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Re: Abstillen wg. Verdacht auf Milcheiweißallergie

Verfasst: 26.01.2014, 15:06
von Lösche Benutzer 15061
Hallo,

ich bin auch keine Expertin, wollte aber dalassen, dass sich meine Tochter bis zum ca. 3/4 Monat für alle im Raum deutlich hörbar und mit viel Druck entleert hat.
Außerdem erinnere ich mich, dass ca. 1,5 Wochen nach der Entbindung nach dem Entleeren noch schleimige Flüssigkeit mit Blut herauskam. Meine Hebamme meinte, ich hätte wohl mehr Milchprodukte zu mir genommen, aber dem war nicht so. Bei uns ging es aber nach ca. 2 Wochen einfach so wieder weg. Ansonsten hätte ich eine Stuhlwindel oder Schleimprobe zum Kinderarzt gebracht. Achso, ich musste Zufüttern, also ist meine Erfahrung vermutlich nicht ganz übertragbar. Wollte dir trotzdem Mut zusprechen, da ich mich damals auch ziemlich erschrocken habe, und für Abklären mit "Sichtkontakt" votieren. :)

LG Lanea

Re: Abstillen wg. Verdacht auf Milcheiweißallergie

Verfasst: 26.01.2014, 20:35
von Kleine
mein Sohn hatte auch eine Milcheiweißallergie, die ich aber mit konsequenter Vermeidung in den Griff bekommen habe. Mein Kinderarzt sagte mir damals, dass das bei 95% aller Kinder funktioniert und daher auf jeden Fall einen Versuch wert ist. Denk bitte dran, dass auch in einigen Wurstsorten Milch sein kann sowie einige Produkte den Satz "Kann Spuren von Milch enthalten" aufgedruckt haben. Letzteres hat bei meinem Sohn für einen Rückfall gereicht. Mir erklärte man, dass das Blut immer hell ist und quasi "oben drauf" liegt, wenn es aus dem Enddarm kommt. Bei meinem Sohn kam das auch immer zum Schluss mit ein bisschen Schleimartigen vermischt.

Unser KA hat damals auch Blut abgenommen, um noch andere Stoffwechselkrankheiten auszuschließen sowie den Eisenwert zu checken. Außerdem mussten wir eine Stuhlprobe einschicken (mit Blut), ein Kindergastroenterologe hat den Enddarm angeschaut. Auf der Liste stand auch noch ein Schweißtest, der aber nicht mehr gemacht wurde, da sich die Situation nach etwa 3 Wochen Diät komplett beruhigt hatte. Ich würde an Deiner Stelle mit dem KA sprechen, ggf. auch noch mit einem zweiten oder falls möglich direkt einen Termin bei einem Kindergastroenterologen ausmachen.

Mir wurde damals erklärt, dass eine Milcheiweissallergie eine Ausschlussdiagnose mit viel Aufwand ist. Du wirst sicher von den Stillmods noch einige gute Ratschläge bekommen, aber einen Arzt können auch sie nicht ersetzen...

Ich drücke Euch die Daumen!!!!

Re: Abstillen wg. Verdacht auf Milcheiweißallergie

Verfasst: 26.01.2014, 21:29
von vivi
Hat er denn Hautausschlag., Juckreiz odr andere Anzeichen, die sonst noch auf eine Allergie hinweisen könnten?

Mir ist auch noch aufgefallen, wie enorm gut euer Kleiner zugenommen hat. Ist das überhaupt möglich bei Unverträglichkeit?

Re: Abstillen wg. Verdacht auf Milcheiweißallergie

Verfasst: 26.01.2014, 21:30
von vivi
Hat er denn Hautausschlag., Juckreiz odr andere Anzeichen, die sonst noch auf eine Allergie hinweisen könnten?

Mir ist auch noch aufgefallen, wie enorm gut euer Kleiner zugenommen hat. Ist das überhaupt möglich bei Unverträglichkeit?

