Alkoholfreies Bier für Kleinkinder bzw. Kinder?

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bienchencarolinchen
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Re: AW: Alkoholfreies Bier für Kleinkinder bzw. Kinder?

Beitrag von bienchencarolinchen »

Bei uns gibt es immer wieder mal Alkohol.
Mein Mann trinkt manchmal jeden Abend ein kleines Bier und dann monatelang wieder nichts. Ich trinke nun seit gut drei Jahren gar nichts, weil entweder schwanger oder stillend. Einen alkoholfreien Radler, oder Malzbier gönn ich mir aber schon ab und zu (besonders im Sommer) und dann darf meine Tochter auch davon trinken. Meist bleibt es da eh bei zwei, drei Schlucken.
Ich bin familiär vorbelastet was Alkoholismus angeht, glaube aber nicht, dass man zum Alkohiker wird, aufgrund des Geschmacks!
Ich bin auf der Suche nach mir selbst. Sollte ich früher als erwartet zurück sein, bitte sagt mir, ich soll auf mich warten!
Tochter 3/12 & 12/14
sutnahpele
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Re: Alkoholfreies Bier für Kleinkinder bzw. Kinder?

Beitrag von sutnahpele »

Unser Kind darf alkoholfreie Getränke trinken, er trinkt auch Malzkaffee. Wir kommunizieren aber, dass diese Getränke ohne Alkohol und Koffein sind.
Grundsätzlich gibt es bei uns nur Wasser als Durstlöscher, aber mein Mann trinkt ab und zu alkoholfreies Bier und ich alkoholfreien Sekt oder auch Weißbier. Wir mögen den Geschmack und nicht den Alkohol. In den Fällen darf unser Sohn auch probieren/trinken, soviel er mag.
Ich finde den allgemeinen gesellschaftlichen Umgang mit Alkohol eher bedenklich und trinke auch wenn ich nicht schwanger bin selten; dann meistens Rotwein, weil der ohne Alkohol echt nicht schmeckt :wink:

Ich denke, dass es sinnvoller ist, einen vernünftigen Umgang mit Alkohol vorzuleben (selten und wenn, dann nur mäßig, ect.), als alkoholfreie Alternativen abzulehnen. Ich finde eben auch, dass es mehr "Spaß" macht, mit Sekt anzustoßen als mit Saft; ich brauche aber keinen alkoholischen.
Dezemberkind 2011, Novemberkind 2014, Oktoberkind 2018, Maikind 2023, Januarbaby 2026.
nido56
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Re: Alkoholfreies Bier für Kleinkinder bzw. Kinder?

Beitrag von nido56 »

In meiner Herkunftsfamilie spielte Alkohol nie eine wichtige Rolle. Mein Vater trinkt gerne mal 1-2 Glas Wein zu einem guten Essen, und meine Mutter schaetzt hin und wieder einen kleinen Schluck Whiskey, nichts regelmaessiges, und betrunken habe ich sie auch nie gesehen. Trotzdem durfte ich schon sehr frueh zu besonderen Gelegenheiten mal einen "Schorle" (Glas Wasser mit 1 Tropfen Wein) trinken oder am Sekt nippen. Bei mir hat das dazu gefuehrt, dass Alkohol fuer mich nie den Reiz des Verbotenen hatte. Zwar habe ich mich als Jugendliche schonmal betrunken, aber nie bis zum Kontrollverlust. Das hat mich nie gereizt. Heute trinke ich auch gerne mal ein Bier oder ein Glas Wein, aber nie mehr, weil ich dann eh nur muede werde und ausserdem ja normalerweise auch zurechnungsfaehig sein muss, um mich um den Piraten zu kuemmern.

Der Pirat wollte schonmal von meinem alkoholfreien Bier probieren, weil er einfach alles spannend findet, was wir auch tun. Durfte er. Fand er eklig. Ich habe ihm aber auch erklaert, dass Kinder, die noch ganz viel wachsen wollen, von Kaffee, Bier und Weil allerhoechstens mal nippen duerfen, weil das eben fuers Wachsen nicht so gut ist.
nido mit dem Piraten (01/2012)
Batinka
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Re: Alkoholfreies Bier für Kleinkinder bzw. Kinder?

