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Re: Stillprobleme (Frau will/kann nicht)

Verfasst: 04.02.2014, 14:47
von skchang
Selina79 hat geschrieben:Was sagt Deine Frau dazu, zu dem was Du uns grad schreibst?
Das ist genau der Punkt. Sie hat sehr starke Schmerzen beim Stillen, diesen Sachverhalt haben wir gerade auch nochmal zusammen besprochen. Und ich glaube es ist ihr vielleicht unangenehm mir zu sagen, dass sie unserem Sohn, abgesehen vom regelmaessigen Stillen alle 4 Stunden, die Brust nicht geben kann/will. Das kann ich auch alles nachvollziehen und ich wuerde gerne zusammen mit ihr das Problem loesen. Aber irgendwie ist nichtmal klar, was das Problem genau ist.

Meine Vermutung habe ich aus zwei Gruenden. Erstens hat sie ja diese Schmerzen beim Stillen und zweitens straeubt sie sich mit allen moeglichen Ausreden dagegen, ihn ausserhalb des 4 Stunden Plans an die Brust zu nehmen. D.h. sie versucht es nichtmal, sondern sagt einfach nur, es wuerde in dieser und jener Situation sowieso nicht helfen.

Re: Stillprobleme (Frau will/kann nicht)

Verfasst: 04.02.2014, 14:52
von Selina79
ICh versteh Dich irgendwie nicht richtig. Also ihr besprecht den Sachverhalt dass sie Schmerzen hat, aber sie sagt sie hat keine Schmerzen und Du denkst sie hat Schmerzen? Weint sie, tränt sie, schreit sie, beim Anlegen? Blutet sie?

Re: Stillprobleme (Frau will/kann nicht)

Verfasst: 04.02.2014, 14:53
von Novalia
Aber gegen die Schmerzen kann/muss man doch was tun!

Nur Aushalten und Abwarten macht es meist nicht besser. Könnt ihr euch vielleicht zusammen an eine Stillberaterin vor Ort wenden oder euch gemeinsam hier beraten lassen?
Vielleicht hilft es deiner Frau wenn sie weiß, dass es nicht "normal" ist, dass stillen weh tut. Aber es geht vielen Frauen am Anfang so und mit ein bischen Hilfe sind diese "Anfangsprobleme" oft gut zu beheben und stillen kann zu einer tollen Ruheoase für Mama und Kind werden.

Vielleicht kannst du deine Frau so für eine Stillberatung begeistern. Es kommt ihr ja nur zugute wenn die Schmerzen weg sind. Ich kenne das, und es kann echt fies weh tun! Aber meist gibt es auch eine Lösung!

Re: Stillprobleme (Frau will/kann nicht)

Verfasst: 04.02.2014, 14:55
von CarpeDiem
Herzlichen Glückwunsch erstmal.

Anfangs ist stillen anstrengend und die BW muss sich auch erst dran gewöhnen. Dazu sind die Schwangerschaftshormone am abhauen. Dass ist generell schon mal nicht so einfach. Wurde geschaut ob sie richtig anlegt? Denn wunde BW können Hölle fies weh tun.

Ich denke Deine Frau sollte sich hier auch melden und den Stillberaterinnen genau erklären, wo und wann sie genau Schwierigkeiten hat.

Re: Stillprobleme (Frau will/kann nicht)

Verfasst: 04.02.2014, 16:30
von skchang
Selina79 hat geschrieben:ICh versteh Dich irgendwie nicht richtig. Also ihr besprecht den Sachverhalt dass sie Schmerzen hat, aber sie sagt sie hat keine Schmerzen und Du denkst sie hat Schmerzen? Weint sie, tränt sie, schreit sie, beim Anlegen? Blutet sie?
Wir besprechen den Sachverhalt, dass sie Schmerzen hat. In vielen Situationen moechte sie dann das Kind nicht an die Brust nehmen, obwohl es meiner Meinung nach helfen wuerde. Ich denke es liegt an ihren Schmerzen, sie gibt aber immer andere Gruende an (die nicht wirklich Sinn machen) und probiert nichtmal, ob die Brust in diesen Situationen hilft. Ich vermute, es liegt an den Schmerzen. Vielleicht liege ich falsche, vielleicht moechte sie es sich aber auch (z.B. aus psychologischen Gruenden) nicht eingestehen. Auf jeden Fall haben wir in den letzten Tagen massiv Probleme und ich weiss nicht, wie ich die Situation entschaerfen kann.

Re: Stillprobleme (Frau will/kann nicht)

Verfasst: 04.02.2014, 16:52
von Lucccy
Hallo,

Bei den Stichworten Flasche und Schmerzen denke ich zurück an meinen Stillstart.

Bitte sag Deiner Frau, dass man stillverträgliche Schmerzmittel nehmen darf. Verlässliche Quelle hierzu ist Embryotox.de grundsätzlich könnt Ihr nach Paracetamol und Ibuprofen gucken.

