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Re: Hilfe Stillkrise von Anfang an (Sohn 4 Monate)

Verfasst: 24.09.2013, 01:08
von blueberry
Liebe Alexandra,

Danke für Dein Verständnis. Heute schläft mein Baby schon zeitiger - und ich hoffe: lange genug für meine Antwort :wink: . Dann will ich mal versuchen, ein wenig zu sortieren (meine Fragen an Dich habe ich der einfacheren Beantwortbarkeit halber einfach mal durchnummeriert :lol: ) :
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Eine Sorge mag ich Dir gleich zu Beginn nehmen: die Gewichtsentwicklung Deines Babys ist völlig normal! Unter der Annahme, dass die Daten von den U-Untersuchungen einigermaßen stimmen (systembedingt "stimmen" immer einige Messdaten nicht, was bei so wenigen überhaupt vorhandenen Messdaten die Auswertung erschwert), lässt sich schonmal sagen, dass eine grundlegende Gedeihstörung bei Euch sicher NICHT vorliegt :D .

Du stillst also seit vier Monaten voll - und das (trotz der wirklich schwierigen und zermürbenden Begleitumstände!) gewichtstechnisch schonmal sehr erfolgreich 8) .

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Da ich aus Deinen Zeilen mehrfach die Sorge herauslese, Dein Kind könne vielleicht trotzdem weniger Milch bekommen als es bräuchte, lass uns doch gemeinsam einen Blick auf die medizinischen Besonderheiten und die anderen Kriterien guten Gedeihens werfen:

* Nicht gut eingestellte SD-Werte können einen Einfluss auf die Milchbildung haben.
kiki03 hat geschrieben:mir wurde vor einigen Jahren die Schilddrüse entfernt,dadurch nehme ich l-thyroxin175...

Da sich der Bedarf an SD-Hormonen in Schwangerschaft und Stillzeit häufiger ändert als normal, wäre meine erste Frage:
1. bist Du mit Deiner Medikation in engmaschiger fachärztlicher Betreuung und wurde Deine L-Thyroxin-Dosis nach der Geburt überprüft und angepasst?
kiki03 hat geschrieben:es gibt tage da macht er bis zu 5x groß und dann wiederum bin ich froh wenn er einmal ordentlich was los werden kann.
* gut, um den Stuhlgang müssen wir uns gar keine Gedanken machen :lol: - den hat Dein Kind reichlich. (Nach den ersten sechs Wochen ist alles von zehnmal am Tag bis einmal in zehn Tagen völlig normal und unbedenklich).

* 2. Wie sieht es denn mit den Pipiwindeln aus - wieviele hat Dein Baby da so im Schnitt pro Tag?

* 3. Zur Stillhäufigkeit: wie oft in 24 Stunden stillst Du Dein Baby?
[Wenn Du das nicht so spontan sagen kannst (also, ich könnte es z.B. NICHT spontan sagen, wie oft mein Baby in 24h gestillt wird :lol: ), mach gern mal einen Tag lang eine Strichliste, wo Du nach jedem Stillen einfach einen Strich drauf machst. Dann bekommen wir einen Eindruck. Nachts darfst Du gern rückblickend schätzen 8) ]

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4. Apropos: Du schreibst gar nichts zu den Nächten. Einschlafstillen und Stillen im Halbschlaf klappen gut - die Nachtmahlzeiten also auch?

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kiki03 hat geschrieben:puuhh überhaupt nichts geregeltes drin, er schläft einmal am tag 2 stunden und sonst nur mal so 10-30minuten,dann ist er 1-2stunden wach.an die brust möchte er fast halbstündlich,da er meist nur 5-10 minuten trinkt (mehr bekommt man dann auch nicht rein,dann würgt er)
Das Schlafverhalten tagsüber klingt jedenfalls schonmal völlig unauffällig. Da muss keineswegs was "geregeltes" drin sein :wink: . Auch Abstände von 30 Minuten bis 2 Stunden zwischen den Stillmahlzeiten sind ganz normal. Manchmal wollen Babys auch zehn Minuten nach dem letzten Stillen erneut an die Brust.

