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Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder
Verfasst: 04.12.2014, 19:50
von Regenbogen82
Ich denke eher, dass Mütter, die besonders viel Wert auf eine gute und sichere Bindung legen, bedürfnisorientiert erziehen etc. auch eher stillen (wollen). Also, dass Huhn und Ei da vertauscht sind.
Re: AW: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder
Verfasst: 04.12.2014, 20:01
von EUaVBl
Teazer hat geschrieben:juhle hat geschrieben:mit der flasche gestillte kinder
Entschuldige, aber über diese Formulierung bin ich jetzt zweimal gestolpert.

Ist die irgendwie schräg oder nogo?
Ich hab das irgendwo gelesen und fand es ganz hübsch , weil es ausdrückt , dass auch mit der flasche genährte kinder mehr als nur essen mit dem flaschchen im mund. Und dass es inniger klingt. Und das ja manchmal vergessen wird, wenn dann konstrukionen gebaut werden mit der babys liegend die flasche fixiert bekommen und dann allein ohne kontakt trinken. Und ich wollte gerade diesen unterschied ausdrücken. Es gibt ja vieeeele mamas, die ihre kinder mit der flasche ebenso liebevoll stillen.
Re: AW: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder
Verfasst: 04.12.2014, 20:20
von EhULao
Regenbogen82 hat geschrieben:Ich denke eher, dass Mütter, die besonders viel Wert auf eine gute und sichere Bindung legen, bedürfnisorientiert erziehen etc. auch eher stillen (wollen). Also, dass Huhn und Ei da vertauscht sind.
Ja, das denke ich auch ( abgesehen davon, dass sowieso erst mal nachzuweisen wäre, dass Stillkinder tatsächlich anders/enger gebunden sind...was ich nicht unbedingt glaube).
Nimmt man jetzt ganz unprofessionell und platt einfach die beiden Extreme mit 1. Mama, 19 Jahre, keine Ausbildung, ungewollt schwanger, nie stillen wollend, da "eklig" und mit größerem Partywunsch, die Baby bei Oma parkt, um wegzugehen (Bitte, bitte, man beachte, das bezieht sich auf NIEMANDEN und soll nur als plattes RTL2-Frauentausch-Beispiel dienen) und 2. Mama, 36, Akademikerin, viel und auch alternativ informiert, legt schon vorgeburtlich viel Wert auf Stillen, Bindungstheorien, AP etc....ja, DANN könnte ich mir schon vorstellen, dass das gestille Kind eher besser gebunden ist als das Flaschenkind....
Aber die allermeisten liegen da dazwischen und lieben tun die xallermeisten Mamas ihre Kinder. Das würde ich jetzt nicht auf die Ernährung runter brechen...es ist eher eine "Gesamtpaket"-Geschichte.
Für mich war (und ist) das Stillen enorm wichtig, weil die vor-und nachgeburtliche Bindung bei uns so sch***** war bzw. nicht vorhanden. Das hat dem Kind sicher zu mehr Urvertrauen verholfen...bilde ich mir jedenfalls ein...
Lg Lee
Re: AW: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder
Verfasst: 04.12.2014, 20:20
von Teazer
OT
juhle hat geschrieben:Ist die irgendwie schräg oder nogo?
Ich kenne den Begriff bei pumpgestillen Kinder. Flasche geben ist (wenn nicht
nach Stillvorbild praktiziert), doch ein sehr anderer Vorgang (Hautkontakt, Interaktion, etc.).
Ich hab das irgendwo gelesen und fand es ganz hübsch , weil es ausdrückt , dass auch mit der flasche genährte kinder mehr als nur essen mit dem flaschchen im mund. Und dass es inniger klingt. Und das ja manchmal vergessen wird, wenn dann konstrukionen gebaut werden mit der babys liegend die flasche fixiert bekommen und dann allein ohne kontakt trinken. Und ich wollte gerade diesen unterschied ausdrücken. Es gibt ja vieeeele mamas, die ihre kinder mit der flasche ebenso liebevoll stillen.
Dass viele Mamas (und Papa, Omas, ...) ihren Babys liebevoll und zärtlich die Flasche geben, streite ich gar nicht ab. Aber "stillen" bedeutet im engeren Sinne ein Baby an/mit der Brust und im weiteren mit Muttermilch zu ernähren. Formula geben als stillen zu bezeichnen fällt da doch sehr aus dem Rahmen.
Flasche geben finde ich einen wertfreien Ausdruck. Mit "Flasche stillen" macht
für mich bei Formula-Fläschchen keinen Sinn.
Anders sehe ich das, wenn die Formula über BES gegeben wird. Da rede ich auch von Stillen, egal ob Muttermilch fließt oder nicht.
Ich hoffe, Du verstehst was ich meine.

Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder
Verfasst: 04.12.2014, 20:40
von suri
ich finde, das ist ein schöner Ausdruck. Wenn man Flasche gibt, fühlt man sich schnell so abgewertet in manchen Umgebungen. Ich habe zwei Kinder 8 Monate gestillt und eins immer noch ein bisschen, d.h. inzwischen knapp 16 Monate, wobei sie inzwischen hauptsächlich Flasche stillt (mit Papa). Aber das stillen/Flasche geben ist immer nur ein Teilaspekt unserer Beziehung gewesen. Wir haben gute und gefestigte Beziehungen mit unseren Kindern.
Aber insgesamt besteht Beziehung aus vielen Bereichen und läßt sich sicher nicht nur am Stillen/NIcht-Stillen festmachen.
Re: AW: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder
Verfasst: 04.12.2014, 20:46
von josie81
Also ich wurde nur 2 Monate gestillt, meine Schwester 8 Monate. Wenn ich so an uns als Kinder zurückdenke kann ich keinen Unterschied bei der Bindung an unsere Mutter feststellen.
