Verhungern an der Brust

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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jusl
Jusl Almighty
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Re: Verhungern an der Brust

Beitrag von jusl »

Dein vorgeschlagener Plan klingt einleuchtend und was die hochkalorische Beikost mehrmals am Tag und das noch häufigere Stillen angeht, werde ich direkt an die Umsetzung gehen.
Prima, freut mich.
Den Schnullerverzicht versuche ich auch - zu mal sie zurzeit eh lieber kaut als nuckelt. (Nachtrag von meinem Mann: "Hilfe! Warum??")
@ Mann ;-) : Weil beim größten Teil aller Gedeihstörungen der Schnullergebrauch zum Gedeihproblem beigetragen hat. Die Zeit, die das Kind am Schnuller nuckelt, sollte es eigentlich an der Brust verbringen und so an Milch herankommen... am Schnuller hingegen besteht die Gefahr, dass das Kind seinen Hunger wegnuckelt und so erheblich weniger Kalorien aufnimmt als wenn es keinen Schnuller bekommen würde.
Was genau meinst du mit "gemeinsam schlafen"? Bisher ist es so, dass wir gemeinsam ins Bett gehen und gemeinsam aufstehen.
Ja, genau das meine ich mit "gemeinsam schlafen". :lol: Anstatt "getrennt" oder "allein" eben. ;-)
Das einzige, wo ich noch etwas ratlos ob der Umsetzung bin, ist das Wiegen. Ab Samstag sind wir im (Auslands-)Urlaub und dort steht mir keine Babywaage zur Verfügung.
Wie lange werdet Ihr denn unterwegs sein? (sorry wenn ich es überlesen habe)
Noch ein Nachtrag:
als ich deinen Beitrag gerade meinem Mann zeigte, meinte er: "Man sagt doch immer, die Weichen für zu dicke Kinder werden früh gestellt und dann jetzt so viel Fett? Wieso etwas machen? Ihr geht es doch gut und sie ist zufrieden und fröhlich."
Ähm, weil die bisherigen Gewichtsdaten anzeigen, dass Dein Baby stark unterernährt ist?!?.. Über "Weichen für zu dicke Kinder" braucht Ihr Euch wirklich aktuell keinerlei Gedanken zu machen.
Und es ist keineswegs ungewöhnlich, dass Säuglinge auch dann zufrieden und fröhlich wirken, während sie sich im Hungerstoffwechsel befinden. Eben deshalb ist den Eltern, im Gegensatz zum betreuenden medizinischen Fachpersonal, ja auch kein Vorwurf zu machen.

LG
Julia
Patricia
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Re: Verhungern an der Brust

Beitrag von Patricia »

Noch einmal danke für die Rückmeldungen.

Was die Gedanken meines Mannes angeht: Es wird trotzdem so gemacht, wie hier vorgeschlagen :wink: Manche Gedanken sind... sagen wir mal... :roll: ohne Worte :wink:

Wir sind zwei Wochen weg, also erst Ostern wieder im Lande.
jusl
Jusl Almighty
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Re: Verhungern an der Brust

Beitrag von jusl »

2 Wochen ohne Wiegen finde ich in Eurer Situation akzeptabel, wenn folgende Bedingungen vollständig erfüllt sind:

* Ihr stillt mindestens 10-12 mal in 24 Stunden,
* Dein Baby isst täglich mindestens 3 nennenswert große Portionen hochkalorische Beikost,
* der Schnuller bleibt zuhause, und
* Du dokumentierst die Anzahl der Stillmahlzeiten, Anzahl der Beikostmahlzeiten und Ausscheidungen täglich. Ungefähr so:
15.06. 12 x stillen, 4 x Beikost, 5 x Pipi, 0 x Stuhgang
16.06. 11 x stillen, 4 x Beikost, 4x Pipi, 2 x Stuhlgang
17.06. 12 x stillen, 3x Beikost, 6x Pipi, 0 x Stuhlgang
...

