Seite 2 von 3

Re: Verzweiflung beim Stillen

Verfasst: 12.01.2015, 11:36
von Lösche Benutzer 17774
Hallo Caddi, ich musste übrigens an uns denken, als ich deinen Bericht gelesen habe. Wir hatten nie Stillprobleme, aber um den 4. Monat rum war irgendwie der Wurm drin. Ich weiß nicht, wie das bei euch wegen des korrigierten Alters ist, aber ich habe gehört, in dem Alter ist ein Wachstumsschub und die Kleinen brauchen mehr. Ich war auch wochenlang (hat echt sehr lang gedauert) verunsichert, weil Räubi nach dem Stillen (bei uns nur abends) sehr unzufrieden war und auch mehrmals die Flasche nach dem Stillen leer getrunken hat, weshalb ich dachte, er wird nicht satt. Irgendwann hab ich für uns die Zusammenhänge begriffen und konsequent keine Flasche gegeben. Das hat sich dann auch wieder bis zum Vollstillen eingependelt.
Im Nachhinein glaube ich, dass mein Eingreifen mit Flasche oder Pumpen das ganze nur in die Länge gezogen hat. Das würde ich nicht mehr so machen und ich bin froh, dass wir es trotzdem zum Vollstillen geschafft haben.
Zum Rhythmus tagsüber kann ich übrigens nix sagen, da ich noch nie freie Zeit bis dahin hatte, keine RüBi (nur gestillt), kein in Ruhe auf Toilette gehen, kein Duschen, nur nebenbei mit Kind an der Brust essen. Räubi hat soviel geweint, da hat er immer die Brust bekommen, sicher nicht immer aus Hunger, sondern aus Sicherheit und Nähe.
Ich würde an deiner Stelle sanft wecken und stillen, da ich denke, damit verbessert ihr auch den Tagesrhythmus. Ich stell mir das schon so vor, dass ein Baby, das nachts sehr gut schläft einfach tagsüber viel nachzuholen hat. (Nähe, Sicherheit und Nahrung)
Übrigens denke ich nicht, dass es normal ist, dass mit alter werden automatisch weniger gestillt wird. Genauso wie eine Freundin gerade mit 4 Monate altem gut schlafenden Kind gesagt hat, sie kommt in ihr Brettchen, wenn sie dann zuverlässig durchschläft. Meine Erfahrung sind alles Phasen und für uns ist alles leichter geworden, aber eher durch meine Einstellung und mein Verständnis und die Verbesserung der Kommunikation mit Räubi. Er geht jetzt in die Kita und isst schon lange Familienkost, aber über die Feiertage haben wir soviel gestillt wie lange nicht. Soll er auch, wenn Mama da ist, dann ist eben mehr Kuschelzeit. Geschlafen hat er auch am Anfang besser, mit etwa 4 Monaten wurde er dann stündlich wach...

Gesendet via Tapatalk (Jellicle mit Räubi * 05/2013)

Re: Verzweiflung beim Stillen

Verfasst: 12.01.2015, 11:49
von EhUTy
Du arme. Ich wollte einen dicken Drücker da lassen.

Für mich liest es sich so, dass deine Wege, die du im Moment gehst, für dich und dein Kind nicht funktionieren. Vielleicht solltest du ein bißchen was ändern und die Vorschläge von Teazer einfach mal ausprobieren.
Unser Leben ist auch auf dem Weg, sich mit den Vorschlägen der anderen Mamas und von Teazer zu verbessern. Wirklich!

Ich glaube auch, dass du dich von der fixen Idee befreien musst, dass das Baby nicht satt wird. Es gibt so viele Gründe, weshalb Babys unzufrieden sind. Das Baby wächst vielleicht einfach nur und ist mit den neuen Eindrücken und Erfahrungen total überfordert. Du bist diejenige wo dein Kind wegen der schweren Phase Geborgenheit und Schutz sucht. Gib ihm das mit viel Ruhe und Gelassenheit. Sche*ß auf den Haushalt und auch auf nervige Kommentare. Ich schicke meinen Mann nach der Arbeit noch durchs Haus und meine Schwiegermama bleibt einfach zu Hause. Meine Mama packt auch fleißig mit an. Setz dich also nicht unter Druck und dein Baby schon gar nicht.

