Hallo Lieschen
Ich kann Dich total gut verstehen! *drück*
Ich habe hier nämlich auch so ein Sofort-Wach-Exemplar, dass nur AN mir schlafen wollte und sofort aus wirklich jeder Lebenslage wach wurde, sobald ich es aus dem Arm legen wollte.
Und auch bei meiner Tochter kam noch erschwerend dazu, dass ich ihr selbst in sehr tiefen Schlafphasen so gut wie gar nicht die Brust aus dem Mund nehmen konnte, da sie selbst durch diese kleine Veränderung sofort wach wurde. Schnuller wurde ebenfalls nie akzeptiert, überhaupt kein Ersatz - nur "the real thing".
Du bist mit dieser Erfahrung also nicht allein!
Was kann ich Dir aus meiner Erfahrung für Tipps geben?
Leider in keinem Fall ein Patent-Rezept, wie man das "abstellt", aber vielleicht einige Anregungen, wie Ihr beide damit besser umgehen könnt?
Deine Probleme sind ja zweierlei Natur, wenn ich das richtig verstehe: einerseits Deine Eingeschränktheit tagsüber, andererseits der unruhige/wenige Schlaf für Dich nachts.
Ich fange mal mit dem Problem tagsüber an.
Da möchte ich mich der Anregung meiner Vorrednerin anschließen: das einzige, das bei mir auch bei einem "Hallo wach!"-Kind funktionierte, wenn ich sie tagsüber schlafen lassen wollte ohne an meiner Brust zu liegen und sie auf Sofa oder im Bett stundenlang im Arm zu haben, war tragen.
Das kann ich Dir nur ganz, ganz starkt ans Herz legen. Und nicht, weil das hier ein Trage-affines Forum ist, sondern weil es wirklich so effizient und praktisch für uns war.
Ich habe meine Maus dabei vorrangig auf dem Rücken getragen, seit sie ca. 5 Monate alt war. Das bedeutete für mich sehr große Bewegungsfreiheit. Wenn ich wusste, dass die Schlafenszeit nächerrückt, habe ich für eine trockene Windel gesorgt, gestillt, gekuschelt, und meine Tochter dann auf den Rücken gebunden. Dann habe ich eine Hausarbeit gemacht, bei der ich mich im Stehen leicht bewegen musste (Wäsche aufhängen mit leichtem Hin und Her wiegen) oder bis eine Runde spazieren gegangen ... und mein Kind ist wunderbar und ohne Dauerstillen eingeschlafen.
Sobald sie dann eingeschlafen war, konnte ich mit wenigen Einschränkungen dann quasi tun was immer ich wollte

Ist das eine Option für Euch?
Und zu dem nächtlichen Problem:
jaaa, ich weiß, wie das schlaucht. Und dieses Dauernuckeln kann einen auch so richtig um den Verstand bringen. Genauso der Eindruck, dass die eigene Nähe das Kind auch noch von längeren tiefen Schlafphasen abhält und man selbst dadurch dann wiederum noch mehr Nachteile hat.
Was mir dabei als erstes ein wenig zumindest psychisch geholfen hat: zu verstehen, weshalb mein Kind so ist!
Falls Du ihn noch nicht kennst, verlinke ich Dir hier mal einen Artikel, in dem etwas verständlicher wird, weshalb Dein Kind die von Dir geschilderten Grundbedürfnisse und Verhaltensweisen hat:
http://kinderverstehen.de/images/Schlaf ... 290909.pdf
Kinder werden ja alle in unterschiedlichen Ausführungen "geliefert", und wir haben zusätzlich Exemplare mit sehr starken und ausgeprägten Grundbedürfnissen abbekommen. Aber immerhin ein kleiner Trost: würden wir noch in Säbelzahntigerzeiten leben, so wären Dein und mein Kind große Stars, denn sie haben von der Natur besonders gute und starke Überlebensinstinkte mitbekommen und sorgen dafür, dass ihnen auch ganz gewiss nichts passiert und sie alle Säuglings-Bedrohungen überleben werden!

Ich finde, es hilft schon etwas, wenn sich die eigene Perspektive dahingehend verschiebt, dass man nicht mehr nur denkt "mein Kind ist so viel anstrengender als andere Kinder", sondern vielmehr auch denken kann "ich habe ein besonders starkes und überlebenswilliges Kind ausgebrütet, dem nichts so schnell passieren wird".
Mehr Schlaf hast Du dadurch natürlich noch nicht.
Dazu zwei Fragen/Vorschläge:
verständlcher Weise möchtest Du nicht ständig zwei Stunden mit dem Kind im Arm auf dem Sofa herumsitzen ... man hat ja auch nicht immer Zeit dazu.
Aber an den Tagen, an denen es geht, bzw. wenn die Nacht besonders kurz war: wie wäre es denn dann, sich halt einfach tagsüber zwei Stunden mit dem Kind im Arm selbst ins Bett zu legen und so zumindest schon mal auftanken zu können, indem man selbst mitschläft? Ginge das? Wären ja quasi zwei Fliegen mit einer Klappe

Und wie wäre als Versuch, wenn Du Dein Kind beim nächtlichen Schlafen nicht direkt bei Euch im Bett hast, sondern in einem an Euer Bett angestellten Bett (also quasi gleiches Prinzip wie Babybay, nur größer), sodass zumindest Deine Bewegungen etc. sich nicht so direkt auf Dein Kind überträgen, Du selbst aber nicht größeren Aufwand beim Stillen hast als bislang, also nicht extra aufstehen musst? Könnte das helfen?
Generell noch zum Thema "bei meinem Mann geht es mit dem Einschlafen, bei mir aber nur mit Stillen":
Die Erfahrung kenne ich von ganz, ganz vielen Frauen, und bei uns ist es auch so.
Meine Tochter geht in die Krippe, da schläft sie problemlos mittags "alleine" ein, aber sobald ich verfügbar bin, geht es nur mit Einschlafstillen (oder eben auf demRücken tragen).
Mir hat es damals sehr geholfen, als ich gelesen habe, dass das bei vielen anderen Müttern genauso ist, und dass ein Dagegenankämpfen oder "Umpolenwollen" sowieso nichts bringt.
Statt dessen habe ich mir möglichst viele Alternativen, Erleichterungen und Zusatzoptionen zusammengebastelt. Das hat bei uns letztlich am besten funktioniert.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du Dich bald besser fühlen kannst!