Re: Baby trink sehr unruhig
Verfasst: 06.01.2014, 20:29
Hallo Meilec,
ich bin auch recht neu hier im Forum, und habe bisher nur mitgelesen. Dein Beitrag hat mich nun animiert auch mal was zu schreiben, da es bei uns bzw unseren Babys einige Gemeinsamkeiten gibt. Insofern wird das jetzt quasi Vorstellung und Antwort in einem.
Ich möchte da, gerade in Sachen Gewichtsentwicklung, aber auf keinen Fall einer der Expertinnen hier vorgreifen, insofern bitte nur als anderen Erfahrungsbericht lesen, nicht als Empfehlungen oder so!
Mein Sohn ist drei Wochen vor deinem (Mitte August) auf die Welt gekommen, und die Gewichtsentwicklung ist (Wägeunsicherheiten mal ausgeklammert) fast genau gleich.
Bei uns gab es ein recht hohes Geburtsgewicht (3950g), im ersten Monat war alles super, ab danach gings abwärts durch die Perzentilen, und die Zunahme war immer unter dem Durchschnitt. Unser Kinderarzt war immer ganz entspannt damit, hat das Stillmanagement und die Ausscheidungen abgefragt, mein Gefühl bezüglich der Milchmenge (ich hatte immer das Gefühl eher zuviel als zu wenig zu haben) und war damit, und mit dem Gesameindruck/der Entwicklung sehr zufrieden und insgesamt der Meinung, dass alles ok ist. Ich stille von Anfang an voll.
Idiotischerweise hat mich das aber nicht davon abgehalten, mir Sorgen zu machen, und immer mit dem Gefühl durch den Tag zu gehen, der Junge müsse mehr essen. Deine Aussage mit dem Gewicht im Hinterkopf den ganzen Tag unter Strom zu stehen kann ich super nachvollziehen. Und, bei uns kamen damit auf einmal auch immer mehr Probleme bezüglich des Stillens auf, wobei ich denke, dass es teilweise an meinen Gewichtssorgen und dem Druck den ich dadurch aufgebaut habe lag, und auch daran, dass mein Sohn da gerade in eine neue Phase gekommen ist, in der er immer wacher und interessierter war/ist und auf einmal alles andere als Stillen spannender ist, es sei denn er ist schon total müde und will "entspannen", oder der Hunger ist riesig.
Wenn ich versucht habe, ihn zum Trinken zu überreden, wenn er nicht wollte, dann wurde er regelrecht wütend, teilweise ging das bis hin zur Totalverweigerung über Stunden. Dass er anfing zu weinen, sobald er in Position gebracht wird, kenne ich gut. Außerdem ist er insgesamt auch eher der unruhige Trinker und hatte zwischendrin auch noch vermehrt Probleme mit meinem eher starken Milchspendereflex. Flasche oder Schnuller hat er übrigens nie genommen.
Naja, um endlich zum Punkt zu kommen, mir hat es total geholfen hier im Forum rum- und mitzulesen, über die La Leche Liga mit anderen stillenden Müttern und Stillberaterinnen in Kontakt zu kommen, zu versuchen mich bezüglich des Gewichts mehr zu entspannen, und alle möglichen neuen Stillpositionen und Situationen auszuprobieren.
Konkret klappt es bei uns nun so eigentlich wieder echt gut:
Ich versuche möglichst keinen Druck mehr zu machen bezüglich des Stillens. Ich biete ihm die Brust sehr oft an, sobald ich das leise Gefühl bekomme, dass er Hunger haben könnte, aber wenn er nicht will dann mach ich sofort was anderes, dass er mag (schmusen, spielen, oder so) und probiere es später nochmal.
Ich stille viel in Bewegung, zum Beispiel auf dem Gymnastikball hüpfend, durch die Wohnung laufend oder im Tragetuch. Oft beruhigt ihn dass, wenn er sehr unruhig trinkt, und er schläft dann während des Trinkens eher ein.
"White noise" klappt bei uns diesbezüglich auch super - abends sitze ich deshalb oft auf dem Gynastikball stillend vor der Dunstabzugshaube in der Küche. Irgendwie klappen gleichmäßig laute Geräusche bei uns besser als ein ruhiger Raum.
