Krankenschwester hat geschrieben:
Ich finde es trotzdem schade das vor allem auch in solchen sozialen Berufen keine Möglichkeiten bestehen um ein Langzeitstillen zu ermöglichen. Vor allem weil es ja lt. WHO so empfohlen wird.
Ich schließe mich johana an, warum meinst Du denn, dass so ein langes Stillen verhindert wird? Ich arbeite im Bereitschaftsdienstsystem mit 24 Stunden-Diensten. Teilweise sehe ich da meine Kinder mehr als 30 Stunden am Stück nicht. Trotzdem hat meine Große 5 Jahre gestillt, die Kleine stillt seit über 2 Jahren.
Hoffentlich wird es irgendwann mal anders werden wenn auch wieder mehr Frauen erkennen das stillen eine gute und schöne Sache ist.
Ich bin tagtäglich wirklich bemüht, Frauen beim Stillen zu helfen und zu unterstützen, nicht nur beim Stillen, sondern auch in jeder anderen Form des bedürfnisorientierten Umgans mit Kindern. Bei Kindern unter 1 bin ich auch gegen Nachtdienste etc pp, aber ich finde, wenn man für ein über 1jähriges Kind Sonderrechte beantragt, erweist man dem Stillen nicht
nur positive Dienste. Klar ist es toll zu sagen, mein Kind ist schon 1 und wir stillen noch. Aber wenn wieder mehr Frauen erkennen sollen, das Stillen toll und normal ist, dann muss man auch klar machen, dass Stillen kein dauerhafter Ausnahmezustand ist und auch langes Stillen keine patriarchalische Maßnahme ist, um Frauen von der ERwerbstätigkeit abzuhalten. Sondern dass es mit dem Alltag vereinbar ist, auch für berufstätige Mütter.
Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass man Angst hat vor dem Wiedereinstieg, dass es einem mit einem 1jährigen eigentlich zu früh ist, aber der finanzielle Druck da ist. Ich will Deine Situation auch nicht beurteilen, aber da dieses Thema hier von Zeit zu Zeit immer mal wieder auftaucht, war es mir ein Bedürfnis, mal meine Meinung dazu darzustellen.
Was mir auch noch wichtig ist:"
Bei Papa dreht der kleine König seine Sirene richtig an und weint so sehr auf seinem Arm beim rumtragen das dies auch keine wirkliche Option ist oder?
Das ist ja genauso wie ferbern nur mit Körperkontakt oder?
Nein, ist es nicht. Das kann man wirklich überhaupt nicht vergleichen. Beim Ferbern werden kindliche Bedürfnisse komplett ignoriert. Ein Kind, dass beim Papa weint, ist in dem Moment vielleicht unglücklich, weil es bei Mama sein möchte. Aber solange es vom Papa liebevoll betreut wird, wird es keinerlei Schaden nehmen. Es geht darum, ein Kind in seinen Bedürfnissen ernst zu nehmen und darauf adäquat zu reagieren, nicht jegliches Weinen zu unterbinden. Wenn der Papa das Kind tröstet, dann hat das nichts mit Ferbern zu tun.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung