Probleme mit dem BES: Nuckeln statt Saugen

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stillwunsch
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Re: Probleme mit dem BES: Nuckeln statt Saugen

Beitrag von stillwunsch »

Hallo Teazer,

hier nun also endlich der Schwung Infos für die Stillberatung - angelehnt an das vorgegebene Set an Fragen:


Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.

Ja, unser Baby wird seit Beginn der fünften Woche zugefüttert. Zwei Tage vorsichtig zu Hause. Dann Aufenthalt in der Kinderklinik (weil unser Kind in den ersten Wochen nicht zunahm) in der Mitte der 5. Woche. Seither wird im Prinzip komplett zugefüttert. Unser Kind bekommt Pre (Hipp Combiotik, in der Klinik für 3-4 Tage Aptamil) und zusätzlich etwas abgepumpte Milch.
Die Menge der Pre-Milch prp Tag variiert von ca. 670-970 ml pro Tag, meistes liegt die Menge im Moment zwischen 670 und 800 ml.

Die Anzahl der Mahlzeiten (Stillen + Zufüttern) schwankt zwischen ca. 6 und 14 mal, die letzten paar wenigen Tage eher im oberen Bereich der Häufigkeit - es sind wegen des vermehrten Einsaztes des BES eher mehr und kleinere Mahlzeiten geworden.

Die Menge der pro Tag insgesamt abgepumpten Muttermilch lag bislang bei etwa 55 bis 270 ml und variiert aktuell zwischen ca. 100 und 200 ml. (Es gab auch einmal eine Menge von 230 und einmal von 270, meistens liegt die Menge zwischen 110 und 160 ml). Seit Beginn der 5. Woche Einnahme von etwa 2-3x tägl. 3 Bockshornklee-Kapseln (Pandalis).

Das Zufüttern der Milch erfolgte zunächst mit (in der Kinderklinik üblichen) Nuk-Babyflasche. Später mit von dem Hebamme empfohlene Medela-Calma.


Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen? Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?

Üblicherweise wird bei den meisten Mahlzeiten vorher gestillt. Im Schnitt 5-12 mal täglich für ca. (insgesamt, inkl. BES-Einsatz) 5-40 Minuten (die langen Zeiten beim BES-Einsatz). Es variiert aber sehr.
... das alles ist aber irgendwie auch manchmal schwierig zu unterscheiden, was „Stillen“ und was „Nuckeln“ ist - wir zählen also auch das Nuckeln meistens bereits mit dazu.
Allerdings war das Stillen häufig mal und im Moment auch wieder teilweise etwas sporadisch, weil wir uns z.B. zunächst auf das Abgewöhnen des Stillhütchens und später auf das Üben mit dem BES konzentriert haben. Wenn wir unser Baby dann an bestimmten Stellen nicht so quälen wollten, haben wir das Stillen abgebrochen und sind zur Flasche gewechselt. Bei manchen Mahlzeiten (auswärtige Termine, nachts etc.) wurde unser Sohn leider gar nicht gestillt.

Ausscheidungen: Bei ca. 6 Windeln pro Tag: Immer Pippi, meistens jedes zweite Mal Stuhlgang - an manchen Tagen sind sogar 3/4 oder (vereinzelt) alle Windeln mit Stuhl. Sollten wir möglichst auf 8 Windeln pro Tag kommen?

Schlafpausen sind teilweise unregelmäßig und im Moment zwischen etwa 30 Minuten und 4 evtl. mal 5 Stunden lang. Die längste Schlafzeit ist im Moment am Nachmittag/abends. Morgens kommt unser Sohn ab ca. 5 – 8 Uhr etwa dreimal hintereinander stündlich oder 2stündig.

Seit ca. Anfang der 5. Lebenswoche sporadischer Einsatz des BES (am Anfang mit Stillhütchen), das immer wieder (teilweise auch für mehrere Tage) ausgesetzt wurde, wenn unser Sohn zu nuckeln (kleiner Mund, fast kein Saugen, eher trinken am Schlauch wie am Strohhalm) schien. Nach Absetzen des BES scheint das Saugen an der Brust dann wieder nach 1-10 Stillsessions besser zu klappen.
In den letzten 5-6 Tagen vermehrt Einsatz des BES, weil es besser klappt. Wenn es irgendwie mit dem Schlauch nicht klappt oder unser Sohn langsam trinkt, wechseln wir noch zur Flasche.

Die Frage ist halt auch, ob unser Sohn richtig saugt. Wir haben den Eindruck, dass er beim reinen Stillen nicht so oft schluckt (zwischen: jedes 5. bis 15. Mal - mit BES schluckt er, wenn es gut läuft jedes 1.-4. Mal). Bei einem der Stilltreffs, bei dem meine Frau war, meinte eine Stillberaterin, sein Saugen sähe eigentlich nicht soo schlecht aus. Unsere Hebamme meinte das auch - sie meinte, unser Sohn wäre halt ein 'eher gemütlicher Trinker'. Seit der Medela Calma Flasche scheint unser Sohn den Mund etwas weiter zu öffnen. Die Unterlippe ist meist schon etwas 'fischmundmäßig', die Oberlippe leider eher selten.


Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?

Not-Kaiserschnitt. Daraufhin Trennung von Mutter und Kind für 3 Tage – Intensivstation für das Kind samt Antibiotika-Gaben. Kind soweit gesund, aber mit 48 cm und 2360 g (nach ET geboren) recht klein. Das Kind erhielt die ersten vier Tage Pre. Meine Frau hat in den ersten Tagen (sporadisch?) abgepumpt (Medela Symphony), es kam aber kein Kolostrum oder Milch. Leider erinnern wir uns nicht mehr genau an die Pumphäufigkeit. Es war aber leider nicht so oft. Vielleicht 4 mal täglich? Evtl. auch weniger. Oder mal mehr? Keine Ahnung. Das Pumpen war auch eher lang als häufig. Auf jeden Fall kam es am 4. Tag zum Milcheinschuß.

Auf überfüllter Wochenbettstation erfolgte ein hektisches erstes Anlegen mit einer Krankenschwester, was nicht auf Anhieb klappte. Die Krankenschwester griff zum Stillhütchen. Damit klappte das Stillen und wir waren zunächst froh. Seither bis zum Anfang der 5. Lebenswoche 'Vollstillen' mit Stillhütchen. Kind wurde zunehmend unruhiger und ließ sich nur mit Stillen/Nuckeln an der Brust beruhigen. Entsprechend der Empfehlung unserer Hebamme stillten wir nach Bedarf. Es gab da zu der Zeit teilweise recht lange Pausen - wenn wir uns recht erinnern. Ein Mal (oder auch öfter?) sogar z.B. 6 Stunden. Teilweise war unser Sohn aber auch längere Zeit (ca. 1-3 Std.) oder immer mal wieder so über den ganzen Tag an der Brust. Allerdings nuckelte er wohl meist eher am Stillhütchen oder 'döste'. Er war vermutlich (zunehmend?) vergleichsweise schläfrig.

Das Andocken am Stillhütchen klappte mal so mal so, war aber oft mit Frust fürs Baby verbunden, wenn das Hütchen beim Anlegen runterfiel oder sich verschoben hat und unser Baby immer wieder neu ansetzten musste. Besonders nachts kam es in den ersten Wochen manchmal vor, dass unser Kind aufwachte, schrie und nicht mehr zu wissen schien, wie das Saugen am Stillhütchen funktioniert. Immer mal wieder haben wir versucht ohne Stillhütchen anzulegen oder haben auch versucht das Stillhütchen zurückzuschneiden, was nur bis zu einem bestimmten Punkt klappte. Als unser Kind mit 2-3 Wochen immer noch Geburtsgewicht hatte, machten wir uns Sorgen und auf die Suche nach Stilltreffs etc. Mit vier einhalb Wochen gingen wir dann für 3 Tage in die Kinderklinik, weil wir uns Sorgen ums Gedeihen machten und unser Kind ständig hungrig zu sein schien. Dort wurde dann wie gesagt mit dem kompletten Zufüttern begonnen.

Der Stillstart macht uns mit am meisten Sorgen. Meine Frau hat gelesen, dass in den ersten Tagen/Wochen (Prolaktin ?-)Rezeptoren gebildet werden oder in ihrer Funktion erhalten bleiben (?) (oder so ?), wenn angemessen viel gestillt wird. Und dass in dieser Zeit offenbar die maximal zu bildende Muttermilchmenge bestimmt wird. So oder so ähnlich hatten wir das verstanden.

