Wie Zufütterungsmenge reduzieren?

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Lösche Benutzer 15061

Re: Wie Zufütterungsmenge reduzieren?

Beitrag von Lösche Benutzer 15061 »

@jusl: Ich freu mich drauf :)

@katha: Trotzdem danke für's schubsen :wink:

@julia1982: Wir haben heute gleich eine Runde nackt gekuschelt - das war sehr schön. Vielen Dank für den Tipp!
jusl
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Re: Wie Zufütterungsmenge reduzieren?

Beitrag von jusl »

Hallo lanea,

also ich geh erstmal darauf ein, was Du bereits als Ratschläge bekommen hast:
Von meiner Hebamme bekomme ich unterschiedliche Ratschläge.
- ich soll nach ihrem Bedarf pumpen, also immer nachdem ich sie für eine Mahlzeit angelegt habe (was, durch die Sättigung der Pre-Milch manchmal nur 5 x am Tag war)
- außerdem solle ich nach Beendigung der Mahlzeit ca. 2 Stunden warten bis ich sie wieder anlege und bis dahin mit dem kleinen Finger beruhigen
- längerfristig z.B. tagsüber nur Brust anbieten, das Pumpen einstellen und ab abends zufüttern
Dabei hätte ich jedoch Angst, dass meine Milchmenge zurückgehen könnte und, dass meine Tochter tagsüber hungert. Sie meinte auch, es wäre gut 500ml am Tag zu Pumpen, um zu wissen, dass genug Milch da ist (was mir unerreichbar scheint). Oder ich könnte Flasche und Stillen abwechseln – aber von der Flasche würde ich ja gerne nach und nach weg.

Eine Stillberaterin war auch schon hier (kostenpflichtig, deshalb auch nur zweimal). Sie hat mir das BES erklärt und gemeint, ich solle so oft wie möglich anlegen und zusätzlich mindestens 8 x Pumpen, da das Saugen meiner Tochter zur Milchsteigerung nicht ausreichen würde.
Ums kurz zu machen: Deine Hebamme liegt völlig daneben, und zwar mit jedem einzelnen Punkt. Wichtig ist, ausreichend oft zu pumpen wenn nicht bzw nicht effektiv/erfolgreich gestillt wird, damit Deine Milchbildung entsprechend angeregt wird. Wie oft sich Dein Baby meldet, ist dafür unerheblich. Hinhalten des Babys ist grundsätzlich keine gute Idee und nur in seltenen Spezialfällen sinnvoll, und längerfristig nur EINE Brust anbieten ist ganz eindeutig eine Reduktions- bzw. Abstillmethode. Die Angabe von "Mindestpumpmengen" ist NIEMALS hilfreich für Mütter, sondern völlig unnötiger Druck, der sich NEGATIV auf den Erfolg auswirkt. Und Flasche und Stillen abwechseln ist NIEMALS eine gute Idee, wenn Stillprobleme gelöst werden sollen, siehe unsere Grundinfo zum stillfreundlichen Zufüttern.
Also kompletter Nonsens.

Der Stillberaterin kann ich mich insofern anschließen, dass "mind 8x pumpen" sinnvoll ist, wenn (nur) übers Pumpen die Milchproduktion aufrecht erhalten werden soll. Allerdings ist dieses Pensum ZUSÄTZLICH zu "so oft wie möglich anlegen" erfahrungsgemäß zu groß - schlichtweg kaum schaffbar. Genau das zeigen auch diese Zeilen:
Wenn ich den Schwerpunkt auf das Stillen lege, schaffe ich es nicht oft zu pumpen. Wenn ich oft pumpe, meldet sich danach häufig die Kleine und ich bin traurig ihr eine „leere“ Brust anzubieten.

Für zentral halte ich diese Passage:
Das Stillen ist meistens eher ein Nuckelstillen und sie schläft häufig ein. Sie saugt nicht effektiv. Das kann damit zusammenhängen, dass nur wenig Milch kommt, bzw. diese nicht gut fließt. Mit BES zeigte sie nämlich zum 1. mal gutes Saugverhalten und hielt auch schon mal 25 Minuten durch.
- denn in dieser Passage lieferst Du eine treffliche Beschreibung des Problems UND den geeigneten Lösungsansatz in einem Atemzug. ;-) Sie saugt nicht effektiv, dadurch wird die Milchbildung nicht genug angeregt, dadurch bekommt sie zu wenig Milch, dadurch wird sie schwach und saugt nicht effektiv usw.... Das ist ein Regelkreislauf. Ein guter Lösungsansatz liegt darin, durch konsequentes Saugtrainung und Zufüttern WÄHREND des Stillens Dein Baby länger und munterer an der Brust zu halten und DADURCH nicht nur Dein Kind zu ernähren, sondern gleichzeitig auch Deine Milchbildung wieder anzuregen.

Ich kann Dich da nur ermutigen: Flaschen in den Müll, und ab jetzt konsequent mit dem BES zufüttern.
Ansonsten saugt sie morgens immerhin 2-3 Minuten und schafft das dann gelegentlich auch wenn ich Wechselstille 2 mal pro Seite – das ist allerdings erst seit ca. 5 Tagen so. Abends kann ich davon nur träumen. Da nuckelt sie von Beginn an und nimmt höchstens zwischendurch mal einen tiefen Schluck. Deshalb klappt Wechselstillen bei uns auch nicht so richtig
Wechselstillen ist ein sehr gutes Mittel, die Milchproduktion anzuregen - ABER NUR DANN, wenn diese bereits auf einem gewissen Niveau etabliert ist. Bei Euch muss davon ausgegangen werden, dass Deine Milchproduktion derzeit noch zu gering ist, dass das Problem allein mit Wechselstillen zu beheben wäre.

Eine Frage habe ich noch: Du schriebst, dass 1 Woche nach der Geburt erstmals PRE zugefüttert wurde - weißt Du noch, wie viel ungefähr? Weißt Du noch, wie viel PRE Anfang Juni für gewöhnlich pro Tag zugefüttert wurde?
Ich bin im Moment ziemlich konfus, wie es weiter geht. Mir fehlt ein guter Plan – gerade kommt mir alles so ziellos vor.
Also da können wir definitiv helfen. ;-)

Ich schlage folgendes Vorgehen vor:

* Als erstes besorgst Du Dir - falls nicht schon geschehen von Seiten der Stillberaterin, die bei Dir war - DIESE BROSCHÜRE zum Stillen mit dem BES. Ich halte sie für unbedingt nötig, der BES-Beipackzettel allein reicht nicht.

* Dann brauchst Du eine Waage zuhause, weil Zufütterreduktionsvorhaben grundsätzlich eine engmaschige Gewichtskontrolle erfordern. Diese Kontrollen geben die Sicherheit, dass das Baby jederzeit bestens versorgt ist, und damit den nötigen Spielraum für die geplanten Veränderungen. Ausführliche Info dazu findest Du in unserer Grundinfo Gedeihen, Gewicht und Wiegen, bitte unbedingt lesen.

