Besprechung KLOETERS-BRIEF 2

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Mandy
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Beitrag von Mandy »

Und was ich noch sagen wollte: ich finde die Fragestellungen sehr hilfreich! Da kann man zum Üben die Fragen abarbeiten und mit der zeit braucht man das sicher nicht mehr
LG,
Mandy mit Kaija (Feb. 05)

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Heroto
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Beitrag von Heroto »

Hallo Mandy,

es heißt ja auch nicht, dass du jetzt jedes fremde Kind beurteilen sollst.
Aber wenn man einmal gelernt hat, auf den Gesichtsausdruck zu achten, dann passiert es schonmal, dass man ein fremdes Kind sieht und direkt auch sieht, dass dieses Kind einen gute oder aber auch einen ganz schlechten Ausdruck hat. Und das ist teilweise so deutlich, dass es echt erschreckend ist.
Liebe Grüße von
Heroto mit 3 Jungs (9, 7 und 3 J.)
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Mandy
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Beitrag von Mandy »

Heroto hat geschrieben:Hallo Mandy,

es heißt ja auch nicht, dass du jetzt jedes fremde Kind beurteilen sollst.
Aber wenn man einmal gelernt hat, auf den Gesichtsausdruck zu achten, dann passiert es schonmal, dass man ein fremdes Kind sieht und direkt auch sieht, dass dieses Kind einen gute oder aber auch einen ganz schlechten Ausdruck hat. Und das ist teilweise so deutlich, dass es echt erschreckend ist.
Das sind so Sachen, die mir aber schon häufiger passiert sind. Also dass ich ein Kind gesehen habe und bei mir gedacht habe, dass es einen sehr schlechten Eindruck macht o.ä. Aber das nur nebenbei.

Mir ist schon klar, dass ich nun nicht jedes Kind beurteilen soll ;-) ICh habe die "Technik" und den sinn für die eigene Erziehungsarbeit sozusagen ja auch erkannt und stimme dem zu.
ICh denke nur immer wieder darüber nach, wie die Eheleute Kloeter dazu kommen, fremde Kinder anhand der Fotos zu beurteilen...das liegt mir noch schwer im Magen, hat ja aber mit dem inhallichen hier nichts weiter zu tun ;-)
LG,
Mandy mit Kaija (Feb. 05)

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dieknurpsels
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Beitrag von dieknurpsels »

