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Re: Abstillkonflikt

Verfasst: 14.05.2013, 09:43
von Sabbermäuschen
Ohje, deine Situation geht mir sehr nahe. In Ansätzen ist es hier ähnlich.
Bitte überleg noch mal bevor du richtig abstillst, was dich am stillen auslaugt. Ist es, weil du denkst, dass es dann einfacher ist, dass jemand anderes dein Kind betreut? Da hätt ich nämlich meine Zweifel. Wenn dein Partner so sensibel auf euer Kind reagiert, wirst du sie ihm dann wahrscheinlich auch nicht öfters anvertrauen. Zumindest ist es bei uns so.
Wenn er möchte, dass du abstillst, damit es dir besser geht, zeigt doch, dass er sich sorgen um dich macht. Das ist doch schon mal was Wert, nur denke ich, dass es die falsche "Baustelle" ist. Und ja, es ist unfair, wenn er sich ausruhen kann und du hast 24std Dienst. Hat er denn über den Tag auch so viel Stress? Ist er einfach auch überfordert und kann dich deswegen nicht unterstützen oder macht er es sich einfach?
Klar wird deine süße gegen das abstillen protestieren. Ich denke aber, es ist für sie schwierig zu verstehen, dass sie mal darf, mal nicht und wird dadurch noch quängeliger. Mein Minibär bekommt sofort mit, wenn ich mir unsicher bin und ist dann total quängelig. Stille bitte nicht ab, NUR weil andere es dir einreden. Dann hast du zwar Ruhe vor den anderen, aber selbst könntest du darüber sehr traurig werden und das wirkt sich dann auch wieder aufs Familienleben aus. Wenn DU es aber möchtest, dann zieh es durch. Dann ist es ok.

Das klingt jetzt alles so, als ob ich dir vorschreibe, was du zu tun hast. Das wollt ich nicht. Das sind nur meine Überlegungen, die ich mir schon zum Teil selbst gemacht habe.

Ich Wünsche dir viel kraft und dass bald alles wieder ins Gleichgewicht kommt!

LG

Re: Abstillkonflikt

Verfasst: 14.05.2013, 20:21
von emerelle84
Danke für das Rezept mit den Energiekugeln!
Und vielen Dank für Eure Anteilnahme und Drücker, das tut mir wirklich gut.
Ich weiß das es nicht der richtigste Weg ist, aber ich habe beschloßen, meine Mausi einfach weiter nachts und nach dem Mittagsschlaf zu stillen, da bekommt mein Partner es nicht mit und gaaanz ehrlich, ich genieß es momentan wie noch nie zuvor.
Ich glaube ich bin absolut noch nicht soweit diese Verbindung aufzugeben. Ich kann es einfach nicht. Mausi wahrscheinlich, wenn ich wie ihr sagt, mir selbst sicher wär. Bin ich aber nicht, denn es ist so entgültig.

Reicht es denn aus, wenn iich sie nachts 2-4mal stille und am Tag 1-2mal?
Oder ist das zu wenig und die Milch geht zurück und bleibt dann weg?

Bis jetzt hatte ich immer reichlich. Nun ist es aber schon ganz schön weniger geworden d.h. meine Brüste sind sehr weich und fühlen sich auch nicht mehr so schwer wie zuvor an.
Ja mein Partner macht sich Sorgen um mich, das ist ja auch schön, aber alles aufs Stillen zu schieben ist zu kurz gedacht und das versteht hier einfach keiner :cry:
Freizeit hat er, 2h Sport täglich, eine ruhige Nacht, er schläft nicht bei unserer Maus im Zimmer und dann noch wenigsten 2mal im Monat Kino oder sonstwas. Bin ich manchmal echt neidisch drauf und finde es auch unfair. Das hab ich ihm auch schon gesagt, das ich auch mal wieder in meine alte Rolle möchte,, einfach nur Frau sein. Aber geändert hat sich nichts, außer das er versucht sich Mühe zu geben, mit der Kleinen. Ich fühl mich manchmal wie gefesselt. Ja, ich glaub er traut es sich allein nicht zu mit ihr, aber das geht doch so nicht weiter, sie wird jetzt bald ein Jahr und ist so echt ne liebe. Im moment ist sie bei ihm umgänglicher als bei mir. Ich denke wegen dem Stillen.

Ich bemüh mich echt soviel wie möglich zu essen, aber ganz ehrlich, meistens stell ich mich immer als letzte an. Es ist echt schwer, will ich doch, das es meiner Maus gut geht und sie glücklich ist. Echt eine Zwickmühle, denn von einer erschöpften Mutter hat sie auch nichts.
Was soll ich sagen, so schwer hab ich mir das ganze nicht vorgestellt.
Achso und nein, eine Freundin, die mal übernimmt habe ich nicht :(

seit lieb Gegrüßt von mir

Re: Abstillkonflikt

Verfasst: 14.05.2013, 22:22
von Marlio
Das die Brüste weicher werden und nicht mehr so prall sind ist normal. Die Milchmenge stellt sich ein und die Brust normalisiert sich. Die meiste Milch wird direkt während des Stillens gebildet, und das pralle kommt soweit ich weiß nicht von der Milch, die in den Brüsten "gespeichert" ist, sondern ist Gewebswasser.

