RegenbogenMama hat geschrieben:
Leider weiß ich heute, dass ich sehr viele Fehler gemacht habe und zu sehr auf andere gehört habe, anstatt einfach das zu tun, was ich will und was mein Instinkt mir sagt. Heute bin ich sehr viel schlauer, da ich viel gelesen und mich informiert habe. Leider kann ich die Zeit nicht mehr zurückdrehen und habe letztendlich versucht, das Beste draus zu machen, aber leider kam alles immer anders als erwartet.
So geht es ganz vielen Frauen nach der Geburt. Die Hormone tun da ihr übriges.
Ich fange jetzt mal eine Liste an:
16.7. 3000g KH
17.7. ca. 2800g KH
18.7. ca. 2700g KH
19.7. 2820g KH
21.7. 3005 Kinderarzt
28.7. 3200g Kinderarzt
28.8. 4490g Kinderarzt
Das erste Mal durfte ich dann nach etwa 2 Stunden versuchen ihn anzulegen (es war leider niemand frei um mir zu helfen) und
Oh man. So was darf nicht sein. Leider passiert das bei den heutigen personellen Verhältnissen in den Kliniken immer öfter.
es funktionierte einfach nicht, da er nur geschlafen hat. Den restlichen Tag bin ich aufgrund des vollen Krankenhausprogramms kaum zum Anlegen (und auch nicht zum Schlafen) gekommen.
Das kenne ich von meiner Großen und das ist eigentlich auch ein no-go. Die Mutter sollte nach der Geburt Ruhe und nochmal Ruhe haben, um sich zu erholen und das Kind kennen zu lernen. Und natürlich das Stillen zu üben.
Am Abend dann wollte eine Kinderschwester mit mir zusammen das Stillen üben. Dabei hat sie festgestellt, dass ich ziemlich extreme Hohlwarzen habe und hat mir das Stillen mit Hütchen gezeigt. Habe alle paar Stunden versucht ihn anzulegen, bei etwa jedem 2. Mal hat es auch funktioniert, dass er mit Hütchen gesaugt hat, die anderen Male war er einfach zu müde.
Da hätte dir gezeigt werden müssen, wie du dein Kind auch ohne Hütchen stillen kannst und wie du ihn wach halten kannst, damit er genug trinkt.
Am zweiten Tag habe ich dann weiter versucht ihn mit Hütchen zu stillen, aber es kam einfach keine Milch. Mein Baby hatte auf irgendwas im 2800g Bereich abgenommen. Eine Schwester hat dann mit mir auch das Stillen im Liegen geübt, natürlich auch mit Hütchen. Er hat brav gesaugt, aber noch immer nichts an der Milchfront.
Die paar Tropfen Kolostrum kommen ja garnicht bis zum Baby wenn mit Hütchen gestillt wird. Der Milcheinschuss kommt aber für gewöhnlich auch erst zwischen dem 2. und 4. Tag.
Am dritten Tag war mein Schatz dann wieder bei der Kontrolle und ich wurde ins Kinderzimmer gerufen. Sie sagten mir, dass mein Sohn schon über 10% abgenommen hat und schon total gelb ist. Es muss jetzt unbedingt zugefüttert werden, wir könnten nicht mehr auf die Milch warten.
Bei 10 % Abnahme ist das auch okay. Hier sollte aber bitte stillfreundlich zugefüttert werden, also mit Becher oder Löffel.
gab ihm unüberlegt das Fläschchen.
Nicht unüberlegt. Du hast dem Klinikpersonal vertraut. In dem Moment war das die richtige Entscheidung. Mach dir deswegen keine Vorwürfe.
Ich sollte nun alle 3 Stunden etwa abpumpen. Gleichzeitig sollte er alle 3 Stunden zugefüttert werden.
Klüger wäre gewesen: Alle 2 h stillen, danach noch abpumpen und die abgepumpte Milch per Löffel/Becher zufüttern.
Endlich kamen auch ein paar erste Tropfen, aber viel zu wenig, um es ihm zu geben. Am Nachmittag war ich dann durch alles was passiert ist und die Übermüdung absolut fertig und hatte einen kleinen Nervenzusammenbruch.
Den hatte ich bei meiner Großen nach dem verkorksten Stillstart auch. Echt übel!
Sie meinte, dass es wohl mit meinen Brustwarzen und seinem Mund so gut wie nicht möglich sein wird zu stillen.
Dazu sage ich jetzt nichts...