Beitrag von Batinka »

Ich finde es gibt Dinge, die nicht für Kinder sind. Bier und Wein gehören da dazu, und für mich macht es keinen Unterschied, ob das mit oder ohne Alkohol ist. Es ist potenziell ein alkoholhaltiges Getränk, das es nicht gibt. Auch, weil die Aufmachung sicherst gar nicht von der der alkoholhaltigen Varianten unterscheidet, wie soll ein Kind das sicher unterscheiden?
Tatsächlich von der Gefährlichkeit her eher harmlos, es ist sicher auch noch niemand durch Schokozigaretten zum Raucher gewordene, aber ich habe kein Problem damit, dass so etwas eben erst für Erwachsene/Jugendliche gedacht ist.
Aber das mit Gedanken über möglichen Alkoholismus zu verbinden scheint mir gefährlich, niemand wird vom Bier an sich zum Abhängigen, da spielen ganz, ganz viel Veranlagung und Umstände mit rein. Vor allem auch die gesellschaftliche Akzeptanz der Droge Alkohol als harmlos, was sie nicht ist.
Ich würde daher eher, wenn die Kinder im passenden Alter sind, sie von den richtigen Getränken probieren lassen, als sie auf dem Geschmack der freien Versionen zu bringen.
Und ja, ich bin vorbelastet was das Thema Alkoholismus angeht.


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Herzenssache
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Re: Alkoholfreies Bier für Kleinkinder bzw. Kinder?

Beitrag von Herzenssache »

Ich kann auch grundsätzlich das Gefühl verstehen, dass es einem komisch vorkommt, wenn das Kind eine Bierfahne hat, auch wenn kein Alkohol drin war.

Trotzdem bleibe ich bei der Meinung, dass ich es für vollkommen unschädlich halte.
Also manchmal reicht 'den Geschmack gut finden' vollkommen aus. Ich hab letztes Jahr sehr viele Alkoholiker kennengelernt. Eine verdammt mistige Sucht, vorallem weil es eben gesellschaftlich anerkannt ist, sozusagen etabliert und nicht verpönt wie kiffen oder so.
Das glaube ich nicht, dass der Geschmack alleine ausreicht. Dafür ist die körperliche Suchtkomponente zu gering. Die psychische Abhängigkeit ist das viel größere Problem und die ergibt sich nicht durch den Geschmack, sondern die Wirkung.
Dazu kommt, dass ich denke dass ein früher Genuss eines ähnlich schmeckenden Genussmittels sich absolut überhaupt nicht auf den späteren Geschmack auswirkt. Nur weil man sein erstes Bier erst mit 18 trinkt heißt das ja nicht, dass man es mit 20 nicht mag. Die heutige Generation um die 30 hat sicher als Kind kein Bier getrunken, es gab einfach noch nicht das Angebot an alkoholfreien Getränken. Trotzdem ist Bier eines der beliebtesten Getränke.

Ich persönlich durfte schon immer trinken was ich wollte. Kann mich nicht erinnern jemals ein Verbot bekommen zu haben. Meine Mutter hat auch mein erstes Erbrechen in den Vorgarten (ich war ca. 17) mit Humor genommen. Das einzige Verbot waren Zigaretten. Das war dann so mein einziger Abgrenzungspunkt als ich mit 18 angefangen habe zu rauchen. Das war dann für mich das Gefühl der Rebellion und des "erwachsen seins".
und nicht davon ausgehen kann daß mein Kind oder meine Umgebung genauso gefestigt ist im Umgang mit Drogen wie ich.
Und ich glaube, dass man seinem Kind durchaus zutrauen kann später einen stabilen Umgang mit Drogen zu erlangen. Ich denke, dass ein unverkrampfter, offener, verständnisvoller Umgang mit Drogen das sinnvollste ist. Ich habe in meiner Jugend auch gelegentlich andere Drogen konsumiert (Hasch, Pilze, Kokain) und hatte nie das Gefühl, das irgendwie zu brauchen. Ich wusste, dass ich mich mit meinen Eltern darüber austauschen kann und dass ich das als Erfahrung verbuchen kann. In mir hat sich nie das Verlangen danach geregt und dadurch, dass es nie verboten oder verteufelt war hatte ich nie den Reiz des verbotenen.
Ich hab damals über den Bruder meines Freundes sehr viel Kontakt zu Drogen gehabt. Das waren Großteils Medizin und Informatik Studenten, dort ist das sehr verbreitet. Ich weiß grob noch bei fast allen, was aus denen geworden ist. Bei ziemlich allen hat der Drogenkonsum mit etwa 25 und dem Einstieg ins Berufsleben vollständig aufgehört. Nur diejenigen aus schwierigen Elternhäusern sind sehr schnell tief abgerutscht. Die hatten sicher als Kind kein Kontakt zu Drogen. Ich bin absolut überzeugt, dass man so etwas nur durch Persönlichkeitsbildung und Stärkung des Selbstbewusstseins verhindern kann und niemals durch Verbote oder Fernhalten.