Könntest du dazu was schreiben? Vollstillen ist bei uns wahrscheinlich illusorisch, oder? In den ersten Tagen hat meine Frau möglicherweise zu wenig abgepumpt, Kind hat in den ersten Wochen nicht ausreichend getrunken/nicht effektiv gesaugt und zusätzlich durch das Stillhütchen die Brust nicht ausreichend stimuliert. Ausserdem sind die Abpumpmengen bei meiner Frau generell nicht groß.


Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?

Schnuller:
Wenn es gaar nicht anders ging: ab und zu. Seit ca. Woche 7 nach der Geburt gar nicht mehr.

Flasche:
Seit dem Aufenthalt in der Kinderklinik Flasche mit Nuk-Sauger
Seit ca. 6. Woche: Medela-Calma (leider ja auch nicht stillfreundlicher als andere :? ) auf Empfehlung der Hebamme. Das klappte zunächst nicht so recht, nach einigen Tagen aber schon. Medela-Calma ist bis heute im Einsatz.

Stillhütchen:
Seit Stillbeginn (also ab Milcheinschuss) bis ca. 7.Woche, dann gar nicht mehr.


Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?

Bei einem Stilltreff Tipps eingeholt. Teilweise telefonische Beratung durch (IBCLC-)Stillberaterin vom Stilltreff genutzt – vor allem in der Anfangszeit (ca. 5. Woche), als wir eine Einschätzung suchten, ob wir mit Zufüttern beginnen sollen oder nicht. Sie hat anfangs auch mal die Brüste meiner Fau abgetastet. Ihrem Eindruck nach hatte sich in der Schwangerschaft (ausreichend?) Drüsengewebe gebildet.

Beim Osteopathen waren wir 2x. Nach dem ersten Mal trank unser Kind erstmalig pötzlich 20 Minuten am Stück an der Brust – ohne Stillhütchen. Bis dahin gab es bereits in den Tagen vorher einige Versuche mit einigen Saugzügen direkt an der Brust, aber nicht so lange.


Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?

Bei der Mutter: Normwertig eingestellte Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto). Einnahme von L-Thyroxin

Aus der linken Brust kommt weniger Milch: sie ist etwas kleiner und unser Sohn wurde dort tendenziell weniger angelegt, weil es ihm dort von Anfang an etwas schwerer fiel.

Ausserdem: Einnahme von Bockshornklee-Kapseln ca. 2-3 x3 Kapseln tägl. (Pandalis)


Hier noch ergänzend ein paar Eckdaten: Nicht vollständig, aber hoffentlich ausreichend genau genug für einen ersten Eindruck.

Gewichtsentwicklung:

13.1. 2360g Geburt KH
17.1. 2370g Entlassung Kinderklinik
18.1. 2360g Entlassung KH
25.1. 2385g einzige Messung Hebamme (ab hier eigene Messungen mit geliehener SECA-Waage)
8.2. 2350g
13.2. 2460g nach 2 Tagen Zufüttern und ersten BES-Einsatz, kurz vor Kinderklinik-Wochenende
16.2. 2610g bei Entlassung Kinderklinik-Wochenende, aber hier "massiv" per Nuk-Babyflasche zugefüttert.
19.2. 2800g
25.2. 3000g
8.3. 3490g
17.3. 3900g
29.3. 4330g
2.4. 4520g

Trinken und Ausscheiden (alles ca-Werte!):

28.3. 8x gestillt (darunter 8x BES-Einsatz), 4x abgepumpt (ca. 150g zusammen), 760ml zugefüttert (davon 30ml Muttermilch und 505ml mittels BES)

29.3. 9x gestillt (darunter 3x BES-Einsatz), 6x abgepumpt (ca. 200g), 980ml zugefüttert (davon 225ml Muttermilch und 250ml mittels BES)

30.3. 4x gestillt (darunter 2x BES-Einsatz), 9x abgepumpt (ca. 270g), 680ml zugefüttert (davon 300ml Muttermilch und 185ml mittels BES)

31.3. 6x gestillt (darunter 4x BES-Einsatz), 6x abgepumpt (ca. 85g), 780ml zugefüttert (davon 80ml Muttermilch und 350ml mittels BES)

1.4. 7x gestillt (darunter 5x BES-Einsatz), 6x abgepumpt (ca. 130g), 840ml zugefüttert (davon 155ml Muttermilch und 300ml mittels BES)

Ausscheidungen sind regelmäßig ca. 6 Windeln pro Tag - sämtlichst mit Pippi und mindestens die Hälfte zusätzlich mit Stuhlgang.


Ergänzend noch:

Meine Frau pumpt seit der 4. Woche ab. (Medela Symphony aus der Apotheke.) Die Pumphäufigkeit variiert leider sehr zwischen ca. 4 und 12 mal. Meist so 10-15 Minuten, manchmal auch 5, 20, 30 oder 60 Minuten. Die jeweilige Abpumpmengen (links und rechts zusammen) variieren zwischen 15 und 55 ml.
Da sollte wahrscheinlich auch systematischer vorgegangen werden, oder?
Welches Vorgehen würdest du beim Abpumpen empfehlen? Wie häufig, wie lange? Welche Abstände?

Auch Stillzeiten variieren situationsabhängig (Termine, Motivationstief etc.) bei uns ja leider sehr. Ebenso sind die Zufüttermengen und -zeiten 'nach Bedarf'. Sollten wir da auch strukturierter vorgehen? Mehr Kontinuität wäre wahrscheinlich wünschenswert, oder?


Soweit erstmal. Falls noch was fehlt: Gerne nachfragen.

Und entschuldige die vielen Fragen. Musst du nicht alle beantworten. Falls du nach und nach hier und da einen Hinweis für uns hast, sind wir schon sehr dankbar.
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Teazer
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Re: AW: Probleme mit dem BES: Nuckeln statt Saugen

Beitrag von Teazer »

Guten Morgen! :D
stillwunsch hat geschrieben: Die Menge der Pre-Milch prp Tag variiert von ca. 670-970 ml pro Tag, meistes liegt die Menge im Moment zwischen 670 und 800 ml.
Das dürfte der Tagesbedarf Eures Babys sein. Die große Spannbreite könnte auf die Nutzung der Flasche zurückzuführen sein, denn der Sauger animiert Babys manchmal "über den Durst" zu trinken. Dafür spricht auch die sehr starke Zunahme der letzten Wochen.
Die Anzahl der Mahlzeiten (Stillen + Zufüttern) schwankt zwischen ca. 6 und 14 mal, die letzten paar wenigen Tage eher im oberen Bereich der Häufigkeit - es sind wegen des vermehrten Einsaztes des BES eher mehr und kleinere Mahlzeiten geworden.
Kleinere Mahlzeiten und 8-12x stillen in 24h entspricht einer normalen Stillmenge und -häufigkeit. Mit 6 Mahlzeiten kommen i.d.R. nur Formula-ernährte Kinder zurecht, da Muttermilch viel leichter verdaulich ist.
Seit Beginn der 5. Woche Einnahme von etwa 2-3x tägl. 3 Bockshornklee-Kapseln (Pandalis).
Bocks hilft vielen Frauen sehr gut. Wichtig ist, die individuell korrekte Dosis herauszufinden und diese täglich einzunehmen. Die korrekte Dosis erkennt man daran, dass Schweiß und Urin leicht nach Ahorn (manche sagen auch Curry) riechen. Ist das bei Deiner Frau so?
das alles ist aber irgendwie auch manchmal schwierig zu unterscheiden, was „Stillen“ und was „Nuckeln“ ist - wir zählen also auch das Nuckeln meistens bereits mit dazu.
Das Nuckeln ist wichtig für Euer Baby, aber auch für die Milchbildung, selbst wenn es nur trocken ist. Allerdings sollten es dennoch 8-12 Milchmahlzeiten am Tag sein. Mehr dazu weiter unten.
Allerdings war das Stillen häufig mal und im Moment auch wieder teilweise etwas sporadisch, weil wir uns z.B. zunächst auf das Abgewöhnen des Stillhütchens und später auf das Üben mit dem BES konzentriert haben. Wenn wir unser Baby dann an bestimmten Stellen nicht so quälen wollten, haben wir das Stillen abgebrochen und sind zur Flasche gewechselt. Bei manchen Mahlzeiten (auswärtige Termine, nachts etc.) wurde unser Sohn leider gar nicht gestillt.
Toll, dass Ihr das Stillhütchen los seid. Klar, dass manchmal Kompromisse gemacht werden müssen.

