Bei Allem bin ich mir natürlich auch klar darüber, dass es auch in Tragekulturen bestimmt Ausreißer gibt (also nicht, dass ich wieder wegen Generalisierungen auffalle) und man sollte sich auch bewusst werden, was das Tragen leistet/ leisten kann und was nicht. Ein optimal getragenes Baby, was als Erwachsener einen Bürojob/ bzw. eine körperlich monotone Arbeit ausübt, wird sicher nicht von Rücken-/ Becken-/ Knieproblemen frei bleiben, weil er als Baby getragen wurde, wenn er nicht auch dann aktiv etwas für seinen Körper tut.
Das Tragen hat für mich physische und psychische Aspekte, es gibt einfach viel mehr Bewegungseindrücke- ich Bücke mich, ich drehe mich, ich laufe Treppen. Meine Atmung meine Stimme, die Stimme der Leute, mit denen ich rede- mein Geruch, die Wärme...die Kinder sind halt näher- körperlich und psychisch. Vielleicht wären Wagen geschobene Kinder bessere Seifenkistenpiloten und als Informatiker neben seinem Tragebaby- Kollegen vermutlich nicht zu unterscheiden.
Ich kann mir vorstellen, dass bei vielen Kindern die körperliche Entwicklung rascher verläuft, aber auch da wird es Kinder geben, die mehr Zeit gelegen haben und trotzdem früh dran mit Krabbeln und Laufen.
Und es mag auch Kinder geben, die diese körperliche Nähe weniger brauchen als andere, das ist doch umso angenehmer für die Eltern, denn tragen ist anstrengend.
Letztendlich sind es dann wieder Dinge, die in der Summer erst einen Unterschied machen. Wenn mein Kind körperlich interessiert ist, dann auch Sport betreibt und der Weltrekord von einem Quentchen Körpergefühl abhängt- vielleicht geht er dann an das Tragekind.
So lang die Kinder auch liegend glücklich sind, wird ihnen vielleicht auch nichts fehlen? Ich bin mir in diesem Punkt selbst nicht so sicher und habe auch keine Informationen, ich weiß nur, dass die Vorstellung für mich nicht schön ist. Aber so manchen Moment hätte ich mir auch mal gewünscht ohne Kind auf dem Rücken kochen zu können.
Wenn also die Kinder die körperliche Nähe brauchen, dann bin ich nicht dafür es abzugewöhnen- wenn das überhaupt gehen sollte- und von der angewöhn-Theorie halte ich eh nichts

. Dann ist das vielleicht ein guter Start ins Leben, was danach durch so viel anderes beeinflußt wird.
Kinder gehören ans Herz, wie sie dorthin gelangen, mag unterschiedlich sein.