Herzkrankes Baby nach 4 Wochen stillen - Saugverwirrung?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Doglove
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Re: Herzkrankes Baby nach 4 Wochen stillen - Saugverwirrung?

Beitrag von Doglove »

Er hat kein Problem damit an der BW zu saugen. Er dockt gut und gerne an. Die Tatsache, dass die Milch nicht sofort und dauerhaft rausgeschossen kommt - das macht ihn rasend. Glaube da wird ein Stillhütchen ihm nicht helfen :(
Lösche Benutzer 14252

Re: Herzkrankes Baby nach 4 Wochen stillen - Saugverwirrung?

Beitrag von Lösche Benutzer 14252 »

Hallo Doglove,
ich kann zwar nicht wirklich helfen oder konkret was raten, aber wollte Dich nicht wegdrücken. Ihr seid in einer absoluten Ausnahmesituation, die denke ich die wenigsten hier aus eigener Erfahrung nachvollziehen können. Ich auch nicht, allerdings kenne ich das alles aus zweiter Reihe, meine beste Freundin hat ein schwer herzkrankes Kind und genau das Gleiche durch wie ihr. Ich kann Dir nur Durchhaltevermögen und gute Nerven wünschen! Ich habe ,Hochachtung vor allen Eltern die diesen Weg mit ihrem Kind gehen (müssen, eine Wahl hat man ja nicht wirklich). Ich (ausdrücklich ich persönlich) würde da keine Kämpfe mit dem Personal fechten, die können kaum anders, Dein Kind muss leider irgendwie klar kommen auch wenn Du nicht bei ihm sein kannst und Du brauchst alle Deine Kräfte für Dein Kind! Und fühl Dich nicht von Deinem Kind abgelehnt, er kann aufgrund der Umstände nicht anders! Der Kleine meiner Freundin ist nach 2 großen OPs und unzähligen Herzkathetern inzwischen 10 Monate alt und war mit Hütchen vollgestillt (inzwischen isst er ja schon) und wird auch jetzt noch immer gestillt. Vielleicht wäre das auch für Euch erstmal ein möglicher Weg und die vorerst stressfreieste (Zwischen)Lösung? Ich bin keine Stillberaterin, aber habe hier beim mitlesen "gelernt", dass eine Rückgewöhnung an die Brust quasi eh über Hütchen läuft. Insofern ist's doch toll wenn er überhaupt an die Brust geht und den Schritt die Hütchen wieder abzugewöhnen könnt ihr dann vielleicht später gehen, wenn ihr Zeit und Ruhe dafür habt?

Bleib tapfer, halt die Ohren steif und alles alles Gute für Euch!
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Teazer
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Re: Herzkrankes Baby nach 4 Wochen stillen - Saugverwirrung?

Beitrag von Teazer »

Bearly hat geschrieben:Ich bin keine Stillberaterin, aber habe hier beim mitlesen "gelernt", dass eine Rückgewöhnung an die Brust quasi eh über Hütchen läuft.
Ja, als Zwischenschritt zwischen Flasche und Brust nutzen wir Stillhütchen. Bei paralleler Flaschenfütterung, die hier ja leider alternativlos ist, wäre das Stillhütchen eine dritte Saugart, die noch mehr Verwirrung stiften könnte.

Ich denke, hier hilft nur die aktuelle Situation so anzugehen, dass es für Doglove und ihr Baby emotional und körperlich in dem vorgegebenen Kontext machbar ist und das, was momentan nicht geht, auf später zu verschieben.

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)
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Sabina
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Re: Herzkrankes Baby nach 4 Wochen stillen - Saugverwirrung?

Beitrag von Sabina »

Stillen ist nicht das einzige, was nur du deinem Kind geben kannst. Du gibst ihm so viel mehr denn du bist seine Mamma! Er kennt deine Stimme, deinen Geruch, fühlt sich geborgen, beschützt, gewärmt und geliebt. Du bist die einzige, wirklich auf der ganzen Welt die einzige Person, die deinem Sohn die Mutterliebe und -fürsorge geben kann. Denn du bist seine Mamma! Auch wenn das Klinikpersonal liebevoll mit ihn umgeht, ist im hektischen Alltag wohl kaum Zeit zum Kuscheln, Singen, geborgen Ruhen. Das kannst nur DU ihm geben. Auch wenn das Stillen nicht klappen sollte. Ich wiederhole mich: DU bist seine Mamma.
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Re: Herzkrankes Baby nach 4 Wochen stillen - Saugverwirrung?

