Was zahlt ihr für Biofleisch?
Moderator: britje
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feuerdrache
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Re: Was zahlt ihr für Biofleisch?
Ich versuche mal zu Antworten bevor wieder eines der Kinder mich braucht.... 2 Versuche sind heute schon fehlgeschlagen.
Rassen: ich habe jetzt extra am Nachbarhof nachgefragt. Die sind Demeter und haben Rinder (wir sind BioAustria und haben Schafe). Endeffekt war dann sogar ein Rundgang bei den Jungtieren und mir wurden verschiedene Rassen gezeigt, alle gleichalt. Und- verschieden groß. Die Nachbarin hat mir dann auch Unterschiede im Fleisch beschrieben. Vor allem die langsamwüchsigeren Arten (va alte Rassen) lagern mehr Fett im Muskel ein. Dadurch ist das Fleisch aromatischer und saftiger. Den Unterschied darf ich jedes Jahr sehen wenn wir ein Paket Bio-Auerochsenfleisch kaufen. Das Fleisch ist dunkler, fester, saftiger und würziger. Kein Vergleich mit dem 7 Euro Billig Rindfleisch aus dem Supermarkt.
Den Unterschied mit den alten Rassen kannst Du Dir in etwa so vorstellen wie mit den alten Sorten bei Tomaten und Äpfeln. Weniger Ertrag, mehr Geschmack.
Zuwachs: auf der Weide ist die Gewichtszunahme geringer als im Stall, Anbindehaltung ist bis auf wenige Ausnahmen im Biolandbau verboten. Die Tiere bewegen sich mehr auf der Weide. So wie ein MEnsch der ständig herummarschiert und läuft weniger zunimmt als ein Couch Potato. Der Preis pro kg Futter ist ja nicht das ausschlaggebende, sondern der Energiegehalt und die Verwertbarkeit. Eine Schüssel Salat hat weniger Kalorien als eine Pizza (überspitzt dargestellt). Auch wenn Du 2500 kcal isst mit Salat ist die mögliche Gewichtszunahme wahrscheinlich geringer als wenn Du dieselbe Kalorienmenge mit Schoko isst. (Gras vs Kraftfutter). Mit Kraftfutter kannst Du im Stall die Tiere schnell hochmästen.
Das Gras auf der WEide kostet mal weniger, dafür muss die WEide jeden Tag mehrmals kontrolliert werden, Elektrozaun und Geräte werden immer wieder von (grrrr, grummel, ärger) Menschen demoliert und zerstört. Die Tiere brechen aus, müssen wieder eingefangen werden, zerstören in dieser Zeit womöglich etwas und der Tierhalter ist haftbar. Auf der Weide muss regelmäßig Wasser hinausgebracht werden. Alles in Allem- auch schon ganz schön aufwändig. Vor den Kindern war ich im Sommer bis Mittags unterwegs die 3 Herden zu kontrollieren, mit frischem Wasser zu versorgen und die Zäune zu versetzen. Die Tiere müssen immer wieder auf frische WEiden um sich nicht selbst ständig mit Parasiten anzustecken und der WEide Zeit zu geben sich zu regenerieren.
Schlachtung: ok, bei Euch wurde bereits in die Schlachterei ausgelagert. Wird dort auch aufgearbeitet oder muss das am Hof erledigt werden? Denn dann fällt nur der Stichraum weg. Kühlung und Verkaufsraum sind dennoch notwendig, auch wenn alles ausserhalb erledigt wird. Dann muss man halt eine Gebühr für jedes Rind zahlen wenn man den Schlachtraum benützt.
Generell: die Preise sind schon eher gehoben, wenn die Qualität stimmt ist es ok. Schön wenn der Bauer seine Tiere so vermarkten kann und ihnen den Stress des Herumkarrens in einen Schlachthof was weiß ich wo ersparen kann. Dieses Fleisch ist mir 10x lieber. Da essen wir dann halt weniger davon. Mit Faschiertem (Hack) bin ich bei meinen Kindern immer gut unterwegs...
So, ich hoffe ich habe jetzt keine Frage übersehen- mal sehen wann mich meine kleinen Kranken wieder zum Computer lassen.
Rassen: ich habe jetzt extra am Nachbarhof nachgefragt. Die sind Demeter und haben Rinder (wir sind BioAustria und haben Schafe). Endeffekt war dann sogar ein Rundgang bei den Jungtieren und mir wurden verschiedene Rassen gezeigt, alle gleichalt. Und- verschieden groß. Die Nachbarin hat mir dann auch Unterschiede im Fleisch beschrieben. Vor allem die langsamwüchsigeren Arten (va alte Rassen) lagern mehr Fett im Muskel ein. Dadurch ist das Fleisch aromatischer und saftiger. Den Unterschied darf ich jedes Jahr sehen wenn wir ein Paket Bio-Auerochsenfleisch kaufen. Das Fleisch ist dunkler, fester, saftiger und würziger. Kein Vergleich mit dem 7 Euro Billig Rindfleisch aus dem Supermarkt.
