Seite 2 von 4

Re: AW: Still- und Kaiserschnitttrauma

Verfasst: 27.04.2013, 21:36
von honigtopf2010
Du hast mich schon richtig verstanden. Wenn sie mich jedoch später fragt, gehört meine Trauer ja zur Ehrlichkeit dazu. Wird sie das vielleicht belasten? Weiß ich nicht. Ist jetzt auch Kaffeesatzleserei.

Re: Still- und Kaiserschnitttrauma

Verfasst: 28.04.2013, 12:23
von 08u11
@honigtopf2010: Okay, das mit der Trauer stimmt. Hm, schwierig vorauszusagen. Kann belastend sein. Aber auch das kann im Fall der Fälle eine Erleichterung sein, weil sie mit dem Hintergrund entweder eine spontane Geburt noch besser wertschätzen kann oder (im nicht ganz so idealen Fall), auch weiß dass sie mit ihrer eigenen Angst und Trauer bei einem Kaiserschnitt nicht allein ist. Für Wunschkaiserschnitt bist Du dann allerdings vielleiht nicht der richtige Ansprechpartner. Aber Du hast recht, das ist Kaffeesatzleserei. Zumal es einfach ein sehr gefühlsbelastetes Thema ist und ich zumindest von mir weiß, dass ich im Ernstfall (also mit Schwangerschaftshormonen und dickem Bauch) auch noch mal ganz anders reagiere als so theoretisch.

Re: Still- und Kaiserschnitttrauma

Verfasst: 28.04.2013, 17:46
von Regenbogen82
Hallo niku,

Auch von mir ein herzliches Willkommen und einen dicken Drucker!
Ich möchte Dir gern auch ein bisschen Mut machen. Mein Sohn kam 2011 nach Einleitung ebenfalls per on mir völlig unerwünschter sectio zur Welt. Durch eine trinkschwäche und schlechte bzw. Falsche Beratung hat auch bei uns das Stillen nie richtig geklappt und nach zehn Wochen Stillen,mPumpem und Zufüttern mit Pre habe ich dann traurig, erschöpft und verzweifelt abgestillt. Ich hatte auch sehr, sehr lange an beidem zu knabbern und habe das Erlebte mit einer Hebamme, die eine Zusatzusbildung hat, aufgearbeitet.
Vor zweieinhalb Wochen habe ich dann nun meine Tochter spontan geboren - diese Geburt hat mich sehr mit der Sectio versöhnt. Leider müssen wir aber wieder ums Stillen kämpfen, s. Mein Thema, aber ich hoffe sehr, dass wir es hinbekommen.
Alles Liebe für Dich und Euch!

Re: Still- und Kaiserschnitttrauma

Verfasst: 28.04.2013, 22:04
von Niku82
:D Daaaanke für die vielen Antworten bisher!

Meine Hebamme hatte mit mir alles durchgesprochen nach der Geburt, auch dass der Kleine wirklich nicht da wäre wenn nicht der KS gewesen wäre und dass er dringend trinken musste, da war das Stillen wohl 2.rangig. Ich habe immer noch Kontakt zu ihr und wenn’s schon mal ganz schlimm ist kann ich Anrufen. Was wirklich total schön war, dass ich Constantin stundenlang bei mir liegen hatte und er sofort "mein Kind" war, es war nie so, dass ich ein Problem mit ihm hatte. Aus Erzählungen anderer Weiß ich dass es Frauen gibt die ähnliche Situationen durchlebt hatten und leider das Kind ablehnen...im Gegenteil wir kuscheln und lieben uns von der ersten Minute <3.

Meint hier jemand, dass eine Relaktation möglich wäre??

Liebe Grüße Nicole

Re: Still- und Kaiserschnitttrauma

Verfasst: 28.04.2013, 22:09
von Wortgewitter
Es gibt in der Linksammlung hier im Forum Infos zur Relaktation. Ob das möglich ist, kann nur eine der ExpertInnen einschätzen.

Re: Still- und Kaiserschnitttrauma

Verfasst: 29.04.2013, 09:00
von Niku82
Hallo Regenbogen82! Herzlichen Glückwunsch zum Baby und schön, dass es eine spontan Geburt war!
Regenbogen82 hat geschrieben:
Vor zweieinhalb Wochen habe ich dann nun meine Tochter spontan geboren - diese Geburt hat mich sehr mit der Sectio versöhnt. Leider müssen wir aber wieder ums Stillen kämpfen, s. Mein Thema, aber ich hoffe sehr, dass wir es hinbekommen.
Alles Liebe für Dich und Euch!
Habe es nach gelesen! drücke euch die Daumen, dass alles gut wird! Liebe Grüße :)

Re: Still- und Kaiserschnitttrauma

Verfasst: 29.04.2013, 16:01
von Regenbogen82
Niku82 hat geschrieben:Hallo Regenbogen82! Herzlichen Glückwunsch zum Baby und schön, dass es eine spontan Geburt war!
Habe es nach gelesen! drücke euch die Daumen, dass alles gut wird! Liebe Grüße :)
Vielen lieben Dank! :) Und Dir viel Kraft und Erfolg, falls Du Dich an die Relaktation wagst. :)

Re: Still- und Kaiserschnitttrauma

Verfasst: 29.04.2013, 22:38
von Niku82
Hallo!

Jetzt erklärt mich für verrückt.....aber ich finde die besagte linkliste nicht!? Aber ich bin hier auch noch ein bißchen orientierungslos :shock: Würde imich nun voll inzeressieren ob eine Relaktation möglich wäre!?