Beitrag von koalina »

Ich wünsche euch viel Kraft! Es ist wunderbar, das du als Mama für dem Kleinen da bist.
Liebe Grüße
koalina
--.-'-;@

mit Krümel (*15) und Krümelchen (*17)

Unsere kleinen Wunder... kamen überraschend und haben unser Leben mehr bereichert als man es in Worte fassen kann.
Lösche Benutzer 14252

Re: Herzkrankes Baby nach 4 Wochen stillen - Saugverwirrung?

Beitrag von Lösche Benutzer 14252 »

Ok, danke, wieder was gelernt! Meine Antwort von vorhin hatte sich leider mit einigen überschnitten, sorry!

Ich schließe mich Sabina an und bin mir sicher, dass Du ob mit oder ohne stillen das allerbeste für Deinen Sohn tust und wünsche Euch, dass ihr Euren ganz eigenen Weg findet, mit dem ihr alle glücklich sein könnt!
7buchstaben
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Re: Herzkrankes Baby nach 4 Wochen stillen - Saugverwirrung?

Beitrag von 7buchstaben »

Hallo Doglove, schön, dass du frühzeitig in dieses tolle Forum gefunden hast ;-)
Und Herzlichen Glückwunsch zur Geburt deines Sohnemanns!

Ich bin beeindruckt, wie gut du informiert bist und deinen Willen durchsetzen kannst. ich hatte mir damals überhaupt keine Gedanken über Schnuller, stillen und co gemacht und bin jetzt im nachhinein immer wieder froh, dass wir nach 4Wochen Klinikaufenthalt, Magensonde, Flasche, Schnuller ab 4.Lebenstag, Stillhütchen und einem milchstau nach dem anderen irgendwie doch noch zum Vollstillen gekommen sind- und auch heute noch gut dabei sind.
Zum Glück wusste ich auch nicht viel über Saugverwirrungen und war dementsprechend zwar verärgert, als mein baby plötzlich mit Glucose und Schnuller ruhig gestellt wurde, aber nicht besorgt... Ich habe da auch einfach ans Klinikpersonal und an mein Baby gedacht- und wie die eben am besten zu recht kommen können, wenn ich nicht da bin.. ob es so die richtige Entscheidung war, sei mal dahin gestellt. Vllt hatten wir auch wirklich einfach nur Glück...
Doglove hat geschrieben:Er hat kein Problem damit an der BW zu saugen. Er dockt gut und gerne an. Die Tatsache, dass die Milch nicht sofort und dauerhaft rausgeschossen kommt - das macht ihn rasend. Glaube da wird ein Stillhütchen ihm nicht helfen :(
War es denn mal anders? Kann es sein, dass er grade mehr braucht und eben frustriert ist, weil es nicht einfach läuft? Dann könntest du ja wirklich hoffen, dass es eine kurze Phase ist und es mit dem Stillen bald wieder gut klappt?! Ich erinnere mich zumindest auch an solche Phasen...
Und das mit den wunden BW kenne ich auch zu gut- deshalb wurden mir Stillhütchen empfohlen :? Beim Abpumpen konnte mir das aber natürlich auch keine Schmerzen nehmen. Habe dann echt auf niedrige,r erträglicher Stufe gepumpt und dafür länger gebraucht. Danach mit Lanolin eingeschmiert, ganz viel Luft rangelassen und möglichst auch zwischendurch immer mal MuMi verschmiert und trocknen lassen.
Puh... war schon alles doof. Und ist es jetzt auch bei dir. Ausnahmesituation!
Ich hoffe, dass ihr eure gemeinsamen Stunden genießen könnt und bald auf Normalstation dürft- nächstelang kuscheln!!! ;-)

Alles Gute für euch!
Liebe Grüße von den 7buchstaben mit Minimaus (07/2013) und Babymaus (03/2017)
Doglove
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Re: Herzkrankes Baby nach 4 Wochen stillen - Saugverwirrung?