Wir hatten bedingt durch die Frühgeburt und den Einsatz von Flasche und Stillhütchen mutmaßlich eine Saugverwirrung. Da ich das mit den Schnerzmitteln nicht wusste, habe ich es ausgehalten und wenn das Nuckeln zu schlimm würde, hat der Papa den kleinen Finger gegeben.

Wurden bei Euch denn Ursachen für die Schmerzen wie zu kurzes Zungenbändchen schon ausgeschlossen?

Gruß Lucccy

Re: AW: Stillprobleme (Frau will/kann nicht)

Verfasst: 04.02.2014, 17:20
von Fähe
Ich frage mich gerade, habt ihr eine Hebamme oder Stillberaterin? Jemanden der aktiv helfen kann? Jemand der sich das anschaut und Fehlinformationen (4-Stundenabstände) nimmt? Oft ist jemand reales besser und gerade wenn sie schmerzen hat, sollte man das vielleicht besser direkt sehen.

Sorry falls ich da was überlesen habe und ihr schon wen habt.

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Re: Stillprobleme (Frau will/kann nicht)

Verfasst: 04.02.2014, 17:53
von blueberry
Hallo skchang,

ich finde es ganz wunderbar, dass Du Dich für einen bedürfnisgerechten Umgang mit Eurem Baby so einsetzt! :D Viele wichtige Fakten, die Dein Gefühl bestätigen, sind ja schon genannt worden. Grundsätzlich gilt, dass ein junges Baby nach Bedarf gestillt am besten gedeiht und sich am wohlsten fühlt. Man darf es darum ruhig bei allen Anzeichen von Unruhe erstmal mit Stillen versuchen - wenn das nicht funktioniert, schaut man weiter, woran es sonst liegen könnte (und das sind die Sachen, die Du auch machen kannst - habt Ihr ein Tragetuch/Tragehilfe, die Ihr gern benutzt?)

* drückt ein Bäuerchen? -> aufrecht oder in Bauchlage tragen
* ist es zu warm oder zu kalt angezogen/zugedeckt? -> im Nacken/zwischen den Schulterblättern sollte das Baby angenehm warm sein aber nicht schwitzig
* liegt es unbequem oder fühlt sich allein? -> hochnehmen und Tragen, sich auf den Bauch legen, Haut an Haut kuscheln ...
* hat es Mühe mit der Verdauung? -> vielen Babys hilft es, sie aus der Windel auszupacken, weil sie sich mit "Luft zwischen den Beinchen" besser erleichtern können
* vielleicht hat es inzwischen doch schon wieder das Bedürfnis nach Mamas Brust (auch wenn die letzte Mahlzeit noch keine 10 Minuten her ist?) -> ...
* ...

Wie gesagt, das sind einige der Dinge, die man heute versuchen würde - allen voran uneingeschränktes Stillen nach Bedarf (also: sobald das Baby anfängt zu suchen, zu schmatzen, die Fäustchen zum Mund zu bewegen, das Köpfchen zu drehen, den Mund auf und zu zu machen...).

ABER:

Deine Frau hat etwas anderes gelesen und ist darum überzeugt, dass Stillen vor Ablauf von 4 Stunden NICHT gut ist für Euer Baby - ja, dass es ihm vielleicht sogar Bauchweh machen würde, es nachhaltig verwöhnt, ... .
Als Mutter möchte sie natürlich das Beste für ihr Baby - und die ihr (vermutlich vor der Geburt oder in den ersten Tagen nach der Geburt in Form von Literatur und/oder Fachpersonal) zur Verfügung stehenden Informationen widersprechen sich mit den Deinen und sagen: erst nach vier Stunden wieder!

Hinzu kommt ein handfestes Problem: Deine Frau hat schlimme Schmerzen beim Stillen! :( Das macht sie Deiner Argumentationsweise sicher nicht zugänglicher und ist für sie sicherlich Anlass für großen Kummer.
skchang hat geschrieben:
Selina79 hat geschrieben:Was sagt Deine Frau dazu, zu dem was Du uns grad schreibst?
Das ist genau der Punkt. Sie hat sehr starke Schmerzen beim Stillen, diesen Sachverhalt haben wir gerade auch nochmal zusammen besprochen. Und ich glaube es ist ihr vielleicht unangenehm mir zu sagen, dass sie unserem Sohn, abgesehen vom regelmaessigen Stillen alle 4 Stunden, die Brust nicht geben kann/will. Das kann ich auch alles nachvollziehen und ich wuerde gerne zusammen mit ihr das Problem loesen. Aber irgendwie ist nichtmal klar, was das Problem genau ist.
Ich sehe darum hier den wichtigsten Punkt. EGAL WIE OFT Deine Frau stillt - es sollte möglichst bald schmerzfrei geschehen!

Da Beratung über drei Ecken schlecht funktioniert, könntest Du Deine Frau vielleicht ermutigen, sich bezüglich der Schmerzen Hilfe zu suchen. Wie oft am Tag sie dann schmerzfrei stillt, ist ja erstmal völlig unerheblich!