Hallo!
So, nun habe ich die Briefe vorgestern endlich auch bekommen und klinke mich mal ein.
Ich beobachte meine Kinder seitdem sehr intensiv. Bei Samuel finde ich es ziemlich einfach, auf den trifft diese Beschreibung zu, dass wenn er ernst guckt (im Sinne von nicht lachen), er dabei aber offen und unverkrampft wirkt, das ist meist dann der Fall, wenn er konzentriert ins Spiel vertieft ist. Und wenn er lacht, dann strahlt das ganze Kind. Wenn er mal weint, z.B. weil er sich gestoßen hat, lässt er sich sehr schnell wieder trösten. Ich denke also, dem geht´s gut.
Bei Juliane habe ich viel größere Schwierigkeiten. Ein Problem ist sicher, dass ich ihre schwierige Situation schon im Hinterkopf habe und sie entsprechend besorgter anschaue als Samuel.
(Für die, die es nicht wissen: Ihr Vater und ich sind seit vier Jahren getrennt und er lässt im Moment keine Gelegenheit aus, Stress zu machen, jedes Mal wenn Juliane und wir als Familie einigermaßen zur Ruhe gekommen sind, fängt er die nächste Diskussion an und das auch noch immer so, dass er es erst mit ihr, dann mit uns bespricht, so dass wir sie gar nicht raushalten können, z.B. ob er noch Unterhalt zahlen muss, ob sie außer der Regel zu ihm kommt, ob wir sie mit in die Kirche nehmen dürfen... Das schlimmste ist, versuche ich, sie in Schutz zu nehmen und führe mit ihm entsprechende Diskussionen darüber, dann hat Juliane Mitleid mit ihm und ist sauer auf mich, weil ich mit dem armen Papa geschimpft habe.)
Aber das nur am Rande, weil es erklärt, warum ich bei Juliane eher eine schlechte als gute Grundstimmung sehe.
Nur so einfach wie dort beschrieben, finde ich es trotzdem nicht. Denn Juliane guckt oft ernst (auch im Sinne von nicht lachen), ohne dabei verkrampft oder maskenhaft auszusehen, wie in dem Brief beschrieben. Sie ist häufig sehr tief in Gedanken und Träumereien versunken.
Dann gibt es aber noch die Variante, dass sie ernst (im Sinne von traurig oder wütend) schaut und ihren Unmut dabei auch entsprechend verbal mitteilt. Bei manchen Sachen ist klar, dass es sich dabei um Augenblickstimmungen handelt, wenn sie sich z.B. aufregt, dass ich schon wieder Gemüse gekocht habe (schließlich ist sie "vegetarisch gegen Gemüse" :wink: ). Bei anderen geht es aber auch um grundsätzlichere Sachen, dass sie z.B. ganz klar anklagt, dass sie möchte, dass ihre Eltern auch zusammenleben, was ja nicht nur ein augenblickliches Problem ist und auch nicht mehr behoben werden kann :(
Es kommt aber vor, dass sie 10 Minuten, nachdem sie noch die ganze Welt grausam und trostlos fand und völlig verzweifelt war, wieder völlig ausgelassen Witze erzählt oder mit uns durch die Küche tanzt. Dann sieht sie aus, wie der Junge, der Beispiel für die sehr gute Grundstimmung war, und ich würde nicht behaupten, dass ihr "Lachen zum Weinen" ist. Nur auf gestellten Fotos wirkt ihr Lachen sehr künstlich und maskenhaft und ist merklich verkrampft, das geht mir aber genauso, dass ich in dem Moment, wo ich natürlich gucken möchte, genau das Gegenteil mache.
Gestern hatte Jule tanzen und ich habe sie mal mit anderen Kindern verglichen. Da kam mir ihre Augenblickstimmung zwar schlecht vor, weil das Mädchen, mit dem sie sich dort angefreundet hat und mit welchem sie sich immer zu einem Paar zusammengefunden hat, nicht mehr kommt, aber ich fand ihre Grundstimmung im Vergleich zu den anderen nicht sehr viel schlechter.
Insgesammt habe ich das Gefühl, dass Juliane sich in diese Kategorien gar nicht so einfach einordnen lässt, sondern ganz massive (Grund-)Stimmungsschwankungen hat. Oder ich bin einfach noch nicht geübt genug, um bei ihr Grund- und Augenblickstimmung auseinander zu halten.
Ihr Verhalten ist in der Regel super. Sie wirkt immer total vernünftig und einsichtig. Nur wenn sie z.B. müde oder hungrig ist, kann sie auch schon mal absichtlich Mist machen. Wenn sie allerdings von einer Gehirnwäsche beim Papa kommt, dann dauert es meist einen Tag, bis sie hier wieder so angekommen ist und unsere Gewohnheiten und Regeln mitträgt.
Vielleicht sind ihre Probleme auch einfach zu massiv, um sie allein mit Hilfe so eines Elternratgebers zu lösen. Selbst wenn ich bei ihr eindeutig eine schlechte Grundstimmung ausmachen könnte, die vermeintliche Ursache könnte ich ja doch nie gänzlich beheben. Wobei ja auch zwei der Fotobeispielkinder vergleichbar schwerwiegende Situationen hatten, während dem einen ohne Schleife ja angeblich geholfen werden konnte.
Was meint ihr?
Vielleicht geben die nächsten Briefe ja mehr Aufschluss darüber.

Fotos einzustellen habe ich leider noch nicht geschafft, ich habe mir diese Woche noch so viel vorgenommen, bevor ich nächste Woche wieder arbeite. Und muss jetzt auch mal Schluss machen, habe in Sachen Verbesserung von Julianes Lebensumständen gleich einen Termin...

Lieben Gruß
Sabine mit Juliane und Samuel
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Mandy
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Beitrag von Mandy »

Nachdem ich jetzt die Gedanken von Juliane gelesen habe,ist mir noch ein Aspekt aufgefallen. Du, Juliane, hast direkt hinzugefügt,welche Problematik bei Euch im Hintergrund steht. Danke für Deine Offenheit. Und dabei fiel mir auf, dass ich das auch grundsätzlich so tue. Will sagen,ich betrachte nicht einfach nur den Ausdruck des Kindes, sondern ich beziehe die Gesamtsituation mit ein. Die Umstände, das Umfeld und und und (Berufskrankheit und typische Eigenschaft von Frauen glaube ich).
LG,
Mandy mit Kaija (Feb. 05)

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maerz
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Beitrag von maerz »

Mandy hat geschrieben:ICh denke nur immer wieder darüber nach, wie die Eheleute Kloeter dazu kommen, fremde Kinder anhand der Fotos zu beurteilen...das liegt mir noch schwer im Magen, hat ja aber mit dem inhallichen hier nichts weiter zu tun ;-)
Dazu heißt es im 2. Brief aber auch, dass eine Aussage zu einem Foto nur gemacht werden könne, wenn das Bild typisch für das Kind sei.
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blue_star68
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Beitrag von blue_star68 »

Ich habe mich in den vergangenen Tagen immer darum bemüht, Kaija öfter mal "ins gesicht zu schauen" und fand mich da recht gut ;-) Nach etwas Übung,traue ich mir vielleicht auch mal andere Kinder zu.
Ja, das mache ich jetzt auch mal ganz bewußt.