Beitrag von Doglove »

Die Stillberaterin hat abgesagt für heute :(

7buchstaben: hast du auch ein Herzkindchen? Wir sind bereits auf Normalstation. Leider noch nicht im Mutter-Kind-Zimmer. Deshalb kuscheln wir nur tagsüber (wenn er nicht gerade Hunger hat, denn hungrig hasst er kuscheln!)
Es hat Vor- und Nachteile gut informiert zu sein. Da ich mich viel informiere, mache ich mir leider auch viele Sorgen. Daher wünschte ich manchmal ich wäre nicht so informiert :?

Ja, es war mal anders. Mein Kleiner hat die erste Woche richtig gut an der Brust getrunken. Viel mehr als er durfte und ohne meckern. Er ist irgendwann friedlich und völlig voll eingeschlummert. Als er dann wach wurde lag er noch lange total neugierig rum und hat sich sein Minimobile angesehen und Papas Nase versucht zu greifen. Irgendwie hat sich in seinem Kopf ein Schalter umgelegt. Von jetzt auf gleich.
Nun habe ich ihn heute Morgen angelegt, er trank auch sofort drauf los. Aber er stillt (zumindest laut Waage) nicht mehr effektlich. 20g hat die Waage angezeigt. Obwohl ich ihn völlig zufrieden von der Brust genommen und gewogen habe. Eine Stunde später hat er wieder gebrüllt, weil die Physio kam und ihn hochgenommen hat. Er hat sich direkt wieder in die Hand gebissen wie ein wahnsinniger. Wieder anlegen konnte ich ihn nicht, da ich direkt nach dem stillen noch abgepumpt hatte (da ich dachte es sein nur 20g gewesen - komisch, denn abpumpen konnte ich nicht mehr viel). Die Schwester hatte da schon eine Flasche warm gemacht. Er hat noch mal 40 getrunken. Das wird hier halt nicht gern gesehen, dass die Babys so "unregelmäßig" trinken. Dabei wäre das ja völlig normales Babyverhalten.
Ob das eine Phase ist? Ich glaube er ist wirklich richtig verwirrt. Wenn die Milch läuft, saugt er einmal, schluckt, saugt einmal, schluckt. Dann zweimal und schlucken und dann wird genuckelt, bzw. gekaut und wenn dann immer noch nichts kommt wird gestrampelt und der Kopf in die BW gedrückt und rumgerissen, schlimmstenfalls abgedockt und geschrien. Habe ihm jetzt beim Stillen den Po geklopft und ihm den Kopf gekrault, damit er ruhig bleibt. Hat einigermaßen gut funktioniert. Er hat vergleichsweise wenig gequengelt.
Allerdings saugt er wirklich nicht mehr, sondern nur wenn die Milch schon läuft.
Ich muss es hinbekommen ihn zum saugen zu bewegen, auch wenn die Milch gerade nicht läuft. Ist Wechselstillen da sinnvoll? Meine Milch fließt nicht sehr lange bis zum nächsten MSR also müsste ich sehr schnell und oft wechseln.

Wir werden uns heute also weiter verzweifelt durch den Stillmarathon kämpfen. Ich fühle mich langsam sehr beäugt von unseren Zimmernachbarn :?
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Teazer
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Re: Herzkrankes Baby nach 4 Wochen stillen - Saugverwirrung?

Beitrag von Teazer »

Hallo!
Doglove hat geschrieben:Die Stillberaterin hat abgesagt für heute :(
Ach. schade.
Ja, es war mal anders. Mein Kleiner hat die erste Woche richtig gut an der Brust getrunken. Viel mehr als er durfte und ohne meckern. Er ist irgendwann friedlich und völlig voll eingeschlummert.
Das bedeutet, dass es eine Saugverwirrung ist. Die könnt Ihr in Zukunft überwinden. Vielleicht nicht in den nächsten Tagen, aber sobald Ihr Euch frei mit Eurem Baby bewegen könnt.
Nun habe ich ihn heute Morgen angelegt, er trank auch sofort drauf los. Aber er stillt (zumindest laut Waage) nicht mehr effektlich. 20g hat die Waage angezeigt. Obwohl ich ihn völlig zufrieden von der Brust genommen und gewogen habe.
Ich habe schon Babys gesehen, die nach dem Stillen "leichter" waren als vorher. Stillproben sind nicht so genau wie man das gerne hätte. Es ist bei Euch halt schwierig, weil Ihr eine maximale Milchmenge einhalten müsst.
Wieder anlegen konnte ich ihn nicht, da ich direkt nach dem stillen noch abgepumpt hatte (da ich dachte es sein nur 20g gewesen - komisch, denn abpumpen konnte ich nicht mehr viel).
Du pumpst den gesamten Bedarf, oder? Wie läuft das sonst?

