05.11. 4300 Geburt
09.11. 4000 Spitalaustritt
16.11. 4010 Hebamme
04.12. 4300 Arzt
18.12. 4680 Hebamme
08.01. 5010 Arzt
10.03. 5280
Hallo Arjo,
also, aus Deinen Gewichtsdaten lässt sich - unter der Annahme, dass alle Gewichtsdaten korrekt sind (was keineswegs sicher ist!..) - folgendes ableiten:
Die Gewichtsabnahme nach der Geburt war noch im akzeptablen Bereich, aber ein ganzer Monat bis zum Wiedererreichen des Geburtsgewichts ist auffällig lang - dies ist ein möglicher Hinweis auf ein Stillproblem zu werten, was bereits zu diesem Zeitpunkt bestand. Im folgenden Monat lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme im Bereich 150 g; das ist ein leicht unterdurchschnittlicher Wert - für sich nicht dramatisch schlimm oder so, aber im Zusammenhang möglicherweise ebenfalls ein Hinweis auf ein Problem. In den ersten beiden Lebensmonaten insgesamt ergibt sich als durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme ein Wert in Bereich 120 g; der Normalbereich für die ersten beiden Lebensmonate ist 170 bis 330 g. Entsprechend war bereits Anfang Januar klar: Vorsicht, unter Berücksichtigung der Vorgeschichte (Hütchen, ineffektive Trinktechnik, Verdacht auf zeitweilige Hypogalaktie, lange Schlafpausen usw.) liegt hier vermutlich ein Problem vor.
Dieser Verdacht hat sich durch die Gewichtsmessung zwei Monate später bestätigt.
Bei Euch liegt der Verdacht nahe, dass die niedrige Gewichtszunahme - von Anfang an - mit der Hütchenverwendung zusammenhängt. Du bist akutell DABEI, die Hütchen abzugewöhnen - eine zweifellos sinnvoller Ansatz.

Entsprechend
sinnfrei ist JETZT die (so gesehen reichlich späte!..) Empfehlung der KiÄ, AB JETZT per Flasche zuzufüttern, denn jetzt, im Gegensatz zu früher, bist Du doch dabei, das Problem ursächlich anzugehen! Mein Vorschlag lautet: Deinen Ansatz jetzt intensiv und kontrolliert weiter verfolgen.
Als erstes sollte unbedingt die letzte Gewichtsmessung bestätigt werden. In der nächsten Zeit sollte das Gewicht dann engmaschig kontrolliert werden, mind. 2 mal pro Woche. Gut wäre, wenn Du eine moderne, elektronische Babywaage daheim hättest (kann man auch in der Apotheke mieten). Wichtig ist dabei außerdem, nach einer guten Methodik zu wiegen. Alle relevanten Infos dazu findest Du in unserer
Grundinfo Wiegen, Gedeihen und Gewichtszunahme.
Dann können wir nach einer Verbesserung der Handhabung des Stillens schauen:
* Zügig die Hütchen abgewöhnen (dazu ggf. unterschiedliche Methoden probieren)
* Mindestens 10-12 mal in 24 Stunden stillen
* keine weiteren künstlichen Sauger verwenden (Schnuller, Flasche)
Als weitere Maßnahme kommt der Start mit Beikost in Frage. Für junge Babys ab 4 Monaten mit besonderem Bedarf an Kalorien und Nährstoffen ist sog.
hochkalorische Beikost zu empfehlen, mit der auch junge Babys für gewöhnlich schon gut zurechtkommen.
Die Kombi aus Verbesserung der Handhabung des Stillens, engmaschige Gewichtskontrolle und ggf. Beikoststart ist deutlich sinnvoller als die bloße Einführung von zusätzlichen Flaschenmahlzeiten, denn Flaschenfütterung kann bestehende Saugstörungen erheblich verstärken, was die Fortführung der Stillbeziehung unnötig gefährdet.
Helfen Dir diese Hinweise weiter?
Wollen wir es auf die vorgeschlagene Weise eine Zeitlang angehen, und dann sehen wir ja, wie effektiv diese Maßnahmen-Kombi ist?
LG
Julia