Kaum war ich zuhause und endlich etwas ruhiger, liefen mir die Brüste aus, allerdings hatte ich kein Stillhütchen, so dass ich nur pumpen konnte.
Hat dir das KH keine mitgegeben? Das darf doch echt nicht wahr sein. *kopfschüttel*
Schon von Geburt an, war es so, dass die rechte Brust immer mehr Milch gab, sowohl beim Pumpen als auch beim Auslaufen war es so, dass die rechte Brust ca. doppelt bis 3-mal soviel Milch hergab als die linke.
Viele Frauen haben da ein Ungleichgewicht in der Milchverteilung. Das macht (bis auf die optische Komponente) aber nichts.
Am 21.07 waren wir das erste Mal bei der Kinderärztin, inzwischen hatte er mit 3005g /50cm sein Geburtsgewicht wieder erreicht und war kerngesund. Sie hat uns auch empfohlen einen Schnuller zu verwenden, damit er nicht an der Hand saugt, er kennt ja eh schon den Flaschensauger. Ich war nicht begeistert, aber so schnell wie mein Freund den gekauft und dem Kleinen in den Mund gesteckt hat, konnte ich nicht schauen.
Schon wieder blöd gelaufen.
Die nächsten zwei Wochen habe ich mich dann nur mit Pumpen über Wasser gehalten, bis ich endlich die bestellten Hütchen erhalten habe. Glücklicherweise wurde die Milch kontinuierlich mehr. Habe etwa drei Mal am Tag gepumpt und dann gegen Ende der Woche zwischen 50 bis 130 ml pro Pumpgang und etwa 170-200ml pro Tag geschafft, was mich ziemlich glücklich gemacht hat.
Für dreimal Pumpen ist das eine sehr ordentliche Menge. Das kann ich nicht (auch nicht bei 10 mal Pumpen).
, und wie schön und einfach es ist dem Baby ein Fläschchen zu geben, was ich überhaupt nicht teilen konnte.
Ich auch nicht.
Am Ende der dritten Woche schaffte ich dann nur noch 100ml täglich und ich geriet in Panik. Ich pumpte immer mehr und mehr, bis ich Schmerzen in den Brüsten bekam. Hatte erst einen Milchstau rechts, dann links, dann wieder rechts, der sich dann in Woche 4 zu einer Brustentzündung rechts entwickelte. I
Das ist das Problem beim Abpumpen. Die Pumpe entleert die Brust nicht so gut, wie ein korrekt saugendes Kind und es kann damit schneller zu einem Milchstau kommen und dieser ist auch nicht so gut zu behandeln.
Die Stillberaterin empfahl mir Bockshornkleekapseln, dass ich natürlich die Häufigkeit des Pumpens erhöhe, auf ein Doppelpumpset wechsele und auch das Brusternährungsset, um die Milchmenge wieder zu steigern.
Sehr gut!
Die Bockhornkleeextraktkapseln nahm ich ab da täglich, 2 Stück a 40mg (laut Verpackung die maximale Tagesdosis)
Um die Milchmenge zu steigern, sollten es 2,7 bis 5,4 g pro Tag sein, also mindestens 8 Stück! Dein Körpergeruch sollte sich dabei "riechbar" verändern.
und erhöhte die Anzahl des Pumpens auf erstmal 5-6 Mal
Super!
Am Wochenende (30. - 31. 08.) und nach eingehendem Studium, beschloss ich dann auch das BES auszuprobieren, wenn auch mein Freund zur Assistenz zuhause ist. Hatte soweit alles vorbereitet, bin dann allerdings auf dem Sofa eingeschlafen und mein Freund weckte mich erst dann, als der Kleine schon sehr unruhig war. Ich wollte es aber unbedingt versuchen, aber ein unruhiger Säugling, der sich eh schon mit der Brust schwer tut, + das ganze wackelige Gebilde mit Schläuchen und Stillhütchen, haben nur ein noch unruhigeres, schreiendes Baby hervor gebracht. Unter Tränen schüttete ich die Milch wieder zurück ins normale Fläschchen und gab ihm die Milch so. Danach habe ich leider nie wieder den Mut gehabt es noch einmal auszuprobieren.
Den Mut solltest du wieder haben. Kennst du
diese Broschüre zum BES? Bevor du das BES verwendest, solltest du sie gelesen und das BES 3 mal auseinander und zusammen gebaut haben. Dann einmal nur mit Wasser und ohne Kind üben und dann erst den Versuch mit Milch und Kind starten (und dabei sollte das Kind nicht zu hungrig und nicht zu satt sein).
