Bei den Stillproben hatten wir keine wirkliche Begleitung, unsere Hebamme hat einfach gesagt: wenn du dann die Waage besorgt hast, mach auch mal eine Stillprobe und sag mir Bescheid. Dann waren es einmal 30g und sie meinte ich soll nach 2 Tage nochmal machen und es waren 20, was ich ihr aber nicht gesagt habe weil sie mir sowieso immer das Gefühl gegeben hat ich mache alles falsch..
Das ist ja blöd, dass Du da nur so halbherzig betreut wurdest. Fachlich geht's so auch GAR NICHT - Mahlzeitengrößen schwanken natürlicherweise MASSIV über den Tag verteilt, und das ist auch völlig in Ordnung so! Nur EINE Stillprobe zu machen ergibt wirklich überhaupt keinen Sinn; das Ergebnis ist ja ein reines Zufallsprodukt und hat entsprechend null Aussagekraft. Wie es RICHTIG geht, steht in dem Link auf der ersten Seite dieses Threads.
Heute habe ich schon versucht mit Becher und Löffel zuzufüttern. Mit Becher hat es garnicht funktioniert, alles lief daneben. Mit Löffel ging es, sie hat ca 50 g bekommen, einwenig hat sie rausgespuckt.
Oh, das ist ja klasse - meist braucht's etwas mehr Übung, bis Eltern per Löffel 50 g ins Kind bekommen.
Kann es sein dass die mit Löffel viel Luft schlucken? Nach jede 5-6 Löffel hat sie ein rießen-Bäuerchen gemacht und am Ende hat sie nur geweint, ich konnte sie nicht mehr beruhigen..
Hm, weinen ist natürlich nicht so gut; da könnte man noch mal schauen, woran es lag (zu lang gedauert/unbequeme Haltung/Saugbedürfnis/längst satt...?), aber dann im Zweifelsfall evtl. lieber eine andere Methode versuchen.
Ich werde es wieder versuchen, wenn es wieder so wird, würde ich Spritzen besorgen und Fingerfütterung machen.
Hm, ich weiß nicht, ob Fingerfeeding bei Euch das richtige ist. Fingerfeeding ist technisch sehr anspruchsvoll und ziemlich schwer zu lernen; dazu braucht es normalerweise sehr enge fachliche Einweisung und Begleitung VOR ORT. Sonst macht man da einfach zu leicht was falsch, mit ungünstigen Auswirkungen aufs Stillverhalten. Auf eigene Faust also eher nicht zu empfehlen. Ich weiß - DU hast damit schon Erfahrung, aber Dein Baby nicht sozusagen. Falls es sich dabei was ungünstiges angewöhnt, ist das als Eltern im Alleingang evtl. schwer festzustellen. Also, ich rate nicht komplett ab, aber meine erste Wahl wäre Fingerfeeding in Eurem Fall nicht.
Könntest Du Dir vorstellen,
während des Stillens zuzufüttern? Das hätte den Vorteil, dass Dein Baby füttertechnisch zu 100% positiv auf die Brust geprägt wird. Auch zur derzeitigen Zufüttermenge würde das gut passen: 4 x 60 ml täglich. Also 4 mal pro Tag 60 ml wärend des Stillens zusätzlich anbieten. Das dazu üblicherweise verwendete Stillhilfsmittel ist das Brusternährungsset. Kennst Du das?
Den Schnuller packen wir weg, das ist kein Problem und mit Tragetuch kommen wir auch gut klar!
Oh, super, das könnte ein wichtiges Puzzlestück sein. Prima! Ein "Zuviel" im Tragetuch gibt es auch praktisch NICHT. Einfach nach dem Stillen ab ins Tuch. Gerne auch bei anderen lieben Menschen.
Den Rest soll ich erstmal so weitermachen? Ich meine Abpumpen, zwischendurch immer wieder anlegen, Nachts etwas länger schlafen lassen?
Also, mein Vorschlag wäre, es jetzt relativ strukturiert anzugehen. Du schriebst ja, dass Du für gewöhnlich 3-4 mal pro Tag pumpst, mit meistens jeweils 60-70 ml Ertrag. Du könnstest also 3-4 mal pro Tag 60 ml zufüttern, am besten während des Stillens selbst. Wichtig ist, dass Du auf mindestens 8-12 Mahlzeiten in 24 Stunden kommst! Also eher 10-12 anpeilen. Das bedeutet: Tagsüber alle 2 Stunden stillen, nachts nicht länger als 4 Stunden Pause machen. Häufiges Stillen ist das A und O, um Dein Baby in Schwung zu bringen.
Das beobachten wir einige Tage, und dann schauen wir, wie es weitergeht.
Kannst Du es Dir so vorstellen? Ich habe die Hoffnung, dass die Kombi aus
* Verzicht auf künstliche Sauger,
* viel tragen,
* häufiges Stillen und
* Zufüttern während des Stillens
schon ausreicht, um die Zufüttermenge sehr bald deutlich reduzieren zu können. Das würde den Aufwand für Dich (weniger pumpen, weniger zufüttern) natürlich auch verringern.
LG
Julia