Ob die von Dir angegebenen Stillzeiten reichen, kann Dir wohl niemand genau sagen. Es kommt darauf an, wieviel Deine Tochter pro Mahlzeit trinkt und ob sie sonst tagsüber etwas anderes isst. Wenn sie nach dem Mittagsschlaf nur kurz trinkt und sonst nichts isst, wirds vielleicht etwas lang bis in die Nacht. Andererseits hab ich die Erfahrung gemacht, das mein Kleiner sich in der Nacht das holt, was er tagsüber nicht trinkt, weils z.B. wie heute einfach zu viel zu gucken gab. Ob es für Dich daher Sinn macht, tagsüber weniger zu Stillen und das dann evtl. Nachts aufholen zu müssen, musst Du wissen. Ist Dein Partner denn tagsüber zu Hause und würde es mitbekommen? Ich könnte mir vorstellen, dass so eine Regelung den ganzen Druck noch erhöhen könnte.

Wenn es momentan noch keine Freundin gibt, vielleicht kommt sie ja in naher Zukunft? Hier im Forum gibt es Unterforen mit den einzelnen Bundesländern, evtl. wird ja ein Treffen in Deiner Nähe gemacht. Oder es gibt eine Stillgruppe, oder eine nette Mutti in einem neuen Babykurs?! Manchmal tauchen die Dinge, die man am nötigsten brauch genau im richtigen Moment auf.

Ich drück Dir die Daumen, dass sich Deine Situation bald verbessert :-)

Re: Abstillkonflikt

Verfasst: 15.05.2013, 12:31
von nido56
Hallo Emerelle,
ich druecke Dich auch mal. Ich verstehe Dich ziemlich gut, denn ich gehoere auch zu den Frauen, die das Stillen extrem koerperlich auslaugt. Auch ich nehme seit Beginn der Stillzeit immer weiter ab und bin inzwischen nur noch Haut und Knochen. Ich esse genug, ausgewogen und kalorienreich, und die Blutwerte (inklusive Schilddruese) sind mehrfach ueberprueft worden und vollkommen in Ordnung. Die ersten 7-8 Monate ging es mir dabei noch gut, aber seitdem bin ich extrem infektanfaellig und nehme praktisch permanent Antibiotika. Mit dem Gedanken abzustillen habe ich auch schon oefter gespielt. Hinzu kommt, aehnlich wie bei Dir, dass ich das Gefuehl habe, solange ich stille, kann ich von meiner Umwelt keinerlei Verstaendnis und Unterstuetzung erwarten. Schliesslich bin ich in deren Augen selber Schuld, weil ja alle Probleme mit dem Abstillen geloest waeren.

Nach langem Abwaegen habe ich beschlossen, dass Weiterstillen im Moment fuer mich die bessere Loesung ist. Ja, Stillen laugt mich aus, aber Abstillen wuerde bedeuten, unser effektivsten Beruhigungsritual zu verlieren. Das Stillen hilft, mein schlecht schlafendes Kind beim naechlichen Aufwachen schnell wieder zu beruhigen. Wenn er tagsueber muede wird, aber nicht schlafen will/kann, dann kann er beim Stillen Kraft und Ruhe tanken, was stundenlange Quengelorgien vermeidet. Es ist unser Begruessungsritual, wenn ich von der Arbeit komme etc. etc. Wuerde ich abstillen, ginge es mir zweifelsfrei koerperlich besser, aber psychisch wuerde es enorm anstrengend.

Mein Partner findet auch, dass ich abstillen sollte und ist nicht bereit, mir bei den Naechten zu helfen, solange ich mich weigere, den Kleinen nach der Ferber-Methode schreien zu lassen. Seiner Meinung nach gibt es ja ganz simple Loesungen. Wenn ich die verweigere, muss ich die Folgen auch allein ausbaden. Das ist ziemlich anstrengend, wenn ich mich nachts mit 39 Fieber aus dem Bett quaele und dabei vor Erschoepfung weine und nur zu hoeren bekomme "Ja, wenn es Dir zu anstrengend ist, dann lass ihn doch schreien. Wenn Du immer rennst, wird er nie durchschlafen"... Der grosse Unterschied ist aber, dass es tagsueber mit Papa und Sohn super klappt, und der Papa sich da auch gleichberechtigt einbringt. Da wir beide arbeiten, verbringen die beiden viel Zeit zusammen ohne mich. Ich glaube, das ist ganz wichtig, denn da kann der Papa unbeobachtet von mir ausprobieren, wie er mit verschiedenen Situationen am besten umgeht. Vielleicht wuerde das bei Euch ja auch klappen. Wenn Du nicht da bist, dann muss der Papa ja irgendwie klarkommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er die Kleine dann ignoriert und statt dessen gegen die Wand haut. Das kann er sich ja nur leisten, weil Du eben da bist und Dich um alles kuemmerst. Ich habe auch gemerkt, dass es dem Papa gut tut, zu sehen, dass er den Kleinen auch versorgen, beruhigen und bespielen kann. Das gibt ihm ein ganz anderes Selbstbewusstsein im Umgang mit dem Kind.