5-10 Minuten Dauer einer Stillmahlzeit ist auch keineswegs ungewöhnlich (mein Baby stillt tagsüber oft sogar kürzer als 5 Minuten am Stück). Beim Stillen nach Bedarf darf die Mahlzeitenlänge sehr individuell sein (und auch ausgesprochen unterschiedlich von Mahlzeit zu Mahlzeit im Tagesverlauf!). Du schreibst sowohl von Dauerstillen und Beruhigungsnuckeln als auch von kurzen Mahlzeiten, nach denen Dein Kind nicht weiterstillen mag. Beides völlig in Ordnung so! Keineswegs muss versucht werden, nach einer kurzen Mahlzeit noch "mehr reinzubekommen". Allerspätestens, wenn das Baby würgt ist für diesmal wirklich genug drin :wink: .

Es ist manchmal gar nicht so leicht, die Hungersignale des Babys zu erkennen - zumal sich die Art, wie das Baby "ich möchte Stillen" kommuniziert ja auch immer wieder mal ändert, wenn es älter wird.
kiki03 hat geschrieben:wenn er richtig wach ist und hunger hat,dann ist es schwierig ihn anzudocken [...]
er zeigt vor dem andocken deutlich das er hunger hat,
5. Woran erkennst Du normalerweise, dass Dein Baby stillen möchte?

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Zum Verlauf der Mahlzeiten habe ich noch ein paar Detailfragen:
kiki03 hat geschrieben:wenn ich ihn dann andocke,saugt er drei/vier mal und dann lässt er wieder los und schreit,ein paar sekunden später sucht er wieder und wenn ich ihn wieder andocken lasse,gehts von vorn los,auch wenn ich brustwechsel mache und so geht es die meiste zeit am tage.
6. Wenn Dein Baby weinend abdockt: spitzt/läuft/tropft aus Deiner Brust dann in dem Moment Milch?
7. Verschluckt sich Dein Baby an der Brust (hustet es z.B.), schnappt es beim Abdocken hektisch Luft und/oder hast Du den Eindruck, dass Dein Baby beim Trinken auch Luft schluckt (manchmal hört man das kräftig gluckern im Bauch beim Runterschlucken).
8. Wechselst Du bei jeder Mahlzeit die Brust und woran machst Du den Zeitpunkt des Wechselns von einer Seite an die andere fest?

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So, jetzt hab ich Dich wieder mit Fragen überhäuft :oops: - ich hoffe, das ist okay für Dich . Ich bin gespannt auf Deine Antworten :) .
Dass wir uns um das Gewicht schonmal keine Sorgen machen müssen, gibt uns genug Entspannung, die restlichen Dinge in Ruhe miteinander aufzudröseln und so vielleicht einen Ansatz zu finden, der Euch helfen könnte, den Alltag für Dich und Dein Baby entspannter zu machen.

Eine gute Nacht und
LG, blueberry

Re: Hilfe Stillkrise von Anfang an (Sohn 4 Monate)

Verfasst: 24.09.2013, 08:35
von kiki03
Hallo,

und danke für deine ausführliche Antwort :-)

Dann haben wir ja eine Sorge weniger,ist halt auch ungewohnt,meine anderen beiden hatten wesentlich mehr auf den Rippen und gerade wenn er so erkältet ist und so schlecht trinkt,hat man doch Angst er würde vom Fleisch fallen.

Ich war während der SS in Behandlung und meine Dosis wurde angepasst,von der Seite gibts also kein Bedenken ;-)

Nachts ist es durch den Halbschlaf eigentlich ganz gut,kommt zwar auch mal vor das er dann genauso wie am Tage durchdreht aber ehr selten,trinken tut er sehr oft. Wen nes gut läuft alle zwei Stunden,aber seit gut 3 Wochen ehr Stündlich ( Meine Augenringe sind bald gar nicht mehr weg zu denken 8) :P )