* Wenn Du BES, BES-Elterninfo und die Waage beisammen hast, legen wir los, zunächst mit einer Bestandsaufnahme, die voraussichtlich ca 1 Woche dauern wird. Währenddessen dokumentierst Du täglich alle wesentlichen Fakten incl Babygewicht; dazu kannst Du gerne die unten angefügte Liste einfach weiterführen.

* Täglich sollten beide Brüste mindestens 8x spürbar entleert werden, bzw. mind. 20 Minuten lang. Ob durch Pumpen (hast Du ein Doppelpumpset? Welche Pumpe nutzt Du?) oder effektives Stillen ist in dieser Hinsicht zweitrangig. Begrenzen der Zeit ergibt keinen Sinn - wenn es länger dauert, ist das völlig OK.

* Sinnvoll ist, wenn Du ab sofort KONSEQUENT auf künstliche Sauger (Flasche, Schnuller, Hütchen) verzichtest. Dein Baby lernt die notwendige effektive Still-Technik BESSER, wenn es nicht dauernd wieder mit Flaschen-Technik saugen muss. Du unterstützt Dein Baby in seinem Lernprozess, wenn Du auf Flaschenfütterung ab sofort verzichtest.

* Nach der Bestandsaufnahme ist eine Abschätzung möglich, ob die derzeitige Zufüttermenge richtig ist, ob eine Reduktion möglich erscheint, ob eine Chance auf volles Stillen besteht, und ob evtl. weitere Maßnahmen wie medikamentöse Unterstützung sinnvoll erscheinen. Oxytocin-Spray ist damit NICHT gemeint - ich sehe hier KEIN sinnvolles Einsatzgebiet für künstliches Oxytocin.


Kannst Du mit diesen ersten Hinweisen etwas anfangen? Was ist Deine Meinung zu diesem Vorgehen?

Rückfragen immer gerne und
LG
Julia
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Lösche Benutzer 15061

Re: Wie Zufütterungsmenge reduzieren?

Beitrag von Lösche Benutzer 15061 »

Hallo Julia,
vielen Dank für die Antwort! Vor allem so schön strukturiert - das ist genau das, was ich im Moment brauche. :)
jusl hat geschrieben:Deine Hebamme liegt völlig daneben, und zwar mit jedem einzelnen Punkt. [...] Also kompletter Nonsens.
Es ist schon mal gut zu wissen welche Ratschläge Nonsens sind (auch wenn es schade ist, dass ich danach gehandelt habe – kommt mir jetzt vor wie verlorene Zeit :cry: Anscheinden hab ich kein Glück mit Hebammen, obwohl die davor noch eine größere Katastrophe war s.u.).
jusl hat geschrieben:Was ist Deine Meinung zu diesem Vorgehen?
Das Vorgehen finde ich gut. Ich habe dazu noch folgende Fragen:

Ich habe von einer Freundin eine digitale Babywaage ausgeliehen, die 10g genau wiegt. Allerdings ist sie nicht geeicht. Ich habe ein Päckchen Haferflocken mehrmals gewogen und der Wert war immer gleich. Ist die Waage ok oder soll ich lieber eine aus der Apotheke leihen?
jusl hat geschrieben:Ich kann Dich da nur ermutigen: Flaschen in den Müll, und ab jetzt konsequent mit dem BES zufüttern.
Uff, das ist eine Herausforderung an meine Geduld und Nerven, aber ich werde es gerne probieren.
jusl hat geschrieben:Täglich sollten beide Brüste mindestens 8x spürbar entleert werden, bzw. mind. 20 Minuten lang. Ob durch Pumpen ... oder effektives Stillen ist in dieser Hinsicht zweitrangig.
Bedeutet das, sie muss mindestens 20 min effektiv saugen? Was heißt spürbar entleert? Ich spüre nämlich leider weder den MRS, noch den Milchfluss (falls der spürbar ist). Deshalb bin ich mir beim Stillen unsicher, ob die Brust gut entleert worden ist. Morgens sind meine Brüste ja sehr prall und nach dem Stillen heute morgen waren sie „leichter“, aber sie fühlten sich nicht so leer an, wie z.B. nach dem pumpen oder vor allem abends.
Heute morgen war sie für 1 ½ Stunden zufrieden, aber das sagt bestimmt nichts darüber aus, ob meine Brüste entleert waren, oder? Ach, Entschuldigung, ich bin noch immer ziemlich wirr und möchte doch jetzt endlich alles einigermaßen richtig machen.

Das zweite Stillen heute Vormittag war mit BES und danach habe ich noch 60ml abgepumpt. Also werden die Brüste wohl auch beim BES-Stillen nicht richtig entleert.
Das könnte auch damit zusammenhängen, dass meine Tochter den Mund beim Andocken nicht sehr weit öffnet und ich, da ich gleichzeitig noch den Schlauch gut platzieren muss, nicht so viel Brust in ihren Mund bekomme, wie beim Stillen ohne BES. Sie hängt also ziemlich weit vorne und je öfters ich das korrigieren möchte, desto weniger öffnet sie den Mund.
Ist es dann so, dass ich erstmal wieder 8 x am Tag pumpe und sie immer mit BES anlege, damit sie etwas bekommt?
jusl hat geschrieben:Allerdings ist dieses Pensum ZUSÄTZLICH zu "so oft wie möglich anlegen" erfahrungsgemäß zu groß - schlichtweg kaum schaffbar
Ich biete ihr aber immer als erstes die Brust an, wenn sie sich unzufrieden zeigt bzw. weint, oder? Dazu noch folgende Frage:
Ich werde in letzter Zeit häufig beim Pumpen unterbrochen, weil sie Trost braucht – wenn ich sagen wir 15 Minuten später weiter pumpe, muss ich dann wieder „von vorne“ anfangen, oder reicht es, wenn ich die verbliebenen Minuten weiterpumpe? Ist es eigentlich auch mal ok schon nach einer Stunde wieder zu pumpen, wenn ich sonst nicht die 8x erreiche?
jusl hat geschrieben:hast Du ein Doppelpumpset? Welche Pumpe nutzt Du?
Ich pumpe mit einem Doppelpumpset an der Medela Symphony.
jusl hat geschrieben:Eine Frage habe ich noch: Du schriebst, dass 1 Woche nach der Geburt erstmals PRE zugefüttert wurde - weißt Du noch, wie viel ungefähr? Weißt Du noch, wie viel PRE Anfang Juni für gewöhnlich pro Tag zugefüttert wurde?
Ich hab mal nachgeschaut: Es ging mit 285 los, dann 330, 410 und so hat es sich weiter gesteigert. Unsere damalige Hebamme meinte, Ziel sei sie solle so 100-120 ml pro Mahlzeit bekommen. Mein Mann und ich waren ziemlich in Sorge, da sie so extrem abgenommen hatte und standen neben uns. Wir hatten im Kopf so viel wie möglich in das Kind zu bekommen. Außerdem "vertrauten" wir meinen Brüsten nicht mehr. Die Hebamme übernahm das erste Abpumpen und bei dem Strss und ihrem Blick war es nicht verwunderlich, dass nur 10 ml nach 40 Minuten raus kamen. Sie meinte allerdings, wenn nur so wenig aus meiner Brust käme und sie eigentlich 100 ml trinken soll, wäre es ja nicht verwunderlich, dass es nicht reicht.
Da Wochenende war, hatte sie mir ihre Pumpe geliehen, ein Modell von vor 20 Jahren, bei dem mann den Pumprhythmus mit dem Daumen bestimmen musste. Daran hang ich dann alle 2 Stunden für 40 Minuten. Als sie dann am nächsten Tag kam, taten mir die Brüste weh und ich meinte: "Ich glaub, da ist keine Milch drin." Darauf meinte sie: "Die sehen auch leer aus." (Sie meinte auch, dass man an den Pumpmengen sehen könnte, wieviel Milch eine Frau hat.) Ich war überzeugt, dass mein Kind keinen Tropfen Milch von mir bekommt. Als wir dann eine neue Hebamme hatten und sie eine Stillprobe gemacht hattte mit dem Ergebnis, dass die Babymaus 30 ml getrunken hat, konnte ich das kaum glauben.
Tut mir leid, dass war jetzt lang, aber das erklärt vielleicht meine Verunsicherung. Und das erklärt warum wir so unkontrolliert zugefüttert haben :(