Mir ist dabei jedoch aufgefallen, wie selbstverständlich ich oft mit Ivo spreche OHNE ihn anzuschauen :oops: :oops: :oops:
Meistens sind es auch belanglose Situationen, aber dennoch!
Wie heißt es immer so schön? Begib Dich auf Augenhöhe zum Kind und sprich MIT dem Kind, nicht zum Kind.
LG Manu mit Armkrabbler (06/05) und Lachmaus (05/08)

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Heroto
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Beitrag von Heroto »

maerzkind hat geschrieben:
Mandy hat geschrieben:ICh denke nur immer wieder darüber nach, wie die Eheleute Kloeter dazu kommen, fremde Kinder anhand der Fotos zu beurteilen...das liegt mir noch schwer im Magen, hat ja aber mit dem inhallichen hier nichts weiter zu tun ;-)
Dazu heißt es im 2. Brief aber auch, dass eine Aussage zu einem Foto nur gemacht werden könne, wenn das Bild typisch für das Kind sei.
Aber sie schreiben auch, dass ein guter und auch ein schlechter Ausdruck in jedem Foto sichtbar seien.

Ich finde es aber immer einfacher, jemanden zu beurteilen, wenn man ihn sieht oder zumindest mehr Informationen über ihn hat.
Liebe Grüße von
Heroto mit 3 Jungs (9, 7 und 3 J.)
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dieknurpsels
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Beitrag von dieknurpsels »

Heroto hat geschrieben: Ich finde es aber immer einfacher, jemanden zu beurteilen, wenn man ihn sieht oder zumindest mehr Informationen über ihn hat.
Bei ihren Beispielbildern geben sie ja selber auch Hintergrundinformationen zu den Kindern an, hätten sie die nicht gehabt, hätten sie das sicher auch nicht so bestimmt deuten können.
Andererseits frage ich mich, wie weit man von solchen Hintergrundinformationen in seiner Wahrnehmung beeinflusst wird. Sehe ich bei einem Kind, das im Heim lebt, dessen Eltern sich gerade scheiden lassen, dessen Oma gestorben ist oder ähnliches nicht auch darum eine schlechte Grundstimmung, weil ich erwarte, sie zu sehen?
Aus dem Grund finde ich es auch interessant, mir Kinder genau anzusehen, bevor ich mehr über sie weiß, um mich da ein bisschen zu schulen. Dumm nur, dass ich auf dem Spielplatz dann hinterher nicht die Eltern anquatschen kann und fragen, was bei ihnen gerade so zuhause los ist, um eine Rückmeldung zu bekommen, wie gutich mit meiner Einschätzung getroffen habe.

Lieben Gruß
Sabine mit Juliane und Samuel
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Verena
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Beitrag von Verena »

ich bin nun also auch dabei! :D

mir haben die ersten beiden Briefe schon sehr geholen, Matteo wieder mehr wahrzunehmen. Ich hab mich schon oft beschwert, dass der Draht zu ihm so abgerissen ist, dass wir so wenig kommunizieren. Matteo beschäftigt sich supergut allein, meist jedenfalls. Und oft macht dann hier jeder stundenlang sein Ding, wir leben fast nebeneinander her. :(
Mir macht es sehr viel Freude, ihm wieder bewusster ins Gesicht zu schaun, nicht nur, weil ich dort sehe, dass es ihm offenbar richtig gut geht. :D

ja, ich freu mich echt. ich finde es schwierig, einfach so zu beurteilen. Aber im Vergleich zu anderen, da find ichs leicht. Und mir ist auch einfach schon so aus der Erinnerung so viel eingefallen, was jetzt andere Kinder betrifft. Das der Umgang der Eltern mit den Kindern oftmals im Gesicht der Kinder abzulesen ist, finde ich den Hammer. Ich hab hier 2 Kinder..... :cry: au weia!

Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten....

Bis dahin werde ich fleissig weiter üben. :wink:
Ganz liebe Grüße von Verena (02/78 ) mit großem Sohn (11/04) und auch schon wieder großer Tochter (02/08 )

FREIHEIT bedeutet, dass man nicht alles so machen muss, wie andere Menschen. Astrid Lindgren

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