Re: Abstillen wg. Verdacht auf Milcheiweißallergie

Verfasst: 26.01.2014, 21:48
von Stellamax
Vielen Dank erstmal an alle. Ich setze mich mal morgen an den PC (mit Handy ist das Schreiben so ungemütlich) und beantworte die offenen Fragen.
Was ich in meinem ersten Post vergessen habe: wir waren 1x beim Kinderarzt und 1x in der Klinik bei einem unsensiblen Kinderarzt. Mit Letzterem hatte mein Mann auch telefoniert.
Zum Juckreiz: er hat lediglich Babyakne (ohne Juckreiz) und jetzt noch minimalst Milchschorf.
Die Babyakne klingt gerade ab. Mein Mann hat es gleich
auf die Allergie zurückgeführt!
Alles andere schreibe ich Euch morgen vom PC aus.

Wünsche Euch eine gute Nacht
Stellamax

Re: Abstillen wg. Verdacht auf Milcheiweißallergie

Verfasst: 26.01.2014, 23:00
von Kleine
mein Sohn hatte abgesehen vom Blut im Stuhl keinerlei Allergieanzeichen und auch seine Zunahmen waren sehr gut. Insofern ist das wohl kein Kriterium. Der KA sagte mir, die Zunahmen gehen erst nach einiger Zeit zurück, wenn der Darm so angegriffen ist, dass die Nährstoffaufnahme nicht mehr funktioniert und dann hat man ein echtes Problem. Deshalb muss man auch gleich handeln und kann das nicht einfach aussitzen. Außerdem gibt sich eine Milcheiweissallergie wohl nur nach etwa einem Jahr, wenn man es wirklich konsequent meidet. Tatsächlich sind wohl nur noch etwa 2% aller allergischen Kinder nach dem 2ten Geburtstag immer noch gegen Milcheiweiss allergisch, man hat also ganz gute Chancen, das wieder loszuwerden...

Re: AW: Abstillen wg. Verdacht auf Milcheiweißallergie

Verfasst: 27.01.2014, 11:48
von Nautilus
also eine Babyakne (leichte) gab es hier auch, aber definitiv keine Allergie. Diesen Zusammenhang kann man so nicht herstellen.

LG Nautilus mit Astronäutchen (7/12)

Re: Abstillen wg. Verdacht auf Milcheiweißallergie

Verfasst: 28.01.2014, 10:24
von Stellamax
Hallo und guten Morgen.

Jetzt habe ich auch endlich wieder Zeit, nochmals ein paar Infos zu ergänzen.
Nachdem das erste Mal Blut aufgetreten ist, sind wir zuerst zum Kinderarzt. (06.01.)
Selbstverständlich haben wir ihm eine volle Windel mitgebracht und ihm den Sachverhalt erklärt.
Er meinte, wir sollten das beobachten und bei erneutem Auftreten uns nochmal bei ihm melden.
Allerdings hat er gleich im Erstgespräch erwähnt, dass bei einer eventuellen Allergie es unheimlich schwer ist, die Ursache zu finden.
Die häufigsten Ursache sei eine Milcheiweißallergie.
Um die Lage zu verbessern, sollte die stillende Mutter auf Milchprodukte verzichten.
Noch am selben Tag fing ich mit einer milchfreien Ernährung an.

Parallel hierzu, hat mein Mann mit einem Kollegen in der Klinik telefoniert.
Der riet zu dieser Spezialnahrung, weil vermutlich eine Milcheiweißallergie vorliegen würde.