LG Lanea

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30.06. ..............7 x Stillen, 5x Pumpen, 335 Pre, 250 Mumi, 4 x Pipi, 3 x Stuhl
01.07. ..............8 x Stillen, 5 x Pumpen, 285 Pre, 90 Mumi, 4 x Pipi, 2 x Stuhl
02.07 4800 (KiA) 7 x Stillen, 3 x Pumpen, 420 zugefüttert (280 Pre, 130 Mumi) 2 x Pipi, 2 x Stuhl
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jusl
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Re: Wie Zufütterungsmenge reduzieren?

Beitrag von jusl »

Ich habe von einer Freundin eine digitale Babywaage ausgeliehen, die 10g genau wiegt. Allerdings ist sie nicht geeicht. Ich habe ein Päckchen Haferflocken mehrmals gewogen und der Wert war immer gleich. Ist die Waage ok oder soll ich lieber eine aus der Apotheke leihen?
Ja, ich würde lieber eine moderne, geeichte Waage aus der Apotheke holen.
Bedeutet das, sie muss mindestens 20 min effektiv saugen? Was heißt spürbar entleert? Ich spüre nämlich leider weder den MRS, noch den Milchfluss (falls der spürbar ist). Deshalb bin ich mir beim Stillen unsicher, ob die Brust gut entleert worden ist. Morgens sind meine Brüste ja sehr prall und nach dem Stillen heute morgen waren sie „leichter“, aber sie fühlten sich nicht so leer an, wie z.B. nach dem pumpen oder vor allem abends.
Heute morgen war sie für 1 ½ Stunden zufrieden, aber das sagt bestimmt nichts darüber aus, ob meine Brüste entleert waren, oder? Ach, Entschuldigung, ich bin noch immer ziemlich wirr und möchte doch jetzt endlich alles einigermaßen richtig machen.
Das Gefühl, dass es sich "leichter" anfühlt, ist auf jeden Fall schon mal gut. Effektives Saugen erkennst Du daran, dass Dein Baby einen festen Saugschluss hält (= Vakuum), dass sich beim Stillen der Kiefer bewegt (sieht man am Ohrenwackeln), und dass Dein Baby hörbar schluckt.
Das zweite Stillen heute Vormittag war mit BES und danach habe ich noch 60ml abgepumpt. Also werden die Brüste wohl auch beim BES-Stillen nicht richtig entleert.
Oh, gut, dass Du diesen Punkt noch mal aufgreifst - offenbar hab ich das noch nicht ausreichend klargemacht: "Entleeren" heißt in diesem Zusammenhang NICHT, dass "nichts mehr drin ist"! (Ja, stimmt, "entleeren" ist da tatsächlich ein doofes Wort... aber halt üblich ;-))

Laktierende Brüste sind NIE komplett leer. Es kommt praktisch immer noch ein Tropfen, und noch einer... und oft merkt man, dass während einer Mahlzeit MEHRMALS ein MSR ausgelöst werden kann, d.h. nachdem es sich eigentlich schon "leer" angefühlt hat und der Milchfluss versiegt ist, fängt die Milch plötzlich wieder an zu fließen.
Das könnte auch damit zusammenhängen, dass meine Tochter den Mund beim Andocken nicht sehr weit öffnet und ich, da ich gleichzeitig noch den Schlauch gut platzieren muss, nicht so viel Brust in ihren Mund bekomme, wie beim Stillen ohne BES. Sie hängt also ziemlich weit vorne und je öfters ich das korrigieren möchte, desto weniger öffnet sie den Mund.
Wie genau platzierst Du den Schlauch denn in ihrem Mund? Wie und wo genau klebst Du ihn fest? Hier wäre eine SEHR genaue Beschreibung hilfreich.
Ich werde in letzter Zeit häufig beim Pumpen unterbrochen, weil sie Trost braucht – wenn ich sagen wir 15 Minuten später weiter pumpe, muss ich dann wieder „von vorne“ anfangen, oder reicht es, wenn ich die verbliebenen Minuten weiterpumpe?
Ja, das reicht. Das vorgeschlagene Pump-Schema ist kein Gesetz - sondern einfach ein bewährtes Konzept.
Ist es eigentlich auch mal ok schon nach einer Stunde wieder zu pumpen, wenn ich sonst nicht die 8x erreiche?
Ja, klar.
Ich pumpe mit einem Doppelpumpset an der Medela Symphony.
Sehr gut.
Da Wochenende war, hatte sie mir ihre Pumpe geliehen, ein Modell von vor 20 Jahren, bei dem mann den Pumprhythmus mit dem Daumen bestimmen musste. Daran hang ich dann alle 2 Stunden für 40 Minuten. Als sie dann am nächsten Tag kam, taten mir die Brüste weh und ich meinte: "Ich glaub, da ist keine Milch drin." Darauf meinte sie: "Die sehen auch leer aus." (Sie meinte auch, dass man an den Pumpmengen sehen könnte, wieviel Milch eine Frau hat.) Ich war überzeugt, dass mein Kind keinen Tropfen Milch von mir bekommt. Als wir dann eine neue Hebamme hatten und sie eine Stillprobe gemacht hattte mit dem Ergebnis, dass die Babymaus 30 ml getrunken hat, konnte ich das kaum glauben.
Au weia, das ist ja Horror pur...
Wirklich bedauerlich, dass Ihr so schlecht betreut wurdet.
Ich hab mal nachgeschaut: Es ging mit 285 los, dann 330, 410 und so hat es sich weiter gesteigert.
OK, danke. Ich werde es nachher in die Liste einpflegen.
Ist es dann so, dass ich erstmal wieder 8 x am Tag pumpe und sie immer mit BES anlege, damit sie etwas bekommt?

