Stillen anbieten oder auf "nachfrage"?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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warmbäuchlein
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Stillen anbieten oder auf "nachfrage"?

Beitrag von warmbäuchlein »

Interessante Diskussion:

@Stillen zum Trösten
Ja, finde ich legitim, ABER... irgendwann sollte es doch mal übergehen in andere Handlungen meiner Ansicht nach.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich das nicht haben will, dass das Kind irgendwann immer zu mir rennt, mir das T-Shirt raufreißt und stillt. Überhaupt mit "Selbstbedienung" habe ich schon ein Problem. Ich will selbst entscheiden, wo und wie ich stillen mag. Es fängt leider schon etwas an, dass der kleine Mann inzwischen mal an meinem Ausschnitt herumzerrt und das nervt ehrlich gesagt schon...
Das ist aber die Entscheidung, die jede Mama für sich treffen muss. Andere Mamas finden das vielleicht ok oder meinen, dass das Kind das eben braucht. Egal wie man dazu steht, wichtig ist ja nur, dass man sich dessen bewusst ist und in die entsprechende Richtung lenkt :wink:

Ich setze daher schon länger auch andere Beruhigungsmittel ein. Das möchte ich noch mehr machen.
Gestern z.B. klassische Situation: Ich schon abends müde und etwas angenervt. Er etwas quengelig am Boden. So nun hätte ich sicher normalerweise ihn hochgenommen und gestillt, damit er eben Ruhe gibt. Stattdessen habe ich eben nicht nach ein paar verbalen Aufmuterungsversuchen gleich aufgegeben, sondern 1-3 Lieder versucht. Mit seinem absoluten Lieblingslied hat es dann auch geklappt. Wobei ich schon viiiiel zur Beruhigung singe, seit er klein ist. Dank meiner musikalischen Qualitäten, wird wahrscheinlich kein Musiker aus ihm :mrgreen:

Ich bin übrigens auch voll Bienesmamas Meinung, dass es altersgerecht ist, nach und nach anders zu beruhigen. Und mein Kleiner ist aus meiner Sicht schon so weit.

.. und klar, ist das alles ein Thema von wegen "Einfach machen statt schwer". Ich schreibe hier ja sehr offen, dass ich auch bisher sehr auf der Schiene fahre: Weg geringsten Widerstands :mrgreen:


Mir ist aber wichtig, dass wir das Stillen ganz sanft ausschleichen und dazu muss man ja innerlich für sich zumindest sich mal entscheiden :wink:


@Essen
Ja, da habe ich es echt gut. Weil mein Kleiner verschlingt alles. Er probiert sogar Sachen, die ihm nicht schmecken teilweise 2-3 mal - mit süß angewidertem Gesicht. Wenn er mal weniger isst, biete ich aber oft eben einen kleinen Snack (was Baby eben so zwischendurch hier bekommt). Ich stille nur mehr, wenn er wirklich dann noch danach verlangt. Und das tut er oft gar nicht mehr.
Ich denke, Babies brauchen oft auch gar nicht sooo viel zu essen, wie viele glauben. :wink:

Ich habe bisher eben jeden Monat eine Mahlzeit eingeführt, aber daneben "normal" viel weitergestillt. Wir sind jetzt bei 4 Mahlzeiten und ich habe jetzt die letzte Zeit eben erkannt, dass er wohl schon satt wird. 8)
Ich mache ja "klassische" Beikost. Das heißt viel Brei, aber da immer, was da ist und saisonal. Meistens von unserem Essen abgezwackt. Langsam isst er jetzt bei uns mit (bekommt alles salz- und zuckerfrei) und es geht etwas mehr in Richtung Fingerfood.


So wieder ein Roman von mir :oops:
Lilali
gut eingelebt
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Re: Stillen anbieten oder auf "nachfrage"?

Beitrag von Lilali »

Hallo,

Ich mag mich hier mal anschließen. Wir sind in der gleichen Situation und ich hab mir die Frage auch schon gestellt.
Die Frage ist ja auch wie definiert man anbieten bzw. Bedarf. Denn wenn mein Kind nölig ist und ich ihm stillen anbiete und er es annimmt, ist das dann stillen anbieten von mir aus gehend, oder stillen nach Bedarf weil er es braucht? :D

Wir stillen noch fast voll. Gegessen wird hier bei jeder Familienmahlzeit ein wenig klassische Beikost und auch Fingerfood je nachdem wie es passt. Aber mengenmäßig eher wenig. Gefühlt geht das stillen meistens von mir aus, wie ihr auch schon geschrieben habt, die üblichen Situationen. Da ich an drei Nachmittagen arbeite, biete ich vorher immer stillen an. Manchmal frage ich mich, ob er es von sich aus überhaupt so oft einfordern würde. Zumal er wirklich immer stillt wenn ich es ihm anbiete :lol:

Langsam kommt bei uns der Zeitpunkt wo er selbst auch klare anzeichen gibt, indem er andockt sobald die Brust nackt ist oder durchs T-Shirt versucht zu stillen :mrgreen:

Aber bei nicht mehr anbieten hab ich Angst, dass wir abstillen, obwohl er noch nicht genug isst :oops:
Geplant ist erst mal irgendwas bis zum zweiten Lebensjahr.