Damit ist sichergestellt, dass keine akute Gesundheitsgefährdung besteht.

Bis Samstag wiegst Du 2x täglich - morgens und abends - unter guten methodischen Bedingungen auf einer guten Babywaage aus der Apo - damit ein verlässlicher "Vorher-Wert" ermittelt werden kann. Diesen können wir dann mit dem Nachher-Wert, wenn Ihr aus dem Urlaub wieder da seid, vergleichen; bis dahin wird sich sicher eine Beurteilung der Gewichtsentwicklung aussagekräftig ableiten lassen.

Was meinst Du dazu?

LG
Julia
Patricia
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Re: Verhungern an der Brust

Beitrag von Patricia »

Gut. So mache ich das nun. Ein Büchlein zur Dokumentation ist bereits angelegt.

Vielleicht schaffe ich es aus dem Urlaub mal einen Zwischenbericht zu geben.

Herzlichen Dank!
jusl
Jusl Almighty
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Re: Verhungern an der Brust

Beitrag von jusl »

Ja, gerne. Euch einen schönen Urlaub!
Patricia
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Re: Verhungern an der Brust

Beitrag von Patricia »

Bevor wir in den Urlaub starten hier noch fix die Wiege-Daten, die ich bisher sammeln konnte.

Mein Baby war zum Wiegen immer komplett nackt.

Dienstag, 12.03. - 16 Uhr - Waage des KiA - 5400 gr

Alle folgenden Messwerte sind mit einer Waage aus der Apotheke gewogen worden:
Donnerstag, 14.03. - 14 Uhr - 5540 gr
Donnerstag, 14.03. - abends vor dem Schlafen gehen (und damit der nächsten Mahlzeit) 5480 gr
Freitag, 15.03. - morgens nach dem Aufstehen - 5530 gr
Freitag, 15.03. - 14 Uhr - 5530 gr

Einen zweiten Messwert für den Abend bekomme ich leider nicht mehr, da ich die Waage heute Nachmittag zurückbringen musste - Ich hoffe die Daten reichen trotzdem für eine Einschätzung, wo wir gewichtsmäßig starten. Wenn ich mir die Werte so anschaue, dann beschleicht mich auf jeden Fall ein weiteres Mal das Gefühl, dass die Messkünste meines KiAs nicht sooo optimal zu sein scheinen.

Der Schnullerverzicht klappt bisher erstaunlich gut. Auch das häufigere Stillen und die weiteren Beikostmahlzeiten klappen gut, so dass ich nun wieder recht optimistisch bin.

Viele Grüße
jusl
Jusl Almighty
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Re: Verhungern an der Brust

Beitrag von jusl »

Prima, weiter so.
Einen schönen Urlaub!
Patricia
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Re: Verhungern an der Brust

Beitrag von Patricia »

Hallo,

wir sind wieder aus dem Urlaub da und ich habe heute Vormittag die Waage aus der Apotheke geholt, gewogen (wieder 14 Uhr, nackt) und bin fast hinten über gefallen:
5560 gr :cry:

Die letzten zwei Wochen kann man im Prinzip so zusammenfassen:
Täglich 1-5x Stuhlgang / im Schnitt 5 x Pipi / 9-13 x Stillen / 3 x Beikost

Die Beikostmenge, die sie pro Mahlzeit gegessen hat ist sehr unterschiedlich gewesen. Mal hat sie alles aufgegessen und dann hat sie auch mal nur fünf Löffelchen gegessen. Mangelnde Milchmenge kann ich auch nicht behaupten, da ich teilweise auslief oder die Milch rausspritzte.

Was meiner Familie in den letzten zwei Wochen aufgefallen ist: Sie ist ein ziemlich unruhiger Geist (immer in Bewegung) und auch beim Trinken / Essen ändert sich das kaum. Eine Stillmahlzeit dauert bei ihr auch nicht sehr lange (max. zehn Minuten).