Das Argument, dass die Kinder nicht unterscheiden können ob es alkoholfreies Bier ist oder doch mit Alkohol sehe ich bis zu einem gewissen Alter aber durchaus als berechtigt an. Ich finde es ist auch nicht nötig, dass Kinder das trinken. Ich denke es ist wohl selten ein großer Wunsch des Kindes dar sondern höchstens etwas Neugierde. Daher finde ich es auch völlig in Ordnung, wenn man einfach für sich selbst ein komisches Gefühl bei einem Bier trinkenden Kid hat.
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Seerose
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Re: Alkoholfreies Bier für Kleinkinder bzw. Kinder?

Beitrag von Seerose »

Herzenssache hat geschrieben:Ich weiß grob noch bei fast allen, was aus denen geworden ist.
Mein früherer Chef war Alkoholiker, übrigens eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Kein Mensch hat gemerkt daß er säuft..
Herzenssache hat geschrieben:INur diejenigen aus schwierigen Elternhäusern sind sehr schnell tief abgerutscht.
Das unterscheidet uns in unseren Erfahrungen, ich kenne überwiegend Alloholiker aus 'allerbesten' Elternhäusern. Und unter 25 ist da niemand, auch nicht unter 35..
Herzenssache hat geschrieben: und niemals durch Verbote oder Fernhalten. .
Also ich würd ein kleines Kind auch nicht kiffen lassen und von noch viel mehr Dingen fernhalten.

Aber wir denken einfach vollkommen anders darüber womit ich überhaupt kein Problem habe.


vom Handy getaptalkt..
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Liebe Grüße,
Seerose
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Re: Alkoholfreies Bier für Kleinkinder bzw. Kinder?

Beitrag von Herzenssache »

Ich habe da auch kein Problem mit.
Die Jugendlichen aus dem beschriebenen schwierigen Elternhaus kamen alle aus sehr wohlhabenden behüteten Elternhäuser. Das macht sie aber ja nicht besser. Es waren oft strenge Eltern mit hohen Erwartungen.

Ich würde meinem Kind natürlich auch keine drogen oder ähnliches geben. Das ist natürlich unbestritten, da es sowohl gesundheitsschädlich wie auch abhängig machend ist. Alkoholfreies Bier ist aber weder schädlich noch macht es abhängig.
Ich würde meinem Kind auch kein saft verbieten, nur weil er fast genauso schmeckt wie wodkaorange.
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Re: Alkoholfreies Bier für Kleinkinder bzw. Kinder?

Beitrag von tigereule »

Ich habe nicht den ganzen Thread gelesen...aber was mir dazu einfällt: Als ich so 8,9 Jahre alt war, durfte ich auch alkoholfreies Bier trinken, wenn ich wollte. Ich mochte schon immer Malzbier, aber das wollten meine Eltern mir nicht so viel geben, weil es ja auch so extrem zuckrig ist.

Auf jeden Fall mochte ich es gerne, aber irgendwann habe ich damit auch wieder aufgehört. Mit Alkoholkonsum hatte ich nie Probleme und kann auch jederzeit darauf verzichten.

Dass Bier nichts für Kinder sein soll, ist ja noch gar nicht so eine alte Idee. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war Bier für Kinder geradezu als nahrhaftes Getränk empfohlen! Oder auch eine Biersuppe. Dazu muss man aber auch sagen, dass das Bier, das früher gebraut wurde, auch oft ganz wenig Alkohol hatte.
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