Stillen im Schichtdienst-Arbeitgeber macht Stress

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Krankenschwester
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Re: Stillen im Schichtdienst-Arbeitgeber macht Stress

Beitrag von Krankenschwester »

Hallöchen,

hier mein Ergebnis:

Ich beginne im Mai mit 50% und arbeite bis einschließlich Ende August so. Ab September arbeite ich dann 75% und kann noch nebenbei auf anderen Stationen arbeiten wenn ich denke das ich das schaffe.

Ich denke ein großes Plus hatte ich weil ich den kleinen König dieses mal mitgenommen habe und er sie um den Finger gewickelt hat mit seinen großen Rehaugen. :P

Ich finde es trotzdem schade das vor allem auch in solchen sozialen Berufen keine Möglichkeiten bestehen um ein Langzeitstillen zu ermöglichen. Vor allem weil es ja lt. WHO so empfohlen wird.
Na ja so ist das halt im Familienfreundlichen Deutschland. Hoffentlich wird es irgendwann mal anders werden wenn auch wieder mehr Frauen erkennen das stillen eine gute und schöne Sache ist.
Viele Grüße aus der Hauptstadt...

Der kleine König hasste Kinderwagen-wurde nur getragen-schlief im Familienbett-liebte es gestillt zu werden - erforscht die Welt nun auf seinen eigenen kleinen Beinen - und ist der Stolz seiner Eltern ;-)


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Lösche Benutzer 9567

Re: Stillen im Schichtdienst-Arbeitgeber macht Stress

Beitrag von Lösche Benutzer 9567 »

Bist du einigermaßen zufrieden mit dem Ergebnis?
Achso,wie seid ihr mit den Nachtdiensten verblieben?
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Johana
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Re: AW: Stillen im Schichtdienst-Arbeitgeber macht Stress

Beitrag von Johana »

Aber du kannst doch so lange stillen wie du möchtest!
Nur weil der Arbeitgeber 8 Stunden Arbeit am Stùck und Nachtdienste erwartet (bei einem Einjaehrigen Kind), verhindert er doch kein Langzeitstillen?
Auch die WHO Empfehlung sehe ich nicht betroffen...

LG
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Minja
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Re: Stillen im Schichtdienst-Arbeitgeber macht Stress

Beitrag von Minja »

Ich arbeite vollschichtig bei einer Dreiviertel Stelle im Krankenhaus und wir stillen noch. Wenn ich Spätdienst habe, bringt mein Freund die kleine ins Bett. Kinder/Kleinkinder verstehen :
Mama da- Milch da,
Mama weg - essen/trinken/kuscheln/trösten woanders :D

Bei mir auf der Arbeit weiß keiner das ich noch Stille, ich finde es für meine Arbeit nicht wichtig und möchte auch keine Extras. In der Anfangszeit hat meine Brust etwas gespannt, das dauerte so die ersten zwei-drei Wochen bis sich alles eingependelt hat.
Mir persönlich hat es sehr gut getan nicht mehr so verfügbar zu sein, mein Kind war immer ein vielstiller, alle die mein Kind betreuen können es auch trösten/beruhigen. Die kleine hat auch nicht nach Stillen gefragt sondern höchstens mal nach der Mama.

LG Minja
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mama2008
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Re: Stillen im Schichtdienst-Arbeitgeber macht Stress

Beitrag von mama2008 »

ich habe letzte woche wieder angefangen zu arbeiten.
ich hab mit meiner chefin gesprochen und auch offen im team gesagt, wie es mir geht, was ich für ängst habe und wir sind jetzt erst mal so verblieben, dass ich nur frühdienste und an "meinem wochenenddienst" einen geteilten dienst arbeite, das jetzt erst mal für die nächsten sechs monate, dann schauen wir weiter.
allerdings arbeite ich auch nur 50%, da ist die stundenanzahl und häufigkeit der dienst ja noch mal was anderes als bei vollzeit.

mein kleiner (ein jahr) hat erst sehr spät angefangen zu essen und zu trinken, so wirklich essen erst die letzten wochen. er ist seit geburt an den papa und auch die oma+opa gewöhnt, allerdings sehr mamabezogen, abends und nachts geht hier nur! mama.
ich hab die letzten wochen auch großes bauchweh gehabt, wie das alles wohl wird, ich hab mich völlig unkonzentriert und fehler machend auf der arbeit gesehen und meinen zwerg dauerbrüllend zuhause.

aber was soll ich sagen, ich stille ihn morgens bevor ich zum frühdienst fahre und dann ist er bei papa oder oma+opa und bisher keine einzige träne.
wenn ich mittags daheim bin, dann klar, dann geht nur mama, egal wie, aber das ist für mich verständlich.
nachts sind wir bei stündlichem stillen, aber er war nachts schon immer anstrengend *milde formuliert*.


