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Re: Abstillen und das schlechte Gewissen...
Verfasst: 10.08.2014, 18:59
von Nelly2012
Tania, ich gehe mal nicht davon aus, dass du dich konkret auf meinen Beitrag beziehst, möchte aber dennoch antworten. Habe mir die Entscheidung nicht mehr zu stillen - genau wie die Threadstarterin - nicht leicht gemacht. Von "Stillen nervt, dann lasse ich es" kann nicht die Rede sein, dann hätte ich in den ersten vier Wochen aufgehört und nicht ums Vollstillen gekämpft. Aber ich mag es auch nicht, wenn der Eindruck vermittelt wird, nur langzeitgestillte Kinder bekämen ihre Bedürfnisse befriedigt. Ich bin davon überzeugt, dass einem anderthalbjährigen Kind da kein Grundbedürfnis mehr verwehrt wird, wenn es nicht mehr an meiner Brust trinken soll. Ich merke gerade, dass ich da ein riesiges Fass aufmache. Aber ich lasse sie ja stattdessen nicht alleine in der Ecke sitzen. Ich bin IMMER da, wenn sie mich braucht. Und biete ihr ein Glas Hafermilch/Wasser an, bzw. kuschle mit ihr. Ja, sie hat einen Schnuller, weil sie noch ein Saugbedürfnis (oder ist es Gewohnheit) hat, aber ich hatte wirklich nicht den Eindruck, dass ich ihr etwas ganz Fundamentales verwehre.
Ich möchte die Threadstarterin wirklich nicht vom Abstillen überzeugen, aber meiner Tochter und mir geht es besser, seit ich mehr auf meine Bedürfnisse achte und da war für MICH das Abstillen ein wichtiger Schritt, daher habe ich mich von der Fragestellung angesprochen gefühlt.
Re: Abstillen und das schlechte Gewissen...
Verfasst: 10.08.2014, 21:40
von tania
ja ich verstehe es schon und ich finde es echt wichtig, dass sich muetter mit gutem gefuehl zum abstillen zu entscheiden. und ich moechte niemandem ein schlechtes gewissen machen. aber: wenn man dabei ist sich fuer oder wider abstillen zu entscheiden, koennen ruhig auch beide seiten gehoert werden.
und: dein kind hat sehr wohl noch ein nuckelbeduerfnis, bis zwei halte *ich* stillen sehr wohl fuer ein elementares beduerfnis. dein kind braucht ja auch ersatz. und der ersatz ist ja voellig in ordnung, ich fuer mich und mein kind ziehe es aber vor, dass er nicht den ersatz kriegt, sondern eben das eigentliche beduerfnis perfekt gestillt wird. das heisst nicht, dass dein kind alleine gelassen wird oder unbeffriedigend begleitet wird. aber dass du (und andere) sich bei dem thema so leicht aufregen zeigt ja eben auch, dass es gegen einige eurer gefuehle geht (weil ihr eben unterschiedliche wiederstreitende gefuehle spuert). ich rate deswegen immer, sich beide seiten der widerstreitenden gefuehle genau anzuschauen. wo kann *ich* was veraendern bevor ich abstille?
ich kenne echt einige geschichten, wo muetter nach dem abstillen ploetzlich deutlich mehr und zusammenhaengenden schlaf kriegen. das ist besonders bei fehlender unterstueztung durch mann/familie/freunde und evtl noch groesseren kindern eine schwierige situation. ich bin keine bessere mutter weil ich noch stille. aber es ist eine (meist) irreversible entscheidung und da ich (und meine kinder) das stillen auch noch jahre nach der geburt geniessen und es mir mein leben deutlich erleichtert, plaediere ich hin und wieder auch in "abstillen - ja/nein"-threads FUERS stillen. ist ja immerhin stillen und tragen hier

Re: Abstillen und das schlechte Gewissen...
Verfasst: 11.08.2014, 07:49
von Nelly2012
Ich gebe dir in allem, was du schreibst recht, ich finde es wirklich gut, dass du auch andere Ansichten gelten lässt. Das Stillthema polarisiert nur so wahnsinnig, das muss wirklich jede Mama mit ihrem eigenem Gefühl (und natürlich des Kindes - meines ist sehr willensstark und fordert lauthals seine Bedürfnisse ein) vereinbaren. Anderen kann man es nicht Recht machen. Muss man ja glaube ich auch nicht. Ich möchte nur nicht als Mutter wahrgenommen werden, die sich keine Gedanken über die Bedürfnisse ihres Kindes macht.
Re: Abstillen und das schlechte Gewissen...
Verfasst: 11.08.2014, 09:31
von Caralina
Da unterschreib ich jetzt mal faul....
