Hallo KyanasMum,
zu Deiner Frage nach dem Domperidon: Dieses und andere Medikamente werden recht häufig bei Relaktationen eingesetzt. Die Notwendigkeit dieser Maßnahme hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, z.B.:
* von der medizinischen Vorgeschichte der Mutter,
* vom Grund fürs damalige Abstillen,
* vom zeitlichen Abstand, wie lange das letzte Stillen her ist,
* von der Dauer, wie lange vorher gestillt wurde,
* von der Menge, wieviel vorher gestillt wurde (auf Vollstillniveau oder weniger),
* von den Erwartungen der Mutter bzgl. der Milchmenge, die bei der Relaktation erreicht werden soll
usw.
- es ist also eine individuelle Entscheidung, ob medikamentöse Unterstützung sinnvoll erscheint oder nicht. Diese Entscheidung muss auch nicht vor Beginn getroffen werden, sondern man kann auch erstmal loslegen mit der Relaktation und irgendwann im Verlauf entscheiden.
Eine Relaktation umfasst ja bekanntlich zwei Baustellen: 1. Das Wiederanregen der Milchproduktion und 2. das Wiedergewöhnen des Babys an die Brust. Welche dieser beiden Aufgaben sich als die größere herausstellt, ist von Fall zu Fall ganz unterschiedlich. Es empfielt sich, beide Aufgaben zunächst als voneinander GETRENNT anzusehen. D.h. Du könntest beginnen, durch häufiges Pumpen den Milchfluss wieder anzuregen, auch deutlich eher, als Du einen ersten Stillversuch mit Deinem Kind unternimmst.
Viele flasche-gewöhnte Kinder können nicht direkt gestillt werden. Sie benötigen dazu ein ein kleinschrittiges Lernprogramm, mit dessen Hilfe sie nach und nach den Weg zurück von der Flasche zu Brust finden können. Dazu gibt es ein bewährtes Programm, mit dem sich selbst viel arbeite und gute Erfahrungen gemacht habe: "
Umgewöhnung von der Flasche zur Brust" (im Link bitte runterscrollen. Diese Broschüre solltest Du zuhause haben. Auch eine Stillberaterin vor Ort, die Dich dabei begleiten soll, sollte sich unbedingt damit auskennen - am besten fragst Du direkt am Telefon danach).
Bei älteren Babys und Kleinkindern müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit die Umgewöhnung funktioniert. Zuerst muss das Saugbedürfnis noch hoch genug sein - Einjährige können dafür möglicherweise schon "zu groß" sein. Desweiteren muss das Kind bereit sein, auf gewohnte Abläufe zum Teil zu verzichten - damit kommen Kinder (Menschen generell

) unterschiedlich gut zurecht. Es muss also eine recht ausgeprägte Aufgeschlossenheit und Lernbereitschaft mitbringen. Wenn es sich z.B. weigert, an neue, bislang ungewohnte Sauger auch nur anzudocken, wird eine Rückgewöhnung an die Brust wohl nicht gelingen. Es ist gut, sich mit dieser Möglichkeit vorab auseinanderzusetzen und sich Kriterien zu überlegen, anhand derer man täglich neu entscheiden kann: "Weitermachen oder aufhören?"
Ich hoffe, diese Hinweise sind hilfreich für Dich,
Rückfragen immer gern und LG
Julia