Allerdings versuchte ich ab und an wieder ihn so mit Hütchen (ich hatte andere gefunden als die im Krankenhaus, die weicher waren und besser hielten) anzulegen, was teilweise sogar geklappt hat. Ich lies ihn 3/4 des Fläschchens trinken, bis man es ihm ohne Geschrei wegnehmen konnte und mogelte ihm dann die Brust unter. Dies lies mich irgendwie wieder hoffen, und ich ärgerte mich nur noch mehr, dass ich eigentlich viel zu früh aufgegeben hatte und wirklich geglaubt hatte, dass es mit meiner Brust und seinem Mund gar nicht ginge. Das einzige Problem dabei war eigentlich immer nur, dass er sobald er die Brust im Mund hatte und ein Paar Mal dran saugte, mit der Burstwarze im Mund einschlief... Es gab aber auch wenige Versuche, wo er schon 5-10 Minuten brav gesaugt hat. Gleichzeitig versuchte ich an meinem Milchspendereflex zu arbeiten, und habe es soweit gebracht, dass die Milch gleich in den ersten Sekunden im Trichter, manchmal sogar gleich nach der Massage langsam lief.
Das klingt doch gut. Hier setzt das BES an: Dein Kind bekommt genügend Milch und wird damit für sein Saugen an der Brust belohnt.
Milchmengensteigerung halten würde. Sie konnte mich verstehen und verordnete mir mal eine Packung und ich sollte es für zwei Wochen testen. Leider war das Medikament bis diese Woche Montag (22.09.) nicht lieferbar und auch mein Freund war nicht begeistert von der Idee. Er hatte gehofft, dass ich endlich mit der Geschichte abgeschlossen hätte.
Das ist schade, dass dein Freund dich da nicht unterstützt. Es ist nämlich für erfolgreiches Stillen sehr wichtig, dass die Papas da mitziehen.
Irgendwie war mein Ehrgeiz geweckt worden und versuchte etwas Neues: Vom 15. - 17.09. machte ich es tagsüber so, wenn ich alleine war, dass ich meinem Baby erst ein Fläschchen gab (er hat einen ca. 4 Stunden Fütter Rhythmus am Tag), dann pumpte, dann nach etwa 2-3 Stunden, wenn er etwas geschlafen hatte (meist nur so 20-30 Minuten durchgehend am Tag) und gut drauf war, ihn einfach anzulegen. Er hat zwar meist erst etwas protestiert, hat dann aber erstaunlicherweise recht oft 10-30 Minuten gesaugt (manchmal wieder mit einschlafen dazwischen) und das Beste war, dass ich das erste Mal wirklich Milch im Hütchen sah.
Klasse. Das ist doch ganz toll, dass er noch an der Brust trinkt. Ein ganz schlaues Kerlchen.
Ich konnte also annehmen, dass er das erste Mal wirklich von mir getrunken hatte, was für mich wie ein kleines Wunder war. Leider war ich nach den drei Tagen und dem vollen Programm völlig fertig und lies das zusätzliche Stillen erst einmal sein.
Hier wäre es sinnvoller gewesen, dass Pumpen zu streichen und trotzdem zu stillen.
Letzten Samstag (20.08.) wachte ich dann mit Schmerzen in der rechten Brust auf, beim Wickeln und noch einmal kurz danach liefen beide Brüste aus, genauso wie am Anfang noch. Ich wärmte sofort die Stelle, pumpte ab, bis nichts mehr wirklich kam und kühlte die Brust dann. Ich legte mich noch einmal kurz hin und schlief noch etwas. Beim nächsten Aufwachen fühlte ich mich dann gleich schon kränklich, am Vormittag pumpte ich nochmal mit der Handpumpe ab und kühlte die Brust, aber bereits kurz nach Mittag hatte ich 38,5° Fieber. Diesmal entwickelte sich alles so viel schneller, als bei der ersten Brustentzündung. Als ich das meiner Schwiegermutter und Schwiegeroma erzählte, sagten beide gleich als erstes: Jetzt musst du aber wirklich abstillen! Wir fuhren wieder ins Krankenhaus, ich bekam wieder ein Antibiotikum (diesmal ein anderes) und Paracetamol und sollte natürlich die betroffenen Stellen kühlen. Ich habe auch das okay bekommen, solange weiterzumachen, bis es halt nicht mehr geht mit der Milch, weil jedes Bisschen besser ist als gar nichts fürs Baby. Zu allem Überfluss bekam ich am Sonntag dann noch Hals- und Kopfschmerzen und Husten und Schnupfen und in der Nacht vom Sonntag auf Montag das erste Mal nach der Geburt meine Regel wieder.