Hmmm Pipiwindeln,ist genauso,mal mehr mal weniger,aber eigentlich achte ich drauf und würde auch zum Doc fahren wenn mal über Stunden wirklich nichts ist. Also alle 3-4 Stunden ist Sie "normal" voll.
löl wie oft ich in 24 Stunden stille kann ich echt nicht sagen,dadurch das man es nach Bedarf macht und er teilweise wirklich halbstündlich dran möchte....
werde mal veruchen eine "liste" zu führen,mal schauen wie die dann aussieht ;-)

Meist erkenne ich das er an die Brust möchte wenn er den Kopf zur Seite dreht und den Mund aufmacht,also am suchen ist,er will natürlich nicht immer nur trinken,oft ist es auch nur nuckeln wollen.
Er augt dann an (so ging es gestern den ganzen tag) und lässt dann nach 2-3 Zügen los und ja dann spritzt die Milch richtig raus,gestern hatte ich schon das Gefühl zu platzen da er kaum getrunken hatte. Leider verschluckt er sich auch sehr oft,wonach er natürlich sehr verärgert ist und noch mehr schreit.Das mit dem Luftschlucken kommt auch vor,aber nicht so oft!
Ja das mit dem Brustwechsel ist so eine Sache,denn wenn er dann mal richtig trinkt,möchte ich ihn nicht "abdocken",dann würde alles von vorn losgehen,also lasse ich ihn immer an einer Brust und bei nächsten mal dann die andere.

Es ist einfach alles so zermürbend,die die man kennt,die Stillen soooo gerne und da klappt es auch so toll und bei mir? Ich wollte Stillen weil es das beste für Ihn ist,weil es praktisch ist,weil man es immer dabei hat,aber das es am ende dann so ist das ich nur noch daran denke abzustillen tut irgendwie weh,dabei genieße ich diese enge Bindung,bzw. versuche es soweit es geht,denn langsam bin ich echt am ende meiner Kräft,es zert einfach so an einem wenn der ganze Tag sich ums Stillen dreht,ich kann teilweise nicht aus dem Haus weil ich nur damit beschäftigt bin meine Brust auszupacken,ich brauche einen Babyflüsterer ;-)

so und nun gehts weiter hier ;-) :18: :25: :5:

Euch einen wunderschönen Tag und danke für deine Mühe :piepmatz:

Re: Hilfe Stillkrise von Anfang an (Sohn 4 Monate)

Verfasst: 24.09.2013, 11:16
von blueberry
Ganz schnell zwischendurch, bevor ich den Großen vom KiGa abhole:

1. Kannst Du mir was zu Farbe und Konsistenz des Windelinhalts beim großen Geschäft schreiben? :lol: (Also: eher senfgelb-pastös oder eher ocker-flüssig mit "Hüttenkäse" oder schaumig oder grünlich oder wie Wasser oder oder oder ... - was es da halt so alles an möglichen Variationen gibt :mrgreen: )

2. Wie war das in der Babyzeit Deiner beiden Großen: hast Du da gar nicht/problemlos/mit ähnlichen Problemens wie diesmal/... gestillt?

Später mehr - muss los :wink:

Re: Hilfe Stillkrise von Anfang an (Sohn 4 Monate)

Verfasst: 24.09.2013, 11:24
von kiki03
hmmm ehr senffarben und flüssig :P

bei meiner tochter hatte ich bis zum 4. monat gestillt,keine probleme und bei m einem sohn hatte es gar nicht geklappt,da hatte ich schon im kh einen nervenzusammenbruch....war damals alles zu viel,zu viel besuch alle um mich rum und der kleine wollte nur brust und war am schreien...ja dann zusammenbruch und im kh noch aufgehört....dieses mal will ich durchhalten....sorry joshua schreit....bis später

Re: Hilfe Stillkrise von Anfang an (Sohn 4 Monate)

Verfasst: 24.09.2013, 18:10
von blueberry
noch ne kurze frage:

dieses gefühl der übervölle - ist das öfter so oder nur akut jetzt bei erkältung? (ist er jetzt grad erkältet?)