Re: AW: Verzweiflung beim Stillen

Verfasst: 12.01.2015, 12:09
von Teazer
Hallo Caddi!
caddi hat geschrieben:Ehrlichgesagt möchte ich meinen Buben nur sehr ungern nachts wecken. Schlaf ist doch so wichtig! Er ist auch die ersten Wochen nach der Geburt max. einmal pro Nacht gekommen, d.h. er hat von Anfang an sehr gut in der Nacht geschlafen. Und für mich ist die Nacht auch die einzige Ruhephase, die ich habe, weil ich mal durschlafen kann. Ich weiß nicht, ob das vielleicht etwas egoistisch ist, aber ich bin so froh, dass ich zumindest nachts ruhig schlafen kann, wenn ich tagsüber keine ruhige Minute habe. Meine Hebamme hat mir auch total davon abgeraten, ihn zu wecken. Ich solle so froh sein, dass er durchschlafe und dies zeige mir, dass er genügend Milch bekommt.
Ich kann Dich durchaus verstehen. :) Babys sind von Natur aus jedoch nicht fürs Durchschlafen gemacht. Und auch Deine Milchproduktion ist darauf angewiesen, dass nachts gestillt wird. Die Rezeptoren für Prolaktin sind nachts viel empfänglicher und wenn dieses Zeitfenster nicht genutzt wird, kann dies sogar die Milchproduktion am Tag reduzieren.

Du musst ihn ja auch nicht völlig wach machen. Es reicht, wenn er im Halbschlaf trinkt. Wo schläft er denn?

Wenn Ihr wieder 8-12x problemlos in 24h stillt, können die Nachtabstände auch etwas länger als 3h werden. Aber dahin müsst Ihr erst kommen.
Aber wie gesagt, tagsüber klappts einfach nicht. Die Brust müsste ich doch normalerweise auf den Rhythmus einstellen, oder? Also nachts nichts und tagsüber mehr produzieren. Oder sehe ich das falsch. Die Kinder meiner Schwester haben nachts immer mindestens 8 - 9 Stunden geschlafen und tagsüber alle 4 Stunden getrunken. Es heißt doch auch, je älter die Babys werden, desto weniger muss man sie anlegen?
Die meisten Mamas und Babys brauchen 8-12x stillen in 24h um die Milchproduktion oben zu halten bzw. genügend Milch zu bekommen. Natürlich kann es Ausnahmen geben, die Regel sind sie nicht.

Mit zunehmendem Alter stillen Babys nicht seltener, sondern effektiver und daher oft kürzer. Die Stillfrequenz reduziert sich ohne Intervention von außen erst, wenn die Beikostmenge immer größer wird. Werden Stillmahlzeiten nicht systematisch ergänzt, nicht zugefüttert und kein Schnuller verwendet, ist das i.d.R. erst im 2. Lebensjahr der Fall.
Wechselstillen mach ich sowieso tagsüber. Das heißt, wenn er nach ca. 5 Minuten an einer Brust weint und ständig abdockt, wechsle ich die Brust. Hier geht es dann auch für ca. fünf Minuten gut und dann weint er wieder. Soll ich dann wieder und wieder wechseln? Ich befürchte halt, dass dies ein Teufelskreis ist und er dann noch mehr weint und sich gar nicht mehr beruhigt.
Ich gebe ihm schon einen Schnuller, vor allem wenn er nachts vorm Einschlafen weint oder eben wenn er tagsüber sehr unruhig ist und weint. Das ist für ihn und auch für mich beruhigend. Was soll ich ihm dann anstatt dem Schnuller geben? Wieder die Brust?
Der Schnuller ist mit der Flasche der Auslöser Eurer Probleme. Zum Nuckeln kannst Du ihm Deinen Finger anbieten oder die Brust, wenn er dabei entspannt ist. Aber auch Tragen kann ihn beruhigen.