Ihr könnt Euch vor Ort an eine Stillberaterin (AFS, LLL oder IBCLC) wenden oder Deine Frau sucht sich hier bei uns Hilfe - dazu müsste SIE SELBST sich aber bitte hier anmelden. Dann kommt Ihr der Ursache der Schmerzen bestimmt bald näher und könnt das in den Griff bekommen. :D

Da "ich hab das aber im Internet gelesen" mich an Stelle Deiner Frau ganz sicher nicht sonderlich beeindrucken würde, wäre es vielleicht hilfreich, wenn Du Dir schriftliche Informationen besorgst, die auf dem neuesten stillberaterischen Stand sind.

Ein gutes, kurz gefasstes Stillbuch wäre da sicherlich gut (Im Wochenbett will eine Frau sich nicht durch hunderte Seiten graben :wink: ). Oder als Einstieg noch viel kürzer: z.B. das Faltblatt "Stillen" der AFS

Schmerzen beim Stillen sind oft durch Verbesserungen beim Anlegen und Maßnahmen gegen wunde Brustwarzen in den Griff zu bekommen. Ich wünsche Deiner Frau ganz bald kompetente Hilfe und gute Besserung! Dein Verständnis, Deine tatkräfige Unterstützung bei der Versorgung Eures Babys und Dein offenes Ohr werden Ihr sicherlich dabei helfen :D .

LG, blueberry

Re: Stillprobleme (Frau will/kann nicht)

Verfasst: 04.02.2014, 20:47
von blueberry
vorhin vergessen: Wenn Du als Papa noch weitere Fragen hast, darfst Du die natürlich weiterhin jederzeit gern hier stellen! :D
LG, blueberry

Re: Stillprobleme (Frau will/kann nicht)

Verfasst: 16.02.2014, 12:35
von skchang
Hallo zusammen. Ich bin es nochmal, diesmal mit einem kleinen Update unserer Situation.

Wir haben nach wie vor Probleme und das alles belastet mich psychisch sehr. Es scheint so, als haette sie keine (oder nur noch sehr geringe) Schmerzen beim Stillen. Soweit schonmal gut. Aber nach wie vor habe ich das Gefuehl, dass meine Frau unseren Sohn nicht nach Bedarf stillt / stillen moechte und ihm in vielen Situationen die Brust erst sehr spaet anbietet. Das erzeugt unnoetig langes Geschrei unseres Sohnes und unnoetigen Stress fuer uns alle. Kurzes Beispiel: Unser Sohn wacht gerade 2 1/2 Stunden nach dem letzten Stillen auf und faengt an zu Schreien und es dauert 30 Minuten, bis sie ihm die Brust gibt. Alle anderen Massnahmen konnten ihn nicht beruhigen und ueberraschenderweise ist er nach dem Stillen sofort ruhig.

Leider haben wir in unserer Beziehung, insbesondere nach der Geburt, schwerwiegende Kommunikationsprobleme. Sie fuehlt sich bei allem was ich sage (und unabhaengig davon, wie ich es formuliere) sofort angegriffen. Da unser Sohn eine Fruehgeburt ist und einen kleinen Herzfehler besitzt, haben wir im Krankenhaus regelmaessig Termine, in denen wir auch fragen stellen koennen. Ich habe da unser Problem mit dem Stillen angesprochen, die Antwort der Stillberaterin hat die Situation wenn ueberhaupt nur verschlimmert. Da er sehr gut an Gewicht zunimmt meinte sie, dass er evtl. zu viel Milch trinkt und daher manchmal unruhig ist. Leider kann ich diesen Zusammenhang in Bezug auf die Vorfaelle bei uns nicht sehen (siehe z.B. das Beispiel oben). Meiner Frau war es allerdings eine Bestaetigung ihrer Methoden.

Mittwoch haben wir einen Termin mit einem Psychologen / Psychotherapeuten der spezialisiert auf Eltern / Kind Probleme ist. Vielleicht bringt uns das ja irgendwie weiter. Ansonsten ist es sehr schade, dass unsere Beziehung (abgesehen von dem Schlafentzug und der ueblichen "Probleme") auf eine so harte Probe gestellt wird. Ich hoffe, wir halten es noch irgendwie bis Mittwoch durch. Die Lage ist sehr angespannt...

Was ich mich oft frage ist, warum wir Menschen nicht einfach auf die Mechanismen, die uns die Evolution mitgegeben hat vertrauen, sondern uns so ueber die Natur hinwegsetzen moechten. Ich bin zwar kein Biologe, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Tiermuetter ihre Babys nicht nach Bedarf stillen und versuchen das Schreien vom Nachwuchs mit Finger / Schnuller zu ueberbruecken. Sicherlich kann und soll man auf wissenschaftlicher Basis einige Aspekte optimieren, aber man sollte auch nicht uebertreiben denke ich.

Wie dem auch sei. Ich hoffe sehr, dass der Termin Mittwoch die Lage verbessert. Ansonsten waere ich fuer Tipps / Vorschlaege / Anregungen nach wie vor sehr dankbar.