In der nächsten Zeit werden wir nicht darum herum kommen, konsequent alle Sauger wegzulassen. Ein Wechseln erschwert die Rückführung zur Brust und das Steigern der Milchbildung selbst dann, wenn keine klassische Saugverwirrung vorliegt. Babys sind Gewohnheitstiere und häufiges Wechseln schadet dem Gewöhnen an das Stillen.
Ausscheidungen: Bei ca. 6 Windeln pro Tag: Immer Pippi, meistens jedes zweite Mal Stuhlgang - an manchen Tagen sind sogar 3/4 oder (vereinzelt) alle Windeln mit Stuhl. Sollten wir möglichst auf 8 Windeln pro Tag kommen?
6 Windeln sind völlig normal.
Schlafpausen sind teilweise unregelmäßig und im Moment zwischen etwa 30 Minuten und 4 evtl. mal 5 Stunden lang. Die längste Schlafzeit ist im Moment am Nachmittag/abends. Morgens kommt unser Sohn ab ca. 5 – 8 Uhr etwa dreimal hintereinander stündlich oder 2stündig.
In der nächsten Zeit sollte das Stillen tagsüber nach 2h und nachts nach 3h aktiv angeboten werden (jeweils von Stillbeginn zu Stillbeginn gerechnet). Dazu auch wecken.
Seit ca. Anfang der 5. Lebenswoche sporadischer Einsatz des BES (am Anfang mit Stillhütchen), das immer wieder (teilweise auch für mehrere Tage) ausgesetzt wurde, wenn unser Sohn zu nuckeln (kleiner Mund, fast kein Saugen, eher trinken am Schlauch wie am Strohhalm) schien. Nach Absetzen des BES scheint das Saugen an der Brust dann wieder nach 1-10 Stillsessions besser zu klappen.
Das BES ist ein tolles Hilfsmittel. Trinken am Strohhalm sollte es aber natürlich nicht sein. Die große Aufgabe ist also, die Nutzung zu optimieren, damit es Euch wirklich helfen kann.
In den letzten 5-6 Tagen vermehrt Einsatz des BES, weil es besser klappt. Wenn es irgendwie mit dem Schlauch nicht klappt oder unser Sohn langsam trinkt, wechseln wir noch zur Flasche.
Da wäre zukünftig Bechern oder Löffeln besser (s.o.).
Die Frage ist halt auch, ob unser Sohn richtig saugt. Wir haben den Eindruck, dass er beim reinen Stillen nicht so oft schluckt (zwischen: jedes 5. bis 15. Mal - mit BES schluckt er, wenn es gut läuft jedes 1.-4. Mal). Bei einem der Stilltreffs, bei dem meine Frau war, meinte eine Stillberaterin, sein Saugen sähe eigentlich nicht soo schlecht aus. Unsere Hebamme meinte das auch - sie meinte, unser Sohn wäre halt ein 'eher gemütlicher Trinker'.
Auch bei Babys gibt es schon Schnellesser und Genießer. Das ist völlig okay, wenn nach Bedarf gestillt wird.
Seit der Medela Calma Flasche scheint unser Sohn den Mund etwas weiter zu öffnen. Die Unterlippe ist meist schon etwas 'fischmundmäßig', die Oberlippe leider eher selten.
Die Lippen sollten nach außen gestülpt sein. Die Oberlippe kann man ggf. mit dem Finger oder einem Wattestäbchen sanft nach außen ziehen. Wichtig ist, dass das Baby den Mund weit auf macht und mehr als die Brustwarze im Mund hat. Wenn die Zunge dann noch über der Kauleiste liegt und Babys und Mamas Bauch aneinanderliegen, ist die Position optimal.
Not-Kaiserschnitt. Daraufhin Trennung von Mutter und Kind für 3 Tage – Intensivstation für das Kind samt Antibiotika-Gaben. Kind soweit gesund, aber mit 48 cm und 2360 g (nach ET geboren) recht klein. Das Kind erhielt die ersten vier Tage Pre.
Oje, da hattet Ihr aber einen schweren Start als Familie.
Meine Frau hat in den ersten Tagen (sporadisch?) abgepumpt (Medela Symphony), es kam aber kein Kolostrum oder Milch. Leider erinnern wir uns nicht mehr genau an die Pumphäufigkeit. Es war aber leider nicht so oft. Vielleicht 4 mal täglich? Evtl. auch weniger. Oder mal mehr? Keine Ahnung. Das Pumpen war auch eher lang als häufig. Auf jeden Fall kam es am 4. Tag zum Milcheinschuß.
Kolostrum verschwindet beim Pumpen in den Schläuchen, da sind die Mengen einfach zu gering zum Abpumpen.

Schade, dass Ihr nicht bezgl. Kolostrumgewinnung und Pumpmanagement beraten wurdet. Aber das lässt sich jetzt ja nicht mehr ändern.
Seither bis zum Anfang der 5. Lebenswoche 'Vollstillen' mit Stillhütchen. Kind wurde zunehmend unruhiger und ließ sich nur mit Stillen/Nuckeln an der Brust beruhigen. Entsprechend der Empfehlung unserer Hebamme stillten wir nach Bedarf. Es gab da zu der Zeit teilweise recht lange Pausen - wenn wir uns recht erinnern. Ein Mal (oder auch öfter?) sogar z.B. 6 Stunden. Teilweise war unser Sohn aber auch längere Zeit (ca. 1-3 Std.) oder immer mal wieder so über den ganzen Tag an der Brust. Allerdings nuckelte er wohl meist eher am Stillhütchen oder 'döste'. Er war vermutlich (zunehmend?) vergleichsweise schläfrig.
Die Stillfrequenz war wahrscheinlich zu niedrig. Bei den meisten gesunden Babys ist Stillen nach Bedarf nicht verbesserungswürdig. Bei schläfrigen Babys muss man jedoch zum Stillen animieren, wenn sie nicht gut gedeihen.
Der Stillstart macht uns mit am meisten Sorgen. Meine Frau hat gelesen, dass in den ersten Tagen/Wochen (Prolaktin ?-)Rezeptoren gebildet werden oder in ihrer Funktion erhalten bleiben (?) (oder so ?), wenn angemessen viel gestillt wird. Und dass in dieser Zeit offenbar die maximal zu bildende Muttermilchmenge bestimmt wird. So oder so ähnlich hatten wir das verstanden.
Es stimmt schon, dass die ersten Tage nach der Geburt wichtig für die Milchbildung sind. Das bedeutet aber nicht, dass es unmöglich ist, auch später noch zum Vollstillen zu kommen. Das belegen allein die vielen erfolgreichen Geschichten hier im SuT. Ich bin optimistisch, dass Deine Frau einen Großteil, wenn nicht sogar den ganzen Bedarf Eures Babys decken kann. Das wird etwas Geduld und Arbeit bedeuten. Es lohnt sich aber. :)
Ausserdem sind die Abpumpmengen bei meiner Frau generell nicht groß.
Ich kenne Frauen, die vollstillen und nicht so viel pumpen können wie Deine Frau. Die Pumpe schafft auch nie die Brust so effektiv zu stimulieren wie ein gut saugendes Baby. Von daher ist es ein eine tolle Ergänzung, aber keine Voraussetzung für die Milchbildung.