Re: Hilfe Stillkrise von Anfang an (Sohn 4 Monate)

Verfasst: 24.09.2013, 20:22
von kiki03
das ist öfter so und ja erkältet schon,naja die letzten drei wochen...wird aber nun besser ;-)

schönen Abend und LG

Re: Hilfe Stillkrise von Anfang an (Sohn 4 Monate)

Verfasst: 25.09.2013, 01:34
von blueberry
Liebe Alexandra,

so, da bin ich - entschuldige den Telegrammstil von tagsüber, ich komme immer erst am Abend dazu, in Ruhe zu schreiben :wink:

Danke für Deine vielen Antworten! Ich gehe mal der Reihe nach durch:
kiki03 hat geschrieben:Dann haben wir ja eine Sorge weniger,ist halt auch ungewohnt,meine anderen beiden hatten wesentlich mehr auf den Rippen und gerade wenn er so erkältet ist und so schlecht trinkt,hat man doch Angst er würde vom Fleisch fallen.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Gerade wenn man eher kräftige Babys gewohnt ist, kommt einem fast jedes andere normalgewichtige Baby auf einmal nahezu untergewichtig vor. Völlig normal (ging mir bei meinem Sohn so, der sehr proper war :lol: ). Und dass man sich um ein krankes Baby gleich nochmal mehr sorgt, ist auch völlig nachvollziehbar.

1. Nimmt ihn denn die Erkältung sehr mit? Ist das Näschen verstopft, so dass er schlecht trinken kann?
Das kann natürlich im Moment ein zusätzlicher Faktor sein, der zu schnellem Wiederabdocken, Frust und Tränen führt: Beim Stillen braucht man eine freie Nase, sonst kann man weder trinken noch atmen (versuch mal, mit zugehaltener Nase aus einem Strohhalm zu trinken). Es kann einige Male an- und abdocken brauchen, bis ein erkältetes Baby sich seine Nase "freigeschnieft" hat.
kiki03 hat geschrieben:Ich war während der Schwangerschaft in Behandlung und meine Dosis wurde angepasst,von der Seite gibts also kein Bedenken ;-)
prima!
kiki03 hat geschrieben:Nachts ist es durch den Halbschlaf eigentlich ganz gut,kommt zwar auch mal vor das er dann genauso wie am Tage durchdreht aber ehr selten,trinken tut er sehr oft. Wen nes gut läuft alle zwei Stunden,aber seit gut 3 Wochen ehr Stündlich ( Meine Augenringe sind bald gar nicht mehr weg zu denken 8) :P )
Das klingt gut - wenn die Nachtmahlzeiten gut funktionieren, ist das schonmal die halbe Miete :D . Das mit dem häufigeren Aufwachen ist in dem Alter nicht ungewöhnlich und kann zudem auch mit der Erkältung zusammenhängen. Dein Baby holt sich also offenbar, was es braucht, auch wenn "stündlich" nach einer gerade sehr sehr anstrengenden Phase klingt :| .

2. Kannst Du bequem im Liegen stillen und dabei weiterdösen? (Und schläft Dein Baby bei Dir im Bett oder musst Du nachts zum Stillen aufstehen?)

Auch tagsüber böte es sich an die gut klappenden Dauerstillmahlzeiten/Einschlafstillen/... im Liegen zu stillen, damit Du Dich dabei etwas ausruhen kannst. Ich stelle mir den Alltag mit bedürfnisstarkem Baby UND zwei älteren Geschwistern sehr fordernd vor, um es vorsichtig auszudrücken.