[...]

Ich biete ihr aber immer als erstes die Brust an, wenn sie sich unzufrieden zeigt bzw. weint, oder?

Also, vielleicht ist folgende Faustregel hilfreich:

Tagsüber nach spätestens 2 Stunden das Stillen anbieten - GANZ EGAL, ob Dein Baby gerade weint, unruhig ist oder sich sonstwie bemerkbar macht.

Um das Zufüttern festzulegen, bräuchte ich noch folgende Info:

Wie viele Flaschen hast Du bislang für gewöhnlich angeboten? (Also wie viele "Portionen")
Wie oft pro Tag nutzt Du bislang das BES? Gibt es tags und/oder nachts Stillmahlzeiten, die ohne BES gelingen?

LG
Julia
Lösche Benutzer 15061

Re: Wie Zufütterungsmenge reduzieren?

Beitrag von Lösche Benutzer 15061 »

Hallo,
jusl hat geschrieben:Au weia, das ist ja Horror pur...
Wirklich bedauerlich, dass Ihr so schlecht betreut wurdet.
Da hast du recht. Ich hätte noch mehr Horrorgeschichten... Aber gut. Nachdem ich alleine diesen Teil gestern aufgeschrieben habe, hing mir das den ganzen Tag nach und ich war sehr traurig. Außerdem hatte ich den Gedanken, dass es bei mir sowieso aussichtslos ist :( Heute geht es mir auch nicht so gut, da ich schon aus 2 Richtungen gehört habe, ich solle mir so einen Stress nicht antun usw. Das hat mich doch getroffen und ich dachte selber wieder ans Aufgeben, aber das geht hoffentlich wieder vorbei.

Zum BES:
Gestern habe ich fast alle Mahlzeiten über das BES gestillt. Nachts wurde noch eine Flasche gegeben, nachdem ich vorher schon 1 1/2 Stunden mit ihr und dem BES auf dem Sofa saß (sie hat immer wieder abgedockt und ist auch mal eingeschlafen) und ich dann gepumpt habe und beim Pumpen teilweise eingeschlafen bin, konnte ich nicht mehr - ich hatte kurz eine Abscheu gegen diese Schläuche. Heute ging's wieder. Ein BES-Stillen dauert ungefähr eine Stunde. Wobei sie heute morgen 50ml in einer 1/4 Stunde effektiv gesaugt hat und den Rest in ca. 40 Minuten mit Nuckelstillen mit ein paar Schlucken zwischendurch getrunken hat.
jusl hat geschrieben:Wie genau platzierst Du den Schlauch denn in ihrem Mund? Wie und wo genau klebst Du ihn fest? Hier wäre eine SEHR genaue Beschreibung hilfreich.
Ich kleb ihn immer so, dass er, abhängig von der Stillposition, in der Mitte ihres Mundes ist (wobei es meist nicht so richtig klappt, genau die Mitte zu treffen). Meine Warzenhöfe sind sehr groß und wenn ich den Schlauch geklebt habe, zieht sich alles zusammen und er ist sehr lang, allerdings "entspannt" sich alles wieder beim Stillen und der Schlauch wäre zu kurz, wenn ich ihn entsprechend dem zusammengezogenen Zustand kleben würde. Oh Je, ich hoffe du verstehst was ich meine. Der Schlauch ist also erstmal ziemlich lang und ich fixiere ihn noch mit meinem Daumen und wenn sie dann den Mund öffnet, ziehe ich sie ran und versuche, dass der Schlauch nicht abknickt. Sie öffnet ihren Mund aber meist leider nicht sehr weit bzw. nur einmal und wenn ich das verpasse, dann macht sie wieder nur den kleinen Mund.
Übrigens habe ich mir die Broschüre bestellt, aber von einer Freundin habe ich auch eine ältere Version (von 1992), in der aber auf viel drin steht und alles genau erklärt ist.

Nochmal zur Stillhäufigkeit:
jusl hat geschrieben:Also, vielleicht ist folgende Faustregel hilfreich:
Tagsüber nach spätestens 2 Stunden das Stillen anbieten - GANZ EGAL, ob Dein Baby gerade weint, unruhig ist oder sich sonstwie bemerkbar macht.
Wenn das Stillen 1 Stunde dauert, bedeutet das dann 2 Stunden nach Ende der Mahlzeit oder 2 Stunden nach Anfang? Da das Stillen so lange dauert + das 20minütige Abpumpen weiß ich noch nicht genau, wie ich das bewerkstelligen soll. Soll ich sie auch wecken?

Zum Stillen hab ich noch eine Frage: Soll ich bei der Aufzählung in der Liste auch Beruhigungsstillen und kurzes Stillen ein paar Minuten auflisten?

Zur Waage:
jusl hat geschrieben:Ja, ich würde lieber eine moderne, geeichte Waage aus der Apotheke holen.
Mein Mann hat heute eine Waage ausgeliehen und es war prompt das Modell, das wir zu Hause haben. Ich hab bei 10 Apotheken angerufen und alle haben dieses Modell :shock: Ich werde also wohl doch mit unserer geliehenen Waage wiegen und fang heut abend an, ok?
jusl hat geschrieben:Wie viele Flaschen hast Du bislang für gewöhnlich angeboten? (Also wie viele "Portionen")
Wie oft pro Tag nutzt Du bislang das BES? Gibt es tags und/oder nachts Stillmahlzeiten, die ohne BES gelingen?
[/quote]
Wir haben zu Beginn nach jedem Stillen die Flasche angeboten. Also bei 7 Stillen 7 mal. Nachdem ich 2 mal am Tag das BES benutze, entsprechend weniger. Und dann ahben wir immer, wenn wir dachten sie hat Hunger oder könnte Hunger haben (unser Panik-Syndrom) ein Fläschchen angeboten. Ca. 2 waren das so am Tag.
Seit ein paar Tagen gelingt die erste Stillmahlzeit am morgen. Sie saugt dann auch effektiv (nicht sehr lange, aber immerhin). Heute morgen lief diese Mahlzeit aber leider nicht so gut. In den letzten Tagen war sie stets wach dabei und hat mehrmals gut getrunken. Heute ist sie wieder öfters eingeschlafen und hat nur wenig effektiv gesaugt. Ich war mir sicher, dass wir das BES brauchen. Allerdings hat sie nach der Mahlzeit 2 1/2 Stunden geschlafen, was mich nervös gemacht hat. In meinem Kopf ist ständig die Angst präsent ihr zu wenig zu geben und dass sie sich wieder an die kleinen Portionen gewöhnt und sich nicht meldet wenn sie Hunger hat bzw. zu schlapp ist :( Danach hat sie bisher auch erst 2 Mahlzeiten und ein Durst-Stillen verlangt. Ich sollte ihr jetzt mal wieder die Brust anbieten...

LG Lanea
jusl
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Re: Wie Zufütterungsmenge reduzieren?

