufrieden ist (war bei uns vorher im Großteil der Fälle schon so, wenn nicht, haben wir ihn gegeben und sofort nach beruhigen wieder weg genommen). Dann haben wir ihn in Wachphasen gar nicht mehr gegeben (in der Übergangszeit hab ich dann ständig die Brust Angeboten sobald er unzufrieden war, inzwischen sind die Stillabstände wieder normal, so 3h). Das letzte war zum Einschlafen im Bett, bzw. beim ständigen aufwachen nachts. Da haben wir ihn immer gegeben (wenn er den Finger nicht genommen hat) und kurz vorm Einschlafen wieder rausgezogen und das wiederholt, bis er eingeschlafen ist. Inzwischen schläft er alleine wach ein, manchmal braucht er noch streicheln/singen/vorlesen. Vielleicht hilft dir das ja, für uns hat sich die Entwöhnung total gelohnt.

Re: Baby meckert und trinkt Hintermilch nicht

Verfasst: 13.08.2015, 13:24
von Madrugada
Also, das ist momentan der Stand der Dinge: Das Gemeckere ist schon besser geworden (vielleicht ist auch nur die Meckerphase vorbei und die nächste kommt dann wieder), wir versuchen es jetzt hauptsächlich damit:
Zwischendurch aufstoßen lassen. Da schimpft er noch, weil er meint, die Mahlzeit sei vorbei.
Abhalte-Haltung nach dem Trinken. Das scheint ihm ganz gut zu gefallen. Gerne auch in Kombi mit Knien-gegen-den-Bauch-drücken
Schnuller entwöhnen

Bei letzterem sind wir noch etwas inkonsequent, hier wird mir erst bewusst, wie hervorragend der Schnuller zum Beruhigen funktioniert. Hatte Sohnemann letztens eine Viertelstunde im Tuch, um ihn zu beruhigen, aber er setzte immer wieder neu zum Schreien an. Ich rumgehopst, geschaukelt, gezischt (a la Harvey Karp), aber er stand immer noch unter Spannung. Schließlich stöpselte ich den Schnuller rein, da war sofort Ruhe.
Aber ich gebe nicht auf, und versuche, den Schnuller zu reduzieren. Traeumi, wie lange hat bei dir die Entwöhnung gedauert? Und zu welchen Alternativen greifst du jetzt? Brust, Finger? Ich hoffe, dass er seinen Schnuffel-Esel als Ersatz nimmt - ich seh mich schon verzweifelt einen identischen Esel suchen, weil Sohnemann in zwei Jahren so an dem abgesabberten Fetzen hängt :mrgreen:

Re: Baby meckert und trinkt Hintermilch nicht

Verfasst: 13.08.2015, 18:40
von amantedealmeria
Da der Nuckel letztlich ein Brustersatz ist, was spricht dagegen, ihn einfach nochmal anzulegen, wenn er sich nicht durch Tragen u.ä. beruhigen lässt? Das funktioniert bis jetzt noch immer am Besten bei meinem 21monatigem Kind. Er muss dann einfach grad Mama tanken und sich sicher fühlen, weil irgendwas grad doof ist. Wenn ich nicht verfügbar bin, reicht auch kuscheln oder ablenken, bei mir klappts oft nicht anders. Ich fand es für mich wichtig, mir irgendwann klar zu machen, dass Stillen eben nicht nur Nahrungsaufnahme alle paar Stunden (oder auch alle 30 Min) ist, sondern sooooo viel mehr. Klar, wenns weh tut ists blöd und macht so gar keinen Spaß, aber dann läuft ja eh irgendwas schief, weil stillen normal nicht wehtun sollte, auch nach 1h dauernuckeln nicht.