Re: Hilfe, Milchproduktion über Nacht eingestellt!?
Verfasst: 15.04.2013, 22:55
Auf die Minute kommt's nicht an, aber ich würde so ca 4 Stunden maximal anpeilen. Z.B. abends Baby ins Bett bringen, wenn's schläft wieder ins Wohnzimmer gehen, und wenn Du ins Bett gehst, direkt dazu legen und stillen. Dann schlafen und dann halt wieder stillen, wenn sie sich meldet. Auf diese Weise sollten sich eigentlich praktikable Stillabstände ergeben.Würdest Du empfehlen meine Tochter zu wecken, wenn sie das nächste mal so lange schläft? Welche Stillabstände findest Du für Nachts ok?
Klares Nein. Ohne MSR ist Stillen gar nicht möglich. Der MSR bewirkt, dass sich winzige Muskelzellen um die milchbildenden Zellen herum zusammenziehen und so die Milch aus diesen Zellen heraubefördern in die Milchgänge Richtung Ausgang. Auf diese Weise landet Milch im Mund des Babys (NICHT übers Saugen - das Saugen hält nur die Brustwarze an Ort und Stelle und löst diesen Reflex aus).Durch meine Brust-OP spüre ich meine Brustwarzen kaum noch. Ich nehme an, dass dabei einige Nerven dauerhaft zerstört wurden. Wäre es vorstellbar, dass wegen der fehlenden Nervenverbindungen bei mir kein MSR ausgelöst werden kann?
Nein, hier liegt offenbar eine Fehlvorstellung über die Physiologie der Milchbildung vor.Folglich würde während des Stillens keine frische Milch nachproduziert und meine Tochter hätte bislang aus der kleinen "Milchreserve" gelebt, die sich in den Brüsten befindet. Wäre das denkbar?
Auf jeden Fall wird bei Dir BEI JEDEM STILLEN frische Milch produziert; anders geht es gar nicht.
Ja.Gibt es Tipps, wie ich feststellen kann, ob ich einen MSR habe
Ich hoffe Du erwartest jetzt keine technische Betriebsanleitung.und wie kann ich einen auslösen (Julia hatte schon geschrieben durch Entspannung, gibt es darüber hinaus weitere Tricks?
Hm, also ich weiß nicht, ob das "als Kur" so sinnvoll ist. Ich würde sagen, entweder frau braucht medikamentöse Unterstützung oder eben nicht...Julia, die Bockshornkleekapseln habe ich bisher zwei mal als Kur genommen (je eine bzw anderthalb Wochen lang). Meine Tochter war etwa 6 bzw 9 Wochen alt und ich hatte zu den Zeitpunkten das Gefühl, dass die Milch nicht reicht (über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen Stillabstände von teilweise unter einer Stunde).
Falls z.B. eine verminderte Hormonausschüttung die Folge einer verminderten (aber ganz sicher nicht "vollständig fehlenden") Reizleitung durch die OP ist, die zu Hypogalaktie (verringerte Milchbildung) führt, dann können entsprechende Medikamente sinnvoll sein. Diese müssten dann aber dauerhaft eingenommen werden (die ganze Stillzeit über, bzw. bis mindestens zum Start mit Beikost).
Ob eine Indikation für die Einnahme von Medikamenten besteht, kann man durch genaue Ermittlung und Dokumentation aller Kriterien für gutes Gedeihen feststellen. Dazu gehören im wesentlichen: Gewicht des Babys, Ausscheidungen, Stillhäufigkeit. Täglich notiert, über einen Zeitraum von ca 2 Wochen.
Möchtest Du das machen?
LG
Julia