Hallo Kätzchen2013,
eine Entschuldigung vorneweg: mein Baby ist erkältet und hier lag in den letzten Tagen zudem viel an - ich hab es nicht geschafft, mir genug Zeit zu nehmen, am Stück zu antworten, sondern hab immer mal einen Aspekt beantwortet, wenn ich paar Minuten hatte. Dadurch ist es jetzt sehr lang geworden, sorry

. Ich schick es mal trotzdem ab und hoffe, Du fühlst Dich nicht zugetextet

:
----------------------
Zu Empfehlungen bzgl. Schüsslersalzen oder Globuli müsstest Du bitte Deine Hebamme, Heilpraktiker oder Kinderärztin fragen, dafür bin ich nicht kompetent

.
----------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:
Tragen im Frl. Hübsch ist tagsüber zwischendurch gut. Sobald er aber so extrem schreit und sich reingesteigert hat bringt auch das nichts. Der arme Kerl kommt richtig ins Schwitzen und wird knallrot.
Das Tragen ist nicht nur als "Akutberuhigung" gemeint, auch wenn es als solche natürlich auch oft funktionieren kann. Regelmäßiges und ausgiebiges aufrechtes Tragen, während die tragende Person sich gut bewegt, hilft sehr beim Aufstoßenkönnen (auch noch lange nach der Mahlzeit) und fördert vor allem die Darmpassage. Auch Erwachsene bekommen Verdauungsprobleme, wenn sie sich nicht genug aufrecht (gehend) bewegen. Bei Babys ist es genauso, nur dass sie ihren "Verdauungsspaziergang" noch nicht allein machen können

. Wenn Dein Baby in der Trage aber manchmal völlig aufgelöst weint, dann nimm es natürlich heraus und versuche das Tragen zu einem anderen Zeitpunkt wieder.
-----------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:Heute Nachmittag hat er fast Non Stop getrunken bis dann abends das Schreien los ging. Das meine ich mit viel. Ich habe aber noch kein Tagebuch geführt.
Das Trinkverhalten Deines Baby kann ich leider ohne zugehörige Angaben zu Gewicht und Gedeihen usw. wie sie im schon verlinkten Thread "Wie funktioniert Stillberatung hier im SuT" erfragt werden, nicht in einen vernünftigen Zusammenhang stellen. Darum kann ich dazu leider kaum etwas sagen, sorry.
Vielleicht magst Du etwas genauer beschreiben, wie so ein Stillnachmittag dann abläuft? Wie oft wechselst Du die Seiten, nuckelt Dein Baby überwiegend oder schluckt es regelmäßig? Du schriebst, dass er öfter mal spuckt - kommt das dann am Nachmittag vor, wenn er so lange getrunken hat? Aber wie gesagt: ohne die anderen Angaben fische ich da ziemlich im Trüben

.
-----------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:Es ist zwar anstrengend mit dem vielen stillen aber ich bleibe natürlich dran
Es freut mich, dass Du motiviert bist

. Vergiss nicht, das Ihr noch im Wochenbett(!) seid. Da darf und soll alles andere außer "Babyversorgen", Kuscheln und mit dem Baby Ausruhen (sobald Gelegenheit dazu ist) ruhig ganz weit hintenan stehen.
----------------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:Noch bekommt er jeden Abend sein Fläschchen und es kam zu keiner Saugverwirrung. Für mich ist das immer noch eine gefühlte Entlastung. Er trinkt ganz gierig. Manchmaln30ml oder auch 90ml, wobei ich ihm immer vorher die Brust gebe.
Das klingt ein bisschen nach einem Missverständnis dessen, wie Saugverwirrung zustande kommt.
Saugverwirrung im Sinne von "gar nicht mehr an der Brust trinken können" oder gravierenden Trinkstörungen kommt nur selten sofort nach wenigen Fläschchen vor. Es gibt aber recht häufig schleichend beginnende Formen, die in mehr oder minder unfreiwilligem Abstillen münden können:
Vielleicht ändert sich das Trinkverhalten aufgrund leichter Saugverwirrng zunächst so, dass "nur" wunde BW dabei herauskommen, oder das Baby wird "nur" ineffektiver im Trinken und braucht darum sehr lange um genügend Milch aus der Brust zu bekommen. Die Milchbildung nimmt zudem wegen verminderter Nachfrage ab (alles was an Pre vom Kind getrunken wird, wird ja nicht aus der Brust getrunken) und spätestens beim nächsten Wachstumsschub wird aus dem einen Fläschchen täglich schnell zwei oder drei tägliche Fläschchen - Probleme mit dem Trinken an der Brust werden so immer wahrscheinlicher, die gebildete Milchmenge entfernt sich weiter vom tatsächlichen Bedarf usw. usf. ...
Manche Babys beherrschen auch durchaus einige Wochen oder Monate lang beide Trinktechniken (an Flasche UND Brust) scheinbar problemlos nebeneinander - und entwickeln dann eine Präferenz für das eine und lehnen das andere ab. Wenn das Baby z.B. auf einmal die Flasche verweigert, ist das normalerweise kein großes Problem. Wenn es aber die Brust verweigert und nur noch aus der Flasche trinken mag, kommt es auf die Einstellung der Mutter an: manche freut sich, dass ihr sieben Monate altes Baby nun nur noch die Flasche trinkt und sich scheinbar "abgestillt" hat, eine andere ist in der gleichen Situation erschrocken und traurig über das ungewollte Abstillen und fragt dann z.B. hier nach, wie sich die Situation (oft aufwendig und mühsam) retten lässt... .
Es kommt also ein bisschen darauf an, wie Du Dir die Stillzeit vorgestellt hast. Beides ist völlig okay, aber es kann hilfreich sein zu wissen, was auf einen zukommen kann

