Von mir auch erstmal herzlichen Glückwunsch zum Baby! Ich hoffe, es geht Dir schon wieder besser!
Ich hatte beim ersten Kind auch furchtbar wunde Brustwarzen, ab den ersten 10 Minuten Stillen und kann mich noch gut erinnern, wie weh sowas tut.
Was auf jeden Fall geholfen hat, ist, nach dem Stillen ein bis zwei Tropfen Milch durch sanften Druck auf den Warzenhof auszudrücken und auf den BW zu verteilen. Die antibakterielle Wirkung der Milch verhindert Entzündungen etc. Hochgereinigtes Wachs, z.B. von Medela, hat mir auch sehr geholfen. Man soll es aber nur sehr dünn auftragen, sonst weicht es die BW zu sehr auf und sie werden noch anfälliger.
Das Wichtigste zur Vermeidung wunder BW ist (lt. stillfreundlicher Literatur) korrektes Anlegen. Es ist bestimmt hilfreich, da mal jemanden draufgucken zu lassen.
(Ich persönlich habe allerdings leichte Zweifel, ob man nicht auch bei korrektem Anlegen wunde BW haben kann. Ich habe damals so wie Du beschrieben hast auch oft mehrfach angelegt, weil ich dachte, es tut weh, also kann es nicht richtig sein, aber das mehrfache Anlegen ist irgendwie auch nicht gerade brustwarzenschonend...
Unser Weg war schließlich, erstmal 6 Wochen lang die BW zerfetzen zu lassen und dann mit Hütchen weiterzustillen, bis das Kind 9 Monate alt war, danach klappte es prima ohne. Aber das müsst Ihr ja erstmal nicht so anstreben...

Von daher habe ich jetzt auch nicht die ultimativen Tipps, kann aber sagen, was ich jetzt evtl. anders machen würde als damals.)
Z.B. hat mir der Kinderarzt geraten, stillfreundliche Schmerzmittel zu nehmen. das habe ich nicht gemacht, weil mir Schmerzmittel eher supekt sind (und ich lieber merken will, wenn bei mir gerade etwas kaputtgeht...) Aber die Schmerzen können den Milchspendereflex negativ beeinflussen, von daher kann schon ein Teufelskreis entstehen: Milch kommt wegen der Schmerzen nicht, daher unzureichende Nachfrage, Kind ist unzufrieden, weil nicht satt, will daher noch länger an die Brust, die wird dadurch noch mehr angegriffen. (Trotzdem bin ich nicht sicher, ob ich heute Schmerzmittel nehmen würde...)
Außerdem habe ich die Tipps der stillfreundlichen Literatur befolgt: 1.) es ist normal, wenn das Kind jede Stunde trinken will, sowie: 2.) Es ist normal, wenn eine Mahlzeit eine Stunde dauert. Jedes für sich ist sicher richtig, aber in der Kombination: "Es ist normal, wenn das Kind rund um die Uhr an der Brust hängt", ist es sicher falsch.
Von daher würde ich im Nachhinein sehen, dass es auch Pausen gibt, in denen man das Kind z.B. durch Tragen beruhigt. Mein Sohn hatte zusätzlich auch KISS und konnte dadurch nicht so gut schlafen, aber es ist mir durch den Stillstress erst nach einigen Wochen aufgefallen, dass er kaum schlief, weil ich jedes Schreien als Hunger gedeutet habe und er auch immer an der Brust zufrieden war. Später haben wir ihn dann viel ins Tuch gepackt, und er schlief schon im Treppenhaus ein.
Vom Geben von Wasser würde ich auf jeden Fall abraten. Der Magen von Neugeborenen soll nur so groß wie eine Murmel sein, und wenn da schon Wasser drin ist, passt kein Kolostrum mehr rein.
Auch von Pre würde ich erstmal abraten, schon gar nicht aus der Flasche, weil sowas zu Saugverwirrung führen kann, was das Problem der wunden BW noch verschärfen würde. Hoffentlich melden sich noch die Stillberaterinnen hierzu. Aus meiner Laiensicht finde ich es aber zu früh, bei so einem jungen Baby schon Pre zu raten.
Meine Nachsorgehebamme hat mir mal als Richtwert folgende Trinkmengen gesagt: Am ersten Tag 10 ml pro Mahlzeit, am zweiten 20 ml pro Mahlzeit, am dritten 30 ml pro Mahlzeit usw., bis ca. ein Sechstel des Körpergewichts pro Tag erreicht ist, also bei einem 3600 g schweren Baby 600 ml pro Tag. Dabei wird von 8 Mahlzeiten ausgegangen. Geht man von realistischeren 10-12 Mahlzeiten pro Tag aus, sind es pro Mahlzeit sogar noch weniger. Von daher finde ich die 10-30 ml Wasser schon viel, und man kann in den ersten Tagen auch noch nicht soviel Ausscheidung erwarten.
Alles Gute!