Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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tania
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Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Beitrag von tania »

ich habe schon schmerzen ausgehalten, die zum beispiel das stillen schwanger verursacht hat. wichtiger - entscheidender! - unterschied: es tat mir nicht weh wegen dem stillen des kindes, sondern weil ich eben schwanger war. er wollte mir nicht weh tun. in deinem fall weiss er ja zumindest tagsueber, dass es dir weh tut - hast du eine idee, warum er es trotzdem macht? ich glaube, ich wuerde immer wieder sagen "du kannst meine hand halten, wenn du sanft bist" (oder aehnliches - ohne "nicht" im satz, verneinung ist in dem alter noch oft schwierig zu verstehen). und das echt ewig wiederholen. immer wieder sanft losmachen, freundlich bleiben, immer wiederholen.

schwierige situation..
tania mit sohn *09 und sohn *12
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Nema
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Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Beitrag von Nema »

Tania, Danke für Deinen Input! Ans positive Formulieren habe ich zwar schon mal gedacht, aber dann fiel mir nur ein, ihm zu sagen, er soll doch den Stoffhasen in die Ohren kneifen. Ich hatte halt bislang als Kompromiss, ausgehalten, dass er meine Handinnenflächen bearbeitet, da es dort nicht so weh tut. Aber es ist halt wirklich kontraproduktiv da er sich das Gekeife weiter angewöhnt und es sich dann halt auf die Nacht ausweitet und da kann ich mich nicht so hinlegen, dass es bequem ist und er gleichzeitig meine Handinnenflächen zu greifen bekommt.

Warum er tagsüber kneift? Kommt mir sehr wie austesten vor. Er macht es ziemlich intensiv im Pikler Spielraum, da sitze ich ja einfach da, er kommt, kneift, sagt Aua und schaut was passiert.

Abends ist es eindeutig, dass es ihn irgendwie beruhigt und er damit runterkommt. Kann ich verstehen aber ich habe ihm so viele Fummel-Alternativen angeboten. Ich habe Windeln bestickt, Seidenpüppchen gekauft, Stoffasen unterm Schlafanzug getragen, damit sie Mama-Duft bekommen - alles zwecklos.
Nema mit Tochter (2010) und Sohn (2013)
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Nema
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Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Beitrag von Nema »

So, ich krame das hier noch einmal hoch um allen schlafgenervten Müttern ein bisschen Hoffnung zu geben. Bei uns war das Einschlafen abends und mittlerweile auch wieder mittags echt ein Alptraum. Mein Mann hatte jetzt seit geraumer Zeit das Abendseinschlafen übernommen weil ich das nervlich echt nicht mehr aushalten konnte. Im Urlaub und danach (Anfang Juni) wurde es aber wieder ganz ganz schlimm. Also nur Fummeln, Kneifen und obwohl er sehr müde war kein Runterkommen bzw. Einschlafen.

Wir hatten dann Elternabend vom Pikler Spielraum und dort kann man sich austauschen bzw. Anregungen holen. Eigentlich wollte ich unsere Schlafsituation nicht (schon wieder) dort thematisieren aber irgendwann kam die Sprache darauf, dass es halt mittlerweile häufig mittags und abends jeweils über 1 Stunde dauert und wir uns ständig gegen das Kneifen etc. wehren müssen. Mir haben dann die Leiterin und die Mütter gut zugesprochen, dass ich es noch einmal versuchen soll, dass er evtl. allein einschläft. Ich hielt das für unmöglich bzw nur mit Brüllen (a la JKKSL) durchsetzbar. Und eigentlich finde ich das Einschlafbegleiten ja schön für Mutter und Kind aber unsere Situation war echt untragbar.