Beitrag von jusl »

Hallo,

ich bin nicht ganz sicher, ob ich alles richtig verstanden habe, bitte schau noch mal drüber:

Bis vor kurzem habt Ihr praktisch nach jedem Stillen eine Flasche angeboten, und insgesamt auf diesem Wege (gaaanz grob) 200 ml Mumi und 300 ml Pre täglich zugefüttert.
Dann habt Ihr begonnen, zwei dieser Stillen-plus-Flasche-Mahlzeiten durchs Stillen mit BES zu ersetzen, häufig aber trotzdem noch mit Flasche nachgefüttert.
Seit einigen Tagen klappt das Stillen morgens auch ohne BES.


Ist das soweit richtig? Hier bitte ich noch mal Rückmeldung.

Dann hierzu:
Danach hat sie bisher auch erst 2 Mahlzeiten und ein Durst-Stillen verlangt.
Ich weiß, es ist schwierig, wenn man viel mit Flaschen und BES hantiert, aber: Ich kann nur davon abraten, Stillen als "Mahlzeiten-Konzept" einzuordnen und dabei auch noch zwischen "Hungerstillen" und "Durststillen" oder "richtiges Stillen" und "nur Beruhigungsnuckeln" o.ä. unterscheiden zu wollen! Diese Unterscheidung ergibt beim Stillen grundsätzlich keinen Sinn. Wir wissen nicht genau (und das ist auch gut so), wieviel ein Baby pro Mahlzeit trinkt. JEDES Stillen ist "Stillen". Deshalb: Ja, bitte JEDES Stillen notieren. Alles, auf das die Beschreibung "Komm, ich leg Dich noch mal an" oder "Wir setzen uns nochmal zum Stillen hin" passt, kommt als "eine Mahlzeit" in die Liste.
Mein Mann hat heute eine Waage ausgeliehen und es war prompt das Modell, das wir zu Hause haben. Ich hab bei 10 Apotheken angerufen und alle haben dieses Modell :shock: Ich werde also wohl doch mit unserer geliehenen Waage wiegen und fang heut abend an, ok?
Na, dann ;-)
Wenn das Stillen 1 Stunde dauert, bedeutet das dann 2 Stunden nach Ende der Mahlzeit oder 2 Stunden nach Anfang? Da das Stillen so lange dauert + das 20minütige Abpumpen weiß ich noch nicht genau, wie ich das bewerkstelligen soll. Soll ich sie auch wecken?
Also, grundsätzlich gilt: 8-12 Mahlzeiten in 24 Stunden sollten es sein, das wäre normaler Durchschnitt. Das heißt, dass im Durchschnitt alle 2-3 Stunden eine neue Mahlzeit begonnen wird.
Wenn ein Baby lange schläft, z.B. mal 4-5 Stunden, dann ist KLAR, dass es dann Phasen am Tag geben MUSS, in der es deutlich öfter als nur alle 2-3 Stunden stillt, um auf diesen Durchschnittwert "8-12 Mahlzeiten" zu kommen. Wecken, z.B. spätestens nach 3-4 Stunden (nach Beginn der letzten Mahlzeit) kann dann also in der Tat sinnvoll sein.
Wir müssen schauen, dass das Pensum für Dich leistbar und der Alltag praktikabel bleibt. Stundenlang stillen, plus Abpumpen, plus mit dem BES hantieren, plus doch wieder Flaschen machen, plus Milch anrühren, plus alles wieder Abwaschen, ... - unterm Strich kann das zu viel werden!

Deshalb möchte ich gerne Deine Meinung zu folgendem Vorgehen hören:

* Ab jetzt keine Flaschen mehr. Gestillt wird nur noch "mit oder ohne BES" - mehr Entscheidungen musst Du dann nicht mehr treffen!..
* Aufs Pumpen erstmal ebenfalls verzichten. Als Begründung: Immer wenn Du bislang eine Flasche angeboten hast, verbrachte Dein Baby diese Zeit NICHT an der Brust. Wenn jetzt die Flaschen wegfallen, reicht das möglicherweise schon, um die Milchproduktion auf dem jetztigen Niveau ausreichend aufrechtzuerhalten. Und Du würdest den ganzen Pumpaufwand sparen.
* Wir setzen jetzt einfach mal eine PRE-Tagesmenge an, der zu den bisherigen Daten passt, z.B. 350 ml PRE. Verteilt auf z.B. 5 BES-Mahlzeiten wären das 70 ml Zufüttermenge pro BES-Mahlzeit. Die restlichen ca 5 Stillmahlzeiten (z.B. nachts und morgens) werden ohne BES gestillt.

Was meinst Du dazu? Wärst Du bereits das auf diese Weise mal ein paar Tage lang auszuprobieren? Siehst Du da besondere Stolperfallen?

Zur BES-Nutzung:

Die Warzenhofgröße ist eigentlich egal - angeklebt wird für gewöhnlich so, dass der Schlauch etwa 5-8 mm über die Brustwarze übersteht, ehe gestillt wird. Das Pflaster wird dazu längs (ca 10-15 cm) über den Schlauch geklebt, und zwar bis ganz kurz vor die "Kante" von Hof zu BW. Festgehalten werden muss da dann beim Andocken eigentlich nichts mehr. Im Moment des Andockens kannst Du ihr mit einem Finger den Unterkiefer ein kleines Stück runterdrücken, so geht der Mund noch ein Stück weiter auf. Auch die sog. asymmetrische Anlegetechnik könnte sehr hilfreich sein, bei der besonders viel Brustgewebe im Mund landet. Grundsätzlich ideal fürs Stillen mit BES (ohne auch ;-)) ist die Football-Haltung, weil Du so besonders viel vom Mund siehst und eine gute Kontrolle hast.


Hilft Dir das weiter?

LG
Julia
Lösche Benutzer 15061

Re: Wie Zufütterungsmenge reduzieren?

Beitrag von Lösche Benutzer 15061 »

Hallo,
jusl hat geschrieben:ich bin nicht ganz sicher, ob ich alles richtig verstanden habe, bitte schau noch mal drüber:

Bis vor kurzem habt Ihr praktisch nach jedem Stillen eine Flasche angeboten, und insgesamt auf diesem Wege (gaaanz grob) 200 ml Mumi und 300 ml Pre täglich zugefüttert.
Dann habt Ihr begonnen, zwei dieser Stillen-plus-Flasche-Mahlzeiten durchs Stillen mit BES zu ersetzen, häufig aber trotzdem noch mit Flasche nachgefüttert.
Seit einigen Tagen klappt das Stillen morgens auch ohne BES.

