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Re: Womögllich Langzeitstillen, aber schäme mich

Verfasst: 31.01.2013, 14:44
von Lavenere
Da ich grad neben dem fiebernden 15mon-stillkind liege, nur eine kurze Anmerkung :)

Ich bin hier auch die einzige mit stillen und blw. Alle anderen haben mit 6mon abgestillt und Brei gegeben.
Aaaber die Mütter, mit denen ich hier näher was zu tun habe, finden es so langsam echt cool :)
Erst waren sie kritisch, dann skeptisch mit süffisantem Unterton. Jetzt erkundigen sie sich regelmäßig wie es so ist und finden es toll.
Vor allem eine Mami, bei der die Beikosteinführung nicht klappte, die Maus kaum isst und trinkt ist sich sicher, dass sie es beim nächsten Kind so macht wie ich.

Vielleicht wird ja auch deine Umgebung dich positiv überraschen?

Re: Womögllich Langzeitstillen, aber schäme mich

Verfasst: 31.01.2013, 15:59
von kati77
Mein Zweg wird bald zwei, und wir stillen auch noch nach seinem und meinem Bedarf. Ich hatte vorher auch noch nie was von LZS gehört, bin aber in keiner Gruppe o.ä. und habe auch keine Vorbereitungskurse gemacht oder viel gelesen, sondern alles so gemacht, wie es mir richtig erschienen ist, und daher kommt eben Familienbett, Stillen, u.ä.

Meine Eltern wissen nicht, dass ich noch stille, fragen auch nicht danach, mein Vater fragt sich immer nur, ob der Kleine zu wenig isst. Ich sage dann nur, dass er doch nicht schlecht aussieht, darum wirds schon passen.
Es hat sehr lange gedauert, bis er nennenswerte Mengen gegessen hat, seit zwei Monaten oder so kann man vielleicht von essen sprechen, eine Miniportion Nudeln, ein halbes Marmeladebrot, eine Banane oder so, da haben wir uns einfach nicht stressen lassen. Es ist eben ein gutes Gefühl, zu wissen, dass er sich das, was er braucht, notfalls übers Stillen holt.

Ich habe auch ein bisschen Bammel vor zu hoher Gewichtung des Essens, ich habe mir bis zur Pubertät das Essen von meinen Eltern reinzwingen lassen müssen, einfach, weil sie Sorgen hatten, dass ich verhungere, weil ich wirklich sehr wenig gegessen habe, in der Pubertät begann ich dann zu essen, und dann natürlich viel zu viel. Darum glaube ich, dass das Essen kein zentrales Thema sein soll, und das umgehst du glaub ich, durch langes Stillen. Das ist halt meine Idee dahinter, wenn ich drüber nachdenke.

Egal...man kann lange stillen, ohne dass es viele Leute merken, manchmal muss man sich eben eine stille Ecke suchen, wenns nicht anders geht, aber so ab 12 -15 Monaten schätz ich, halten es die Kleinen bis zu Hause aus.

LG Kati

PS. meine Schwiegermutter lacht sich jetzt schon schief bei dem Gedanken, wenn der Kleine aus der Schule anruft, weil er trinken will...so weit muss es ja nicht kommen

Re: Womögllich Langzeitstillen, aber schäme mich

Verfasst: 31.01.2013, 16:14
von kati77
Noch was:
dein baby ist ja noch sooo klein...in dem Alter ist es natürlich verführerisch, ihm ein dickes Gute Nacht Brei Fläschchen zu geben damit es durchschläft. Aber später...ich erinnere mich an genau vier Nächte, in denen wir eine Stunde wach waren, trotz Zähnen, Fieber und so weiter, andere Eltern erzählen von stundenlangen Spielesessions in der Nacht mit den Kleinen und sind sooo genervt...das liegt schon am Stillen, glaube ich. Es hat wahnsinnig viele Vorteile.

LG

Re: Womögllich Langzeitstillen, aber schäme mich

Verfasst: 31.01.2013, 19:55
von tania
du musst keine langzeitstillmutti werden. still doch einfach. das muss nicht deine ganze person ausmachen. stillen ist in erster linie normal, toll fuers kind. und enorm praktisch. still einfach heute und morgen und dann siehst du weiter. (ich stille meinen grossen immer noch, der ist jetzt vier.. muss ich aber nicht. hab ich mir auch nicht ueberlegt als er klein war. das entwickelt sich oder es entwickelt sich anders.)