In meiner Krabbelgruppe ist eine Mama, die leider aus diversen triftigen Gründen einen Monat nach der Geburt abstillen musste. Trotzdem merkt man, wie eng der Kleine an sie gebunden ist, er darf mit ihr im Bett schlafen und wird augenscheinlich abgöttisch geliebt.
Ich denke es gibt da so gesehen, also wenn die Bedürfnisse des Kindes von einer liebevollen Mama erfüllt werden, keinen Unterschied zwischen Stillkindern und Flaschenkindern.
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Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder
Verfasst: 04.12.2014, 21:50
von Carraluma
Carraluma hat geschrieben:
Für mich persönlich, denke ich aber, dass das Stillen die Beziehung sehr gefördert hat, weil ich so wohl mehr Zeit mit meinem Kind verbracht habe.
Ich glaube, dass ich weniger Zeit mit meinem Kind verbracht hätte, weil dann bestimmt öfters Papa und Großeltern das Füttern übernommen hätten und ich wohl auch eher/länger ohne Kind weg gewesen wäre.
Wie gesagt, das nehme ich für mich persönlich an und mag bei anderen komplett anders sein.
Mein Kind hat auch eher lang und viel gestillt.
Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder
Verfasst: 04.12.2014, 22:13
von Capesider
Meine Große wurde ausschließlich gestillt, bis sie 10 Monate alt war. Sie ist immer noch ein Mamakind und als sie klein war musste immer ich alles machen (wickeln, in den Schlaf begleiten, abends zu ihr gehen, wenn sie weint etc. ).
Der Kleine wurde nur sehr kurz voll gestillt. Danach war er Flaschenkind. Er hat eine sehr enge Verbundenheit zum Papa und lässt sich problemlos von ihm ins Bett bringen. Durchgeschlafen hat er (21 Monate) in seinem Leben erst in 2 Nächten. Er trinkt immer noch 1-2 Flaschen pro Nacht. Er kuschelt sehr gerne.
Bei beiden Kindern muss (musste bei der Großen) man während des Mittagsschlafes mit liegen bleiben, weil sie sonst wach werden / wurden. Der Kleine schläft immer noch in meinem Arm im Wiegegriff eingekuschelt ein zum Mittagsschlaf, erst danach lege ich ihn schlafend neben mich. Abends genauso zum Einschlafen beim Papa.
Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder
Verfasst: 04.12.2014, 23:19
von Karlson vom Dach
Der Grosse war ein reines Flaschenkind, er hat aus medizinischen Gründen leider nie stillen dürfen.
Dennoch haben wir versucht, ihm beim Fläschchen geben, viel Nähe zu geben. Ich habe damals meinen Mann bewusst öfters die Flasche geben zu lassen. Dadurch, dass wir mit Flasche füttern/stillen mussten, hatte mein Mann zumindest damit die Möglichkeit eine engere Beziehung zum Grossen aufzubauen.
Durchgeschlafen hat er aber erst mit ca. 2,5 Jahren und tut es immer noch nicht regelmässig, musste aber auch noch nie eine Nacht alleine schlafen.
I.A. ist er ein Papakind, aber dadurch bedingt, das ich michum seine Geschwister kümmern muss und dementsprechend weniger Zeit für ihn habe.
Die Zwillinge sind Stillkinder bzw. jetzt ein Still und ein ab- undzu Flaschenkind.
Die Maus hat sich mit ca. 11 Monaten selbst abgestillt. Sie möcht die Brust absolut nicht mehr nehmen, wieso weiss ich nicht. Wenn ich sie ihr angeboten habe, hat sie den Kopf abgewendet und den Mund zusammengekniffen, selbst jetzt verweigert sie.
Sie bekommt vor dem Einschlafen eine Flasche, die sie aber nur dann und in der Nacht nimmt, denn sie schläft nicht durch. Die Flasche kennt sie aber erst seit sie keine Brust mehr möchte und braucht sie nachts zum Beruhigen, um wieder in den Schlaf zu finden. Brust nimmt sie selbst dann nicht.
Sie ist ein absolutes Mamakind, bin ich nicht in der Nähe oder sieht sie mich nicht, ist Krise.
Der Frosch ist immernoch ein Stillkind. Tagsüber möchte er immernoch gerne ein bisschen "Nachspeise", und zum einschlafen wird er gestillt.
Er schläft, seit er ca. 10 Monate ist, meistens durch. Er ist ein sehr kontaktfreudiges Kind, hat keine Scheu vor Fremden, sehr fröhlich und ist von mir nicht so abhängig, wie seine Schwester. Er sitzt auch gerne bei anderen, beschäftigt sich auch alleine und bin ich mal ausser Sicht, ist das auch kein Problem.
Im Übrigen gefällt mir der Ausdruck, mit der Flasche zu stillen.
Für Mütter, wie auch mich damals, die leider nicht stillen können/dürfen, klingt das ein bisschen versöhnlich. Denn, es ist nicht immer einfach eine stillende Mutter zu sehen, wenn man selber nicht die Möglichkeit hat.
Es ist auch nicht einfach, sich immer rechtfertigen zu müssen, warum man den die Flasche gibt und nicht einfach stillt.
Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder
Verfasst: 04.12.2014, 23:48
von Silvi88
Regenbogen82 hat geschrieben:Ich denke eher, dass Mütter, die besonders viel Wert auf eine gute und sichere Bindung legen, bedürfnisorientiert erziehen etc. auch eher stillen (wollen). Also, dass Huhn und Ei da vertauscht sind.
Wie gut dass das nur ein Gedanke von dir ist! und wirklich gar nichts mit der Realität zu tun hat.