Ist das soweit richtig? Hier bitte ich noch mal Rückmeldung.
Ja, das ist richtig, obwohl wir teilweise auch schon über 600, einmal auch über 700 ml am Tag waren. Als wir wieder beruhigter waren, dass unser Baby gut gedeiht, waren wir auch nicht mehr so exzessiv mit der Flasche wie davor :oops: Ich habe sie öfters angelegt oder ins Tragetuch gepackt, anstatt erstmal die Flasche zu probieren.
jusl hat geschrieben:JEDES Stillen ist "Stillen". Deshalb: Ja, bitte JEDES Stillen notieren. Alles, auf das die Beschreibung "Komm, ich leg Dich noch mal an" oder "Wir setzen uns nochmal zum Stillen hin" passt, kommt als "eine Mahlzeit" in die Liste.
Entschuldigung, aber ich muss nochmal genau nachfragen. Gerade hatte ich sie nochmal für drei Minuten angelegt. Sie hat ein paar Schluck getrunken und ist dann eingeschlafen. Zählt das auch? Ich hab das für mich nie zum "Stillen" gezählt, weil mir das zu wenig vorkam. Und wenn sie nuckelt - soll ich sie nuckeln lassensolange sie will, oder irgendwann abmachen? O weia, in der Hinsicht bin ich wirklich ziemlich verunsichert. Laut Hebamme sollte ich ja auch das was sie nach 15-20 Minuten aus dem BES nicht getrunken hat mit Flasche nachfüttern.
Dazu fällt mir noch ein:
Wenn das BES länger als eine Stunde dauert, muss ich dann neue Pre nehmen - also wie lange ist diese verfütterbar? (Hab so unterschiedliche Meinungen dazu gehört). Und wir hatten die ganze Zeit HA, weil die Hebamme meinte, die wäre bitterer und das Kind würde dann weiterhin Mumi bevorzugen, wohingegen die "normale" Pre sehr süß wäre. Stimmt das? Macht das noch Sinn oder sollte man soweiso bei einer Milch bleiben und nicht mehr wechseln?
jusl hat geschrieben:* Ab jetzt keine Flaschen mehr. Gestillt wird nur noch "mit oder ohne BES" - mehr Entscheidungen musst Du dann nicht mehr treffen!..
Ich kann vermelden: Seit 36 Stunden gab es keine Flasche mehr :D
jusl hat geschrieben:* Aufs Pumpen erstmal ebenfalls verzichten. Als Begründung: Immer wenn Du bislang eine Flasche angeboten hast, verbrachte Dein Baby diese Zeit NICHT an der Brust. Wenn jetzt die Flaschen wegfallen, reicht das möglicherweise schon, um die Milchproduktion auf dem jetztigen Niveau ausreichend aufrechtzuerhalten. Und Du würdest den ganzen Pumpaufwand sparen.
Argh, davor habe ich Angst. Was ist, wenn die Stimulation nicht ausreicht? Und steigern kann ich meine Milchproduktion dadurch nicht, oder?
Übrigens hat mein Hausarzt mir MCP-Tropfen verschrieben, die ich bisher nicht nehme. Wäre es ein Versuch wert sie zu nehmen?
Ich muss mir das alles nochmal durch den Kopf gehen lassen bzw. verauen, aber ich denke ich werde es probieren. Das Stillen bleibt nämlich wirklich oft auf der Strecke.
jusl hat geschrieben:* Wir setzen jetzt einfach mal eine PRE-Tagesmenge an, der zu den bisherigen Daten passt, z.B. 350 ml PRE. Verteilt auf z.B. 5 BES-Mahlzeiten wären das 70 ml Zufüttermenge pro BES-Mahlzeit. Die restlichen ca 5 Stillmahlzeiten (z.B. nachts und morgens) werden ohne BES gestillt.
Wenn ich nicht mehr pumpe habe ich doch aber keine Mumi mehr zum zufüttern. Meinst du, die holt sich das übers Stillen *bibber* Ich habe nooch immer im Kopf, dass sie bei mir an der Brust nichts bekommt. Ist 350 ml nicht zu wenig?
jusl hat geschrieben:
jusl hat geschrieben:Siehst Du da besondere Stolperfallen?
Die größte Stolperfalle ist wohl meine Angst, dass sie nicht satt ist und der Drang nachzufüttern...
jusl hat geschrieben:Die Warzenhofgröße ist eigentlich egal - angeklebt wird für gewöhnlich so, dass der Schlauch etwa 5-8 mm über die Brustwarze übersteht, ehe gestillt wird. Das Pflaster wird dazu längs (ca 10-15 cm) über den Schlauch geklebt, und zwar bis ganz kurz vor die "Kante" von Hof zu BW. Festgehalten werden muss da dann beim Andocken eigentlich nichts mehr. Im Moment des Andockens kannst Du ihr mit einem Finger den Unterkiefer ein kleines Stück runterdrücken, so geht der Mund noch ein Stück weiter auf. Auch die sog. asymmetrische Anlegetechnik könnte sehr hilfreich sein, bei der besonders viel Brustgewebe im Mund landet. Grundsätzlich ideal fürs Stillen mit BES (ohne auch ;-)) ist die Football-Haltung, weil Du so besonders viel vom Mund siehst und eine gute Kontrolle hast.
Ich hab vergessen zu schreiben, dass ich auch noch Flachwarzen habe, die also erst ein wenig rausknubbeln muss (leider verflüchtigen sie sich dann wieder ganz schnell. Aber vielleicht hab ich das Klebeband zu früh enden lassen. Kann es so nicht passieren, dass sie Klebebband in den Mund bekommt? Bzw. voll mit der Nase draufhängt? Ich werde das später gleich mal ausprobieren.
lanea hat geschrieben:Auch die sog. asymmetrische Anlegetechnik könnte sehr hilfreich sein, bei der besonders viel Brustgewebe im Mund landet.
Danke für die Info :)
Daten folgen später.

LG Lanea
jusl
Jusl Almighty
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Re: Wie Zufütterungsmenge reduzieren?

Beitrag von jusl »