Den Unterschied mit den alten Rassen kannst Du Dir in etwa so vorstellen wie mit den alten Sorten bei Tomaten und Äpfeln. Weniger Ertrag, mehr Geschmack.
Zuwachs: auf der Weide ist die Gewichtszunahme geringer als im Stall, Anbindehaltung ist bis auf wenige Ausnahmen im Biolandbau verboten. Die Tiere bewegen sich mehr auf der Weide. So wie ein MEnsch der ständig herummarschiert und läuft weniger zunimmt als ein Couch Potato. Der Preis pro kg Futter ist ja nicht das ausschlaggebende, sondern der Energiegehalt und die Verwertbarkeit. Eine Schüssel Salat hat weniger Kalorien als eine Pizza (überspitzt dargestellt). Auch wenn Du 2500 kcal isst mit Salat ist die mögliche Gewichtszunahme wahrscheinlich geringer als wenn Du dieselbe Kalorienmenge mit Schoko isst. (Gras vs Kraftfutter). Mit Kraftfutter kannst Du im Stall die Tiere schnell hochmästen.
Das Gras auf der WEide kostet mal weniger, dafür muss die WEide jeden Tag mehrmals kontrolliert werden, Elektrozaun und Geräte werden immer wieder von (grrrr, grummel, ärger) Menschen demoliert und zerstört. Die Tiere brechen aus, müssen wieder eingefangen werden, zerstören in dieser Zeit womöglich etwas und der Tierhalter ist haftbar. Auf der Weide muss regelmäßig Wasser hinausgebracht werden. Alles in Allem- auch schon ganz schön aufwändig. Vor den Kindern war ich im Sommer bis Mittags unterwegs die 3 Herden zu kontrollieren, mit frischem Wasser zu versorgen und die Zäune zu versetzen. Die Tiere müssen immer wieder auf frische WEiden um sich nicht selbst ständig mit Parasiten anzustecken und der WEide Zeit zu geben sich zu regenerieren.
Schlachtung: ok, bei Euch wurde bereits in die Schlachterei ausgelagert. Wird dort auch aufgearbeitet oder muss das am Hof erledigt werden? Denn dann fällt nur der Stichraum weg. Kühlung und Verkaufsraum sind dennoch notwendig, auch wenn alles ausserhalb erledigt wird. Dann muss man halt eine Gebühr für jedes Rind zahlen wenn man den Schlachtraum benützt.
Generell: die Preise sind schon eher gehoben, wenn die Qualität stimmt ist es ok. Schön wenn der Bauer seine Tiere so vermarkten kann und ihnen den Stress des Herumkarrens in einen Schlachthof was weiß ich wo ersparen kann. Dieses Fleisch ist mir 10x lieber. Da essen wir dann halt weniger davon. Mit Faschiertem (Hack) bin ich bei meinen Kindern immer gut unterwegs...
So, ich hoffe ich habe jetzt keine Frage übersehen- mal sehen wann mich meine kleinen Kranken wieder zum Computer lassen.
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Mondenkind
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Re: Was zahlt ihr für Biofleisch?
Feuerdrache, Hack ist doch sicherlich eine eher günstige Fleischform, oder?
Besagtes Hack für den Kila kaufe ich hier, auch ein wenig Aufschnitt für Mann und Kinder: http://www.galloway-biofleisch.de/index.php. Da bin ich jedes Mal nen Batzen Geld los, hab aber ein gutes Gefühl.
Besagtes Hack für den Kila kaufe ich hier, auch ein wenig Aufschnitt für Mann und Kinder: http://www.galloway-biofleisch.de/index.php. Da bin ich jedes Mal nen Batzen Geld los, hab aber ein gutes Gefühl.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
Sei ein Mensch! M. Reif
Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
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feuerdrache
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Re: Was zahlt ihr für Biofleisch?
mondenkind- sieht gut aus die Seite,
Hack ist günstig, solange meine Kinder mit Hack zufriedener sind als mit Steak kann ich da ein wenig sparen (bio Hack ist günstiger als Billig Steak). Ich kaufe das Fleisch aber im Ganzen und lasse es selbst durch den Fleischwolf.
Hack ist günstig, solange meine Kinder mit Hack zufriedener sind als mit Steak kann ich da ein wenig sparen (bio Hack ist günstiger als Billig Steak). Ich kaufe das Fleisch aber im Ganzen und lasse es selbst durch den Fleischwolf.
- Frau_Sandmann
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Re: Was zahlt ihr für Biofleisch?
Wir kaufen Fleisch ausschließlich bei unserem Biolandhof um die Ecke.