Beim Wechselstillen wie ich es meine geht es darum ein nur noch nuckelndes Baby zum effektiven Stillen zu animieren. Der Lagenwechsel stimuliert das Kind und an der anderen Brust kann ein neuer Milchspendereflex ausgelöst werden.
Es tut mir leid, dass ich schon wieder so viele Fragen habe, aber mittlerweile kenn ich mich gar nicht mehr aus, weil jeder irgendwas anderes sagt. Das mit dem Aufwecken in der Nacht verunsichert mich am meisten.
Ich kann verstehen, dass Dich die unterschiedlichen Aussagen irritieren. Warum das nächtliche Stillen so wichtig ist, weißt Du jetzt ja. Das sind die Fakten. Ich vermute, dass Deine Hebamme schon länger keine Stillfortbildung gemacht hat. Das ist ihr bei der Komplexität ihres Berufes auch nicht vorzuwerfen. Die Annahme, dass das Durchschlafen für Eure Stillbeziehung unbedeutend sei, stimmt aber nicht.
Was mich auch noch sehr beunruhigt, ist die Tatsache, dass ich tagsüber außer Stillen überhaupt nichts mehr schaffe. Wie soll das denn gehen, wenn ich ein zweites Kind habe? Ich stelle mir halt einfach die Frage, wie das andere Mütter machen, die ein zweites kleines Kind haben, das auch viel Aufmerksamkeit benötigt. Es geht ja nicht, dass ich den ganzen Tag stille und zu nichts anderem mehr komme. Ich hätte halt gehofft, dass sich das mit der Milch alles wieder einpendelt, wenn ich ihn einfach ganz oft anlege. Das hab ich auch gemacht - auch habe ich keine Flasche dazu gegeben. Und wenn er dann nach 15 Minuten Stillen wieder schrecklich geweint hat, habe ich ihn rumgetragen, beschäftigt und getröstet. Das konnte ich aber nicht länger als ein paar Wochen machen, weil ich und auch mein Mann nervlich fertig waren. Mein Mann hat dann gemeint, so könne das nicht weitergehen. Dann haben wir es halt mal mit einem Fläschchen versucht und unser Junge war total zufrieden und lächelte wieder. Das war für uns das Schönste und Wichtigste, dass es ihm gut geht.
Ja, Zufriedenheit ist wichtig, für alle Mitglieder der Familie.

Ich habe drei Kinder und das Vollstillen lässt sich problemlos integrieren. Meine Babys waren und sind aber immer viel im Tragetuch. Ich koche mit Baby im Tuch, putze das Waschbecken, lese vor, etc. Putzen mit hinknien und Wäsche mache ich nicht so gerne, zugegeben, aber das macht dann eben mein Mann oder ich, wenn er das Baby beschäftigt oder im Tuch hat.

Babys sind genetisch darauf angelegt Körperkontakt einzufordern und nachts zu stillen. In der heutigen Zeit bleibt die gesamte Arbeit rund um das Versorgen der Kleinsten meist an uns Mamas hängen. Das war früher anders. Da lebten wir in engen Familienverbänden und alle Frauen, ob (Ur-)Oma, Tante, Schwester kümmerten sich zusammen um die Babys, so dass nicht die Mama alleine das Bedürfnis nach Nähe befriedigen musste.

Aber auch in der heutigen Konstellation ist es möglich, die Bedürfnisse des Kindes und der Mutter zu stillen. Sehe die Stillzeiten als Auszeiten für Dich, versuche dabei zu entspannen (aktuell noch schwierig, ich weiß). Und danach nimm Deinen Kleinen ins Tuch, mache die Teile des Haushaltes, bei denen das für Dich passt, oder gehe spazieren, kuschelt Euch ins Bett, etc. Genieße Dein Baby jetzt; es wird bald flügge werden.

Kuschelt viel mit Hautkontakt. Schläft er bei Dir im Bett oder Babybalkon? Das wäre optimal. Dann wachst auch Du nicht vollkommen auf beim nächtlichen Stillen.

Lasse Schnuller und Flasche weg. Damit gibst Du Deinem Sohn die Chance wieder gut aus der Brust zu trinken. Wecke ihn nachts zweimal und Du wirst sehen, dass sich alles normalisieren wird. Du wirst ein zufriedenes Vollstillbaby haben. :)

Re: Verzweiflung beim Stillen

Verfasst: 12.01.2015, 13:12
von tryxy
Teazer, ich finde das immer wieder toll, wie gut du alles erklären kannst und den Müttern Mut zusprichst! Respekt!

Caddi, meine Kleine stillt jetzt(5 Monate alt) häufiger als am Anfang, dafür aber viel viel kürzer! Also ich denke man kann das nicht pauschalisieren, dass es mit zunehmenden Alter seltener wird. Auch ich kann mir gut vorstellen, dass dein Baby tagsüber das versäumte Trinken/Kuscheln nachholen will.

Bleibe dran, halte durch und hab Mut was zu verändern. Es lohnt sich!!

Fühl dich gedrückt!