Als wir wieder beruhigter waren, dass unser Baby gut gedeiht, waren wir auch nicht mehr so exzessiv mit der Flasche wie davor
Bei unseren Bemühungen hier kannst Du ebenso beruhigt sein. Wir dokumentieren und analysieren hier gemeinem JEDEN TAG alle relevanten Daten. Damit ist sichergestellt, dass Dein Baby jederzeit gut versorgt ist und gut gedeiht.
Entschuldigung, aber ich muss nochmal genau nachfragen. Gerade hatte ich sie nochmal für drei Minuten angelegt. Sie hat ein paar Schluck getrunken und ist dann eingeschlafen. Zählt das auch? Ich hab das für mich nie zum "Stillen" gezählt, weil mir das zu wenig vorkam.
Ja, das zählt. Und besser noch wäre: Wenn Du merkst, dass die gerade einschläft oder nach den ersten paar Schluck nur noch döst oder so, SOFORT abdocken und zur anderen Seite rüberwechseln. Dort genauso: Stillen, so lange sie merkbar schluckt, und wenn sie anfängt zu dösen, WIEDER sofort die Seite wechseln, und immer so fort.
Dieses Vorgehen nennt sich "Wechselstillen" und ist eine ausgesprochen effektive Maßnahme zur Steigerung der Milchmenge, weil 1. das Interesse des Babys aufrecht und sein Aktivitätsgrad auf hohem Niveau gehalten wird, und 2. weil das häufiges Wechseln den MSR unterstützt.
Das ganze ca 15-20 Minuten lang - und DAS ist dann eine supergute Stillmahlzeit. ;-)
Und wenn sie nuckelt - soll ich sie nuckeln lassensolange sie will, oder irgendwann abmachen?
Wie Ihr mögt.
Laut Hebamme sollte ich ja auch das was sie nach 15-20 Minuten aus dem BES nicht getrunken hat mit Flasche nachfüttern.
Also mal ganz grundsätzlich: Es gibt ÜBERHAUPT KEINEN Grund, einem Baby, bei dem Stillen möglich ist, im Rahmen der Überwindung irgendwelcher Stillprobleme eine Flasche anzubieten. Wirklich GAR KEINEN. Wenn Zufüttern vorübergehend oder dauerhaft notwendig ist, sollte dies - falls eine möglichst schnelle Überwindung der Stillprobleme erwünscht ist - stillfreundlich geschehen, und NICHT per Flasche. Eine stillfreundliche Methode, die bei Euch funktioniert, habt Ihr bereits gefunden: das BES.
Weitere Flaschenfütterung trägt bei Euch zum Problem ("Stilltechnik beim Baby, Hypogalaktie (= verringerte Milchbildung) bei der Mutter") bei; das ist Fakt.
Also: Flaschen in die Tonne, fertig. Und jetzt das Problem offensiv und zuversichtlich angehen.
Wenn das BES länger als eine Stunde dauert, muss ich dann neue Pre nehmen - also wie lange ist diese verfütterbar?
Bei der "Aufbewahrung" von PRE geht's ja um die Verkeimung. Der Keimgehalt steigt, je länger die Milch angerührt ist, je öfter sie umgefüllt wird, je unhygienischer sie zubereitet wurde, je schmutziger die Fütterutensilien sind, je wärmer die Umgebungstemperatur ist, und wenn die Milch bereits mit dem Kind in Kontakt kam (etwa wenn Speichel vom Sauger in die Flasche gelangen kann).
Wenn Du hygienisch und frisch zubereite PRE ist sterilisierte BES füllst und direkt mit dem Stillen beginnst, ist praktisch EGAL, wie lang die Mahlzeit dauert, ob 20 oder 120 Minuten. Darüber brauchst Du Dir also KEINE Gedanken zu machen.
Der Punkt ist eher: Was genau dauert denn 1 Stunde? Was passiert währenddessen? Welche BES-Einstellungen wählst Du?

Die Fließgeschwindigkeit beim BES lässt sich über 3 "Schrauben" einstellen, sozusagen von "Sturzbach" bis "kommt kaum was raus":
1. Die Wahl des Schlauchs. Je dicker, desto leichter fließt's.
2. An- bzw. Abklemmen des Zweitschlauchs. Wenn geschlossen, kommt Luft nur durchs Ventil in die Flasche, dann fließt' schwerer. Wenn offen, kommt Luft durchs Ventil UND durch den offenen Schlauch, dann fließt's leichter.
3. Die Aufhänghöhe der Flasche. Je höher sie Dir "unterm Kinn" hängt, desto leichter fließt's.

Die "Sturzbach-Einstellung" wäre also: Dickster Schlauch, Zweitschlauch offen, Flasche hoch. Probiere diese unterschiedlichen Einstellungen noch mal aus - im Sturzbachmodus dauert's sicher keine Stunde. ;-)
Ich kann vermelden: Seit 36 Stunden gab es keine Flasche mehr :D
Super! :D Dann schlage ich vor: neues Ziel setzen. Wie wäre es mit... Dienstag abend? Bis Dienstag abend konsequent keine Flasche (und keinen Schnuller!..)? :D
Argh, davor habe ich Angst. Was ist, wenn die Stimulation nicht ausreicht? Und steigern kann ich meine Milchproduktion dadurch nicht, oder?
Also grundsätzlich: Die Milchproduktion wird zweifellos am besten von einem häufig, kräftig und mit korrekter Technik saugenden Baby angeregt. Nur wenn das Baby aus irgendwelchen Gründen NICHT häufig, kräftig und mit korrekter Technik saugt, muss eingegriffen werden - idealerweise im Rahmen des "Stillmanagements", also in Hinblick auf Häufigkeit, Kraft und korrekte Technik. ;-) Das tun wir gerade, durch Wechselstillen und BES-Stillen z.B.
Und erst wenn das diese Maßnahmen aus irgendwelchen Gründen auch nicht ausreichen, um das gewünschte Milchbildungsniveau zu halten oder zu erreichen, ERST DANN sind zusätzliche Maßnahmen wie z.B. Pumpen sinnvoll.
Lass uns doch erstmal schauen, ob es nicht ohne geht - die Zielvorstellung ist doch: in absehbarer Zeit klappt das Stillen mit und ohne BES wie am Schnürchen. Dann brauchst Du definitiv gar keine Pumpe mehr.
Das Stillen bleibt nämlich wirklich oft auf der Strecke.
Genau, und das wäre wirklich ungünstig. Dein Baby soll doch stillen lernen - das lernt man NUR durchs Stillen. ;-)
Übrigens hat mein Hausarzt mir MCP-Tropfen verschrieben, die ich bisher nicht nehme. Wäre es ein Versuch wert sie zu nehmen?
Metoclopramid und Domperidon sind die beiden am häufigsten zur Unterstützung der Milchbildung verschriebenen Wirkstoffe. Gerade bei sehr starken Beeinträchtigungen vom Frühwochenbett an kann medikamentöse Unterstützung sehr wirkungsvoll sein.
Und wir hatten die ganze Zeit HA, weil die Hebamme meinte, die wäre bitterer und das Kind würde dann weiterhin Mumi bevorzugen, wohingegen die "normale" Pre sehr süß wäre. Stimmt das? Macht das noch Sinn oder sollte man soweiso bei einer Milch bleiben und nicht mehr wechseln?
Wenn Dein Baby die HA gerne trinkt, bleib dabei. Wenn Du das Gefühl hast, die HA schmeckt ihr nicht gut (was sein kann, weil sie in der Tat bitterer als normale PRE ist), dann wechsel auf normale PRE. Ein Nachteil hinsichtlich Deiner Still-Bemühungen ist durch den Wechsel zu normaler PRE nicht erwarten - blöd wäre vielmehr, wenn Dein Baby die HA verweigern würde.
Wenn ich nicht mehr pumpe habe ich doch aber keine Mumi mehr zum zufüttern. Meinst du, die holt sich das übers Stillen *bibber* Ich habe nooch immer im Kopf, dass sie bei mir an der Brust nichts bekommt.
Hürden im Kopf können ganz erheblich zum Problem beitragen. "An der Brust nichts bekommen" kann gar nicht sein, denn Deine Zufüttermengen der letzten Tage (zwischen ca 300 und 450 ml) decken ihren Tagesbedarf ja definitiv gar nicht. Bei den reichlichen Ausscheidungsmengen ist damit also ABSOLUT ERWIESEN, dass Dein Baby nennenswerte Mengen aus der Brust holt.
Genau da sollten wir ansetzen! ;-)
Ist 350 ml nicht zu wenig?
Ich halte 350 für einen realistischen Startwert. Damit schauen wir jetzt erstmal ein paar Tage lang, wie es läuft. Nach oben oder unten korrigieren kann man jederzeit - im Moment wäre das aber pures Raten; wir brauchen jetzt erstmal einen dokumentierten, mit Daten abgesicherten Ausgangszustand sozusagen.

