Hallo Schneeleopard,
da beim Thema Tiermilch und deren Verträglichkeit für den Menschen schnell einige Begriffe durcheinanderkommen können, etwas zur Klärung:
es gibt
a) eine Allergie auf KuhmilchEIWEISS (Kuhmilchprotein)
Eine Kuhmilcheiweißallergie kann in seltenen Fällen auch bei vollgestillten Babys schon auftreten durch Kuhmilcheiweißspuren, die aus der mütterlichen Ernährung in die Milch übergehen. Näheres dazu hast Du ja schon in den Threads gelesen, die verlinkt wurden. Oder eben bei (Klein-)Kindern und Erwachsenen, die selbst schon Kuhmilcheiweiß zu sich nehmen (in verarbeiteten Lebensmitteln, Milchprodukten oder pur als Kuhmilch).
Eine solche Allergie kann durch einen Allergietest festgestellt werden und als Alternative zu tiermilchfreier Ernährung (die selbstverständlich möglich ist) stehen dann andere Tiermilchen und deren Produkte zur Verfügung: Ziegenmilchkäse, Schafmilchjoghurt etc.
Nicht zu verwechseln damit ist
b) eine LAKTOSEintoleranz, auch Milchzuckerunverträglichkeit genannt.
Laktose (= Milchzucker) ist ein Zweifachzucker, der in nahezu ALLEN Tiermilchen vorkommt - auch in der Muttermilch. Um ihn zu verdauen braucht man ein bestimmtes Enzym im Darm. Fast alle Babys können Milchzucker problemlos verdauen - können sie es nicht, sind sie wirklich schwer krank. Je älter ein Mensch wird, desto weniger dieses Enzyms (Laktase) bildet der Mensch normalerweise, weshalb die meisten Menschen auf der Welt als Erwachsene kaum noch Milch (egal welchen Tieres) vertragen, da die unaufgespaltene Laktose/Milchzucker im Dickdarm dann Beschwerden macht.
Eine solche (im Erwachsenenalter eigentlich natürliche) Unverträglichkeit von Milchzucker lässt sich durch einen Atemtest nach Milchzuckergenuss in der Arztpraxis testen. Als Alternative zur tiermilchfreien Ernährung stehen dann laktosefreie Milchprodukte zur Verfügung (denen das Enzym zur Spaltung der Laktose schlicht schon zugesetzt wurde).
Eine "Milchzuckerallergie" gibt es nicht.
Man kann versuchen durch systematisches Weglassen/Ausprobieren verschiedener Lebensmittel einzugrenzen, was Beschwerden macht.
Dabei sollte man aber nicht aus dem Blick verlieren, dass es sich bei "weicherem Stuhl" oder häufigem Stuhlgang überhaupt nicht um "Beschwerden" handeln muss. Gestillte Kinder haben oft auch nach Einführung der Familienkost noch recht weichen Stuhl. Solange kein weiteren Beschwerden wie Schmerzen oder schlechtes Gedeihen, weitere Allergiesymptome o.ä. hinzukommen, kann auch einfach alles in Ordnung sein.
Schneeleopard hat geschrieben:
Ich liess sie also für ca 3 Wochen so gut es ging weg und mir ging es blendend. Mein Mädchen hatte aber immer noch oft flüssigen Stuhl. Sie zahnte aber auch. Jetzt versuche ich so langsam herauszufinden, was ich an Milchprodukten vertrage. Und immer wenn ich wieder Durchfall habe, ist auch ihr Stuhl flüssiger und wenn ich auf Milchprodukte verzichte ist es wieder fester.
Gibt es da einen Zusammenhang?
Da stellst Du nämlich exakt die richtige Frage: evtl. gibt es hier überhaupt keinen Zusammenhang - zumindest nicht zwischen den Milchprodukten, die DU isst und der Verdauung Deiner Tochter. Das liegt nahe, weil sich am Stuhl Deiner Tochter auch nach drei Wochen keine Veränderung zeigte.
Für ab und an flüssigeren Stuhl kann es eine Vielzahl von Gründen geben. Zwei hast Du schon genannt: Antibiotika und Zahnen sind Klassiker.
Und ob Deine Tochter wirklich mit "Durchfall" auf das Glas Milch bei der Oma reagierte ist ja auch nicht klar, solange die Definition von "Durchfall" nicht geklärt ist, die die Oma verwendet. Manche Menschen meinen mit Durchfall alles, was weicherer Stuhl ist, andere reden von Durchfall, wenn sie öfter als einmal am Tag (oder überhaupt mal häufiger als sonst) auf Toilette müssen, wieder andere erst, wenn es zudem ungewöhnlich aussieht und riecht... .
Per Ferndiagnose übers Internet werden wir also - da der Darm nunmal mit sehr unspezifischen Symptomen (Durchfall, Blähungen, Verstopfungen und Schmerzen sind ja schon fast die ganze Palette) auf eine Vielzahl von Dingen reagiert - nicht genau sagen können, was Du oder Dein Kind haben könnten.
Und da Du sowohl von Untergewicht bei Deiner Tochter als auch von Morbus Crohn in Deiner Familie schreibst, sind ja auch von Lebensmitteln völlig unabhängige Ursachen nicht ausgeschlossen. Ein Besuch beim Kinderarzt, dem Du von Eurer familiären Vorbelastung, der Gewichtsentwicklung Deiner Tochter ebenso wie von Deinen Vermutungen bzgl. der Kuhmilch berichtest, ist sicherlich das Sinnvollste, wenn Du weiterhin Sorge hast, es könnte etwas ernsteres dahinterstecken.