Wie sieht denn das aktuelle Pumpmanagement aus?
Schnuller:
Wenn es gaar nicht anders ging: ab und zu. Seit ca. Woche 7 nach der Geburt gar nicht mehr.
Super.
Flasche:
Seit dem Aufenthalt in der Kinderklinik Flasche mit Nuk-Sauger
Seit ca. 6. Woche: Medela-Calma (leider ja auch nicht stillfreundlicher als andere :? )
Ja, auch wenn die Werbung anderes behauptet. :|
Stillhütchen:
Seit Stillbeginn (also ab Milcheinschuss) bis ca. 7.Woche, dann gar nicht mehr.
Das habt Ihr toll gemacht. :)
Beim Osteopathen waren wir 2x. Nach dem ersten Mal trank unser Kind erstmalig pötzlich 20 Minuten am Stück an der Brust – ohne Stillhütchen. Bis dahin gab es bereits in den Tagen vorher einige Versuche mit einigen Saugzügen direkt an der Brust, aber nicht so lange.
Das klingt doch gut. An was hat der Osteopath gearbeitet? Sind weitere Behandlungen geplant?
Bei der Mutter: Normwertig eingestellte Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto). Einnahme von L-Thyroxin
Wurde nach der Geburt neue Werte erhoben und die Dosis angepasst?
Aus der linken Brust kommt weniger Milch: sie ist etwas kleiner und unser Sohn wurde dort tendenziell weniger angelegt, weil es ihm dort von Anfang an etwas schwerer fiel.
Es ist ganz normal, dass die Seiten nicht gleich stark sind.
Ausserdem: Einnahme von Bockshornklee-Kapseln ca. 2-3 x3 Kapseln tägl. (Pandalis)
Finde ich gut, wenn die Dosis stimmt (s.o.). Evtl. wollt Ihr auf ein günstigeres Präparat wechseln? Die aktuellen sind nicht besser als andere und Deine Frau wird wohl noch einige Zeit welche nehmen. Wir schleichen sie erst bei guter Zunahme unter Vollstillen aus (außer Ihr wünscht es anders!).
Gewichtsentwicklung:

13.1. 2360g Geburt KH
17.1. 2370g Entlassung Kinderklinik
18.1. 2360g Entlassung KH
25.1. 2385g einzige Messung Hebamme (ab hier eigene Messungen mit geliehener SECA-Waage)
8.2. 2350g
13.2. 2460g nach 2 Tagen Zufüttern und ersten BES-Einsatz, kurz vor Kinderklinik-Wochenende
16.2. 2610g bei Entlassung Kinderklinik-Wochenende, aber hier "massiv" per Nuk-Babyflasche zugefüttert.
19.2. 2800g
25.2. 3000g
8.3. 3490g
17.3. 3900g
29.3. 4330g
2.4. 4520g
Da Euer Baby von Anfang an PRE bekam ist eine Bewertung des Stillens natürlich nicht möglich. Unterm Strich hat Euer Baby bis jetzt gut zugenommen, wobei die Zunahme unter Vollstillen sehr gering war und unter Zufütterung eher hoch.

Wichtig ist, zunächst einmal eine feste Zufüttermenge zu finden, mit der Euer Baby gut gedeiht, aber nicht überfüttert wird. Und in dem Zusammenhang natürlich das Funktionieren des BES-Stillens.
Meine Frau pumpt seit der 4. Woche ab. (Medela Symphony aus der Apotheke.) Die Pumphäufigkeit variiert leider sehr zwischen ca. 4 und 12 mal. Meist so 10-15 Minuten, manchmal auch 5, 20, 30 oder 60 Minuten. Die jeweilige Abpumpmengen (links und rechts zusammen) variieren zwischen 15 und 55 ml.
Da sollte wahrscheinlich auch systematischer vorgegangen werden, oder?
Welches Vorgehen würdest du beim Abpumpen empfehlen? Wie häufig, wie lange? Welche Abstände?
Bevor ich da Tipps gebe: Möchte Deine Frau Pumpen? Ich persönlich würde den Schwerpunkt eher auf die gute Nutzung des BES legen. Dann stimuliert Euer Baby direkt und trinkt selbst die Milch, die Deine Frau u.U. mit viel Mühe abpumpen würde.
Auch Stillzeiten variieren situationsabhängig (Termine, Motivationstief etc.) bei uns ja leider sehr. Ebenso sind die Zufüttermengen und -zeiten 'nach Bedarf'. Sollten wir da auch strukturierter vorgehen? Mehr Kontinuität wäre wahrscheinlich wünschenswert, oder?
Nach Bedarf hat bei Euch ja leider nicht funktioniert. Wenn sie wieder vollstillen, kann man einen neuen Versuch wagen. Bis daher braucht Euer Baby etwas Unterstützung.

Meine Empfehlungen:
- 10-12 x stillen in 24 h
- tags alle 2h, nachts alle 3h (dazu auch wecken: Tipps für schläfrige Babys)
- effektive Stillmahlzeiten von 20-30 min
- 600 ml Zufüttermenge gleichmäßig über den Tag verteilt (z.B. 10x 60ml)
- Wechselstillen
- Brustkompression
- keine künstlichen Sauger
- keine anderen Flüssigkeiten

Zur Begleitung benötige ich täglich:
- das Gewicht (immer unter gleichen Bedingungen)
- die Stillfrequenz
- die BESfrequenz
- die Zufüttermenge (PRE & MuMi)
- die Windelzahl (alle mit Stuhl als Stuhlwindel, alle nur nassen als Pipiwindel)

Die Dokumentation sähe dann so aus:

02.04. 3050 g Geburt KH
05.04. 2800 g Entlassung KH
09.04. 2900 g Hebamme
15.04. 3060 g Hebamme
16.07. 3100 g, 11x gestillt (davon 4x BES), 150 ml PRE, 50 ml MuMi, 5x Pipi, 0x Stuhl


Was haltet Ihr davon?
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
AP estab. 2009, 2011 & 2014
stillwunsch
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Re: Probleme mit dem BES: Nuckeln statt Saugen

Beitrag von stillwunsch »

Hallo Teazer! :)

Vielen Dank für die schnelle, lange Antwort!! Und so viele hilfreiche Infos darin! Hab vielen lieben Dank :-)

Das dürfte der Tagesbedarf Eures Babys sein. Die große Spannbreite könnte auf die Nutzung der Flasche zurückzuführen sein, denn der Sauger animiert Babys manchmal "über den Durst" zu trinken. Dafür spricht auch die sehr starke Zunahme der letzten Wochen.
Ist es problematisch, wenn er zu viel trinkt bzw. zu schnell zunimmt? Wir denken manchmal, dass er, weil er in den ersten Wochen oft so hungrig zu sein schien, nun immer noch das Gefühl hat 'nicht genug' zu bekommen und deswegen dann oft 'über den Durst' trinkt.

Bocks hilft vielen Frauen sehr gut. Wichtig ist, die individuell korrekte Dosis herauszufinden und diese täglich einzunehmen. Die korrekte Dosis erkennt man daran, dass Schweiß und Urin leicht nach Ahorn (manche sagen auch Curry) riechen. Ist das bei Deiner Frau so?
Können wir im Moment noch nicht sagen. Achten wir aber mal drauf.
das alles ist aber irgendwie auch manchmal schwierig zu unterscheiden, was „Stillen“ und was „Nuckeln“ ist - wir zählen also auch das Nuckeln meistens bereits mit dazu.
Das Nuckeln ist wichtig für Euer Baby, aber auch für die Milchbildung, selbst wenn es nur trocken ist.
Interessant! Was genau hat denn einen Effekt auf die Milchbildung? Das Entleeren der Brust? Die mechanische Reizung der Brustwarzen bzw.-hofes? Meine Frau hat oft Sorge, dass unser Sohn die Brust nicht genügend stimuliert und entscheidet sich zwischen Nuckeln und Pumpen dann tendenziell eher fürs Pumpen. Andersrum wäre es ihr natürlich lieber.

In der nächsten Zeit werden wir nicht darum herum kommen, konsequent alle Sauger wegzulassen. Ein Wechseln erschwert die Rückführung zur Brust und das Steigern der Milchbildung selbst dann, wenn keine klassische Saugverwirrung vorliegt.
Wahrscheinlich kann unser Sohn effektiver an der Brust saugen, wenn er sich nur auf die Brust konzentrieren kann, oder? Im Moment toleriert er Brust und Calma gleichermaßen. Naja zumindest nach aussen hin. Er selbst empfindet es evtl. ja schon als Erschwernis.

Wenn er vor einiger Zeit manchmal den Anfang an der Brust nicht gefunden hat, haben wir ihm ein paar Sekunden den Calma (oder einen Finger) angeboten. Daraufhin ist es ihm dann leichter gefallen an der Brust anzudocken. Insofern fanden wir den Calma vorübergehend auch ganz hilfreich, zumal er seit dem Calma auch den Mund etwas weiter zu öffnet scheint. Aber klar: Wir wollen auf jeden Fall auch weg vom Sauger.

In der nächsten Zeit sollte das Stillen tagsüber nach 2h und nachts nach 3h aktiv angeboten werden (jeweils von Stillbeginn zu Stillbeginn gerechnet). Dazu auch wecken.
Alles klar. Auf 10-12 Stillmahlzeiten zu kommen ist auch unser Ziel. Die zwei Tage vor dem Aufenthalt in der Kinderklinik hatten wir auf Empfehlung der Stillberaterin auch probiert auf
2 Std-Abstände tagsüber und 3 Std- Abstände nachts zu kommen. Da hatte es aber alles noch nicht so geklappt.