Ich fasse also noch mal zusammen. Ab jetzt:

* 8-12 mal in 24 Stunden stillen.
* 5 Mahlzeiten davon mit BES. Pro Mahlzeit ca 70 ml PRE anbieten. Macht eine Gesamtzufüttermenge pro Tag von ca 350 ml.
* Keine Flaschen, keine Schnuller.
* Wenn Baby schläfrig ist oder nur lasch saugt, Wechselstillen für ca 15-20 Minuten. Das funktioniert mit und ohne BES.
* tägliche Doku aller relevanten Daten, wie gewohnt.

Was meinste? :D Kannst Du es Dir so vorstellen? (Vielleicht einfach erstmal "3 Tage lang probieren", das ist für den Kopf ganz gut, wenn man sich überschaubare Etappen setzt)

LG
Julia
Lösche Benutzer 15061

Re: Wie Zufütterungsmenge reduzieren?

Beitrag von Lösche Benutzer 15061 »

24.05. 3690 (KH)
27.05 3210 (KiA)
04.06 3100 (Hebi Nr. 2)
06.06 3330 (Hebi)
09.06. 3540 (Hebi)
13.06. 3730 (Hebi)
18.06. 4000 (Hebi)
21.06. 4330 (Hebi) 8 x Stillen, 5 x Pumpen, 415 Pre, 200 Mumi, 3 x Pipi, 3 x Stuhl
22.06. .............6 x Stillen, 8 x Pumpen, 305 Pre, 275 Mumi, 3 x Pipi, 3 x Stuhl
23.06. .............7 x Stillen, 7 x Pumpen, 435 Pre, 315 Mumi, 5 x Pipi, 4 x Stuhl
24.06. .............7 x Stillen, 8 x Pumpen, 495 Pre, 150 Mumi, 3 x Pipi, 2 x Stuhl
25.06. .............8 x Stillen, 8 x Pumpen, 600 Pre, 50 Mumi, 4 x Pipi, 2 x Stuhl
26.06. .............8 x Stillen, 7 x Pumpen, 425 Pre, 180 Mumi, 4 x Pipi, 3 x Stuhl
27.06.............. 8 x Stillen, 8 x Pumpen, 465 Pre, 177 Mumi, 4 x Pipi, 3 x Stuhl
28.06. .............8 x Stillen, 7 x Pumpen, 320 Pre, 120 Mumi, 4 x Pipi, 3 x Stuhl
29.06 4580 (Hebi) 7 x Stillen, 7 x Pumpen, 295 Pre, 130 Mumi, 3 x Pipi, 3 x Stuhl
30.06. ..............7 x Stillen, 5x Pumpen, 335 Pre, 250 Mumi, 4 x Pipi, 3 x Stuhl
01.07. ..............8 x Stillen, 5 x Pumpen, 285 Pre, 90 Mumi, 4 x Pipi, 2 x Stuhl
02.07 4800 (KiA) 7 x Stillen, 3 x Pumpen, 420 zugefüttert (280 Pre, 130 Mumi) 2 x Pipi, 2 x Stuhl
03.07.............. 8 x Stillen, 5 x Pumpen, 385 zugefüttert (185 Pre, 200 Mumi), 3 x Pipi, 3 x Stuhl
04.07...............8 x Stillen (6 BES), 6 x Pumpen, 485 zugefüttert, 3 x Pipi, 2 x Stuhl
05.07. .............8 x Stillen (4 BES), 7 x Pumpen, 377 zugefüttert (177 Pre, 100 Mumi), 3 x Pipi, 2 x Stuhl
06.07. 4880
Lösche Benutzer 15061

Re: Wie Zufütterungsmenge reduzieren?

Beitrag von Lösche Benutzer 15061 »

24.05. 3690 (KH)
27.05 3210 (KiA)
04.06 3100 (Hebi Nr. 2)
06.06 3330 (Hebi)
09.06. 3540 (Hebi)
13.06. 3730 (Hebi)
18.06. 4000 (Hebi)
21.06. 4330 (Hebi) 8 x Stillen, 5 x Pumpen, 415 Pre, 200 Mumi, 3 x Pipi, 3 x Stuhl
22.06. .............6 x Stillen, 8 x Pumpen, 305 Pre, 275 Mumi, 3 x Pipi, 3 x Stuhl
23.06. .............7 x Stillen, 7 x Pumpen, 435 Pre, 315 Mumi, 5 x Pipi, 4 x Stuhl
24.06. .............7 x Stillen, 8 x Pumpen, 495 Pre, 150 Mumi, 3 x Pipi, 2 x Stuhl
25.06. .............8 x Stillen, 8 x Pumpen, 600 Pre, 50 Mumi, 4 x Pipi, 2 x Stuhl
26.06. .............8 x Stillen, 7 x Pumpen, 425 Pre, 180 Mumi, 4 x Pipi, 3 x Stuhl
27.06.............. 8 x Stillen, 8 x Pumpen, 465 Pre, 177 Mumi, 4 x Pipi, 3 x Stuhl
28.06. .............8 x Stillen, 7 x Pumpen, 320 Pre, 120 Mumi, 4 x Pipi, 3 x Stuhl
29.06 4580 (Hebi) 7 x Stillen, 7 x Pumpen, 295 Pre, 130 Mumi, 3 x Pipi, 3 x Stuhl
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01.07. ..............8 x Stillen, 5 x Pumpen, 285 Pre, 90 Mumi, 4 x Pipi, 2 x Stuhl
02.07 4800 (KiA) 7 x Stillen, 3 x Pumpen, 420 zugefüttert (280 Pre, 130 Mumi) 2 x Pipi, 2 x Stuhl
03.07.............. 8 x Stillen, 5 x Pumpen, 385 zugefüttert (185 Pre, 200 Mumi), 3 x Pipi, 3 x Stuhl
04.07...............8 x Stillen (6 BES), 6 x Pumpen, 485 zugefüttert, 3 x Pipi, 2 x Stuhl
05.07. .............8 x Stillen (4 BES), 7 x Pumpen, 377 zugefüttert (177 Pre, 100 Mumi), 3 x Pipi, 2 x Stuhl
06.07. 4880, 9 x Stillen (5 BES), 2 x Pumpen, 360 zugefüttert (170 Pre, 190 Mumi), 3 x Pipi, 2 x Stuhl
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