Auch nach dem Pumpen kannst Du ihn anlegen. Leer ist Deine Brust nie, denn die Milch wird jederzeit produziert.
Die Schwester hatte da schon eine Flasche warm gemacht. Er hat noch mal 40 getrunken.
Der Sauger sorgt dafür, dass Babys oft mehr trinken als sie es an der Brust würden. Der Reiz ist sehr stark.
Wenn die Milch läuft, saugt er einmal, schluckt, saugt einmal, schluckt. Dann zweimal und schlucken und dann wird genuckelt, bzw. gekaut und wenn dann immer noch nichts kommt wird gestrampelt und der Kopf in die BW gedrückt und rumgerissen, schlimmstenfalls abgedockt und geschrien. (...) Allerdings saugt er wirklich nicht mehr, sondern nur wenn die Milch schon läuft.
Ich muss es hinbekommen ihn zum saugen zu bewegen, auch wenn die Milch gerade nicht läuft.
Hast Du schon Brustkompression ausprobiert?
Ist Wechselstillen da sinnvoll? Meine Milch fließt nicht sehr lange bis zum nächsten MSR also müsste ich sehr schnell und oft wechseln.
Wechselstillen ist toll bei müden Babys. Ich würde Dir eher Brustkompression empfehlen.
Wir werden uns heute also weiter verzweifelt durch den Stillmarathon kämpfen. Ich fühle mich langsam sehr beäugt von unseren Zimmernachbarn :?
(((()))) Augen zu und durch. Du gibst Deinem kranken Baby die allerbeste Nahrung. Darauf kannst Du stolz sein.

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
AP estab. 2009, 2011 & 2014
Doglove
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Registriert: 28.06.2015, 13:32

Re: Herzkrankes Baby nach 4 Wochen stillen - Saugverwirrung?

Beitrag von Doglove »

Teazer: bisher habe ich den kompletten Bedarf gepumpt, hatte aber nie viel Milch. Nach dem MSR läuft die Milch nie besonders lang. Seitdem ich ihn stillen darf, pumpe ich nach dem stillen normal nicht mehr. Anfang durfte ich nicht jedes Mal stillen also habe ich dann abgepumpt. Jetzt wollte ich immer zwischen den Stillmahlzeiten pumpen um was zum zufüttern zu haben, falls es mal nicht mehr reicht und die Milch hier auf Lager aufgebraucht ist. Blöderweise dauert es sehr lange bis zum MSR wenn ich kurz vorher gepumpt habe und viel Milch kommt dann auch nicht. Mein kleiner ist momentan so unruhig an der Brust - er würde wahrscheinlich komplett ausrasten.

Dank Dr. Google stille ich heute mit Brustkompression, gleichzeitig klopfe ich ihm zur Beruhigung den Po und wenn's dann zuuuu lang dauert bis zum nächsten MSR und er total nervös wirst, gebe ich einen Klecks Sab auf die Brustwarze. Das saugt er dann ab und löst damit einen MSR aus. Wenn er schon etwas beruhigt ist nehme ich ihn von der Brust, lasse ihn bäuern und schuckel ihn ein wenig, bis wieder etwas Milch in die Brust geflossen ist. So sah heute mein Schlachtplan aus. Multitasking von feinsten aber irgendwie hat's einigermaßen funktioniert.

BIS auf eben! Er trank zufrieden an der Brust, machte dabei gefühlte 10 knätterhaufen in die Windel und ist dann völlig ausgerastet. Komplett purpurrot angelaufen und aus Leibeskräften geschrien. Er war nicht mehr zu beruhigen. Er hat nun eine Flasche bekommen an der ich mit ner 180er Herzfrequenz rumgekaut hat wie ein Irrer und getrunken hat. Ich weiß nicht, was sein Problem ist. NUR die Saugverwirrung kann das doch nicht sein?! Heute war ein heftiger Tag - er hat einen neuen Zugang gelegt bekommen, ist vor lauter Erschöpfung eingeschlafen. Vielleicht war ihm das alles zu viel und ich wollte zu viel von ihm. Wenn das noch ein paar mal vorkommt scheiß ich auch stillen! Das ertrage ich nicht!!!
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