Im Tragetuch klappt es oft gut, wenn er hungrig aber auch wach ist. Da kann er dann nämlich auch noch gut nach rechts und links was sehen und muss nicht den Kopf nach hinten reißen, wenn z.B. ein spannendes Geräusch kommt. Es hat eine Weile Übung gebraucht, bis wir beide raushatten, wie das mit dem aufrechten Trinken funktioniert, aber jetzt ist es super, gerade auch in Sachen auswärts stillen! Hast du das schon mal ausprobiert?
Manchmal braucht er auch einfach eine Weile zum runterkommen im Tragetuch, und dann fängt er beim Einschlafen auf einmal an zu suchen, obwohl er 10 Minuten vorher absolut nicht wollte.
Ich versuche auch oft ihn beim Aufwachen abzupassen, bevor er ganz wach ist. Im Halbschlaf klappt das Trinken auch bei den Problemen mit dem MSR immer schon am besten. Praktischerweise lässt er sich zum Schlafen tags eh nicht ablegen, und wenn er seine Mittagsschläfchen im Tragetuch hält , dann merke ich auch immer ganz gut wenn er unruhig wird
.
Ich muss aber schon auch sagen, dass ich immer wieder gegen die Gewichtssorgen im Hinterkopf ankämpfe. Ich versuch mich da zu bremsen, und bin rational auch der Meinnung, dass alles ok ist, aber gerade wenn mein Sohn mal einen Tag weniger trinkt, dann flackert es wieder auf. Sehr geholfen hat es mir allerdings kürzlich "Mein Kind will nicht essen" von Carlos Gonzales zu lesen. Da habe ich dann allerdings dafür fast ein schlechtes Gewissen bekommen, dass ich so viel Druck gemacht habe
So, dass war jetzt ein halber Roman. Ich hoffe, dir hilft ein bisschen was davon weiter. In Sachen Entspannung beim Stillen fand ich es einfach immer total hilfreich mal von anderen zu hören, dass es ähnliche Probleme gab/gibt.
Ich drück die Daumen, dass es bei euch bald wieder ruhiger läuft!
ich bin auch recht neu hier im Forum, und habe bisher nur mitgelesen. Dein Beitrag hat mich nun animiert auch mal was zu schreiben, da es bei uns bzw unseren Babys einige Gemeinsamkeiten gibt. Insofern wird das jetzt quasi Vorstellung und Antwort in einem.
Ich möchte da, gerade in Sachen Gewichtsentwicklung, aber auf keinen Fall einer der Expertinnen hier vorgreifen, insofern bitte nur als anderen Erfahrungsbericht lesen, nicht als Empfehlungen oder so!
Mein Sohn ist drei Wochen vor deinem (Mitte August) auf die Welt gekommen, und die Gewichtsentwicklung ist (Wägeunsicherheiten mal ausgeklammert) fast genau gleich.
Bei uns gab es ein recht hohes Geburtsgewicht (3950g), im ersten Monat war alles super, ab danach gings abwärts durch die Perzentilen, und die Zunahme war immer unter dem Durchschnitt. Unser Kinderarzt war immer ganz entspannt damit, hat das Stillmanagement und die Ausscheidungen abgefragt, mein Gefühl bezüglich der Milchmenge (ich hatte immer das Gefühl eher zuviel als zu wenig zu haben) und war damit, und mit dem Gesameindruck/der Entwicklung sehr zufrieden und insgesamt der Meinung, dass alles ok ist. Ich stille von Anfang an voll.
Idiotischerweise hat mich das aber nicht davon abgehalten, mir Sorgen zu machen, und immer mit dem Gefühl durch den Tag zu gehen, der Junge müsse mehr essen. Deine Aussage mit dem Gewicht im Hinterkopf den ganzen Tag unter Strom zu stehen kann ich super nachvollziehen. Und, bei uns kamen damit auf einmal auch immer mehr Probleme bezüglich des Stillens auf, wobei ich denke, dass es teilweise an meinen Gewichtssorgen und dem Druck den ich dadurch aufgebaut habe lag, und auch daran, dass mein Sohn da gerade in eine neue Phase gekommen ist, in der er immer wacher und interessierter war/ist und auf einmal alles andere als Stillen spannender ist, es sei denn er ist schon total müde und will "entspannen", oder der Hunger ist riesig.