In den folgenden zehn Tagen hatte sich nicht viel geändert.
Am 16.01. kam dann vermehrt Blut raus.
Noch am gleichen Tag sind wir zum Hellseher-Kinderarzt in die Klinik.
Der hat nicht lange rumgefackelt. Bevor er das Kind überhaupt angeschaut hat, hat er uns gleich über Neocate aufgeklärt.
Ich habe ihm dann erklärt, dass ich nicht auf Verdacht abstillen werde. Er meinte dann, das Wohl des Kindes stünde an erster Stelle und wenn es über längeren Zeitraum Blut verliert, muss man umstellen.
Dass nach einer vierwöchigen Pause das Weiterstillen relativ utopisch sei, darin stimmte er mir zu.
Er bat mich dann das Kind auszuziehen um es zu untersuchen. Ich fing dann ganz fürchterlich an zu weinen und war nicht in der Lage das Kind auszuziehen. Mein Mann hatte sich dann darum gekümmert. Der Arzt drückte dann ein wenig auf Davids Bauch rum und meinte, dass der Junge sehr gesund aussehen würde.
Dann meinte er, dass weder ein Bluttest, noch ein Hauttest und Ultraschall aussagekräftig seien.
Und für eine Darmspiegelung sei er zu klein.
Während ich im Eck stand und weinte und mein Mann das Kind wieder anzog, meinte dann der Arzt, dass wir auf keinen Fall die Milch probieren sollten. Die würde widerlich schmecken.
Noch auf dem Heimweg entschieden wir uns gegen eine komplette Umstellung.
Mein Mann kaufte noch am selben Abend eine Brotbackmaschine.
Seit dem 17. Januar ernähre ich mich jetzt zu 100 % Milcheiweißfrei.
Wie schon erwähnt, gibt es nichts was künstlich hergestellt wurde auf meinen Ernährungsplan.
Das heißt, auch keine Wurst oder irgendwelche Backfertigmischungen. Wir hatten uns nochmals genauer informiert und uns wurde klar, dass eine milcheiweißfreie Ernährung nur möglich sei, wenn man wirklich nur Produkte zu sich nimmt, die nicht Industriell hergestellt sind.

Leider ist das Blut nicht verschwunden. Wir hatten zuerst das Gefühl, es würde besser werden. Es gab sogar zwischendrin auch blutfreie Tage. Leider war gestern Abend und heute Früh wieder eine größere Menge Blut im Abgang.

Ich bin wirklich verzweifelt und mache mir vorwürfe, irgendwas Falsches gegessen zu haben.
Gestern Mittag habe ich unter anderem Spinat, Schrimps, frische Prinzess Bohnen und Erbsen gegessen. Das hat seinen Darm bestimmt zusätzlich gereizt.

Gestern hat David sich auch ganz komisch verhalten. Den ganzen Tag hatte immer nur für 5 Minuten getrunken und das jede Stunde. Um Punkt 18:00 Uhr war dann Dauerstillen angesagt.
Er wollte nonstop trinken. Sage und schreibe 4 Stunden am Stück wechselte er von einer Brust zur anderen.
Zwischendrin legte er Pausen ein die maximal 10 Minuten gingen.
Auch schrie er immer wieder meine Brüste an, schüttelte den Kopf, hatte dabei eine ganz rote backen, verweigerte sich dann wieder zu trinken und dockte dann doch wieder wild an.
Heute Früh hatte das Verhalten wiederholt.

Die letzte Stillrunde verlief dann glücklicherweise wieder normal.
Ich habe so Angst vor den Windelnwechseln....... Eigentlich will ich das Beste für mein Kind, trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich unbedingt Stillen möchte.

Bin kurz davor, nur noch Hähnchen mit Reis zu essen. Irgendwie muss man das doch in den Griff bekommen?!?

Entschuldigt bitte mein Roman, wollte nur nicht nochmal was vergessen.

Liebe Grüße
Stellamax

Re: Abstillen wg. Verdacht auf Milcheiweißallergie

Verfasst: 28.01.2014, 11:00
von feuerdrache
Drück dich mal ((()))
Es hört sich sehr belastend an, deine Erlebnisse mit dem KIA.

Lies mal hier
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... n#p3264852

und hier
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... f%C3%A4den
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... n#p1707165

und gaaanz wichtig, das hier
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... n#p3337564

dann sollte es dir wieder ein wenig besser gehen.
Kontaktiere doch direkt eine der Stillberaterinnen hier, ich glaube jusl am häufigsten zu diesem Thema gelesen zu haben. Die sind hier wirklich gut drauf und still-fachlich wesentlich besser unterwegs als der Hellseher-Arzt von Dir.
Alles Gute

Re: Abstillen wg. Verdacht auf Milcheiweißallergie

Verfasst: 28.01.2014, 11:08
von jusl
Hallo stellamax,

bist Du sicher, dass das SO gesagt wurde?
Allerdings hat er gleich im Erstgespräch erwähnt, dass bei einer eventuellen Allergie es unheimlich schwer ist, die Ursache zu finden.
Die häufigsten Ursache sei eine Milcheiweißallergie.
Die häufigste Allergie im Baby- und Kleinkindalter ist Kuhmilcheiweißallergie, das stimmt. Aber die häufigste Ursache für Blut im Stuhl sind meines Wissens nach nicht Allergien, sondern Verletzungen im (End-)Darmbereich, die meistens harmlos sind (aber nicht immer, das muss ggf. untersucht werden).

