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Re: Bambus, wie seht ihr das?
Verfasst: 10.10.2013, 22:01
von Brombeere
Mir ist Bambus in Tüchern unsympathisch, aber so richtig begründen kann ich das nicht.

Ich hatte mal eines hier, das mochte ich nicht so, aber ob das am Bambus lag?
Generell finde ich mittlerweile das Angebot an verschiedenen Fasern auf dem Tuchmarkt so groß, dass mich die Neugier etwas verlassen hat und ich doch eher zu den Klassikern tendiere. Ich frage mich oft, ob die ganzen ausgefallenen Varianten etwas können, was, sagen wir, Baumwolle, Leinen oder Wolle nicht können. Oder ob sie nur da sind, weil der Markt immer nach Neuem sucht.
Re: Bambus, wie seht ihr das?
Verfasst: 14.10.2013, 14:48
von Melly482
Ich hab mir mal ein Tuch mit Bambus-Anteil gekauft, weil es mich mal interessiert hat, ein Oscha Surya Tiree. Ich war sehr skeptisch und bin es noch immer, weil ich finde, dass Kunstfasern, egal welchen Ursprungs, in einem Tragetuch nix verloren haben, aber ich geb zu, es bindet sich hervorragend, ist brockentauglich und sieht sehr schick aus, toller Glanz. Trotzdem finde ich es nicht gut, wie dafür geworben wird, Thema Naturfaser und so. Die meisten wissen gar nicht, dass Bambus im Naturzustand gar keine verspinnbaren Fasern bildet und nehmen das einfach an..
Re: Bambus, wie seht ihr das?
Verfasst: 23.10.2013, 21:50
von antje143
aus aktuellem anlass kopiere ich das mal her:
natürliche Textilfasern aus Bambus
Nach jahrelanger Forschung ist es gelungen aus Bambus spinnbare Naturfasern zu gewinnen. Die Betonung liegt hierbei auf Naturfaser. Das neue Material darf nicht mit dem verwechselt werden, das seit Jahren unter dem Begriff "Bambusfaser" im Handel ist. Bisherige "Bambusfasern" sind nichts weiter als Viskose, die eben aus Bambuszellulose statt aus Holz hergestellt wird.
Die neue, natürliche Bambusfaser wird ohne chemische Veränderung aus dem Bambushalm herausgelöst. Das Zerlegen der Bambushalme übernehmen die, die das schon seit Milliarden Jahren machen - Bakterien.
Wenn Bambus in der Natur verrottet stürzt sich eine Phalanx unterschiedlichster Bakterien und Pilze auf das Material. Gemeinsam zerlegen sie alle Holzbestandteile, und nach einigen Wochen bleibt nur ein Häufchen Humus übrig. Das ist sehr effektiv, bringt aber nicht das gewünschte Ergebnis.
Zum Glück bevorzugt jede der Mikrobenarten einen bestimmten Anteil des Bambus-Holzes. Die Geschmäcker sind eben auch bei Bakterien verschieden.
So entstand die Idee, in den natürlichen Verrottungsprozess lenkend einzugreifen.
Zunächst war zu klären, welche Bakterienarten überhaupt am Verrotten von Bambus beteiligt sind. Es wurden 28 verschiedene Arten aus vier Familien gefunden, die in gemeinschaftlicher Arbeit solide Bambushalme in Staub verwandeln.
Ein Paper über diese Forschung finden Sie hier.
In geschlossenen Behältern konnte man nun die Bedingungen so steuern, dass sich manche Bakterienarten besonders wohl fühlten, andere aber nicht.
Schießlich fand man Bedingungen unter denen sich nur diejenigen Bakterien vermehrten, die sich vom Material zwischen den Fasern ernähren. Das Ergebnis dieser "gesteuerten Verrottung" sind feine Bastfasern. Die separierten Rohfasern sind gewisser Maßen die "Knochen" von der Tafel der Bakterien.
Eine chinesische Forschergruppe um Jiajia Fu hat das Verfahren entwickelt und 2011 patentiert.
Inzwischen ist es einer Schweizer Spinnerei gelungen, die Rohfasern mechanisch soweit aufzuabeiten, dass sie zusammen mit Baumwolle, Merino oder Seide zu einem feinen Mischgarn gesponnen werden können. Der Bambus-Anteil dieser Garne beträgt bis zu 70 Prozent. Garn aus 100 Prozent Bambusfasern kann unseres Wissens bisher nicht hergestellt werden.
Bilder und Quelle hier:
http://www.didymos.de/DIDYMagazin/Mater ... aturfaser/
und das TT ist der anlass:
http://www.didymos.de/Babys-tragen/DIDY ... erino.html