Re: Verzweiflung beim Stillen

Verfasst: 12.01.2015, 13:39
von Tweety2606
caddi hat geschrieben:Es heißt doch auch, je älter die Babys werden, desto weniger muss man sie anlegen?
Ich weiß nicht, ob man das so sagt, aber ich muss das für uns revidieren... Im Schnitt trinkt mein Sohn alle 1/2 - 3 Stunden. Tags wie nachts. Seit der Geburt. Die Nächte, in denen er länger als drei Stunden am Stück geschlafen hat, sind selten. Er ist jetzt ein Jahr alt, und obwohl er wirklich ein guter Esser ist, stillt er nach wie vor bestimmt 10 Mal in 24 Stunden, jedenfalls zuhause. Unterwegs verzichtet er zwar und hält sich anderweitig über Wasser, aber zuhause holt er es dann nach. Die Stilldauer der einzelnen Mahlzeiten ist kürzer geworden.

Re: Verzweiflung beim Stillen

Verfasst: 12.01.2015, 14:12
von Lösche Benutzer 5914
Tweety2606 hat geschrieben:
caddi hat geschrieben:Es heißt doch auch, je älter die Babys werden, desto weniger muss man sie anlegen?
Ich weiß nicht, ob man das so sagt, aber ich muss das für uns revidieren... Im Schnitt trinkt mein Sohn alle 1/2 - 3 Stunden. Tags wie nachts. Seit der Geburt. Die Nächte, in denen er länger als drei Stunden am Stück geschlafen hat, sind selten. Er ist jetzt ein Jahr alt, und obwohl er wirklich ein guter Esser ist, stillt er nach wie vor bestimmt 10 Mal in 24 Stunden, jedenfalls zuhause. Unterwegs verzichtet er zwar und hält sich anderweitig über Wasser, aber zuhause holt er es dann nach. Die Stilldauer der einzelnen Mahlzeiten ist kürzer geworden.
Hier kann ich unterschreiben. Mein Sohn ist allerdings schon fast 2. Dass er innerhalb der letzten Jahre mal Anstalten gemacht hätte weniger zu trinken als zu Beginn unserer Stillbeziehung, könnte ich jetzt nicht sagen. Alles ganz normal, würde ich sagen! ;-)

Re: Verzweiflung beim Stillen

Verfasst: 12.01.2015, 14:58
von Sternchen173
Tweety2606 hat geschrieben:
caddi hat geschrieben:Es heißt doch auch, je älter die Babys werden, desto weniger muss man sie anlegen?
Ich weiß nicht, ob man das so sagt, aber ich muss das für uns revidieren... Im Schnitt trinkt mein Sohn alle 1/2 - 3 Stunden. Tags wie nachts. Seit der Geburt. Die Nächte, in denen er länger als drei Stunden am Stück geschlafen hat, sind selten. Er ist jetzt ein Jahr alt, und obwohl er wirklich ein guter Esser ist, stillt er nach wie vor bestimmt 10 Mal in 24 Stunden, jedenfalls zuhause. Unterwegs verzichtet er zwar und hält sich anderweitig über Wasser, aber zuhause holt er es dann nach. Die Stilldauer der einzelnen Mahlzeiten ist kürzer geworden.
auch ich kann hier so unterschreiben. bei uns ist es exakt genauso. es tut auch gut zu wissen das man nicht alleine ist.

caddi: ja es ist schön das ein baby durch schläft, ich kann auch verstehen das du angst hast die nächtliche ruhe zu zerstören ...indem man das baby wecken muss. meine freundin hat auch so ein durchschlafendes baby.....aber dafür kam sie tagsüber zu gar nix mehr, weil der kleine die fehlenden mahlzeiten von der nacht einfach nachgeholt hat. es wurde erst besser als sie ihren kleinen mit im bett schlafen lassen hat und einfach im halbschlaf gestillt hat. so wird weder mama noch baby richtig wach und alle können weiter schlafen.

das mag zwar für manche hart klingen ...aber ich sage immer: ich hab kein kind bekommen, um meine Ruhe zu haben oder nachts durchzuschlafen. ich hab ein kind bekommen um für es da zu sein. ja... das können für manche harte jahre sein....einfach weil man wegen schlafmangel auf dem zahnfleisch kriecht...aber was sind schon 2...3..oder 4 jahre von einem ganzen leben....