Wäre bei Euch eine Kuhmilchallergie die Ursache, hätten die Blutungen nach Weglassen sämtlicher Kuhmilchprodukte ja aufhören müssen. Dazu noch folgende Überlegung: Kuhmilcheiweiße tauchen in der Muttermilch ja nur in ganz geringen Spuren auf, denn normalerweise wird von der Mutter konsumierte Kuhmilch im mütterlichen Darm ganz normal verstoffwechselt, danach sind diese Eiweiße "weg". Es kann aber passieren, dass "versehentlich" winzige Mengen Fremdeiweiß durch die Darmwand in den restlichen Körper gelangen, bzw. in die Blutbahnen und auf diesem Wege in die Muttermilch. Babys, die bereits auf derart winzige Mengen Kuhmilcheiweiß reagieren, sind also offensichtlich HOCHALLERGISCH auf Kuhmilch - wurde DAS mal unter ärztlicher Aufsicht getestet?? Die Reaktionen müssten dann ja um ein vielfaches stärker ausfallen, wenn das Baby unter ärztlicher Aufsicht mal DIREKT einen Teelöffel voll Kuhmilch kriegen würde ("Expositionstest"). Wenn hierbei eine starke allergische Reaktion ausbleibt, ist praktisch ausgeschlossen, dass die Darmblutungen von den paar Molekülen Fremdeiweiß in der Muttermilch verursacht werden.
Einen solchen Test würde ich persönlich als erstes machen, eh man irgendwelche anderen (invasiven, nervigen, teuren!..) Untersuchungen beim Fachmann machen lässt.
Ich habe ihm dann erklärt, dass ich nicht auf Verdacht abstillen werde. Er meinte dann, das Wohl des Kindes stünde an erster Stelle und wenn es über längeren Zeitraum Blut verliert, muss man umstellen.
Ähm, ja. Da war wohl jemand kürzlich auf der Neocate-Schulung.
Ich bin wirklich verzweifelt und mache mir vorwürfe, irgendwas Falsches gegessen zu haben.
Gestern Mittag habe ich unter anderem Spinat, Schrimps, frische Prinzess Bohnen und Erbsen gegessen. Das hat seinen Darm bestimmt zusätzlich gereizt.
Wie denn?!? Die Bohnen hast DU doch gegessen, nicht Dein Baby. Die Bohnen werden in Deinem Darm verstoffwechselt, Teile davon von Bakterien zersetzt, die dabei ordentlich viel Darmgas produzieren, das Deinen Körper auf bekanntem Wege verlässt, alles gut. In die Muttermilch gelangt das nicht.
Irgendwie muss man das doch in den Griff bekommen?!?
Ganz bestimmt - und sicher nicht dadurch, dass Du Dich nur noch von Reis ernährst.
Wenn Du mal einen Fachartikel zu dem Thema lesen magst, schau mal hier: http://www.elacta.eu/media/ls-2013-1.pdf , der Artikel auf Seite 10.
Am Ende, unter Punkt 4., stehen die Empfehlungen, was zu tun ist, wenn die Blutungen anhalten, obwohl die Mutter bzgl. Kuhmilch eine Eliminationsdiät eingehalten hat. Dort steht auch, dass eine Umstellung von Stillen auf Formulanahrung nur in schweren(!) Fällen erwogen werden sollte. "Schwer" heißt dabei: Gedeihstörungen und Absinken des Hb- und des Albumin-Wertes durch die Blutungen. Davon liegt bei Euch ja aber nichts vor, richtig?

LG
Julia