Vielleicht kamen die Beschwerden auch von der Erkältung. Auf jeden Fall ist es total kontrakproduktiv, wenn dann jemand noch so einen blöden Kommentar abgibt.
Am Montag (22.08.) war ich dann nochmal zur Kontrolle beim Frauenarzt. Er sagte, dass ich sofort mit dem Pumpen aufhören sollte, weil das am ehesten die Entzündung auslöst.
*kopfschüttel*
Wenn ich möchte, kann ich mein Baby noch Anlegen, aber ich sollte das langsam auslaufen lassen, da es ja alles anscheinend nicht sein soll. Pumpen sollte ich nur noch, wenn ich mekre, dass die Brüste sehr prall werden (waren sie seit Wochen nicht mehr) oder wenn es wieder zieht. Außerdem, sollte ich noch eine 3. Brustentzündung bekommen, so müsste sowieso abgestillt werden, mit Medikamenten, was der absolute Horror für mich wäre. Nun pumpe ich nur noch zweimal am Tag, die Milchmenge hat seitdem auch abgenommen, ich schätze, dass es nur noch 40-60ml am Tag sind, Tendenz sinkend. Ich bin leider auch noch immer recht stark erkältet.
Dein Frauenarzt muss wohl mal ganz dringend eine Forbildung zum Thema Stillen besuchen. Alles totaler Quatsch..
In zwei Wochen müsste ich auch die Pumpe wieder zurückgeben, dann sind die drei Monate um.
Du kannst dir auch das Rezept verlängern lassen oder auf eigene Rechnung ausleihen.
Außerdem hätte ich so viel mehr Zeit für mein Baby und mich. Auf der anderen Seite möchte ich das alles einfach nicht aufgeben, ich hatte gehofft, dass ich es noch bis zur ersten Beikost durchhalte
Das freut mich. Mamas mit Kämpferherz habe ich sehr gerne in der Stillberatung.
, aber dann wiederum habe ich wieder Angst vor einer 3. Brustentzündung und dem Abstillen mit Medikamenten.
Totaler Blödsinn. Man kann auch mit 30 Brustentzündungen stillen. Und Medis braucht man zum Abstillen auch nicht.
Dann möchte ich lieber selbst entscheiden wann ich natürlich abstille, zumal die Milchmenge schon weiter abgenommen hat.
Das ist dein gutes Recht. Und die Milchproduktion kannst du auch wieder ankurbeln.
Mein Plan wäre ab dem Wochenende nur noch einmal täglich zu pumpen und ab Mitte nächster Woche wieder anzufangen ihn vielleicht einmal täglich zum Kuscheln anzulegen, so dass er vielleicht noch ein paar ml von meiner Milch bekommt, bis es halt nicht mehr geht. Was meint ihr? Macht das alles irgendwie noch Sinn, oder sollte ich das sicherheitshalber lassen?
Wie findest du meinen Vorschlag (ganz kurz gefasst)?:
Du machst dich mit dem BES vertraut und fängst an deinen Sohn an der Brust statt mit Flasche zuzufüttern. Dann besorgst du dir eine geeichte Babywaage in der Apotheke, wiegst damit jeden Tag unter den gleichen Bedingungen, notierst täglich Gewicht, Zufüttermenge und Stillhäufigkeit, sowie Windelanzahl und dann fangen wir gemeinsam an die Zufüttermilch zu reduzieren.
Das wäre jetzt nur so der ganz grobe Plan. Aber du könntest dein Kind Stillen (wenn auch mit Hilfe des BES und der Pre), es regt durch sein Saugen an der Brust die Milchbildung an und bekommt die maximale von dir produzierte Milchmenge. Wenn das Stillen mit BES gut klappt, kann man dann die Premenge reduzieren (eventuell mit Unterstützung von Bockshornkleesamen oder Domperidon).
Ob es mit dem Vollstillen dann klappt, kann ich dir nicht garantieren, aber du könntest dann mit Beginn der Beikost die Pre durch Essen ersetzen.
So, ich schick das mal ab und schaue noch in die anderen Beiträge von dir rein.
Liebe Grüße
deidamaus