wer schreibt bei euch die dienstpläne ect.?
machen das die stationsleitungen? dann würd ich mit der zuständigen stationsleitung dies besprechen, wenn die ihren segen gibt, geht es bei der pdl dann auch sicherlich leichter.
Mondenkind
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Re: Stillen im Schichtdienst-Arbeitgeber macht Stress

Beitrag von Mondenkind »

Krankenschwester hat geschrieben: Ich finde es trotzdem schade das vor allem auch in solchen sozialen Berufen keine Möglichkeiten bestehen um ein Langzeitstillen zu ermöglichen. Vor allem weil es ja lt. WHO so empfohlen wird.
Ich schließe mich johana an, warum meinst Du denn, dass so ein langes Stillen verhindert wird? Ich arbeite im Bereitschaftsdienstsystem mit 24 Stunden-Diensten. Teilweise sehe ich da meine Kinder mehr als 30 Stunden am Stück nicht. Trotzdem hat meine Große 5 Jahre gestillt, die Kleine stillt seit über 2 Jahren.
Hoffentlich wird es irgendwann mal anders werden wenn auch wieder mehr Frauen erkennen das stillen eine gute und schöne Sache ist.
Ich bin tagtäglich wirklich bemüht, Frauen beim Stillen zu helfen und zu unterstützen, nicht nur beim Stillen, sondern auch in jeder anderen Form des bedürfnisorientierten Umgans mit Kindern. Bei Kindern unter 1 bin ich auch gegen Nachtdienste etc pp, aber ich finde, wenn man für ein über 1jähriges Kind Sonderrechte beantragt, erweist man dem Stillen nicht nur positive Dienste. Klar ist es toll zu sagen, mein Kind ist schon 1 und wir stillen noch. Aber wenn wieder mehr Frauen erkennen sollen, das Stillen toll und normal ist, dann muss man auch klar machen, dass Stillen kein dauerhafter Ausnahmezustand ist und auch langes Stillen keine patriarchalische Maßnahme ist, um Frauen von der ERwerbstätigkeit abzuhalten. Sondern dass es mit dem Alltag vereinbar ist, auch für berufstätige Mütter.

Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass man Angst hat vor dem Wiedereinstieg, dass es einem mit einem 1jährigen eigentlich zu früh ist, aber der finanzielle Druck da ist. Ich will Deine Situation auch nicht beurteilen, aber da dieses Thema hier von Zeit zu Zeit immer mal wieder auftaucht, war es mir ein Bedürfnis, mal meine Meinung dazu darzustellen.

Was mir auch noch wichtig ist:"
Bei Papa dreht der kleine König seine Sirene richtig an und weint so sehr auf seinem Arm beim rumtragen das dies auch keine wirkliche Option ist oder?
Das ist ja genauso wie ferbern nur mit Körperkontakt oder?
Nein, ist es nicht. Das kann man wirklich überhaupt nicht vergleichen. Beim Ferbern werden kindliche Bedürfnisse komplett ignoriert. Ein Kind, dass beim Papa weint, ist in dem Moment vielleicht unglücklich, weil es bei Mama sein möchte. Aber solange es vom Papa liebevoll betreut wird, wird es keinerlei Schaden nehmen. Es geht darum, ein Kind in seinen Bedürfnissen ernst zu nehmen und darauf adäquat zu reagieren, nicht jegliches Weinen zu unterbinden. Wenn der Papa das Kind tröstet, dann hat das nichts mit Ferbern zu tun.

Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
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Krankenschwester
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Re: Stillen im Schichtdienst-Arbeitgeber macht Stress

Beitrag von Krankenschwester »

Hallo zurück,

also wir sind jetzt so verblieben das ich Mitte Juni wieder komme und dann die Nächte ganz zum Schluss mache.
Bis dahin läuft noch viel wasser die Spree runter und es kann sich viel ändern.
Heute Nacht kam er z.B. nur 4x und das ist echt gut für ihn.

Ich werde bis September nur 50% arbeiten und dann weiter machen mit 75%.
Je nachdem wie es läuft kann ich noch ein paar Dienste extra machen oder halt auch nicht.