.
-----------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:Er trinkt ganz gierig. Manchmaln30ml oder auch 90ml, wobei ich ihm immer vorher die Brust gebe.
Junge Babys haben einen sehr ausgeprägten Saugreflex, der ausgelöst wird, sobald etwas an ihren Gaumen kommt. Die Brustwarze muss ein Baby aktiv einsaugen, damit sie an den Gaumen stößt und den Reflex auslöst - und sobald das Vakuum löst, rutscht die BW von selbst aus dem Mund. Das ist bei Fläschchen anders. Ein Fläschchen wird dem Baby in den Mund gesteckt, der Saugreflex wird automatisch ausgelöst, das Baby saugt und bekommt Milch, die ein tendenziell in Rückenlage liegendes Baby dann auch runterschlucken muss (!), um wieder Luft holen zu können. Das erzeugt oft den Eindruck, ein Baby hätte noch sehr viel Hunger gehabt, da es die Milch "gierig" nur so herunterschlinge. Mit Hunger hat das aber oft weniger zu tun als mit reflexhaftem Saugen aufgrund des sehr intensiven Reizes am Gaumen (ein Sauger ist ja wesentlich fester als die BW).
-----------------------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:Hilft es, wenn ich z.b. Fencheltee trinken würde? Einen Stilltee trinke ich nicht.
Sab simplex nimmt er schon. Aber darüber gibt es ja auch geteilte Meinungen. Zusätzlich nimmt er einmal täglich bigaia.
Stilltee musst Du nicht trinken. Trink einfach, was Dir schmeckt, das hat die beste Wirkung (die nämlich überwiegend darin liegt, sich entspannt hinzusetzen und ein Getränk zu genießen, das einem guttut

). Fencheltee kannst Du gern trinken, wenn Du den Geschmack magst - wichtig ist einzig, dass Du nicht auf die Idee kommst, Deinem Baby Tee zu geben. Ins Baby gehört ausschließlich Milch nach Bedarf

.
Sab kann recht effektiv sein, wenn das Problem tatsächlich in Blähungsschmerzen begründet liegt. Das kannst Du ruhig versuchen.
Bei den Bigaia-Tropfen verstehe ich Deinen Ansatz noch nicht ganz: die sind ja dazu da, eine optimale Darmflora beim Säugling zu begünstigen. Das ist ansich ja ein gutes Ziel, das allerdings durch Vollstillen genauso erreicht wird. Das Füttern mit Pre (auch wenn es nur eine Flasche am Tag ist) steht dem nun wieder entgegen,
da Premilch die Darmflora nachhaltig verändert.
-------------------------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:Für mich ist das immer noch eine gefühlte Entlastung.
Ich habe Dich so verstanden, dass es keine Zufütterindikation in Eurer bisherigen Stillgeschichte gibt, Dein Baby vollgestillt problemlos genug zugenommen hat, eine gute Trinktechnik beherrscht und Du die Premilch abends gibst, damit Dein Baby nicht die ganze Zeit an der Brust ist (korrigiere mich gern, wenn ich etwas falsches annehme).
Wenn Du in den anstrengenden Abendstunden gern weiterhin irgendwie zufüttern würdest, weil Dich das gefühlt entlastet, vielleicht wäre folgendes denkbar:
1. Du könntest es mit einer stillfreundlichen Zufüttermethode versuchen. 30-90 ml Milch können z.B. gut per Becherchen gefüttert werden. Wie das geht, findest Du
hier.
2. Statt dauerhaft Premilch zu geben, könntest Du zu einer anderen Tageszeit abpumpen (vormittags z.B.) und Deinem Baby Deine Milch am Abend zufüttern (evtl. anfangs ergänzt durch Pre).
3. Um das lange Stillen am Nachmittag "effektiver" zu gestalten, könntest Du es mal mit
Wechselstillen versuchen - wobei ich natürlich nicht weiß, ob "zu wenig Milch" überhaupt ein Problem bei Euch ist.
Was meinst Du?
Es ist nicht schlimm, wenn das alles nichts für Dich sein sollte. Du musst hier auch keine weiteren Daten o.ä. posten, wenn Du nicht magst. Das ist völlig in Ordnung

. Ich würde es dann einfach an dieser Stelle bei den allgemeinen Hinweisen belassen und Du meldest Dich, falls Du nochmal eine Frage hast.
Alles Gute Dir und Deinem Baby

.
LG, blueberry