3. Wie ist das überhaupt tagsüber mit Deinen beiden Großen: Hast Du Hilfe bei der Betreuung und im Haushalt? Kannst Du Dich vielleicht sogar alle paar Tage mal mit dem Baby hinlegen, wenn es sein "2-Stunden-Schläfchen" macht? Hast Du Ruhe zum Stillen?
kiki03 hat geschrieben:Hmmm Pipiwindeln,ist genauso,mal mehr mal weniger,aber eigentlich achte ich drauf und würde auch zum Doc fahren wenn mal über Stunden wirklich nichts ist. Also alle 3-4 Stunden ist Sie "normal" voll.
Gut 8)
kiki03 hat geschrieben:löl wie oft ich in 24 Stunden stille kann ich echt nicht sagen,dadurch das man es nach Bedarf macht und er teilweise wirklich halbstündlich dran möchte....
werde mal veruchen eine "liste" zu führen,mal schauen wie die dann aussieht ;-)
Ja, mach das mal :)
kiki03 hat geschrieben:Meist erkenne ich das er an die Brust möchte wenn er den Kopf zur Seite dreht und den Mund aufmacht,also am suchen ist,
Das ist prima. Gerade, wenn es Probleme mit Unruhe an der Brust gibt, ist es ausgesprochen hilfreich, mit dem Stillen zu beginnen BEVOR das Baby weint. Deshalb ist es gut, wenn Du schon auf zeitige Stillsignale reagierst :) .
4. Bleibt Dir genug Zeit zum Reagieren zwischen seinem Suchen und dem tatsächlichen Andocken, dass er (meistens) gar nicht erst weint?
kiki03 hat geschrieben:er will natürlich nicht immer nur trinken,oft ist es auch nur nuckeln wollen.
Es ist nicht nötig, zwischen "Stillen aus Hunger" oder "Stillen zur Beruhigung"/"Nuckeln wollen" zu unterscheiden. Stillen ist immer ein Gesamtpaket, das ganz viele Babybedürfnisse (nach Nähe, Wärme, Nahrung, Körperkontakt, Geborgenheit, Trinken, ...) gleichzeitig erfüllt. Man muss dabei nicht drauf achten, welches Bedürfnis gerade im Vordergrund steht. Solange ein Baby gut gedeiht (was Deines offensichtlich tut! :D ), ist "nur" Nuckeln wollen genauso okay und gut wie "richtig" Trinken :wink:

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kiki03 hat geschrieben:Er saugt dann an (so ging es gestern den ganzen tag) und lässt dann nach 2-3 Zügen los und ja dann spritzt die Milch richtig raus,gestern hatte ich schon das Gefühl zu platzen da er kaum getrunken hatte. Leider verschluckt er sich auch sehr oft,wonach er natürlich sehr verärgert ist und noch mehr schreit.Das mit dem Luftschlucken kommt auch vor,aber nicht so oft!
Danke für Dein geduldiges Antworten: Ich denke, inzwischen habe ich eine Vorstellung, wo das Problem Deines Babys liegen könnte :D . Vieles von dem, was Du schreibst, passt genau zu einem heftigen Milchspendereflex:

Es ist so, dass die Brust die Milch aktiv nach vorn in Richtung Brustwarze (BW) befördert, so dass das Baby sie dann aus dem Teil der Brust, den es im Mund hat (BW und möglichst viel des Warzenhofes) mit der Zunge herausmelken kann. Das nennt man "Milchspendereflex" (MSR). Im Laufe einer Mahlzeit werden normalerweise ein bis mehrere MSR ausgelöst und jedesmal bildet die Brust neue Milch - mit jedesmal höherem Fettgehalt. Nur ein geringer Teil der Milch wird zwischen den Mahlzeiten gebildet und gleich zu Beginn zur Verfügung gestellt.

Es kann nun vorkommen, dass die Milch beim MSR (vor allem beim ersten einer Mahlzeit) recht heftig aus der Brust herausspritzt. Dieser Effekt ist besonders stark, wenn die Brust sich "sehr voll" angefühlt hatte und dann die Milch mit Druck herauskommt. Im ungünstigsten Falle treffen ein oder mehrere Milchstrahlen dem Baby dabei direkt in den Rachen oder es ist von der schieren Menge, die da auf es zukommt, einfach überfordert, beginnt hektisch zu schlucken, bekommt Schlucken und Atmen nicht mehr koordiniert, beginnt sich zu verschlucken - schließlich dockt es weinend ab, vielleicht mid dem halben Magen voller verschluckter Luft und müsste dringend aufstoßen - es ist aber ja noch hungrig, sucht also gleich wieder...
Ein bisschen als wolle man versuchen, gemütlich aus einem zu stark aufgedrehten Gartenschlauch zu trinken - das klappt einfach nicht. Verständlicherweise macht das dem Baby großen Frust und Kummer. (Und der Mutter in Folge nicht weniger).
kiki03 hat geschrieben:Es ist einfach alles so zermürbend,die die man kennt,die Stillen soooo gerne und da klappt es auch so toll und bei mir?