Zum Thema Langzeitstillen. Ich finde es ist noch kein Langzeitstillen wenn ich die empfohlene dauer der WHO nehme. Und meiner Ansicht nach wäre es sehr Familienfreundlich auf die Familien in dem Kinderlosen Deutschland einzugehen. Soll heißen wenn ich noch ein stillendes Kind habe was in der Nacht mind alle 2h kommt kann man das mit dem Arbeitgeber besprechen und es kann darauf eingegangen werden-zumindest wenn es ein schlechter Esser ist und es schon unten an der perzentile hängt. Wenn der kleine König 1 1/2 Jahre wäre und verstehen würde das die Mama bald wieder kommt ist das kein Problem, aber ich denke das er momentan in einer schwierigen Phase ist in der er ziemlich viel lernt und deswegen auch gerade wieder mehr Mama benötigt. Ihr wisst doch selber wie das ist. 1 Schritt zurück und auf einmal 2 Schritte voraus. :wink:

Ich freue mich für Euch das Ihr das schafft Euch 30h nicht zu sehen und ihr trotzdem weiter stillen könnt aber ich sehe es im Moment einfach nicht das so etwas bei uns möglich ist.
wenn man für ein über 1jähriges Kind Sonderrechte beantragt, erweist man dem Stillen nicht nur positive Dienste

Schade das es als Sonderrecht aufgefasst wird wenn man individuell auf die junge Mutter eingehen soll. Ich finde das ich da kein Einzelfall bin und das man dies dann wirklich individuell mit dem Arbeitgeber besprechen sollte und es auch Möglichkeiten geben könnte für Mütter die gerade in einer schwierigen Phase sind. Sei es das Kind selber oder vielleicht auch mal eine Trennung vom Partner oder oder oder.
Ich möchte auf mein Kind eingehen (was nicht heißen soll das ihr das nicht macht) und wenn es mich noch braucht dann ist das halt so und ich muss einen anderen Weg finden.
Habe ich ja Gott sei Dank jetzt auch. :wink:
Aber wenn wieder mehr Frauen erkennen sollen, das Stillen toll und normal ist, dann muss man auch klar machen, dass Stillen kein dauerhafter Ausnahmezustand ist und auch langes Stillen keine patriarchalische Maßnahme ist, um Frauen von der Erwerbstätigkeit abzuhalten. Sondern dass es mit dem Alltag vereinbar ist, auch für berufstätige Mütter.
Ich habe auch nicht gesagt das es ein Ausnahmezustand ist und erst recht nicht das ich nicht arbeiten gehen möchte. Ich möchte einfach damit sagen das es gerade für Frauen die in einem Schichtdienst arbeiten dann wirklich schwierig wird und nicht mal so einfach zu stemmen ist. :wink:
Viele Grüße aus der Hauptstadt...

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Lösche Benutzer 3613

Re: Stillen im Schichtdienst-Arbeitgeber macht Stress

Beitrag von Lösche Benutzer 3613 »

@mondkind... ich würde mich sehr freuen weiter zu hören wies euch ergeht wenn du wieder arbeitest wies der Papa meistert etc. :-D
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Re: Stillen im Schichtdienst-Arbeitgeber macht Stress

Beitrag von Mondenkind »

@ Krankenschwester: ich will gar nicht weiter drauf eingehen. Meine Meinung habe ich gesagt. Ich freue mich aber, dass Ihr eine Lösung für Euch gefunden habt.

@ das_bienchen: Es lief bei beiden Kindern ähnlich. Als es nur die Große war, hat er sie zunächst abends in den Schlaf getragen, dann hat er sie abgelegt. Wenn sie nachts wach wurde, hat er sie getröstet, evtl. getragen oder was zu trinken angeboten. Wir schlafen im Familienbett, sie war also eh nie allein. Mit der Zeit lies sie sich immer mehr ohne tragen beruhigen, irgendwann schlief sie schon beim Vorlesen oder Singen ein. Jetzt mit beiden ist es ähnlich. Entweder er trägt und liest dabei vor, dabei schlafen manchmal beide ein. Oder sie legen sich gemeinsam hin und lesen, mittlerweile schläft die Kleine auch dabei mal ein. Die Große sowieso. Nachts weint die Kleine manchmal, vielleicht weil sie stillen wollen würde. Er kriegt sie aber gut beruhigt. Insgesamt schläft sie bei ihm sehr gut und wacht auch seltener auf als mit mir. Mehr Platz haben sie im Bett, ohne mich :wink:

Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
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Re: Stillen im Schichtdienst-Arbeitgeber macht Stress

Beitrag von Lösche Benutzer 3613 »

wir schlafen auch im Familienbett, die große ist meist ausgezogen doch wenn Mama arbeitet zieht sie immer wieder ein :D das war schon so bevor die kleine da war... Ich mache mir eher die Sorgen da mein Mann nich der Geduldigste ist und auch etwas Cholerisch ob er die Ruhe hat sie in den Schlaf zu tragen ich hoffe es....
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