Die Preise weiß ich ehrlich gesagt nicht aus dem Kopf.
Das Kilo Rinderfilet liegt glaube ich bei über Euro 60.
Lamm noch teurer. Huhn müsste ich morgen in der TK Truhe nach sehen, da ist der Preis noch drauf.
Mir ist der Preis fast egal. Die Tierhaltung etc. und der Geschmack sind mir wichtiger. Geschlachtet wird Rind von Sep. bis April. Dann gibts eine Sommerpause und kein Fleisch. Lamm wird noch seltener geschlachtet.
Wir zählen seit Jahren zu den Stammkunden und bekommen auch meist was wir wollen. Es gibts aber nicht, dass 1 Kunde das gesamte Filet erhält. Es wird auf alle Kunden aufgeteilt. Die Stammkunden zuerst. Es gibt auch Monate da bekomme ich kein Filet und muss aussetzen. Ist dann eben so.
Ich musste zB. 3 Jahre auf 2 Päckchen Lammfilet warten, weil ich meist zu spät nachgefragt hatte oder nicht genug Filet für alle da war. Dieses Jahr hatte ich Glück.
Das Biofleisch kostet uns ein Vermögen ca. Euro 100,- pro Monat. Aber es ist uns Das Geld wert!
Die Preise weiß ich ehrlich gesagt nicht aus dem Kopf.
Das Kilo Rinderfilet liegt glaube ich bei über Euro 60.
Lamm noch teurer. Huhn müsste ich morgen in der TK Truhe nach sehen, da ist der Preis noch drauf.
Mir ist der Preis fast egal. Die Tierhaltung etc. und der Geschmack sind mir wichtiger. Geschlachtet wird Rind von Sep. bis April. Dann gibts eine Sommerpause und kein Fleisch. Lamm wird noch seltener geschlachtet.
Wir zählen seit Jahren zu den Stammkunden und bekommen auch meist was wir wollen. Es gibts aber nicht, dass 1 Kunde das gesamte Filet erhält. Es wird auf alle Kunden aufgeteilt. Die Stammkunden zuerst. Es gibt auch Monate da bekomme ich kein Filet und muss aussetzen. Ist dann eben so.
Ich musste zB. 3 Jahre auf 2 Päckchen Lammfilet warten, weil ich meist zu spät nachgefragt hatte oder nicht genug Filet für alle da war. Dieses Jahr hatte ich Glück.
Das Biofleisch kostet uns ein Vermögen ca. Euro 100,- pro Monat. Aber es ist uns Das Geld wert!
Viele Grüße von
Frau Sandmann
Frau Sandmann
- Frau_Sandmann
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Re: Was zahlt ihr für Biofleisch?
Ach so, der Hof unseres Vertrauens schlachtet auch nicht selber. 1Tier pro Monat wird extern zerlegt. Der Hofladen verfügt über einen TK Raum.
Viele Grüße von
Frau Sandmann
Frau Sandmann
- Frau_Sandmann
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Re: Was zahlt ihr für Biofleisch?
Hab mal eben aus Interesse nach gesehen.
Das Filet hatte ich mir völlig falsch gemerkt. 60,- war der Preis aus dem Bioladen.
Hüftsteaks: € 17,-/ kg
Hähnchenkeule: € 14,49 / kg
Filet € 34,10 / kg
Lammkeule € 28,60 / kg
20 Bioeier € 3,-
Alles vom selben Biolandhof. Die Rindersorte ist Angus.
Das Filet hatte ich mir völlig falsch gemerkt. 60,- war der Preis aus dem Bioladen.
Hüftsteaks: € 17,-/ kg
Hähnchenkeule: € 14,49 / kg
Filet € 34,10 / kg
Lammkeule € 28,60 / kg
20 Bioeier € 3,-
Alles vom selben Biolandhof. Die Rindersorte ist Angus.
Viele Grüße von
Frau Sandmann
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Captainsparrow
Re: Was zahlt ihr für Biofleisch?
Genaue Preise hab ich nicht im Kopf aaaaber einen Tipp: gerade wenn man Biofleisch kauft, lohnt sich die Anschaffung eines Slowcookers/Crockpots. Damit kann man nämlich auch die günstigen/zäheren Teile so zubereiten, dass sie sehr zart werden. Ich finde es -neben der Haltung-nämlich auch wichtig, dass das Tier so gut wie möglich verwertet wird. Zwar bleibt immernoch Hackfleisch. Aber das finde ich oft richtig schade,das teure Fleisch so zu "verwursteln".
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Maja
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Re: Was zahlt ihr für Biofleisch?
Komplette Weihnachtsgänse (ca. 5 Kilo) kamen hier dieses Jahr knapp 100 Euro, Flugenten lagen so bei 18 Euro pro Kilo je nach Größe.
2004/2006/2014