Vielleicht tröstet es Dich ein bisschen, dass Du mit einem heftigen MSR ganz und gar nicht allein dastehst! Im Gegenteil ist das eine der häufigsten Ursachen von Unruhe an der Brust. Und es gibt nicht wenige Frauen, die sich wie Du dann fragen, ob vielleicht ihre Milch nicht schmeckt (was völlig ausgeschlossen ist, keine Sorge!) oder ob das Baby nicht stillen will (ebenfalls ausgeschlossen) und ähnlich verständliche traurige Gedanken. :(
Auch den Gedanken an Abstillen finde ich in einer solchen, emotional ausgesprochen fordernden Situation nur allzu verständlich.

[Ich bin mir zwar sehr sicher, dass wir das Stillen für Dich und Dein Baby in Zukunft bestimmt deutlich angenehmer gestalten können :D , aber ich möchte zu Deiner Beruhigung dennoch betonen: falls Du wirklich abstillen möchtest, finden wir bestimmt auch dafür einen Weg! Niemand muss beim Stillen "tapfer durchhalten", wenn es entgegen aller Wünsche und Vorstellungen einfach eine zu belastende Situation für alle Beteiligten ist und Füttern per Flasche (was ja z.B. durchaus auch - mindestens teilweise - abgepumpte Muttermilch sein könnte) nach Abwägung allen Für und Widers als die bessere Lösung erscheint.]

So, aber da sind wir ja noch lange nicht - jetzt gehen wir erstmal die Verbesserungsmöglichkeiten an :D . Ich zitiere mal das Wichtigste aus dem Thread "Unruhe an der Brust" aus unserer LINKSAMMLUNG STILLWISSEN:
Iris hat geschrieben:Bei starkem MSR helfen folgende Maßnahmen:
  • Möglichst gegen die Schwerkraft stillen - z. B. in Hoppe-Reiter-Stelung (Kind "sitzt" - natürlich gut gestützt - auf Deinem Oberschenkel) oder stark zurückgehlehnt oder rücklings, d. h. im Liegen, während das Kind auf deinem Bauch liegt
  • Häufig stillen, damit der MSR nicht so stark ist und das Kind nicht zu gierig bzw. nicht zu schnell frustriert. Stille also nicht nach der Uhr, sondern immer dann, wenn Dein Kind unruhig ist. Das darf auch ruhig mal 10 Minuten nach der letzten Mahlzeit sein. :wink:
  • Gib Deinem Kind häufig Gelegenheit zum Aufstoßen.
  • Nach dem Stillen halte Dein Kind möglichst aufrecht bzw. trage es z. B. aufrecht im Tuch und lege es nicht gleich hin (schon gar nicht auf den Rücken), damit es auch später noch aufstoßen kann. Überhaupt sind viel Körperkontakt und die aufrechte Haltung verdauungsfördernd und beugen Blähungen vor.
    [...]
  • Manchen Babys hilft es auch, wenn die Mutter vor dem Anlegen bereits ein bisschen "Druck" ablässt, indem sie ein wenig Milch ausstreicht.
(Vielleicht magst Du den Thread ja auch noch ganz lesen).

Einen Tipp habe ich erstmal ausgeklammert, der das Problem der Übervölle angehen würde. Es kann natürlich sein, dass eine gewisse Überproduktion mit hineinspielt in Euer Gesamtproblem - dann können wir auch das noch angehen (und sicherlich binnen weniger Tage auch da zum Ziel kommen). Da Dein Baby im Moment aber a) vielleicht gerade in einem Schub steckt (und darum z.B. durch häufiges nächtliches Stillen versucht, die Milchproduktion anzukurbeln) und b) erkältet ist (was das ausreichende Stillen wiederum erschwert), würde ich jetzt nicht auch noch künstlich in die Anpassung der Milchmenge eingreifen wollen.

