Hallo Fitzka,
es ist gut, dass Du Dir darüber bereits Gedanken machst. Thematisch geht hierbei ein bisschen was durcheinander.
Der eine Punkt ist das
Gewinnen von Muttermilch, z.B. damit auch mal jemand anders füttern kann:
Gerade für gelegentliches "Ich will mal ein paar Stunden ohne Baby außer Haus sein" braucht man definitiv keine Pumpe (und schon gar nicht vor der Geburt!). Zunächst sollte erstmal abgewartet werden, ob diese Situation überhaupt eintreten wird, denn viele Mütter mögen ihre Babys in den ersten Lebensmonaten nicht gern allein lassen, und KURZE Zeiten (z.B. 2-3 Stunden) können junge Babys allermeistens auch ohne Fütterung in der Zeit problemlos überstehen. Falls tatsächlich Muttermilch zugefüttert werden soll während Abwesenheit, dann ist es sinnvoll, für solche Gelegenheiten das Milchgewinnen von Hand zu lernen: das ist hygienischer, erfordert keinerlei Organisation (Transportieren, Reinigen,..) und kostet praktisch keinen Cent. Milch per Hand zu gewinnen ist nicht schwieriger als Pumpen - auch Pumpen muss gelernt und geübt werden.
Wenn das Baby älter als 4 Monate ist, können gelegentliche Stunden außer Haus auch problemlos mit Beikost überbrückt werden.
Der andere Punkt ist das
Füttern von (abgepumpter oder per Hand gewonnener) Muttermilch:
Babys in den ersten Lebensmonaten sollten KEINE künstlichen Sauger bekommen, wenn der Mutter langes Stillen wichtig ist. Wenn ein Baby Milch zugefüttert bekommen soll oder muss, dann sollten hierbei
stillfreundliche Zufüttermethoden zum Einsatz kommen anstatt eine Saugflasche, denn die Behandlung von Stillproblemen, die durch die Verwendung künstlicher Sauger verursacht wurden (sog. "
Saugverwirrung"), ist sehr anstrengend für alle Beteiligten und als Stillberaterin mein täglich Brot.
Du hast ein perfektes Beispiel dafür geliefert, wo nach Möglichkeit UNBEDINGT auf den Einsatz einer Saugflasche VERZICHTET werden sollte:
Fitzka hat geschrieben:
Damit meinte ich, wenn ich das Gefühl habe, es trinkt prinzipiell zu wenig, weil es zum Beispiel zu schwer ist (habe ich schon des häufigeren gelesen). Dann könnte ich etwas abpumpen und es ihm in der Flasche geben, wo es nicht so stark saugen muss. Aber vielleicht würde ich damit auch nur einen kurzen Erfolg erzielen und auf Dauer möchte es dann immer die Flasche haben und sich nicht selber anstrengen.
Saugen ist Teil des ganz normalen biologischen, angeborenen Programms eines Babys, genauso wie Atmen, Schlafen und Ausscheiden. Wenn ein Baby so schlecht saugt, dass es tatsächlich "prinzipiell zu wenig trinkt", dann muss das fachkundig behandelt werden (genauso wie es mit Atmungsproblemen, die dazu führen dass das Baby prinzipiell zu wenig Sauerstoff aufnimmt, auch gemacht würde!..) anstatt einfach per Flasche zuzufüttern. Davon abgesehen gilt für die Verwendung von Saugflaschen im Zusammenhang mit bereits bestehenden Stillproblemen ganz klar: Die Flasche macht es NIE BESSER. Aber GANZ OFT noch SCHLECHTER.
Und selbst bei der ganzen Palette an möglichen anderen Stillproblemen ist der Einsatz einer Milchpumpe eher selten sinnvoll; davon kannst Du Dich auch hier im Forum überzeugen: Die meisten Stillprobleme werden hier ohne Milchpumpeneinsatz erfolgreich behandelt.
Damit hast Du also völlig Recht:
Fitzka hat geschrieben:Ich werde mal nach einer Stillgruppe ausschau halten und ansonsten brauche ich mir ja anscheinend echt keine Gedanken zu machen, wenn ich im Notfall ganz schnell an eine Milchpumpe ran komme, brauche ich sie ja jetzt noch nicht im Vorfeld besorgen.
Fitzka hat geschrieben:Ansich habe ich mir auch schon gedacht, dass es früher ja auch ohne gegangen ist. Ich war eben nur verweundert, weil man überall die Dinger stehen sieht.
Absolut richtig. Das ist das Ergebnis eines sehr intensiven Marketing-Konzepts, denn je mehr Mütter stillen wollen, desto weniger Gewinn machen die Firmen, die Babynahrung und Zubehör herstellen. Wenn Mütter schon nicht künstliche Milch geben wollen, dann sollen sie wenigstens das Gefühl kriegen, dass Pumpen zum Lifestyle einer modernen, jungen Mutter dazugehört, hip und chic und praktisch. Von den Risiken und Nebenwirkungen sieht man in den Hochglanz-Pumpenwerbungen allerdings nichts. Eine recht unerfreuliche Entwicklung!...
LG und alles Gute
Julia