Selbst wenn meine Milch nicht nahrhaft genug wäre, dann hätten ja die Breimahlzeiten irgendetwas bringen müssen, oder? Habe ich zu viel erwartet oder liege ich richtig damit, dass das zu wenig war und wir doch wieder beim Arzt aufschlagen müssen?

:( Seufz
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saiidi
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Re: Verhungern an der Brust

Beitrag von saiidi »

Hab ich das richtig rausgelesen, du hast aus der Aptheke wieder eine andere/neue Waage geholt. Dann sind die Daten evtl. auch nicht unbedingt vergleichbar. Ich denke du wirst mehrere Wiegedaten sammeln müssen um die interpretieren zu können.
Die Stillberaterinnen geben dir sicher bald Rat wie du weiter vorgehen kannst.
Ich wünsche euch alles Gute.
Liebe Grüße
Saiidi

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jusl
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Re: Verhungern an der Brust

Beitrag von jusl »

Die letzten zwei Wochen kann man im Prinzip so zusammenfassen:
Täglich 1-5x Stuhlgang / im Schnitt 5 x Pipi / 9-13 x Stillen / 3 x Beikost
Das ist gut, denn dann hat mit Sicherheit zu keiner Zeit eine akute Gesundheitgefährdung Deines Babys bestanden.
wir sind wieder aus dem Urlaub da und ich habe heute Vormittag die Waage aus der Apotheke geholt, gewogen (wieder 14 Uhr, nackt) und bin fast hinten über gefallen:
5560 gr :cry:
Keine Panik. Jetzt miss erstmal wieder einige Tage lang, dann sehen wir weiter.
Die Beikostmenge, die sie pro Mahlzeit gegessen hat ist sehr unterschiedlich gewesen. Mal hat sie alles aufgegessen und dann hat sie auch mal nur fünf Löffelchen gegessen.
Unterschiedlicher Appetit von Tag zu Tag oder auch von Mahlzeit zu Mahlzeit ist ganz normal, das macht nichts. Wichtig ist, dass sie immer mindestens soviel angeboten bekommt, bis sie von allein mit Essen aufhört. "Aufessen" sollte es also sozusagen gar nicht geben ;-), denn das würde bedeuten, dass Du die Portionsgröße bestimmt hast und sie ja wahrscheinlich noch mehr gegessen hätte, wäre in dem Moment mehr in der Schüssel gewesen.
Kannst Du bitte noch mal berichten, welche Speisen Du Deinem Baby für gewöhnlich anbietest?
Mangelnde Milchmenge kann ich auch nicht behaupten, da ich teilweise auslief oder die Milch rausspritzte.
Eben. Keine Panik. ;-)
Selbst wenn meine Milch nicht nahrhaft genug wäre, dann hätten ja die Breimahlzeiten irgendetwas bringen müssen, oder? Habe ich zu viel erwartet oder liege ich richtig damit, dass das zu wenig war und wir doch wieder beim Arzt aufschlagen müssen?
Behalte im Hinterkopf, dass das Gewicht keinen Selbstzweck erfüllen muss! Es gibt kerngesunde, bestens ernährte und reichlich essende Kinder, die "trotzdem" einfach viel dünner sind als der Durchschnitt. Selbstverständlich ist das dann total OK, diese Kinder brauchen nicht gemästet zu werden!..
Lass uns jetzt erstmal einige weitere Tage in gewohnter Art wiegen und abwarten. Wenn dann das Gewicht hoch auffällig sein sollte, ist ein Kinderarztbesuch notwendig, um mögliche medizinische Ursachen für das niedrige Gewicht auszuschließen. Wenn der Kinderarzt dann nichts findet und Deinem Baby gute Gesundheit bescheinigt, dann ist das eben so: Du hast ein gut ernährtes, gesundes Kind, das zufällig weniger zunimmt als das Durchschnittskind.

Was hältst Du von dieser Vorgehensweise?

LG
Julia
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