Ich habe dann in meiner Verzweiflung mittags einen Versuch gestartet. Wie immer Büchlein vorlesen, dann Licht ausgemacht, zwei Lieder vorgesungen, gestreichelt und ihm gesagt, dass ich Küche aufräumen gehe und er mich jederzeit rufen kann, wenn er mich braucht. Ich habe damit gerechnet, dass ein Riesengebrüll startet sobald ich gehe. Aber er hat sich noch ca. 15 Minuten etwas erzählt oder gespielt und ist dann eingeschlafen. Mittlerweile machen wir es mittags immer so (seit 12 Tagen) und es funktioniert wunderbar. In der Zeit haben mein Mann und ich uns jeweils einmal mit dazu gelegt weil wir selber müde waren und dann geht es wieder nicht, bzw. er zwickt und kneift und braucht ewig zum Einschlafen.

Abends möchte er nicht alleine sein und da würde er dann auch schreien und das möchten wir nicht. Also bleibt einer von uns bei ihm Sitzen bis er eingeschlafen ist. Das dauert weiterhin 45 - 60 Minuten aber durch das nervenschonende Einschlafen mittags ist das jetzt auch kein so großes Thema mehr. Warum es so besser klappt (was meinen bisherigem Verständnis und Erfahrungen widerspricht) verstehe ich zwar nicht ganz aber es ist echt eine riesige Erleichterung im Alltag.
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Nelly2012
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Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Beitrag von Nelly2012 »

Das klingt himmlisch. Meine Tochter schläft ja mittags nicht mehr und braucht derzeit abends dennoch 45 Minuten, in denen sie gegen die Wand tritt und sonst irgendwie herumturnt, zum Einschlafen. Abgesehen davon wird extrem unangenehm gekniffen ("fummeln, ich will fummeln"). Ich bin mit meinem Latein echt am Ende. Das Problem ist, dass sie wieder aufstehen würde, ließe ich sie alleine liegen.


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Liebe Grüße,

Nelly mit ihren drei Mädels (2012, 2016 und 9/2019)
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Nema
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Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Beitrag von Nema »

Nelly, bei meinen früheren Versuchen ist er auch immer aufgestanden bzw. hat gebrüllt als würde sonst etwas passieren. Warum es bei uns letztendlich geklappt hat, kann ich nicht sagen. Ich habe es sehr gut angekündigt und ihm gesagt "Ich lese Dir vor, dann singe ich dir zwei Lieder vor und dann gehe ich". Er hat es einfach akzeptiert.

Deine Tochter ist ja noch einmal fast ein Jahr älter als mein Sohn. In dem Alter hat meine Tochter auch langsam gelernt alleine einzuschlafen. Ich habe ihr damals erklärt, dass ich abends dringend aufräumen muss und dass ich aber immer wieder zu ihr komme. Ich bin anfangs wirklich öfter als einmal in der Minute rein, habe ihr den Kopf gestreichelt und bin wieder raus. Wenn sie die Sicherheit hatte, dass ich immer wieder komme, habe ich die Abstände etwas verlängert und irgendwann, hat sie dann geschlafen. Sie durfte dann aber auch CD mit Schlafliedern hören, das mochte sie sehr gerne.

Was mich bei diesem Versuch bei meinem Sohn so erstaunt hat, war, dass er von auf einem liegen und fummeln und kneifen sofort auf alleine einschlafen wechseln konnte. Ich habe davor MONATE versucht ihm einfach nur das Kneifen abzugewöhnen und hatte gar keinen Anspruch, dass er alleine einschlafen soll. Aber irgendwie ist es für ihn wohl leichter so. Und gerade gestern habe ich gedacht, wie viel liebevoller es jetzt ist weil wir ganz eng gekuschelt lesen, dann wiege ich ihn beim Vorsingen und dann kuschel ich ihn ein, sage ihm was wir am Nachmittag so vorhaben und gehe raus. Das ist ganz innig und herzlich und nicht zu vergleichen mit der genervten Atmosphäre beim Fummel-Einschlafen.
Nema mit Tochter (2010) und Sohn (2013)
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