Lg
Mein Großer 06/07 und mein Kleiner 09/13
MamaSunshine
möchten wir nicht mehr missen
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Re: Stillen anbieten oder auf "nachfrage"?

Beitrag von MamaSunshine »

Also nur kurz, muss gleich weg: wir verwenden babyzeichen, seit neuestem kann sie milch selber zeigen, machts aber noch selten. Vielleicht sind die kurzen noch zu klein, um in jeder situation zu erkennen, dass es jetzt stillen ist, was ihnen fehlt. Versteht ihr, wie ich mein? Dann müsste man es als mama anbieten, weil sie es brauchen (bedarf).
Mama Sunshine mit dem kleinen Sonnenschein (09/13) und dem Fröschlein (11/18)
FrauMahlzahn
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Re: AW: Stillen anbieten oder auf "nachfrage"?

Beitrag von FrauMahlzahn »

Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen doof zu erkennen wann Fräulein Mahlzahn stillen will.
Naja, zum Einschlafen immer und zum Frühstück manchmal - abet sonst?
Also probiere ich zehn Sachen aus und wenn sie immer noch an mir klebt, dann ist es stillen :lol:
Zum trösten hab ich bis auf zwei, drei Situationen noch nie gestillt. Kam mir nicht in den Sinn, kommt mir auch komisch vor. Wir tragen, knuddeln, sprechen, singen, lenken ab, aber stillen?
Vielleicht als sie ganz klein war, aber da konnte ich eh nie auseinanderhalten was das Problem ist. Bewusst zum trösten eingesetzt hab ich die Brust wirklich nur zwei oder drei mal und da war das Fräulein komplett durch den Wind.
Frau Mahlzahn und Herr Mahlzahn mit dem großen Fräulein Mahlzahn *Juni 2013 und dem kleinen Fräulein Mahlzahn *Dezember 2015
Animay
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Re: Stillen anbieten oder auf "nachfrage"?

Beitrag von Animay »

Ich schließe mich hier auch sehr gern an. Alles was Ihr schildert kommt mir bekannt vor - auch das *hüstelräusper* stillen um seine Ruhe zu haben ;). Durch unsere Probleme mit zu wenig Milch habe ich ja lange dokumentiert wie oft am Tag wir stillen und so ganz krieg ich das noch nicht aus meinem Kopf raus. Also ich erwische mich regelmäßig, wie ich abends beim Einschlafstillen den Tag Revue passieren lasse und durchzähle, wie oft wir denn nun gestillt haben. Ich hatte auch schon Tage an denen ich mir dachte hm, ich schau mal was passiert wenn ich es nicht von mir aus anbiete - aber dann haben wir trotzdem fast genau so oft gestillt (gut 11-13x am Tag...). Komisch. Aber ich mache mir immer mehr Gedanken wie ich die Kurve kriege, wenn es in Richtung Wiedereinstieg in den Job im November geht. Ich weiß bis dahin ist noch viel Zeit, aber als ich in Mutterschutz ging war es noch viel mehr Zeit und schwupps, bin ich schon 9 Monate zuhause... Obendrein bauen wir gerade ein Haus und wollen im Oktober einziehen - da wären dann also der Umzug, das eigene Zimmer UND die Kita auf einmal. Abstillen will ich da sowieso noch nicht, aber sie muss eben tagsüber 8 Stunden ohne mich schaffen... Hui!
Fazit: ich lese interessiert mit und schließe mich hier gern an!

LG
Animay
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tania
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Re: Stillen anbieten oder auf "nachfrage"?

Beitrag von tania »

also troeste-stillen anbieten hab ich aufgehoert bevor er zwei war. deutlich. deeeeutlich vorher. aber generell brust anbieten.. hab ich gestern morgen erst beim grossen gemacht (5.5 ist er). der kleine war etwas schwierig in letzter zeit und so hab ich mal "nein" gesagt zu seiner morgendlichen stillanfrage und nach einem nein fragt er dann leicht nicht mehr, deshalb biete ich an, wenn es mir wieder passt. dem kleinen biete ich die brust zur zeit nicht an, liegt aber auch daran, dass troesten mit brust in dem alter eh nicht mehr hilft (auf den ruecken nehmen funktioniert viiiiel besser) und er ansonsten eh rel selten stillt.
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Re: Stillen anbieten oder auf "nachfrage"?

