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Re: Wenn das Tragen wirklich so gesund ist...

Verfasst: 22.01.2013, 18:30
von Semiralinda
Ich bin ja schon der Meinung, dass Babies recht flexibel sind, sie werden weder vom (zeitlich begrenzten) Liegen im Kiwa oder Bett einen Schaden davon tragen, noch vom vielleicht nicht ganz korrekt gebundenen Tragen im TT. Ich denke mir, die Dosis macht es aus.
Außerdem möchten doch viele Babies ab einem gewissen Alter mal ganz gerne "nur rumliegen", denn so beginnen sie ja auch auf eigene Faust die Umgebung zu erkunden, was ja eingebunden im TT nicht wirklich möglich ist.

Re: AW: Wenn das Tragen wirklich so gesund ist...

Verfasst: 22.01.2013, 18:31
von Semiralinda
greenie bird hat geschrieben:Ähm, gut in Afrika mag es keine ClauWi Beratung o.ä. geben, aber die Leute dort haben auch nicht Jahrhunderte KiWä geschoben und vergessen, wie es richtig geht.

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Da hast du sicherlich recht. Ich denke mir, dass es da im Gegensatz zu unserer Kultur einfach ein von einer Generation an die nächste weitergegebenes Wissen übers tragen gibt.

Re: Wenn das Tragen wirklich so gesund ist...

Verfasst: 22.01.2013, 21:03
von Patty
Hm, also Gesundheit hat in diesem Fall für mich zwei Aspekte: einmal das rein körperliche und dann das emotionale. Zweiteres finde ich beim Tragen schon sehr positiv, oft auch im Vergleich zum Kiwa, aber klar nicht für alle Babys. Aber so grundsätzlich ist für Babys ja Körperkontakt und Nähe wichtig. Das rein körperliche würde ich aber hier jetzt auch nciht völlig außer Acht lassen. Es gibt ja schon Probleme bei Babys, die den ganzen Tag liegen, typisches Beispiel sind die abgeflachten oder verformten Köpfchen, da gab es doch gerade neulich wieder einen Artikel dazu. Hmm, muss ich mal raussuchen. Ah ja, von Renz-Polster, guckt mal hier: http://kinderverstehen.de/images/Tragen ... olster.pdf

Re: Wenn das Tragen wirklich so gesund ist...

Verfasst: 22.01.2013, 21:26
von greenie bird
Bei Allem bin ich mir natürlich auch klar darüber, dass es auch in Tragekulturen bestimmt Ausreißer gibt (also nicht, dass ich wieder wegen Generalisierungen auffalle) und man sollte sich auch bewusst werden, was das Tragen leistet/ leisten kann und was nicht. Ein optimal getragenes Baby, was als Erwachsener einen Bürojob/ bzw. eine körperlich monotone Arbeit ausübt, wird sicher nicht von Rücken-/ Becken-/ Knieproblemen frei bleiben, weil er als Baby getragen wurde, wenn er nicht auch dann aktiv etwas für seinen Körper tut.
Das Tragen hat für mich physische und psychische Aspekte, es gibt einfach viel mehr Bewegungseindrücke- ich Bücke mich, ich drehe mich, ich laufe Treppen. Meine Atmung meine Stimme, die Stimme der Leute, mit denen ich rede- mein Geruch, die Wärme...die Kinder sind halt näher- körperlich und psychisch. Vielleicht wären Wagen geschobene Kinder bessere Seifenkistenpiloten und als Informatiker neben seinem Tragebaby- Kollegen vermutlich nicht zu unterscheiden.
Ich kann mir vorstellen, dass bei vielen Kindern die körperliche Entwicklung rascher verläuft, aber auch da wird es Kinder geben, die mehr Zeit gelegen haben und trotzdem früh dran mit Krabbeln und Laufen.
Und es mag auch Kinder geben, die diese körperliche Nähe weniger brauchen als andere, das ist doch umso angenehmer für die Eltern, denn tragen ist anstrengend.
Letztendlich sind es dann wieder Dinge, die in der Summer erst einen Unterschied machen. Wenn mein Kind körperlich interessiert ist, dann auch Sport betreibt und der Weltrekord von einem Quentchen Körpergefühl abhängt- vielleicht geht er dann an das Tragekind.
So lang die Kinder auch liegend glücklich sind, wird ihnen vielleicht auch nichts fehlen? Ich bin mir in diesem Punkt selbst nicht so sicher und habe auch keine Informationen, ich weiß nur, dass die Vorstellung für mich nicht schön ist. Aber so manchen Moment hätte ich mir auch mal gewünscht ohne Kind auf dem Rücken kochen zu können.
Wenn also die Kinder die körperliche Nähe brauchen, dann bin ich nicht dafür es abzugewöhnen- wenn das überhaupt gehen sollte- und von der angewöhn-Theorie halte ich eh nichts ;) . Dann ist das vielleicht ein guter Start ins Leben, was danach durch so viel anderes beeinflußt wird.
Kinder gehören ans Herz, wie sie dorthin gelangen, mag unterschiedlich sein.

Re: Wenn das Tragen wirklich so gesund ist...

Verfasst: 22.01.2013, 21:48
von chennai
Zum frühen Sitzen bei afrikanischen Babys: Ich saß mal im Zug mit einer Afrikanerin im (Kinderabteil) und sie war ganz erstaunt, dass meine Tochter da noch nicht sitzen konnte. Sie sagte, dass bei ihnen die Babys täglich mehrmals hingesetzt werden, wenn sie umkippen, dann noch mal usw. Vielleicht ist so ein 'Üben' da eher als Grund anzunehmen für frühes Sitzen als das Tragen?

Generell denk ich mir halt, dass möglichst abwechslungsreiche Positionen für ein Baby gut sind. Also eben nicht immer nur am Rücken liegen, auch mal auf dem Bauch und dann eben auch aufrecht im TT. Und ob da 2-3 Std am Tag einen Unterschied machen, ich denke schon. 2-3 Std in denen die Muskeln völlig anders gefordert und gefördert werden sind doch ein Riesending! Der Vergleich hinkt vielleicht, aber niemand zweifelt doch an, dass ne Stunde am Tag fitness-Studio ganz und gar nciht für die Katz ist, auch wenn man den restlichen Tag am Schreibtisch verbringt.

Re: AW: Wenn das Tragen wirklich so gesund ist...

Verfasst: 22.01.2013, 22:01
von greenie bird
Ich mag gern noch erwähnen, dass hier vermutlich nicht weniger Kinder hingesetzt werden. Dennoch sagt man doch eher zu diesen Dingen, dass man sie eben nicht üben kann und es die Entwicklung meist eher verzögert.
Ich denke, dass die Kinder in wärmeren Gebieten oft schneller sind,weil sie nicht durch so viele Klamotten gehindert sind und sich so mehr spüren können.

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