Ganz wichtig fuer mich ist ansonsten, wie hier schon mehrfach angesprochen, eine nette Gruppe anderer Muetter zu haben, bei denen ich mich mal ausheulen kann aber auch viel Spass und Ablenkung finde.

Alles Gute. Ich hoffe, Du findest einen Weg.

Re: Abstillkonflikt

Verfasst: 15.05.2013, 12:44
von sternenweib
ich würde auch nicht unbedingt abstillen, sondern mir eher gedanken um deine nährstoffversorgung machen und die evtl. verbessern. ich hab mir zum beispiel höchstwahrscheinlich nach 15 monaten einen ziemlichen calciummangel zugelegt und nehm jetzt auf anraten meiner apothekerin calcium ein. seitdem geht es mir wesentlich besser. zusäzlich hab ich noch so a-z-vitamine extra für stillende mütter. ich halt nicht viel von nahrungsergänzungsmitteln, aber ich war an dem punkt, wo ich das gefühl hatte, ich muß mal waws machen. es ist ja von der natur so vorgesehen, dass das kind vorrangig versorgt wird. und ohne mindestens eine tafel schokolade am tag fang ich an, rapide abzunehmen.
ich denke, dass ein kind, das gegen seinen willen (und bei dir sogar eigentlich noch gegen den willen der mutter) abgestillt wird, so unrund läuft, dass man sich da jede menge stress ins haus holt, den man vermeiden kann.

Re: Abstillkonflikt

Verfasst: 15.05.2013, 12:51
von hausdrachin
Hallo,
Ich wollte Dir auch einen Drücker dalassen (((()))), Deine Situation hört sich wirklich schlimm an.

Gerade wenn der Partner sich so ausklinkt und man dann mit allem alleine dasteht (bzw ihm auch noch alles recht machen muss), ist das sehr belastend. Wir hatten auch so eine Phase.

Das ist bei uns besser geworden, als ich ihm deutlich gesagt habe, dass er sich auch zu kümmern hat UND ihn öfter auch mal alleine mit dem Kleinen habe machen lassen. Dann war er wiklich gezwungen sich zu kümmern und das hat ihrer Beziehung sehr gut getan.
Und mir selbst haben diese Auszeiten vom Kind auch sehr gut getan, auch wenn es z.B. mal eine halbe Stunde Hundespaziergang war, da kann man schon wieder Kraft tanken.

Und noch eine Stimme für Treffen mit anderen Müttern und Kindern, z.B. Kabbelgruppe oder so. EIn Austausch und einfach mal rauszukommen tut soooo gut.

Re: AW: Abstillkonflikt

Verfasst: 15.05.2013, 15:29
von honigtopf2010
Meine Liebe, das ist kein Abstillkonflikt, sondern ein Partnerschaftskonflikt. Ich will dir mal viel Kraft rüber schicken. So wie euch, geht es vielen Paaren, die sich auf den Weg gemacht haben eine Familie zu werden. Das ist auch nicht leicht. Ich möchte hier aber ganz dringend eines schreiben, denn das hier ist schließlich ein Stillforum. Es ist NICHT DAS STILLEN, das körperlich zehrt. Es sind die Begleitumstände des Lebens mit Baby und Kleinkind. Wenig Schlaf, unregelmäßiges Essen, Beziehungsprobleme etc. Ich finde es wichtig, das so zu betonen, denn wenn das Stillen so zehren würde, hätte die Evolution etwas falsch gemacht. Demzufolge wirst du dein Problem durch Abstillen jetzt auch nicht lösen können und willst es ja auch gar nicht - also abstillen, das Problem lösen ja schon. Ich halte die Idee mit dem heimlich stillen für völlig verfehlt. Gib deinem Mann die Chance sich zu kümmern und geh baden, zum Friseur, shoppen oder iss was. Sie ist ein Jahr alt und wird in zwei, drei Stunden nicht verhungern. Musst du Angst haben, dass er gewalttätig ihr gegenüber wird? Ein wenig klang das so durch? Dann geht dieses Problem zusammen an. Kinderschreien kann aggressiv machen. Ja. Aber auch dein Mann kann lernen damit umzugehen. Er muss seinen eigenen Weg damit finden. Das geht meist besser, wenn die Mama nicht daneben steht. Das wäre dich die erste Maßnahme, dass der Vater sich kümmert und auch kümmern darf? Und du? Morgens erst duschen. Das Kind darf im Bad dann ruhig mal zetern. Hört man nicht mit Brause über dem Kopf ;-) und dann ESSEN !!! Wenn du weiter abnimmst Check beim Arzt. Viel Kraft!

Re: Abstillkonflikt

Verfasst: 16.05.2013, 19:53
von emerelle84
Ich werde am Dienstag mal zu einer Krabbelgruppe gehen, mal sehn wies läuft.
Nido56, du sprichst mir aus der Seele!
Ich dannke Euch sehr für Eure Tips und Erfahrungen, bin im moment dran einiges umzusetzen.

Drück euch ganz lieb zurück!!!