Nelly2012 hat geschrieben:Ich möchte nur nicht als Mutter wahrgenommen werden, die sich keine Gedanken über die Bedürfnisse ihres Kindes macht.
das war auch der Grund, warum ich ewig gezögert habe hier zu schreiben. Mir ging es nicht darum hier gesagt zu bekommen ob ich abstillen soll oder nicht. Ich wollte einfach mal mit jemandem teilen das ich traurig bin und es mir nicht leicht fällt unsere stillbeziehung schon zu beenden. Im rl lachen alle nur, ich solle mich nicht so anszellen, etc. Ihr kennt das ja wahrscheinlich

Re: AW: Abstillen und das schlechte Gewissen...
Verfasst: 11.08.2014, 11:07
von FuFu
Das kenne ich [emoji53], hab ich vor kurzem auch einen Strang zu eröffnet.
Da hatte ich aber schon abgestillt und nicht mehr nach Meinungen gefragt [emoji6] im RL wird man ja schon komisch angeschaut, wenn man sich Gedanken macht, ob (in meinem Fall) 18 Monate stillen reicht...
☆ mobil mit Klein-FuFu *12/12 ☆
Re: Abstillen und das schlechte Gewissen...
Verfasst: 14.08.2014, 12:09
von Caralina
So, 5 Tage sind nun vorbei seitdem ich aufgehört habe zu stillen. Das schlafverhalten meiner Tochter hat sich dadurch total geändert. Sie wird nicht mehr wach, wenn wir ins Bett kommen. Außerdem schläft sie seit der zweiten Nacht durch, mindestens sieben Stunden. Mittags kann ich sie nach dem Tragen ablegen ohne das sie aufwacht... Freut mich, auch wenn es mich nie gestört hat, das es vorher nicht so war. Sie fragt nicht mehr nach der Brust, nachts verlangt sie Wasser. Das alles stimmt mich aber irgendwie auch sehr traurig. Ich weiß nicht ob es die abfallenden Hormone durchs abstillen sind oder die Schwangerschaftshormone oder ob es echter Wehmut ist. Eigentlich habe ich das Gefühl das meine Tochter das stillen garnicht vermisst, ich dafür umso mehr. Mir fehlt diese nähe, die unbeschreibliche Verbundenheit. Ich könnte den ganzen Tag nur heulen. Mein Mann sagt ständig, das ich ja bald wieder stillen kann, wenns Baby da ist. Aber es geht nicht ums stillen an sich, es geht halt darum, das ich DIESES Kind nie mehr stillen werde. Ich versteht mich, oder?
Tut mir leid fürs rumjammern, es war ja meine Entscheidung abzustillen, ( obwohl ich mittlerweile glaube, es war die meines Mannes, der mein Unterbewusstsein dazu gebracht hat zu denken, das stillen würde für mich nicht mehr passen...)
Ich hoffe nur das meine Stimmung besser wird. Jedes mal wenn ich meine Tochter ansehe sticht es in meinem Herzen und ich habe das Gefühl ihr etwas von mir zu verweigern, ihr einen Teil meiner Liebe genommen zu haben. Ich habe niemals geglaubt das man einen Menschen so sehr lieben kann.
Re: AW: Abstillen und das schlechte Gewissen...
Verfasst: 14.08.2014, 12:15
von FuFu
Wahrscheinlich kommen die Hormone zusammen mit der Wehmut... [emoji6]
Du liebst sie doch nicht weniger, weil du nicht stillst! Und es scheint doch ein akzeptabler Zeitpunkt auch für sie gewesen zu sein.
Aber dass da bei dir Wehmut ist, können bestimmt alle hier verstehen!
☆ mobil mit Klein-FuFu *12/12 ☆
Re: AW: Abstillen und das schlechte Gewissen...
Verfasst: 14.08.2014, 12:25
von powerlady
Ich würde behaupten es sind die Schwangerschaftshormone. [emoji6]
Re: Abstillen und das schlechte Gewissen...
Verfasst: 14.08.2014, 12:39
von Caralina
Hoffentlich habt ihr recht. Fehlendes prolaktin gibt mir wahrscheinlich den Rest. Ich denke auch, das ich nen guten Zeitpunkt zum abstillen getroffen hab, auch wenn von mir ausgehend. Meine Tochter ist sehr willensstark und hätte schon klar deutlich gemacht, wenn sie stillen wollen würde. Ich hatte halt echt gedacht, sie entscheidet den Zeitpunkt des abstillens....
Re: Abstillen und das schlechte Gewissen...
Verfasst: 14.08.2014, 13:15
von tania
ich glaube nicht, dass deine tochter es vermisst, sie wuerde es dir zeigen. kinder in dem alter sind unglaublich anpassungsfaehig und in dem alter koennte sie es aber auch zeigen, wenn es ihr sehr fehlt. und sie wird gemerkt haben, dass du bei ihren protesten standhaft geblieben bist, also hat sie es nicht weiter versucht.
ich kann dich gut verstehen. ich geniesse stillen meines fuenfjaehrigen immer noch (sehr selten), weil es eben besondere momente sind. nicht vergleichbar mit umarmen oder arm in arm schlafen. es ist eben stillen. mit der absolutheit mutterliebe hat es nix zu tun, aber es ist halt einfach wunderschoen und eine art zusammenfassung unserer intimsten momente. das ist wunderbar.