Beitrag von sunny270 »

Hallo, ich hoffe ich darf mich zu euch gesellen;)
Ich hab mir in letzter Zeit genau übers "Troststillen" Gedanken gemacht, und mir is aufgefallen dass ich die Brust automatisch anbiete und gar nicht versuche ihn anders zu trösten.
Wie funktioniert es bei euch dass andere Personen trösten? Bei uns funktioniert das gar nicht, ausser ich bin weg, also nicht im Garten oder in einem anderem Raum.
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EhMibima

Re: Stillen anbieten oder auf "nachfrage"?

Beitrag von EhMibima »

MamaSunshine hat geschrieben:Also nur kurz, muss gleich weg: wir verwenden babyzeichen, seit neuestem kann sie milch selber zeigen, machts aber noch selten. Vielleicht sind die kurzen noch zu klein, um in jeder situation zu erkennen, dass es jetzt stillen ist, was ihnen fehlt. Versteht ihr, wie ich mein? Dann müsste man es als mama anbieten, weil sie es brauchen (bedarf).
Wir haben der Großen auch Babysignal-Handzeichen angeboten. Zum Schluß waren es bestimmt 20-25! Das zeichen für "Milch", also Stillen hat äußerst selten gezeigt. Sie hatte einfach andere Möglichkeiten ihr Bedürfnis zu zeigen.
Und selbst mir geht es oft so daß ich meinen Hunger oder Durst erst spät als solchen erkenne. Manchmal bin ich schlecht gelaunt...bis ich was esse, oder ich bin schlapp...bis ich trinke. Manchmal erkenne ich meine Bedürfnisse auch nur über Umwege.
Wenn mein Kleiner hungrig ist wird er einfach manchmal ganz schön unzufrieden. Klar, er kann "Hunger!" "Essen" sagen, er kann in die Küche gehen...aber er macht´s nicht. Und er ist 2.

Ich finde es am einfachsten nicht darüber nachzudenken ob oder wann ich mein Kind stille. Für mich ist es am natürlichsten und einfachsten wenn ich intuitiv handle und nicht berechnend.
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Nana
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Re: Stillen anbieten oder auf "nachfrage"?

Beitrag von Nana »

Ich hänge mich sehr interessiert an!

Mnein kleiner ist 11 Monate und ich stille ihn sehr häufig, oft ohne direktem anzeichen von ihm (ich wüsste gar nicht, was das sein soll) . eher dann, wenn wir es immer machen. :lol: zum einschlafen und aufwachen und zwischen drin , bevor wir aus dem Haus gehen, wenn wir zurückkommen, immer wenn ich denke "jetzt ists schon länger her", und immer wenn er schlechte Laune hat. Also oft!
Er isst aber noch sehr wenig und ich möchte versuchen, mal weniger oft zu stillen. Vielleicht hat er dann mehr appetit auf anderes!? Er sprengt eh schon die gewichtskurven und manchmal hab ich das Gefühl, dass ich das stillen jetzt ruhig hätte weglassen/verspäten hätte können.
Mit Löwenbär 7/2013
Und Pünktchen 8/2018
warmbäuchlein
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Re: Stillen anbieten oder auf "nachfrage"?

Beitrag von warmbäuchlein »

Hallo,

Schön, dass sich hier anscheinend ein Grüppchen findet.

Ich bin beruhigt, dass einige hier auch gestehen, dass sie stillen "um Ruhe zu haben" :oops:

@Kind zeigt, dass es stillen will
Meiner kann mir das inzwischen schon sehr gut zeigen. Er lässt sich dann gaaanz elegant nach hinten gleiten, damit er in Wiegehaltung ist :mrgreen:
Ich habe das jetzt noch mehr beobachtet, als ich mal bewusst so lange nicht gestillt habe, bis ich gemerkt habe, dass er es wirklich braucht. Natürlich hat er das zuvor auch schon gemacht, aber nun fiel es noch stärker auf.

Versucht also mal zu beobachten, was Eure Kinder machen. Ich bin sicher, sie zeigen es Euch. Sei es durch am T-Shirt rumzupfen, Versuche durch Shirt zu stillen oder was auch immer 8)

@Essen
Ich würde mir auch keine Sorgen machen, wenn das Kind nicht sooo viel isst. Kein Kind verhungert. :wink:

@in die Runde fragt
Wie lange schafft ihr ohne stillen?
Ich bin stolz, dass wir tagsüber ohne 5 Stunden schaffen (was ja nicht wirklich lang ist - für uns aber schon :oops: )
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