Liebe Grüße

Re: Still- und Kaiserschnitttrauma

Verfasst: 29.04.2013, 22:49
von jusl
Hier unser Stillforum:

http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... um.php?f=2

Der dritte Eintrag unter "Themen" ist unserer Linksammlung Stillwissen. ;-)

Herzlich willkommen hier!
LG
Julia

Re: Still- und Kaiserschnitttrauma

Verfasst: 29.04.2013, 23:49
von Marlio
Hallo Niku und herzlich Willkommen :-).

Ich würde Dir gerne auch meine Gedanken und Erfahrungen zum Thema Notkaiserschnitt erzählen, vielleicht ist ein hilfreicher Ansatz für Dich dabei, um mit dem Thema Frieden zu schließen.

Ich hatte aus verschiedenen Gründen sehr große Angst vor einer natürlichen Geburt, wollte aber wegen meinem Baby keinen geplanten Kaiserschnitt. Ich hab mich also trotz Ängsten dazu entschieden, normal zu entbinden und dann auch alles gemacht, um mich darauf vorzubereiten. Da mein Baby auch recht zierlich war (2.910g bei der Geburt), wurde ich gegen Ende der Schwangerschaft recht engmaschig überwacht. Bei einem dieser Kontroll-CTG´s gingen bei einer schon vorhandenen Wehe die Herztöne runter und mir wurde mitgeteilt, dass ich eingeleitet werde. Eingeleitete Geburten sollen ja noch schmerzhafter sein, als normale, spontane Geburten :shock: . Aber bei diesem Gespräch, als mir die Notwendigkeit der Einleitung vom Oberarzt mitgeteilt wurde, hat er mir einen Satz gesagt, der mir vermutlich (zusammen mit der netten Betreuung durch die Hebammen) sehr geholfen hat, mit der Situation umgehen zu können. Er meinte zu mir, ich hätte mich entschieden für die Geburt ins Krankenhaus zu gehen, was zeigen würde, dass ich die Variante mit der größtmöglichsten Sicherheit für mich und mein Kind gewählt hätte. Und um das zu gewährleisten, wäre es jetzt nicht mehr möglich abzuwarten, wie es weiter geht, sondern einzugreifen und die Situation unter Kontrolle zu bringen bzw. zu haben.

Ich wurde sanft mit Tabletten eingeleitet und weiterhin kontrolliert und nach 12 Stunden waren die Herztöne meines Babys bei jeder Wehe so weit im Keller, dass die Hebamme aus dem anderen Kreißsaal heraus, wo sie gerade eine Geburt betreute, den Kaiserschnitt einleitete. Sie kam zu uns, teilte uns mit dass sie alles in die Wege geleitet hätte, untersuchte mich noch einmal kurz und schon war das Zimmer voller Ärzte und Hebammen, die mich in windeseile für den KS fertig gemacht haben. Wie sich rausstellte, hatte mein Baby die Nabelschnur so um sich geschlungen, dass es garnicht tiefgenug ins Becken rutschen konnte, damit die Wehen überhaupt wirksam gewesen wären und dass bei jeder Wehe die Nabelschnur abgedrückt wurde, weswegen die Herztöne in den Keller gingen.

Ich habe mit der Situation auch gehadert. Ich hatte solche Angst und mich dann trotzdem für eine spontane Geburt entschieden, und dann das. (Ich hatte auch eine Empfehlung zur Einleitung wegen der Größe des Krümels, aber mich auch da entschieden, mindestens noch einen Tag abzuwarten, was dann ja aber hinfällig war). Ich war ebenfalls traurig, hab geweint und mich gefragt, wie wohl eine normale Geburt gewesen wäre und mich für meine Ängste im Vorfeld gescholten. Bis mir wieder der Satz des Oberarztes am Beginn der Einleitung einfiel. Und ja, er hatte recht. Mein wichtigstes Bedürfniss, wenn ich meine Gefühle mal außer Acht lies (was im Wochenbett schon allein Hormonbedingt sehr schwierig war ;-) ), war es, ein gesundes, munteres Baby zu haben. Und es ist nunmal ein unumstößlicher Fakt, dass das ohne den KS einfach nicht der Fall gewesen wäre. Ich habe deshalb irgendwann für mich beschlossen (und ja, es war eine bewusste (Kopf)Entscheidung), mit diesem Thema meinen Frieden zu machen. Die Vergangenheit ruhen zu lassen, froh und dankbar zu sein, dass mein Baby alles gut überstanden hat und gesund ist und mich an ihm, dem hier und jetzt und seiner Entwicklung zu freuen, die er ohne den KS so nicht machen könnte.

Natürlich hat das alles seine Zeit gedauert. Und ich hab auch die Trauer zu gelassen und für mich den Weg gewählt, jedem der mir nicht direkt gesagt hat, dass es ihn nicht interessiert und er es nicht hören möchte, die Geschichte meiner Geburt zu erzählen. Und irgendwann hat das Gefühl der Trauer um die spontane Geburt dem der Dankbarkeit Platz gemacht, ein gesundes Baby zu haben, dem ein für ihn optimalster Start ins Leben gewährt wurde.

Ich denke, je mehr sich das Hormonchaos nach der Geburt legt, desto leichter geht es, sich mit dem Thema auszusöhnen. Ich hoffe, Du kommst über Dein Trauma hinweg und kannst auch Deinen Frieden mit der Situation schließen. Ich finde es gut, dass Du Dich mit dem Thema auseinander setzt und Hilfe holst! Und vielleicht klappt das Stillen doch noch, hier hast Du jedenfalls die kompetenteste Unterstützung, die Du Dir wünschen kannst! Und wenn nicht, dann genieße die Nähe beim Tragen doppelt :-).

Fühl Dich gedrückt, wenn Du möchtest

Liebe Grüße
Andrea