Re: Womögllich Langzeitstillen, aber schäme mich

Verfasst: 31.01.2013, 22:02
von malandrinha
Ich stille den Kleinen auch meistens zu Hause, in der Öffentlichkeit nicht mehr so gerne. Aber er hat von Anfang an ziemlich gut gegessen! So ist das auch kein Problem. "Didi" gibt's halt vorwiegend zu Hause, und draußen will er meistens auch gar nicht oder ich erkläre es ihm, dass es jetzt nicht geht. Das geht auch, so, wie es andere hier schon geschrieben haben. Richtig planen kann man das alles sowieso nicht, aber man/frau kann sich schon vornehmen, das zu tun, was sie für richtig hält - egal, wie es die anderen machen! Für mich war LZS glücklicherweise nichts Exotisches, da meine Mutter meine beiden jüngsten Schwestern auch sehr lange gestill hat und ich schon als Kind fleißig AFS-Heftchen gelesen habe. Ich finde es eher befremdlich, wenn ich höre, wie schnell andere Mütter (ohne Not) abstillen und dann lieber Fläschchen geben, nur weil jetzt halt die Beikost angefangen hat oder weil das Kind xy Monate alt ist oder warum auch immer.

Re: Womögllich Langzeitstillen, aber schäme mich

Verfasst: 01.02.2013, 08:44
von sabbelschnuut
Danke euch fürs Mut machen und eure Erfahrungen! :-D

Das mit der La Leche Liga ist ein guter Tipp, da werde ich mich mal umhören ob es bei uns in der Nähe eine Gruppe gibt. Danke! Denn mir fehlt tatsächlich die Möglichkeit, mich auszutauschen. Mag die Mädelsclique, die sich da ergeben hat, gerne, aber die können sich halt immer unterhalten von wegen "und, isst deiner schon blablabla" und so weiter, und ich kann da halt kaum was zu beitragen bzw. fühle mich so allein auf weiter Flur.

Danke auch für deinen Erfahrungsbericht, Spatz, das hilft mir schon viel. Auch zu wissen, dass die Kinder eventuell mit einem Jahr schon nennenswerte Mengen essen, was ihr anderen sagt.
Und zum Glück habe ich einen sehr liebevollen Ehemann, der sehr stolz darauf ist, was ich mache, und der da viel Verständnis hat. Er hat sich auch schon hin und wieder in die Bresche geworfen, wenn meine Schwiegermutter etwas anders sah als wir (und wenn ich da was gesagt hätte, wäre es sehr schwierig geworden, das Ganze nicht entgleisen zu lassen).
Lillian hat geschrieben:Also, ich würde es natürlich schon erzählen, aber ich sag ja nicht mitten im Gespräch mit irgendwem "Ich stille übrigens!" :lol:
Das stimmt :lol: Ich bin mal gespannt, vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass es fast keiner mitkriegt. Mit dieser Clique, die sich ergeben hat, treffen wir uns im Moment alle vier Wochen für über die Mittagszeit bis ca. 15 Uhr bei jemandem zum Klönen, da könnte es halt schon sein, dass es bemerkt wird, sag ich mal. Eigentlich hab ich da den meisten Bammel vor, denn gelästert wird bei diesen Treffen natürlich schon auch - und nicht zu knapp. :? :roll: Andererseits - wer weiß, ob die Treffen wirklich in so einer Regelmäßigkeit bestehen bleiben.

Wobei das mit dem Klugscheißen, das stimmt, Carlotta. Deshalb hab ich bisher auch nur ganz behutsam meine Fühler da ausgestreckt, um zu kucken, ob da jemand offen dafür wäre in meinem Umfeld. Aber ich hab so das Gefühl, da ist niemand. Wobei ich auch oft die Sachen eher pessimistisch sehe ;-)

Und das stimmt auch, Sakura, das dicke Fell brauch ich so oder so. Mal schauen. Es hat sich schon viel verändert bei mir im Kopf, seit der Kleine auf der Welt ist, und es hat sich auch schon der ein oder andere Kontakt zerschlagen, weil ich mich (aus meiner Sicht) schützend vor mein Kind gestellt hab und die andere Person das nicht akzeptieren wollte oder konnte. Denke mal das wird wohl noch öfter passieren. Und ich will halt eigentlich auch mit gutem Beispiel vorangehen und meinem Kleinen nicht beibringen, kein Rückgrat zu haben. Er soll ja auch lernen, für seine Belange einstehen zu können.

Kati: Ach, mich stört das gar nicht so, dass ich noch keine Nacht durchschlafe - dazu finde ich das Stillen viel zu wichtig. Und es ist ja auch lange nicht gesagt, dass die Kinder durchschlafen, sobald sie Brei bekommen. Auch, dass ich nichts trinken kann, stört mich eher wenig.

Maladrinha: Ja, das finde ich auch befremdllich, muss ich sagen. Da wird dann mit Beikoststart doch wieder Kunstmilch gekauft und alles, obwohl man doch weiß, dass Muttermilch das Beste fürs Baby ist, gerade auch im Hinblick auf Allergien und so weiter.

Ach, das beruhigt mich jetzt schon, muss ich sagen - auch, dass die Kleinen wahrscheinlich dann irgendwann so verständig sind, dass man ihnen erklären kann, dass es jetzt nicht geht. Danke!