Das BES ist ein tolles Hilfsmittel. Trinken am Strohhalm sollte es aber natürlich nicht sein. Die große Aufgabe ist also, die Nutzung zu optimieren, damit es Euch wirklich helfen kann.
Ja, er trinkt auch nicht immer wie am Strohhalm. Gerade in letzter Zeit ist es besser geworden. Aber er saugt auf jeden Fall beim Einsatz des BES nicht so stark an der Brust wie 'ohne BES'. In den letzten Tagen lässt er beim Stillen ohne BES die Brust los bzw. reisst seinen Mund kraftvoll von der Brust weg. Wir haben den Eindruck, dass er dann die zusätzliche Milch aus dem Schlauch vermisst. Müssen wir mal weiter beobachten.
In den letzten 5-6 Tagen vermehrt Einsatz des BES, weil es besser klappt. Wenn es irgendwie mit dem Schlauch nicht klappt oder unser Sohn langsam trinkt, wechseln wir noch zur Flasche.
Da wäre zukünftig Bechern oder Löffeln besser (s.o.).
Alles klar! Wäre da der Trinkbecher oder der Softcup von Medela zu empfehlen?

Die Lippen sollten nach außen gestülpt sein. Die Oberlippe kann man ggf. mit dem Finger oder einem Wattestäbchen sanft nach außen ziehen. Wichtig ist, dass das Baby den Mund weit auf macht und mehr als die Brustwarze im Mund hat. Wenn die Zunge dann noch über der Kauleiste liegt und Babys und Mamas Bauch aneinanderliegen, ist die Position optimal.
Von sich aus hat er, so wie wir das in Erinnerung haben, die Oberlippe selten oder noch nie nach aussen gestülpt. Meine Frau zieht die Oberlippe aber manchmal mit dem Finger sanft nach aussen. Das mit dem Wattestäbchen ist ein guter Hinweis! Danke! Werden wir mal probieren! Bauch an Bauch probiert meine Frau meist hinzubekommen. Ob die Zunge über der Kauleiste liegt, können wir irgendwie nie so recht sehen. Gibt es da einen Trick das erkennen zu können?

Not-Kaiserschnitt. Daraufhin Trennung von Mutter und Kind für 3 Tage – Intensivstation für das Kind samt Antibiotika-Gaben. Kind soweit gesund, aber mit 48 cm und 2360 g (nach ET geboren) recht klein. Das Kind erhielt die ersten vier Tage Pre.
Oje, da hattet Ihr aber einen schweren Start als Familie.
Leider ja!

Schade, dass Ihr nicht bezgl. Kolostrumgewinnung und Pumpmanagement beraten wurdet. Aber das lässt sich jetzt ja nicht mehr ändern.
Nur interessehalber - für eine eventuelle nächste Geburt: Falls es wieder Komplikationen geben sollte und Pumpen nötig wird: Wie gewinnt frau am besten Kolostrum bzw. wie oft sollte in den ersten Tagen abgepumpt werden?

Seither bis zum Anfang der 5. Lebenswoche 'Vollstillen' mit Stillhütchen. Kind wurde zunehmend unruhiger und ließ sich nur mit Stillen/Nuckeln an der Brust beruhigen. Entsprechend der Empfehlung unserer Hebamme stillten wir nach Bedarf. Es gab da zu der Zeit teilweise recht lange Pausen - wenn wir uns recht erinnern. Ein Mal (oder auch öfter?) sogar z.B. 6 Stunden. Teilweise war unser Sohn aber auch längere Zeit (ca. 1-3 Std.) oder immer mal wieder so über den ganzen Tag an der Brust. Allerdings nuckelte er wohl meist eher am Stillhütchen oder 'döste'. Er war vermutlich (zunehmend?) vergleichsweise schläfrig.
Die Stillfrequenz war wahrscheinlich zu niedrig.
Zu niedrig fürs angemessene Gedeihen oder auch für eine langfristig ausreichende Milchbildung?

Ich kenne Frauen, die vollstillen und nicht so viel pumpen können wie Deine Frau. Die Pumpe schafft auch nie die Brust so effektiv zu stimulieren wie ein gut saugendes Baby. Von daher ist es ein eine tolle Ergänzung, aber keine Voraussetzung für die Milchbildung.
Ja, dass hatte meine Frau hier auch gelesen. Aber ist es nicht so, dass bei Frauen, die generell nicht viel abpumpen können, durchgängig wenig Milch abgepumpt werden kann? Bei meiner Frau ist es so, dass wenn die Pumpfrequenz höher ist, wird auch die Menge der abgepumpten Milch mehr. (Meist mit Verschiebung von 1-2 Tagen.) Insofern haben wir den Eindruck, dass die abgepumpte Menge schon etwas über die vorhandene Milchmenge aussagt.
Das klingt doch gut. An was hat der Osteopath gearbeitet? Sind weitere Behandlungen geplant?
Es war irgendeine Blockade. Laut Befund: Kondyläres Problem rechts. Er sagte jedenfalls, dass es ihn nicht wundert, dass unser Sohn mit der Blockade nicht richtig an der Brust trinken konnte.

Und nein, eigentlich ist keine weitere Behandlung geplant. Wir waren aber in dieser Woche nochmal bei einem anderen Osteopathen (beim ersten gabs keine freien Termine), weil unser Sohn den Rücken manchmal so überstreckt. Dieser Osteopath meinte, es läge an der Verdauung, sonst sei alles eigentlich okay.

Gibt es eigentlich eine Pre-Milch, die aus deiner Sicht zu bevorzugen ist? Sollten wir da wechseln?

Bei der Mutter: Normwertig eingestellte Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto). Einnahme von L-Thyroxin
Wurde nach der Geburt neue Werte erhoben und die Dosis angepasst?
Sollte entsprechend der Blutwerte angepasst werden. Die Ärztin hielt die Blutwerte dann aber für ok und hat empfohlen nichts zu ändern.

Die letzten Schilddrüsen-Werte von Anfang/Mitte Februar:
FT3=3.1; FT4=1.5; TSHB=0.39;

Ausserdem: Einnahme von Bockshornklee-Kapseln ca. 2-3 x3 Kapseln tägl. (Pandalis)
Finde ich gut, wenn die Dosis stimmt (s.o.). Evtl. wollt Ihr auf ein günstigeres Präparat wechseln? Die aktuellen sind nicht besser als andere und Deine Frau wird wohl noch einige Zeit welche nehmen. Wir schleichen sie erst bei guter Zunahme unter Vollstillen aus (außer Ihr wünscht es anders!).
Ja, gerne wechseln wir auf ein günstigeres Präparat. Wie heißt es? Hat Bockshornklee eigentlich Nebenwirkungen?

Wichtig ist, zunächst einmal eine feste Zufüttermenge zu finden, mit der Euer Baby gut gedeiht, aber nicht überfüttert wird.
Alles klar. Hört sich gut an. Wir hoffen, dass unser Sohn sich nicht schon angewöhnt hat gierig und viel zu trinken.

Bevor ich da Tipps gebe: Möchte Deine Frau Pumpen? Ich persönlich würde den Schwerpunkt eher auf die gute Nutzung des BES legen. Dann stimuliert Euer Baby direkt und trinkt selbst die Milch, die Deine Frau u.U. mit viel Mühe abpumpen würde.
Nein, meine Frau pumpt nicht gerne und wäre froh, darauf verzichten oder es runterfahren zu können. Sie wäre sehr froh stattdessen ihre Energie auf den Einsatz des BES konzentrieren zu können. Sie hat nur Sorge, dass unser Sohn die Brust evtl. zu wenig stimuliert.

Meine Empfehlungen:
- 10-12 x stillen in 24 h
- tags alle 2h, nachts alle 3h (dazu auch wecken: Tipps für schläfrige Babys)
- effektive Stillmahlzeiten von 20-30 min
- 600 ml Zufüttermenge gleichmäßig über den Tag verteilt (z.B. 10x 60ml)
- Wechselstillen
- Brustkompression
- keine künstlichen Sauger
- keine anderen Flüssigkeiten

Zur Begleitung benötige ich täglich:
- das Gewicht (immer unter gleichen Bedingungen)
- die Stillfrequenz
- die BESfrequenz
- die Zufüttermenge (PRE & MuMi)
- die Windelzahl (alle mit Stuhl als Stuhlwindel, alle nur nassen als Pipiwindel)

(...)