Vielleicht ist ja bei den zitierten Tipps auch schon was dabei, das hilft. Was meinst Du dazu - würdest Du das probieren wollen?

So, nachdem ich jetzt während des Tippens dreimal durch eine Stillsession und Eindösen meinerseits unterbrochen worden war, leg ich mich beim nächsten Stillen jetzt dauerhaft neben mein schlafendes Baby und schlafe auch 8) Gute Nacht und bis morgen :) !
LG, blueberry

Re: Hilfe Stillkrise von Anfang an (Sohn 4 Monate)

Verfasst: 25.09.2013, 11:29
von kiki03
Hallo,

und wow das nenne ich mal eine Antwort und das um diese Uhrzeit,habe ich ja schon fast ein shclechtes Gewissen wenn ich dich so in Anspruch nehme :oops:

Die Erkältung an sich ist am abklingen,er bekommt mittlerweile schon wieder gut luft durch die Nase (was man von mir nicht behaupten kann.

Nachts gehts es gott sei dank,das ich meist weiter "dösen" kann,sonst würde ich glaube ich den Tag auch nicht überstehen. Unsere beiden großen Kids sind da sehr pflegeleicht,die ganz große ist 10 und hilft wo sie kann und das macht sie auch gerne und der andere 5 naja ist halt so eine sache für sich,er ist sehr anstrengend (ADS leider nicht ausgeschlossen) aber das ist eine andere Baustelle....mein Mann ist in der ganzen Sache sehr verständnisvoll und gönnt mir auch nachmittags mein Schläfchen mit dem kleinen,habe auch mittlerweile gelernt mal was liegen zu lassen,denn verbiegen kann ich mich nicht mehr ;-)

Meist bleibt mir noch zeit zum reagieren,oft aber auch nicht,dann fängt er gleich aus dem schlaf raus an zu schreien wie von einer Tarantel gestochen :roll:
Jetzt wo ich mir all das durchlese,geht mir wirklich ein Lichtlein auf,so ist es wirklich wenn ich in einer "normalen" Position stille,verschluckt er sich oft,wenn ich aber gegen die Schwerkraft stille,ist es besser,denn leider in meine Brust viel zu oft viel zu voll.

Ich möchte auf jeden Fall noch weiter Stillen und werde mir all diese Ratschläge zu Herzen nehmen und versuchen es umzusetzen,denn noch bin ich nicht bereit aufzugeben,möchte es noch genießen solange es geht ;-)
Und auch das mit der Übervölle...jetzt wo du es schreibst,hatte ich letzte woche diese Situation das die eine Brust so sehr voll war und er nicht dran wollte,musste ich natürlich übern Waschbecken ausstreichen und danach ist er (im liegen) ohne Probleme dran gegangen :D
Ja manchmal muss man das erst lesen damit einem ein Lichtlein aufgeht :shock: 8)

Bin echt froh hier geschrieben zu haben,denn ich dachte wirklich schon das war,ich schaffe das nicht,doch nun habe ich neuen Mut gefasst und werde versuchen all das umzusetzen,tausend dank für dein Schlafendzug,deine Mühe und das Kopfzerbrechen.

Herzliche Grüße
Alexandra

Re: Hilfe Stillkrise von Anfang an (Sohn 4 Monate)

Verfasst: 26.09.2013, 13:56
von blueberry
Sorry, bin gestern Abend einfach eingeschlafen :oops: Bis auf den Papa ist hier die ganze FAmilie erkältet... Ich melde mich heute Abend wieder.

Auf jeden Fall freue ich mich über Deine Nachricht :D

Re: Hilfe Stillkrise von Anfang an (Sohn 4 Monate)

Verfasst: 26.09.2013, 14:27
von kiki03
na mensch erholt euch erstmal,schreib wenn es dir besser geht,so wichtig ist das doch nicht,erst an deine Family denken ;-)

Gute Besserung

Liebe Grüße
Alex