Re: Womögllich Langzeitstillen, aber schäme mich

Verfasst: 01.02.2013, 11:56
von Wortgewitter
Man wächst da rein! Ich stille auch noch (Kind ist 14 Monate alt) und mir war der Gedanke auch bir vor kurzem nicht geheuer. Für mich war es wichtig, quasi immer im Hinterkopf zu haben, dass ich auch aufhören könnte, wenn ich wollte. Mit so einem Dogma (ich MUSS stillen bis dannunddann oder so) wäre ich nicht klargekommen. So konnte ich mir immer sagen, wenn es zu viel wird (zu viel Druck, wenn ich weggehen will oder zu viel Gelästere oder wasauchimmer) höre ich auf. Und bisher wurde es eben nicht zu viel.

Zum Stillen gehören eben zwei Menschen mit zwei Bedürfnissen und ich finde, das sollte man gegeneinander abwägen.

Ich werde übrigens nicht mehr gefragt, ob die Kleine stillt, weil keiner mehr davon ausgeht :wink: ... Nur wenn ich dann die Brust auspacke wird geguckt 'waaaas, Du stillst IMMERNOCH?!' und dann sage ich 'ja' und gut ist :mrgreen:

Re: Womögllich Langzeitstillen, aber schäme mich

Verfasst: 01.02.2013, 13:50
von Sakura
Sabbelschnuut, von medizinischer Sicht her spricht nichts dagegen, in der Stillzeit kleine Mengen Alkohol zu trinken, VOR ALLEM, wenn das Kind schon beikostreif ist (auch reifes Obst, oder z.b. Brot enthält kleine Mengen Alkohol). Wenn Du stillst, ist ja Dein Blutalkohol der Alkoholgehalt, denn das Baby dann in seinem Essen hat, und der ist verschwindend gering.

Ich war in der Stillzeit auch regelmäßig zu Mamatreffen, und ich war die einzige, die noch gestillt hat. Gut, dort wurde nicht gelästert. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mein Kind Ü1 da jemals Stillbedarf angemeldet hätte, alles andere war doch viel zu spannend (Sommer, barfuß im kitzelnden Gras, Planschbecken, Spielzeug, Sandkasten, Kekse und Beeren auf der Picknickdecke, die anderen Kinder....). Ich weiß auch nicht mehr, ob ich Stillen thematisiert habe. Ich glaube, die anderen wussten, dass ich noch stille, aber ich habe das Thema nicht angerissen, und gut war.

Re: Womögllich Langzeitstillen, aber schäme mich

Verfasst: 01.02.2013, 22:15
von k81
Ich wundere mich gerade ein bisschen, wie wenig Ü1 Kinder draussen stillen. Wenn wir z.B. bei der Krabbelgruppe oder bei irgendwem zu Besuch sind, heißt es spätestens nach einer Stunde "Mimi" und dann wird halt gestillt. Die Mutter eines Freundes war letztens toooootal überrascht, dass ich noch stille, aber positiv. Bisher akzeptieren es alle, ich denke auch, wenn es für einen selbstverständlich ist, merken das andere auch. Ich würde mir mehr LZStillende in meinem Umfeld wünschen.

Sabbelschnuut, ich mache auch BLW und habe die Erfahrung gemacht, dass da Kinder später anfangen zu essen, so um ein Jahr rum wurden die Mengen bei uns auch mehr. Das Kind bestimmt die Geschwindigkeit, das ist etwas, was ich super bei BLW finde. Ich hab mich in der Krabbelgruppe auch etwas allein gefühlt, als es ständig um Brei ging, aber warte erstmal, bis alle in deiner Gruppe dich nachahmen und ihren Kindern Gurkenstücke geben. :mrgreen:

Re: Womögllich Langzeitstillen, aber schäme mich

Verfasst: 01.02.2013, 22:34
von Glucke85
hallo sabbelschnuut!
ich kann mich nur meinen vorrednerinnen anschließen. hör auf dich und dein baby. baby led weaning kannst du auch genauso gut mit baby led living gleichsetzen. vertrau deinem kind, es wird schon essen, wenn es soweit ist. (mein sohn hat mit 11 monaten das erste mal wirklich was gegessen, bis dahin hab ich voll gestillt und meine schwiegermutter war entsetzt und fragte ständig "ob die milch noch fett genug" sein.) unsere kultur unterliegt so vielen einflüssen. ich denke das einzige an das wir uns in bezug auf unsere kinder halten sollten, sind unsere kinder. und nicht welcher erziehungsgedanke gerade mode ist. leider fällt es vielen menschen schwer sich auf dieses "archaische system" zu verlassen (hierzu kannst du super "auf der suche nach dem verlorenen glück" lesen, wenn dich das interessiert) und deshalb kommst du dir wahrscheinlich auch wie ein exot vor. dabei ist es genau genommen anders herum. die "neuzeit-muttis", die nach 6 monaten abstilen sind mit blick auf unsere evolution die exoten.
mein tipp: bleib bei dir und deinem kind. und vertraue ihm mehr als diesen trends. vielleicht kannst du sogar kraft daraus schöpfen?

alles gute!!