Re: Verzweiflung beim Stillen

Verfasst: 12.01.2015, 15:10
von FrauMahlzahn
Hallo Caddy! Ich kann Dich super gut verstehen.
Ob Babies weniger oft stillen mit der Zeit weiß ich nicht. Fräulein Mahlzahn stillt am Wochenende oder im Urlaub mit fast 19 Monaten noch 3-5 mal tagsüber und nachts 1-x mal. Also im Schnitt stillen wir wohl so 6-8 mal am Tag. Mit 4 Monaten war das wohl 5-7 mal tagsüber und 2-x mal nachts.
Was aber wahr ist, ist dass es deutlich kürzer wird. Man also weniger Zeit stillend, aber dafür mehr Zeit hinterherlaufend verbringt.[emoji6]

Allein nützt Dir die schöne Theorie gar nichts, wenn Du kaputt daran gehst. Ihr müsst Euren Weg als Familie finden und zwar Euren und nicht den der Nachbarn, der Verwandten oder den von Familie Mahlzahn.
Mein Rat wäre also erstmal zu sortieren, was Dein Bedürfnis ist und was eigentlich das Bedürfnis von jemand anderen ist. Was sind Vorstellungen, die Dir wirklich wichtig sind und was sind welche, die sich überspitzt gesagt aus einer Apothekenzeitschrift in Deinen Kopf gewandert sind. Dann kannst Du schauen, welche Wege für Euch machbar sind. Vielleicht findest Du dann ja auch Kompromisse, z.B. statt um 12 vor dem Schlafen gehen zu pumpen Baby anlegen, aber die restliche Nacht nicht wecken oder so. Vielleicht auch recht früh Beikost einführen, wenn er sie nimmt um längere Betreuungszeiten zu ermöglichen. Was auch immer... Aber hör auf Dich, Dein Baby und Deinen Mann und nicht auf die "aber Allessandro Luca hat auch nur alle vier Stunden gestillt"-Aussagen.

Re: Verzweiflung beim Stillen

Verfasst: 12.01.2015, 17:20
von Brianna
Mein Sohn war auch ein spätes Frühchen und im Krankenhaus klappte das Stillen nicht. Beim Pumpen hatte ich zu wenig Milch. Wir haben es zu Hause zum Vollstillen geschafft. Aber ich hab in der Zeit nichts gemacht außer Stillen, Pumpen und Kind besaßen und bekuscheln. Mein Mann und meine Schwiegereltern, die im gleichen Haus wohnen, haben viel übernommen. Sie haben gekocht, Wäsche gewaschen und ihre Putzfrau und Küchenhilfe hat einmal die Woche bei uns geputzt. Es war eine anstrengende Zeit, aber es hat sich gelohnt. Vollstillend hatte ich immer alles dabei und musste nachts nicht aufstehen. Mein Sohn trank auch aus der Flasche nie mehr als 90 ml Pulvermilch, meistens sogar nur 50-70 ml und abgepumpte Muttermilch nie mehr als 70 ml. Er wollte dafür öfter gefüttert werden. Vollstillend musste ich nachts wenigstens nicht aufstehen. Er schlief meist einmal drei bis vier Stunden und kam ansonsten alle zwei Stunden. Selbst in der Klinik ließ er sich nie auf einen Vierstundenrhythmus einstellen.
Ablegen ließ er sich übrigens auch vollgestillt und gut zunehmend nie. Ich hab ihn monatelang morgens gestillt, gewickelt und angezogen im Schlafanzug (ich) zu meinen Schwiegereltern gebracht, um eine halbe Stunde zum Duschen und fertig machen zu haben. Den Rest vom Tag war ich meist mit Baby auf der Toilette. Haushalt ging nur mit Kind in der Tragehilfe oder wenn Papa da war. Bei der Rückbildung hab ich nur richtig mitmachen können, wenn mein Mann früh von der Arbeit kam. Er kam dann mit dem kleinen mit, ich hab vor Beginn noch mal gestillt und dann sind die beiden mit Tragehilfe spazieren gegangen. War mein Mann nicht da, hab ich meist gestillt und zugesehen. Das ging ungefähr der Hälfte der Mamas so. Zwei haben nicht gestillt, die ließen das Baby bei Oma. Zwei wohnten nur zwei Minuten vom Krankenhaus weg. Die haben vorher gestillt und dann hat der Mann übernommen. Nur eins von zehn Babys lag immer in der Tragetasche vom Kinderwagen und schlief oder lag fröhlich auf dem Boden und sah zu. Bei uns war dieses Kind die große Ausnahme.
Ist lang geworden. Kurz gesagt: Es klingt anstrengend, aber nach einem normalen Baby.
Ich drück euch die Daumen.
Brianna

Re: Verzweiflung beim Stillen

Verfasst: 16.01.2015, 20:07
von Teazer
Hallo Caddi,

wie geht es Euch?