Was haltet Ihr davon?
Das hört sich wirklich gut an! :) Das können wir uns sehr gut vorstellen!

Wann immer wir versucht haben strukturierter vorzugehen, hat das in der Umsetzung oft nicht so geklappt. Wir könnten uns vorstellen, dass es manchmal schwierig werden wird, dass unser Sohn die kompletten 60 ml auch trinkt oder auch, dass ihm das manchmal gaar nicht reichen wird und er danach lauthals schreiend mehr verlangt. Aber wir wollen das auf jeden Fall versuchen. Wahrscheinlich wird es am Anfang schwierig sein und sich dann etwas einpendeln.
Die Struktur würde unserem Sohn (und auch uns) sicher gut tun.

Was meinst du mit: "keine anderen Flüssigkeiten"?


Vielen Dank auch für deine Einschätzung zur Möglichkeit des (Fast-)Vollstillens bzw. die Info wie hier die Erfahrungen so sind. Vollstillen scheint uns in unserem Fall oft in weiter Ferne bzw. absolut unmöglich und zwischendurch fehlt uns die Perspektive. Wir sind dann manchmal frustriert und wollen aufgeben. Aber wenn es die Möglichkeit des Vollstillen tatsächlich geben sollte, wollen wir das auf jeden Fall nicht unversucht lassen. Selbst wenn kleinere Mengen Zufüttern immer notwendig bleiben, wäre das für uns schon ein Erfolg.


Also: Wir würden das wirklich gerne so angehen! Samstag und Sonntag ist es bei uns allerdings organisatorisch nicht ganz so einfach. Wir würden wenn möglich das 'Programm' gerne erst am Ostermontag beginnen. Wäre das ok für dich?

Und nochmal vielen Dank für die vielen Infos! :D
delfinstern
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Re: Probleme mit dem BES: Nuckeln statt Saugen

Beitrag von delfinstern »

Was meinst du mit: "keine anderen Flüssigkeiten"?
Damit ist Tee, Wasser, etc gemeint. Einem Baby reicht Muttermilch bzw. Pre vollkommen.
Ich finde es klasse, wenn sich der Mann dafür einsetzt :)
Liebe Grüße
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Re: Probleme mit dem BES: Nuckeln statt Saugen

Beitrag von Teazer »

Ich antworte später ausführlich, muss Frühstück machen. :)
stillwunsch hat geschrieben:Die letzten Schilddrüsen-Werte von Anfang/Mitte Februar:
FT3=3.1; FT4=1.5; TSHB=0.39;
Der TSH war an der Grenze zur Überfunktion, das kann aber okay sein. Habt Ihr das Laborblatt vorliegen? Wichtig sind zur Auswertung der freien Werte die laborspezifischen Referenzbereiche.

Ist Deine Frau bei ihrem Gyn diesbezüglich in Behandlung oder beim Facharzt/-ärztin?

Musste sie in der Schwangerschaft höher dosieren als vorher? Hatte sie direkt nach der Geburt eine Dosisanpassung? Wann soll sie denn wieder zur Kontrolle?
Samstag und Sonntag ist es bei uns allerdings organisatorisch nicht ganz so einfach. Wir würden wenn möglich das 'Programm' gerne erst am Ostermontag beginnen. Wäre das ok für dich?
Aber natürlich. :)
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Re: Probleme mit dem BES: Nuckeln statt Saugen

Beitrag von Teazer »

Okay, mein Mann musste ran; mein Baby ist beim Stillen eingeschlafen. :-)
stillwunsch hat geschrieben:Ist es problematisch, wenn er zu viel trinkt bzw. zu schnell zunimmt? Wir denken manchmal, dass er, weil er in den ersten Wochen oft so hungrig zu sein schien, nun immer noch das Gefühl hat 'nicht genug' zu bekommen und deswegen dann oft 'über den Durst' trinkt.
Wenn er zu viel trinkt, nimmt er mehr zu als seine Gene ihm vorgeben. Das ist nicht gesund. Und da Formula ohnehin mit Übergewicht bis ins Erwachsenenalter in Verbindung gebracht wird, sollte nur so viel zugefüttert werden, wie wirklich benötigt.

Unabhängig davon reduziert jeder Milliliter PRE das Aufnahmevermögen von Muttermilch. Ein pappsattes Baby macht eine längere Pause bis zur nächsten Nahrungsaufnahme als ein Baby, das einfach gut gesättigt ist.
Können wir im Moment noch nicht sagen. Achten wir aber mal drauf.
Wenn Ihr es nicht riecht, ist die Dosis der Bockshornkleesamen zu gering.
Was genau hat denn einen Effekt auf die Milchbildung? Das Entleeren der Brust? Die mechanische Reizung der Brustwarzen bzw.-hofes? Meine Frau hat oft Sorge, dass unser Sohn die Brust nicht genügend stimuliert und entscheidet sich zwischen Nuckeln und Pumpen dann tendenziell eher fürs Pumpen. Andersrum wäre es ihr natürlich lieber.
Beides ist wichtig. Die Entleerung der Brust zeigt dem Körper den Bedarf an. Wird wenig entleert, wird wenig produziert und umgekehrt. Der Haut-/Körperkontakt beim Stillen sorgt allerdings für Hormonausschüttungen und gibt Eurem Sohn die Möglichkeit zu üben.