Wenn ich versucht habe, ihn zum Trinken zu überreden, wenn er nicht wollte, dann wurde er regelrecht wütend, teilweise ging das bis hin zur Totalverweigerung über Stunden. Dass er anfing zu weinen, sobald er in Position gebracht wird, kenne ich gut. Außerdem ist er insgesamt auch eher der unruhige Trinker und hatte zwischendrin auch noch vermehrt Probleme mit meinem eher starken Milchspendereflex. Flasche oder Schnuller hat er übrigens nie genommen.
Naja, um endlich zum Punkt zu kommen, mir hat es total geholfen hier im Forum rum- und mitzulesen, über die La Leche Liga mit anderen stillenden Müttern und Stillberaterinnen in Kontakt zu kommen, zu versuchen mich bezüglich des Gewichts mehr zu entspannen, und alle möglichen neuen Stillpositionen und Situationen auszuprobieren.
Konkret klappt es bei uns nun so eigentlich wieder echt gut:
Ich versuche möglichst keinen Druck mehr zu machen bezüglich des Stillens. Ich biete ihm die Brust sehr oft an, sobald ich das leise Gefühl bekomme, dass er Hunger haben könnte, aber wenn er nicht will dann mach ich sofort was anderes, dass er mag (schmusen, spielen, oder so) und probiere es später nochmal.
Ich stille viel in Bewegung, zum Beispiel auf dem Gymnastikball hüpfend, durch die Wohnung laufend oder im Tragetuch. Oft beruhigt ihn dass, wenn er sehr unruhig trinkt, und er schläft dann während des Trinkens eher ein.
"White noise" klappt bei uns diesbezüglich auch super - abends sitze ich deshalb oft auf dem Gynastikball stillend vor der Dunstabzugshaube in der Küche. Irgendwie klappen gleichmäßig laute Geräusche bei uns besser als ein ruhiger Raum.
Im Tragetuch klappt es oft gut, wenn er hungrig aber auch wach ist. Da kann er dann nämlich auch noch gut nach rechts und links was sehen und muss nicht den Kopf nach hinten reißen, wenn z.B. ein spannendes Geräusch kommt. Es hat eine Weile Übung gebraucht, bis wir beide raushatten, wie das mit dem aufrechten Trinken funktioniert, aber jetzt ist es super, gerade auch in Sachen auswärts stillen! Hast du das schon mal ausprobiert?
Manchmal braucht er auch einfach eine Weile zum runterkommen im Tragetuch, und dann fängt er beim Einschlafen auf einmal an zu suchen, obwohl er 10 Minuten vorher absolut nicht wollte.
Ich versuche auch oft ihn beim Aufwachen abzupassen, bevor er ganz wach ist. Im Halbschlaf klappt das Trinken auch bei den Problemen mit dem MSR immer schon am besten. Praktischerweise lässt er sich zum Schlafen tags eh nicht ablegen, und wenn er seine Mittagsschläfchen im Tragetuch hält , dann merke ich auch immer ganz gut wenn er unruhig wird
Ich muss aber schon auch sagen, dass ich immer wieder gegen die Gewichtssorgen im Hinterkopf ankämpfe. Ich versuch mich da zu bremsen, und bin rational auch der Meinnung, dass alles ok ist, aber gerade wenn mein Sohn mal einen Tag weniger trinkt, dann flackert es wieder auf. Sehr geholfen hat es mir allerdings kürzlich "Mein Kind will nicht essen" von Carlos Gonzales zu lesen. Da habe ich dann allerdings dafür fast ein schlechtes Gewissen bekommen, dass ich so viel Druck gemacht habe
So, dass war jetzt ein halber Roman. Ich hoffe, dir hilft ein bisschen was davon weiter. In Sachen Entspannung beim Stillen fand ich es einfach immer total hilfreich mal von anderen zu hören, dass es ähnliche Probleme gab/gibt.
Ich drück die Daumen, dass es bei euch bald wieder ruhiger läuft!