Das Gute am BES ist, dass Stillen und Zufüttern verbunden werden. Da es jedoch auch einen gewissen Mehraufwand beinhaltet, möchte ich ausloten, ob die Zusatzbelastung durch das Pumpen eine Berechtigung hat. Da Deine Frau das BES fürs Erste häufig nutzen muss, würde ich lieber gucken, ob Euer Sohn gut an die Brust geht. Unterm Strich ist das nämlich wirkungsvoller als die Pumpe. Sollte sich herausstellen, dass er nicht gut an die Brust geht, können wir die Strategie natürlich noch einmal überdenken.
Wahrscheinlich kann unser Sohn effektiver an der Brust saugen, wenn er sich nur auf die Brust konzentrieren kann, oder?
Genau.
Die zwei Tage vor dem Aufenthalt in der Kinderklinik hatten wir auf Empfehlung der Stillberaterin auch probiert auf
2 Std-Abstände tagsüber und 3 Std- Abstände nachts zu kommen. Da hatte es aber alles noch nicht so geklappt.
Es dauert immer etwas, bis sich Neues einspielt. Irgendwann wird er sich von selbst melden. :)
Aber er saugt auf jeden Fall beim Einsatz des BES nicht so stark an der Brust wie 'ohne BES'. In den letzten Tagen lässt er beim Stillen ohne BES die Brust los bzw. reisst seinen Mund kraftvoll von der Brust weg. Wir haben den Eindruck, dass er dann die zusätzliche Milch aus dem Schlauch vermisst. Müssen wir mal weiter beobachten.
Das liest sich für mich eher nach einer klassischen Saugverwirrung. Mit BES bleibt er wegen des von der Flasche gewöhnten sofortigen Milchflusses am Ball, ohne reagiert er wie die meisten saugverwirrten Babys mit Ungeduld.
Alles klar! Wäre da der Trinkbecher oder der Softcup von Medela zu empfehlen?
Es geht jeder Becher, manche benutzen auch Schnapsgläser. Die speziellen Trinkbecher sind einfach etwas komfortabler und der Softcup ist quasi die Luxusklasse. Ihr müsst gucken, was für Euch passt. Ich hoffe ja, dass es bald ausschließlich mit dem BES klappt.
Von sich aus hat er, so wie wir das in Erinnerung haben, die Oberlippe selten oder noch nie nach aussen gestülpt.
Das ist bei meiner Kleinen auch so. :)
Bauch an Bauch probiert meine Frau meist hinzubekommen.
Das ist bei kleinen Babys sehr wichtig, weil sie sonst gar nicht ordentlich saugen und schlucken können.
Ob die Zunge über der Kauleiste liegt, können wir irgendwie nie so recht sehen. Gibt es da einen Trick das erkennen zu können?
Deine Frau kann das an den Mundwinkeln beobachten. Die Zunge blitzt da immer mal wieder auf.
Nur interessehalber - für eine eventuelle nächste Geburt: Falls es wieder Komplikationen geben sollte und Pumpen nötig wird: Wie gewinnt frau am besten Kolostrum bzw. wie oft sollte in den ersten Tagen abgepumpt werden?
Im Normallfall ist das nicht nötig. Meine Kollegin Mondenkind hat die Frage hier beantwortet: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 3#p4024943.
Teazer hat geschrieben:Die Stillfrequenz war wahrscheinlich zu niedrig.
Zu niedrig fürs angemessene Gedeihen oder auch für eine langfristig ausreichende Milchbildung?
Fürs Gedeihen. Über die Auswirkungen auf die langfristige Milchbildung zu reden, wäre reine Spekulation. Fakt ist: Deine Frau hat in dem sensiblen Zeitfenster der ersten Wochen gestillt und damit ein gutes Fundament für ihre Milchbildung gelegt. :)
Aber ist es nicht so, dass bei Frauen, die generell nicht viel abpumpen können, durchgängig wenig Milch abgepumpt werden kann?
Nicht unbedingt. Auch das Pumpmanagenent kann optimiert werden. Das hilft Frauen, die nicht Pumpen können, aber auch nicht.
Bei meiner Frau ist es so, dass wenn die Pumpfrequenz höher ist, wird auch die Menge der abgepumpten Milch mehr. (Meist mit Verschiebung von 1-2 Tagen.) Insofern haben wir den Eindruck, dass die abgepumpte Menge schon etwas über die vorhandene Milchmenge aussagt.
Nein, das zeigt nur, dass sie durchs Pumpen ihre Milchproduktion erhöht hat. Es sagt aber rein gar nichts darüber aus, wieviel Milch Euer Baby aus der Brust bekommt, ob mehr oder weniger als die Pumpe. Deswegen lassen wir die Pumpmenge bei der Beurteilung des Gedeihens außen vor.
Gibt es eigentlich eine Pre-Milch, die aus deiner Sicht zu bevorzugen ist? Sollten wir da wechseln?
Wenn er sie gut verträgt: Nein.
Ja, gerne wechseln wir auf ein günstigeres Präparat. Wie heißt es?
Da gibt es verschiedene. Einfach googeln. :)
Hat Bockshornklee eigentlich Nebenwirkungen?
Asthmasymptome können verstärkt werden, anaphylaktische Reaktionen sind beschrieben worden. Vorsicht ist bei Diabetikerinnen angezeigt, denn Bocks kann Hypoglykämien ausgelöst werden. Eine Gewichtszunahme ist auch möglich.
Alles klar. Hört sich gut an. Wir hoffen, dass unser Sohn sich nicht schon angewöhnt hat gierig und viel zu trinken.
Gewohnheiten kann man ändern. Und wir lassen ihn ja nicht hungern. Er bekommt bloß häufiger, kleinere Portionen, ganz wie es von Mutter Natur vorgesehen ist.
Nein, meine Frau pumpt nicht gerne und wäre froh, darauf verzichten oder es runterfahren zu können. Sie wäre sehr froh stattdessen ihre Energie auf den Einsatz des BES konzentrieren zu können. Sie hat nur Sorge, dass unser Sohn die Brust evtl. zu wenig stimuliert.
Die Sorge kann ich verstehen. Aber deshalb beobachten wir ja ganz genau das Gewicht und die Ausscheidungen. Und wir werden immer Rücksprache halten.
Wir könnten uns vorstellen, dass es manchmal schwierig werden wird, dass unser Sohn die kompletten 60 ml auch trinkt oder auch, dass ihm das manchmal gaar nicht reichen wird und er danach lauthals schreiend mehr verlangt. Aber wir wollen das auf jeden Fall versuchen. Wahrscheinlich wird es am Anfang schwierig sein und sich dann etwas einpendeln.
Die 60 ml sind mit 3 Monaten eine durchschnittlich große Mahlzeitenmenge. Wird sie unterschritten, dann bietet Ihr später mehr an, ist mal etwas mehr nötig, dann füttert ihr bei einer anderen Mahlzeit weniger. Es geht um die Gesamttagesmenge. Für ein paar Tage bleiben wir dabei um zu sehen, ob die Menge passt und dann gehen wir an die Reduktion.
Die Struktur würde unserem Sohn (und auch uns) sicher gut tun.
Diese Struktur ist in Eurer Situation wichtig für den Weg zum Vollstillen. Danach ist Stillen nach Bedarf das Ziel.
Selbst wenn kleinere Mengen Zufüttern immer notwendig bleiben, wäre das für uns schon ein Erfolg.
Das ist die perfekte Einstellung! Und geringe Mengen PRE sind ab Beikostreife auch schnell mit hochkalorischer Beikost ersetzt. :D

----------------

Ich finde Dein Engagement total klasse! Stillbabys brauchen ihre Väter, denn nur mit genügend Unterstützung der Mutter kann das Stillen funktionieren, insbesondere bei Fällen wie Eurem.

Es ist jetzt aber wirklich wichtig, dass ich Deine Frau im O-Ton lese, denn Vieles kann nur die Stillende präzise beschreiben und oft ist es auch das zwischen den Zeilen Gelesene, das den Ausschlag für ein Gelingen gibt.

Ab jetzt wird es nicht nur um Daten und die Beantwortung von Sachfragen gehen, sondern auch um die Körperwahrnehmung Deiner Frau, ihren Blickwinkel beim Stillen und feinste Gefühlsnuancen, die beim Formulieren durch Dritte einfach verloren gehen. Ich hoffe, das kannst Du nachvollziehen.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: Probleme mit dem BES: Nuckeln statt Saugen

Beitrag von stillwunsch »

Hallo und frohe Ostern! :)

Entschuldige, dass ich mich jetzt erst wieder melde. Am Wochenende waren wir auf einem Familientreffen.

Die letzten vier Beiträge hatte ich immer schon mit meiner Frau gemeinsam verfasst. Vieles kann ich alleine ja auch gar nicht so gut beantworten. Aber stimmt, es ist sicher besser, wenn sie sich direkt nochmal zu Wort meldet. Dann kannst du besser erkennen, was von mir und was von ihr kommt.
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Re: Probleme mit dem BES: Nuckeln statt Saugen

Beitrag von huetchen »

Hallo Teazer und alle anderen, :)

Hier ist nun die Mama von dem kleinen Menschen, um den es hier geht! :D

Erstmal: Hab vielen Dank für deine Unterstützung! :) Das ist uns viel wert und ich freu mich total, dass wir jetzt etwas Orientierung haben, nachdem wir uns die letzten Wochen manchmal ein bisschen im Kreis gedreht haben.

Ich meld mich später nochmal.

Nur ganz kurz:
Wir haben heute Nacht um 1 h mit unserem 'Programm' angefangen und es hat bisher erstaunlich gut geklappt. :) Bechern war bis jetzt nicht notwendig. Wir hatten auch eher vermutet, dass unserm Sohn die 60 ml zu wenig als zu viel sind und waren drauf eingestellt, dass er heute dann vielleicht insgesamt unruhiger sein würde. Mein Mann stand schon immer mit der Tragehilfe bereit. :wink: Aber bisher ist unser Sohn heute ganz zufrieden. Mal sehen wie es weiter geht. Wir werden berichten.
viele Grüße
vom huetchen


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Re: Probleme mit dem BES: Nuckeln statt Saugen

Beitrag von Teazer »

Super! Herzlich willkommen huetchen. :)

Wichtig ist, dass Ihr weiterhin auf Euer Bauchgefühl hört. Nicht jedes Weinen nach einer Mahlzeit ist Hunger. Aber da müsst Ihr immer neu drauf gucken. Das ist ja unabhängig davon, ob mit oder ohne BES gestillt wird.
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Re: Probleme mit dem BES: Nuckeln statt Saugen

Beitrag von huetchen »

Hallo Teazer
Teazer hat geschrieben:Okay, mein Mann musste ran; mein Baby ist beim Stillen eingeschlafen. :-)
....:-)

Wenn er zu viel trinkt, nimmt er mehr zu als seine Gene ihm vorgeben. Das ist nicht gesund. Und da Formula ohnehin mit Übergewicht bis ins Erwachsenenalter in Verbindung gebracht wird, sollte nur so viel zugefüttert werden, wie wirklich benötigt.

Unabhängig davon reduziert jeder Milliliter PRE das Aufnahmevermögen von Muttermilch. Ein pappsattes Baby macht eine längere Pause bis zur nächsten Nahrungsaufnahme als ein Baby, das einfach gut gesättigt ist.
OK, ja, das macht Sinn. Wir hoffen, dass unser Sohn nicht schon bereits zu stark auf 'gierig' geprägt ist.

Können wir im Moment noch nicht sagen. Achten wir aber mal drauf.
Wenn Ihr es nicht riecht, ist die Dosis der Bockshornkleesamen zu gering.
Ich muss da nochmal schauen. Ich glaub ich hab da schon mal was wahrgenommen. Aber ob das Ahornsirup ist? Ich hatte jetzt in den letzten 2-3 Tagen nur 2x3 genommen. Werde ich jetzt wieder auf 3x3 steigern und schauen.

Das Gute am BES ist, dass Stillen und Zufüttern verbunden werden. Da es jedoch auch einen gewissen Mehraufwand beinhaltet, möchte ich ausloten, ob die Zusatzbelastung durch das Pumpen eine Berechtigung hat. Da Deine Frau das BES fürs Erste häufig nutzen muss, würde ich lieber gucken, ob Euer Sohn gut an die Brust geht. Unterm Strich ist das nämlich wirkungsvoller als die Pumpe. Sollte sich herausstellen, dass er nicht gut an die Brust geht, können wir die Strategie natürlich noch einmal überdenken.
Ist es also schon jetzt am Anfang okay, gar nicht mehr zu pumpen? Ich mache mir halt Gedanken, ob das Nicht-Pumpen grundsätzliche und langfristige negative Folgen haben kann. Falls nicht, könnte ich dann ja einfach wieder mit dem Pumpen einsteigen, sobald sich zeigen sollte, dass es notwendig ist.

Aber er saugt auf jeden Fall beim Einsatz des BES nicht so stark an der Brust wie 'ohne BES'. In den letzten Tagen lässt er beim Stillen ohne BES die Brust los bzw. reisst seinen Mund kraftvoll von der Brust weg. Wir haben den Eindruck, dass er dann die zusätzliche Milch aus dem Schlauch vermisst. Müssen wir mal weiter beobachten.
Das liest sich für mich eher nach einer klassischen Saugverwirrung. Mit BES bleibt er wegen des von der Flasche gewöhnten sofortigen Milchflusses am Ball, ohne reagiert er wie die meisten saugverwirrten Babys mit Ungeduld.
Alles klar. Dann ist es ja auf jeden Fall um so besser, dass wir nun versuchen vom Sauger weg zu kommen.

Alles klar! Wäre da der Trinkbecher oder der Softcup von Medela zu empfehlen?
Es geht jeder Becher, manche benutzen auch Schnapsgläser. Die speziellen Trinkbecher sind einfach etwas komfortabler und der Softcup ist quasi die Luxusklasse. Ihr müsst gucken, was für Euch passt. Ich hoffe ja, dass es bald ausschließlich mit dem BES klappt.
Wir haben uns am Samstag den Medela Trinkbecher aus der Apotheke besorgt, Eierbecher und Schnapsglas haben wir hier auch bereit stehen, das Bechern war aber bis jetzt noch nicht nötig.

Bauch an Bauch probiert meine Frau meist hinzubekommen.
Das ist bei kleinen Babys sehr wichtig, weil sie sonst gar nicht ordentlich saugen und schlucken können.
Ich habe mittlerweise ein MyBrestFriend-Stillkissen und damit klappt das eigentlich ganz gut.

Ob die Zunge über der Kauleiste liegt, können wir irgendwie nie so recht sehen. Gibt es da einen Trick das erkennen zu können?
Deine Frau kann das an den Mundwinkeln beobachten. Die Zunge blitzt da immer mal wieder auf.
Bisher kann ich da noch nichts sehen, achte aber weiter darauf.

Aber ist es nicht so, dass bei Frauen, die generell nicht viel abpumpen können, durchgängig wenig Milch abgepumpt werden kann?
Nicht unbedingt. Auch das Pumpmanagenent kann optimiert werden. Das hilft Frauen, die nicht Pumpen können, aber auch nicht.
Ah, ok, das ist interessant!

Bei meiner Frau ist es so, dass wenn die Pumpfrequenz höher ist, wird auch die Menge der abgepumpten Milch mehr. (Meist mit Verschiebung von 1-2 Tagen.) Insofern haben wir den Eindruck, dass die abgepumpte Menge schon etwas über die vorhandene Milchmenge aussagt.
Nein, das zeigt nur, dass sie durchs Pumpen ihre Milchproduktion erhöht hat. Es sagt aber rein gar nichts darüber aus, wieviel Milch Euer Baby aus der Brust bekommt, ob mehr oder weniger als die Pumpe. Deswegen lassen wir die Pumpmenge bei der Beurteilung des Gedeihens außen vor.
Das ist für mich gut zu wissen.

Ja, gerne wechseln wir auf ein günstigeres Präparat. Wie heißt es?
Da gibt es verschiedene. Einfach googeln. :)
Da schau ich mal. ;)

Hat Bockshornklee eigentlich Nebenwirkungen?
Asthmasymptome können verstärkt werden, anaphylaktische Reaktionen sind beschrieben worden. Vorsicht ist bei Diabetikerinnen angezeigt, denn Bocks kann Hypoglykämien ausgelöst werden. Eine Gewichtszunahme ist auch möglich.
Ah ja, gut zu wissen.
Würdest du zusätzlich noch anderer milchbildende Maßnahmen empfehlen?
Alles klar. Hört sich gut an. Wir hoffen, dass unser Sohn sich nicht schon angewöhnt hat gierig und viel zu trinken.
Gewohnheiten kann man ändern. Und wir lassen ihn ja nicht hungern. Er bekommt bloß häufiger, kleinere Portionen, ganz wie es von Mutter Natur vorgesehen ist.
Wir wollen auf jeden Fall nicht (mehr) überfüttern. Und bis jetzt hat es ja auch heute ganz gut geklappt. :)

Wir könnten uns vorstellen, dass es manchmal schwierig werden wird, dass unser Sohn die kompletten 60 ml auch trinkt oder auch, dass ihm das manchmal gaar nicht reichen wird und er danach lauthals schreiend mehr verlangt. Aber wir wollen das auf jeden Fall versuchen. Wahrscheinlich wird es am Anfang schwierig sein und sich dann etwas einpendeln.
Die 60 ml sind mit 3 Monaten eine durchschnittlich große Mahlzeitenmenge. Wird sie unterschritten, dann bietet Ihr später mehr an, ist mal etwas mehr nötig, dann füttert ihr bei einer anderen Mahlzeit weniger. Es geht um die Gesamttagesmenge. Für ein paar Tage bleiben wir dabei um zu sehen, ob die Menge passt und dann gehen wir an die Reduktion.
Alles klar, hört sich gut an! :)

Selbst wenn kleinere Mengen Zufüttern immer notwendig bleiben, wäre das für uns schon ein Erfolg.
Das ist die perfekte Einstellung! Und geringe Mengen PRE sind ab Beikostreife auch schnell mit hochkalorischer Beikost ersetzt. :D
Okay, gut. Aber dann ist wahrscheinlich Baby-led Weaning nicht möglich, oder?


Ansonsten läuft es weiterhin ganz gut. Eine Viertelstunde vor den letzten beiden Mahlzeiten war unser Sohn etwas unruhig. Aber gut händelbar.


Wir haben immer noch den größten Schlauch. Manchmal, z.B. wenn unser Sohn müde zu sein scheint, versucht er zu einem 'ich trinke am Strohhalm'- Nuckeln überzugehen. Ich docke ihn dann ab und wieder an. Meist klappt es dann wieder besser. Mit der Höhe des BES variiere ich bisher auch noch etwas. Wenn er wenig saugt und schläfrig wirkt, gehe ich mit dem BES höher.

Zur Schilddrüse: Ich bin bei einer Fachärztin in Behandlung. Die Werte wurden in der Schwangerschaft mehrmals untersucht und sollten angepasst werden. Weil meine Ärztin die Werte aber dann immer ok fand, sind wir bei der gleichen Dosis von vor der Schwangerschaft geblieben. Auch jetzt habe ich diese Dosierung immer noch.
Die Normwerte habe ich gerade nicht parat, schaue aber mal, ob ich sie finde.

Nach Mitternacht gibt mein Mann nochmal die täglichen Daten (Gewicht etc.)durch. :)
viele Grüße
vom huetchen


mit dem Flaschensammler (1/15) und der Johannisbeere (7/18)
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